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Sahneheringe - oder - Deja-Vus sind oft Fehler in der Matrix

Laut der modernen Physik (oder zumindest einer populären Strömung in ihr), sollen wir glauben dass am Anfang, also zur Entstehung des Universums weder Raum noch Zeit existiert haben.
Das ist erst einmal ein ziemlich schwer verdaubarer Brocken, so etwas bereitet gewisse Schwierigkeiten, wenn man versucht es sich vorzustellen. Aber gut, lassen wir das erst einmal so stehen.
Dann gab es angeblich den grossen Knall und alles breitete sich aus, verdampfte, wurde fest, zersetzte sich wieder, wurde wieder fest bis endlich das Universum mit all seinen Galaxien, Sternen, Elementen, Sahneheringen und Hundekotbeutelspendern da war.
Wenn das der Anfang war, ist natürlich die Frage: „Was war vorher?“ ... Ach ja, ich vergaß: Es gab ja noch keine Zeit, also auch kein "vorher" (ich kann meinen Verstand einfach nicht dazu bringen so verquer zu denken).
Nun gut, es gab halt keine Zeit in unserem Ding und Raum auch nicht. Aber muss es nicht doch irgendwoher gekommen sein?
Die Weltreligionen sagen einfach: „Klar. Vorher war Gott und der hat alles gestartet.“ (Auch nicht sehr überzeugend, meiner Meinung nach, aber zumindest schon mal ein Erklärungsversuch).
Nehmen wir doch einfach mal das Gott-Modell und modifizieren es ein wenig:
Gehen wir einfach davon aus, dass da etwas war, das das ganze gestartet hat.
Und was denn eigentlich? Nun ja die Existenz von einfach allem. ... Hm, das ist ein wenig vage.
Nun, betrachten wir es doch einfach mal von dieser Seite: Das Universucm, das Leben und alles was so dazugehört, folgt, so weit wir das erkennen können bestimmten Regeln: Physikalische Gesetze, mathematische Prinzipien etc.,
Und nach diesen Regeln läuft das Programm „Existenz“ ab.
Um mal bei dem Gott-Modell zu bleiben: Da hat der alte Herr einfach einen Doppelklick auf das „Erschaffe alles“-Symbol gemacht, vielleicht weil er ein paar Sahneheringe haben wollte und so nahm alles seinen Lauf, streng nach den Regeln des Programms.
Dann wäre unsere Existenz natürlich streng genommen eine Simulation. So, wie wir Simulationen auf unseren Rechnern ausführen, wären auch wir Teil eines Programms das irgendwo abläuft.
Diese Idee ist natürlich nicht einfach auf meinem eigenen Mist gewachsten, auch wenn ich sie vielleicht ein wenig mit Sahneheringen ausgeschmückt habe, sondern es gibt Befürworter und natürlich auch Gegner dieser und ähnlicher Theorien und diese werden rege diskutiert.
Eine recht bekannte Aussage ist zum Beispiel, dass nur das Universum selber die Rechenpower aufbringen könnte, um etwas wie sich selbst zu simulieren.
Das ist ja an sich schon einmal recht seltsam, wenn man davon ausgeht, dass etwas simuliert ist, kann man selbstverständlich auch nicht innerhalb dieses Konstruktes nach Grenzen suchen, sondern muss davon ausgehen dass es etwas größeres darum gibt.
So weit alles gut und schön, aber wie könnte man erkennen dass man in einer Simulation lebt?
Wenn wir von unseren Simulationen ausgehen, dann ist das wohl auffälligste Mekrmal dass man sich in einer künstlichen Realität befindet wohl jenes, dass es hin und wieder zu kleinen Fehlern kommt, die Anomalien verursachen können.
Philip K. Dick, einer der einflussreichsten Science-Fiction Autoren userer Zeit hat immer wieder von mehreren Realitäten geschrieben, die parallel ablaufen.
Also so wie Programme auf einem Computer. Und bei einem Fehler im Programm soll es dann möglich sein, dass Daten aus der einen in der anderen landen.
Hört sich ganz nach einem Daja-Vu an, oder auch nach dem Mandela-Effekt (eigentlich Konfubulation genannt).
Dieser besagt, dass viele Menschen sicher sind dass Nelson Mandela während seines Gefängnisaufenthaltes in den 1980er Jahren verstorben sei, obwohl er (in dieser Realität) tatsächlich erst 2013 an einer Lungenentzündung gestorben ist.
Es gibt einige dieser seltsamen Ereignisse. Mein persönliches, das ich mit unzähligen Menschen teile ist das folgende:
Ich bin mir hundertprozentig sicher, dass Oxygene IV von Jean Michel Jarre damals die Titelmusik der Wissenssendung „Aus Forschung und Technik“ mit Joachim Bublath war (hatte ich in Artikel [[Von Robbi, Tobbi, Drecki und Kotze]] einmal kurz angerissen).
Nach Philip K. Dick fühlt sich ein Deja-Vu so an als hätte man es bereits einmal erlebt, weil genau das den Tatschen entspricht.
Oder mit anderen Worten: „Deja-Vus sind oft Fehler in der Matrix - Das kann passieren, wenn sie etwas ändern“, wie es so schön in dem Film Matrix von Lana und Lily Wachowski (Den Wachowski Brothers, die jetzt die Wachowski Sisters sind) heisst, der ja bekanntlich auch von einer simulierten Welt handelt.
In dem Film "Welt am Draht" von Rainer Werner Fassbinder von 1973, der auf dem Roman "Simulacron-3" von Daniel F. Galouye aufgebaut ist, der auch von einer simulierten Welt handelt und der mich als Kind bereits sehr in seinen Bann gezogen hatte, obwohl ich seiner Bedeutung nur bedingt folgen konnte, wird dieses Phänomen auch aufgegriffen.
Ein Zeitungsartikel, an den sich der Protagonist noch erinnert, scheint niemals existiert zu haben.
Alles Dinge oder Begebenheiten, die nie passiert sind, obwohl man sich an sie erinnert oder einfach nicht mehr das sind, was sie einmal waren und nichts von alledem kann man wirklich erklären.
Denn es sind alles nur Indizien, die keiner wissenschaftlichen Überprüfung standhalten.
Das menschliche Gehirn ist zu grossen Teilen noch unerforscht und so weit wir es bereits kennen, gelinde gesagt ein absoluter Chaot, wenn es um Speicherplatzzuweisung geht, da kann hier und da schon mal was in den Zeitlinien und den dazughörigen Schubladen verrutschen.
Wo also besser nach Beweisen suchen, als in der Wissenschaft selber?
Ein anderes Phänomen von Simulationen ist nämlich die Aufteilung von Rechenpower auf die wichtigsten Dinge.
In einer Spielesimulation zum Beispiel wird alles das, was sich in unmittelbarer Nähe zum Spieler befindet, detailgetreu berechnet, während Dinge die weit weg sind nur ungenau dargestellt werden.
Rendern nennt sich dieser Prozess und er geschieht in modernen Spielen zur Zeit des Spiels selber. Also in „Echtzeit“.
Wenn man sich ausserhalb von Gebäuden befindet, macht es für den Computer natürlich überhaupt keinen Sinn das Innere zu berechnen. Erst wenn man das Gebäude betritt werden diese Daten benötigt.
Sollte es so etwas etwa auch in unserer Realität geben?
Sylvester James Gates, ein amerikanischer theoretischer Physiker hat, als er Quarks untersucht hat, mit Hilfe der Stringtheorie einen "fehlerkorrigirenden Code" gefunden, wenn man es so nennen mag, aber dazu gleich mehr.
In 2017 haben Wissenschaftler an der Universität von Washington bewiesen, dass sie Computercode in DNA Stränge integrieren können.
Somit sind Computerprogramme und das menschliche Leben grundsätzlich schon nicht mehr weit voneinander entfernt.
Auch in der Natur folgt alles mathematischen Prinzipien: Die Fibonacci-Folge und der goldene Schnitt (hatten wir in Artikel [[Werkzeug der Harmonie]] bereits angesprochen) finden sich überall in der Schöpfung des grossen Sahneheringsherstellers wider.
Vom Schneckenhaus, über die Anordnung von Samen in einer Sonnenblume bis hin zur Form einer Spiralgalaxie.
Von den Atomen bis hin zu kosmischen Gebilden, alles folgt den gleichen Gesetzen. Wenn man so will, einem Programm.
Aber kommen wir noch einmal auf das Rendern zurück: In unseren Simulationen, wie Spielen etc. werden immer nur die Stücke detailgetreu gerendert, mit denen der User aktuell interagiert oder die sich in unmittelbarer Nähe zu ihm befinden.
Was wäre wenn das in unserer Welt auch so funktionieren würde?
Und da sind wir wieder bei der Stringtheorie: Ein Experiement genannt „Doppelspaltexperiment“ präsentiert uns ein sehr interessantes und absolut unerwartetes Ergebnis, wenn wir es durchführen.
Ich will gar nicht zu sehr ins Detail gehen, nur so viel: Bei Wellen, die wir durch diese Apparatur schicken, erwarten wir ein Muster aus mehreren Strichen, das durch die Wellen und ihre Wechselwirkung aufeinander entsteht.
Ein sogenanntes Interferenzmuster, das durch zwei parallele Schlitze entsteht, durch die sie geschickt werden.
Bei Materie hingegen erwarten wir zwei Striche, entsprechend der beiden Schlitze, da sie diese auf direktem Wege passieren sollten ohne sich gegenseitig zu beeinflussen.
So weit die Erwartung. Wenn wir jetzt aber tatsächlich Elementarteilchen durch dieses Experiment schicken, sieht es so aus als würden diese keine Materie sein, sondern Wellen, da wir eben jenes Muster aus mehreren Strichen zu sehen bekommen.
Und jetzt wird es richtig wild: Wenn wir die einzelnen Teilchen beobachten während sie durch die Schlitze treten, ändert sich das Ergebnis plötzlich und das erwartete Muster mit zwei Strichen erscheint, beobachten wir sie nicht mehr, bekommen wir wieder das Wellenmuster.
Und das ganze unabhängig davon ob wir sie vor, oder nach dem dem durchtreten der Schlitze beobachten, was bedeuten würde, dass die Teilchen eigentlich schon vorher gewusst haben müssen ob sie als Welle oder Teilchen durch die Schlitze gehen müssen und ob sie später beobachtet werden oder nicht, um eben jene Muster zu erzeugen.
Und da haben wir ihn, unseren “fehlerkorrigirenden Code”. Das Ergebnis ist entsprechend so, wie es sein soll, wenn man es überprüft.
Falls Sie, lieber Leser, das mit Hilfe von gesundem Menschenverstand erklären können, lassen Sie es mich bitte wissen, es wartet ein Nobelpreis auf Sie.
Und da wären wir dann auch schon wieder bei unserer Computersimulation: Bestimmte Dinge werden erst dann gerendert, wenn der Fokus auf ihnen liegt.
In unserem Fall verhalten sich die Teilchen nur wie Teilchen, wenn wir sie beobachten.
Ist dies vielleicht ein Beweis, dass wir in einer Simulation leben? Oder ist es bloss einer dieser Ausrutscher des wissenschaftlichen Denkens, die sich hin und wieder mangels einer besseren Erklärung etablieren?
Das Rosinenkuchenmodell von Joseph John Thomson zur Erklärung zum Aufbau von Atomen wurde auch erst 1911 zum Rutherfordsches Atommodell verfeinert.
So gesehen betrachten wir hier vielleicht gerade das Sahneheringsmodell und es fehlen uns ein paar Informationen um wirklich Sinn aus den gewonnenen Erkenntnissen zu ziehen.
Aber wieso erzähle ich das alles (und warum drifte ich immer so weit ab)?
Eigentlich wollte ich von Verkäufern in China erzählen, denn bei Verkäufern in China stösst man auf ein ähnliches Phänomen.
Man beschaut sich die Ware, ist sicher man weiss um was es sich handelt, nur um nach dem Gespräch mit dem Verkäufer herauszufinden, dass sich magischerweise alles ganz anders verhält als gedacht.
Kurzes Beispiel: Ich wollte ein Teebrett kaufen.
Das ist eine kleine, recht flache, hölzerne Kiste mit einem Gitter oben.
Es dient dazu, darauf Teetassen und Teekannen zu stellen, so dass das überflüssige Wasser durch das Gitten ablaufen kann.
Es wird dann in einer Art Schublade aufgefangen, oder bei etwas besseren Modellen über einen Schlauch abgeführt.
In Artikel [[Abwarten und Tee trinken]] kann man genau sehen, worum es sich handelt.
Ich hatte mir ein Modell in einem Laden ausgesucht das mir sehr gut gefiel und wollte es kaufen.
Das Ausstellungsstück war sehr gut verarbeitet und dunkelgrün.
Das Modell das ich bekam war braun.
Auf Nachfrage, ob es das Modell auch noch in grün gäbe, bekam ich die spontane Antwort, dass es sich hier genau um das gleiche Modell handele und es bei regelmäßiger Nutzung auch grün werden würde.
Nicht dass mich die Farbe gestört hätte, eigentlich hat mir das braune ebenso gut gefallen wie das grüne.
Aber es ist doch schon interessant, dass ähnlich dem Doppelspaltexperiment, ein Ding auf den ersten Blick braun, bei genauerer Erklärung dann aber doch grün ist.
Chinesische Verkäufer erzählen ihren Kunden die absurdesten Dinge, selbst wenn sie so unglaubwürdig sind, dass man beginnt an ihrem Verstand zu zweifeln.
Ähnliche Vorfälle sind mir in China ständig passiert, Lügen zu erzählen scheint fast schon ein Reflex zu sein.
Ich gebe zu, dass Verkäufer auch in Deutschland dem Kunden um den Mund reden um ihre Waren zu verkaufen.
Aber in China hat das ganze noch eine ganz andere Dimension.
Da ändern Dinge schon mal ihre physikalischen Eigenschaften, einfach so.
Wahrscheinlich hat da einfach jemand etwas in der Matrix geändert.

C#

C ist eine recht alte Programmiersprache.
Das einzige Manko das sie hatte war die fehlende Unterstützung für Objekte (objektorientiertes Programmieren ist ja bis heute noch der heisse Scheiss).
Somit wurde C++ entwicket. Abwärtskompatibel: Das bedeutet, dass Programme die in C geschrieben wurden auch noch weiter in einer C++ Umgebung laufen.
Aber anders als moderne Programmiersprachen muss man so wohl in C wie auch in C++ viele Dinge selber regeln: Speichermanagement und Verhalten bei Fehlern zum Beispiel.
Die beiden sind sogenannte Low-Level Programmiersprachen. Oder zumindest sind sie das bei einer bestimmten Betrachtungsweise.
Machmal zieht man den Trennstrich zwischen High- und Low-Level Programmiersprachen nämlich auch zwischen den vom Menschen lesbaren Sprachen, wozu alle drei gehören und auf der anderen Seite Assembler und Maschinencode (Wobei Assembler eingentlich auch vom Menschen lesbar ist, aber das ist wieder nur Haarspalterei).
Wichtig ist einfach, dass man bei C und C++ im Gegensaz zu C# viele Dinge selber erledigen muss, die höhere Programmiersprachen automatisch tun.
Das macht C und C++ auf der einen Seite recht bedienerunfreundlich, auf der anderen Seite aber extrem flexibel, weshalb sie bis heute noch eingesetzt werden um Betriebssysteme zu schreiben.
C# (gesprochen Si-Scharp) hat sich von C und C++ so weit weiterentwicket, dass man es eher zu den höheren Programmiersprachen wie Java, PHP oder Python zählt und nicht zu C oder C++.
Ein grosses C und seine Varianten also.
Ein anderes grosses C und seine Varianten das uns seit nunmehr zwei Jahren beschäftigt ist Corona.
Wir haben Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt um uns davor zu schützen.
Wir Erwachsenen sind natürlich geimpft, zweitgeimpft, geboostert, re, contra, Schneider schwarz angesagt, leck auf!, spring durch!. Ist ja klar.
Und als der erste Fall im Kindergarten aufgetreten ist, haben wir unseren Sohn zu Hause gelassen.
So lange bis der Lollitest eingeführt wurde und die Kinder zweimal in der Woche auf Corona getestet wurden.
Als die Omikron Variante kam und die Fallzahlen immer höher stiegen, haben wir ihn wieder zu Hause gelassen.
„Bis nach Karneval" haben wir uns gesagt, wohl wissend, dass die Zeit ohne seine Freunde im Kindergarten auch für ihn sehr belastend ist.
Man kann als Elternteil leider keine richtigen Entscheidungen treffen.
Das denkt man sich immer wenn man als Aussenstehender über Kindererziehung nachdenkt.
Aber tatsächlich ist es so, dass man immer nur zwischen mehreren schlechten Alternativen die heraussuchen kann, die vermeintlich den geringsten Schaden anrichtet.
Langer Rede kurzer Sinn: Trotz all der Sicherheitsvorkehrungen, obwohl wir nicht in Urlaub waren, zwei Jahre lang eigentlich nur zu Hause rumgesessen haben und so gut wie gar keine Freunde gesehen haben (abgesehen von denen im Kindergarten), auf der Arbeit nur mit Maske unterwegs waren und auch sonst alle Hygieneregeln eingehalten haben, hat es uns jetzt erwischt.
Wir haben absolut keine Ahnung wann und wo.
Und zwar die ganze Famile. Unser Sohn hat es mit zwei Tagen Fieber recht locker wegesteckt, wir Erwachsenen müssen da noch durch.
Und soll ich Ihnen etwas verraten?
Es fühlt sich irgendwie an wie eine Befreiung. Wir haben die Omikron Variante oder C# (Si-Sharp), was immer sie wollen. C halt.
Zwei Jahre lang haben wir unser Leben verbogen um diesem Virus auf jeden Fall aus dem Weg zu gehen und jetzt ist es einfach trotzdem da.
Es hat bei uns, so weit wir das erkennen können, glücklicherweise keinen grösseren Schaden angerichtet und wir werden in Quarantäne bleiben, damit das auch für unser Umfeld so bleibt. Aber irgendwie bin ich erleichtert.
Wenn man die ganze Zeit dieses Thema vor Augen hat, dann ist es, obwohl man es eigentlich vermeiden möchte, doch eine Genugtuung zu erfahren, dass es dieses Virus wirklich gibt und man es sich auch einfangen kann.
Irgendwie ist dies jetzt wirklich erst die Bestätigung dass der ganze Aufwand vorher nicht sinnlos war, selbst wenn er jetzt mit der Infizierung ad absurdum geführt wurde.
Ist das nicht seltsam?
Verabschieden wir uns nun also von der Hoffnung dem Virus entgehen zu können und korrigieren unseren vernebelten Blick in so weit, dass es nicht darum geht ob man das Virus bekommt, sondern wann.
In unserem Fall nach drei Impfungen, also mit milden Symptomen (Wobei die mir persönlich völlig ausreichen. Vor allen Dingen die Kopfschmerzen machen mich fertig).
Und für die Kinder die nicht geimpft werden können, hoffen wir dass sie auf Grund ihres Alters keinen schwerwiegenden Verlauf bekommen.
Ich vermute mal dass mehr als die Hälfte der Kinder im Kindergarten bereits das grosse C gehabt hat. Oftmals ohne es überhaupt zu wissen.
Was ich mich persönlich jetzt frage: Wir sind dreifach geimpft und dann bald auch noch genesen.
Zu was macht uns das dann? Das müsste ja einem Kryptonit-Super-Sonder-Wunderschutz gleichkommen.
Ich denke, ich werde mich in Zukunft in der Telefonzelle umziehen müssen um diesem Status gerecht zu werden.
Zumindest so lange es nicht wieder eine neue Variante gibt (also in zwei Wochen oder so...)

Ich, der letzte Idiot

Wir haben wieder ein Paket aus China bekommen. Diesmal ist es nicht erst durch die ganze Welt geschickt worden, sondern tatsächlich auf dem richtigen Wege zugestellt worden.
Bis zu einem gewissen Punkt zumindest, denn wenn der Zoll sieht dass der Wert des Inhalts den Freibetrag für Geschenke übersteigt, wird man angeschrieben: Ja, tatsächlich postalisch, obwohl die Telefonnummer auf dem Paket steht.
In China würde man sich den Aufwand sparen und einfach anrufen. Es wird sogar erwartet dass man solche Dinge per Telefon regelt und dazu seine Nummer mit angibt.
Nicht so in Deutschland (Ich bin ja schon froh dass sie nicht versucht haben die Sachen zu faxen ;-) ).
Man kann die Post, bzw. DHL die Sachen nachverzollen lassen, dazu muss man den beigefügten Schein ausfüllen und die Quittungen vorlegen.
Die Quittungen haben die wenigsten Menschen wenn sie ein Geschenk geschickt bekommen, also muss man sich auf den Weg machen und selber vorstellig werden.
Dann können die Kollegen vom Zoll in das Paket schauen, die Sachen schätzen und man bezahlt die noch offenen Steuern.
Aber natürlich nur mit Termin, schließlich geht Corona um.
Es gibt eine Telefonnummer und eine Email Adresse um einen Termin zu machen.
Die Telefonnummer steht wahrscheinlich nur pro forma dort, denn wenn man dort anruft wird man von der Wartemusik an den nächsten freien Apparat weitergeleitet, es klingelt eine Weile, dann landet man wieder in der Warteschleife mit der Wartemusik.
Zwischendurch wird man von der netten Computerstimme darüber informiert dass das Gespräch gehalten wird.
Und so dreht man sich knapp 15 Minuten im Kreis, bis die Verbindung dann abgebrochen wird.
Mit Telefonen scheinen sie es wirklich nicht zu haben.
Also einen Termin per Email machen. Und siehe da, das klappt dann auch relativ fix.
Da ich nicht zum ersten Mal zum Zoll gehe um ein Paket aus China abzuholen, habe ich bereits alle Informationen gesammelt und mich auf den Weg gemacht.
Eine kurze Zwischeninfo:
In China bekommt man immer und überall Rabatte, wenn man einkaufen geht.
Es gibt Preisnachlass zu bestimmten Zeiten, ähnlich dem Sommer- bzw. Winterschlussverkauf, es gibt Rabatte wenn man einen bestimmten Gesamtbetrag überschreitet, man mehrere Artikel oder manchmal auch bestimmte Kombinationen von Artikeln kauft und es gibt natürlich Tages-Schnäppchen die die Kunden in die Geschäfte locken sollen.
In den wenigsten Fällen zahlt man tatsächlich was auf dem Preisschild steht.
Halten wir das kurz im Hinterkopf.
Ich bin also zum Zollamt gefahren um unser Paket nachzuverzollen, da der Freibetrag geringfügig überschritten war.
Die Preise für die einzelnen Sachen habe ich aus China gesendet bekommen, da auf der Zollerklärung im Lieferschein der Platz nur ausreicht um grob zu beschreiben was sich im inneren des Pakets befindet.
Der Zollbeamte schaut also in das Paket hinein und findet jede Menge Kinderkleidung an der noch das Preisschild aus dem Laden hängt.
Kurz überschlagen ergibt sich eine Summe die die angegebene auf dem Paket leider übersteigt.
Wir erinnern uns, was wir gerade gelernt haben: Die Preise sind absolut richtig, da alles mit Ermäßigung eingekauft wurde.
Ein Umstand der den Zoll natürlich überhaupt nicht interessiert und ich sehe aus wie der letzte Idiot.
Man sollte bei den Zollangaben also nicht zu ehrlich sein und angeben was man bezahlt hat, sondern das was auf den Schildern steht, oder sie besser entsorgen.
Haben wir also wieder etwas gelernt.

It's a trap

Ein Ausspruch der, zum grossen Teil auch dank des Internets, Berühmtheit erlangt hat (zumindest in Nerd-Kreisen).
Admiral Ackbar, ein ausserirdisches Wesen mit einem menschlichen Körper und einem Tintenfischkopf, prägte ihn 1983 in dem Film „Star Wars - Return of the Jedi“ bzw. „Krieg der Strene - Die Rückkehr der Jedi Ritter“ als er beim Angriff der Rebellenflotte auf den Todesstern merkte, dass dieser entgegen der allgemeinen Annahme, weiterhin durch ein Kraftfeld geschützt ist und ausserdem voll funktionisfähig was seine Primärbewaffnung angeht.
„Dumm gelaufen“ könnte man ganz lapidar sagen. Aber wir wissen ja alle, dass es Luke und seinen Freunden später doch noch gelungen ist das Ungetüm zu zerstören.
Und eben jener Ausspruch geisterte auch immer in meinem Kopf herum so lange ich in Beijing gelebt habe.
Kurz zur Erklärung: Ich bin oft in Beijing spazieren gegangen, denn schliesslich bin ich ein neugieriger Mensch und zu Fuss sieht man einfach am meisten.
Vor allen Dingen wenn man mal nicht den grossen Strassen folgt, sondern durch Gassen hindurch über versteckte Plätze schlendert und neue Einblicke gewinnen kann.
Gerade in einer fremden Kultur ist das sehr aufregend und wird auch nach etlichen Jahren die man dort lebt nicht wirklich langweilig.
Aber ganz so einfach ist das alles nicht. Zumindest nicht in Beijing. Vielleicht erinnern sie sich noch an den Artikel [[Das Prinzip der Mauer]] ?
Beijing besteht aus unzähligen kleinen Communities und zusammengefassten Wohn- bzw Gebäudeeinheiten. Und alles ist mit Zäunen und Mauern umgeben.
Es kommt also nicht selten vor, dass man, ohne es zu merken, in eine Sackgasse läuft und man sich in einem ummauerten Gebiet befindet, das man gezungenermassen wieder so verlassen muss wie man es betreten hat.
Das nervt. Die meisten dieser Gebiete sind durch Schranken oder Tore vom sonstigen Strassennetz abgetrennt, aber eben nicht alle.
Und viele die es sind, kann man trotzdem durchwandern, da sie am anderen Ende auch wieder einen Ausgang haben.
Man weiss also nicht auf was man sich gefasst machen muss während einem dieser Streifzüge durch Chinas Hauptstadt.
Und so kommt es immer wieder vor, dass man sich von Zäunen umzingelt sieht, die Bewohner einen mit offenen Mündern oder einem hähmischen Grinsen anstarren und man denkt: „It's a trap“.
Ein Umstand, den ich schon fast vergessen hatte. Es ist mir gerade erst wieder aufgefallen, als ich hier in Deutschland mal spazieren war.
Egal durch welche kleinen Gassen man sich zwängt oder welchen noch so kleinen Schleichweg man einschlägt, man kommt immer wieder irgendwo heraus von wo man seine Reise Problemlos fortsetzen kann.
In den seltensten Fällen landet man in einer Sackgasse und wenn, dann wird es einem in der Regel vorher bereits durch ein Schild angezeigt. Ich fühle mich tatsächlich eine Spur weit freier als die Jahre zuvor.
Wie oft hat mein Weg da in einer Sackgasse geendet... Auch hier könnte man wieder „Dumm gelaufen“ sagen (im wahrsten Wortsinne).
Denn Beijing ähnelt sehr einem Labyrith und man landet immer wieder an einer Wand von der man, nicht selten, eine halbe Ewigkeit braucht um wieder zurück in die Freiheit zu laufen.

Mach mir den Tony

Nachts in Beijings Vororten.
Kinder verhalten sich in einigen Situationen sehr ähnlich.
Somit gehört Haarewaschen bei vielen Jungen nicht gerade zu den beliebtesten Aktionen.
Weiss der Himmel warum, versucht auch unser Sprössling sich mit allen Tricks von dieser ständigen Pflicht zu befreien und so kann man ihn jedes Mal vor dem Baden hören wie er einmal auf Chinesisch "今天不惜头" (jīn tiān bù xǐ tóu) und einmal auf Deutsch "Heute nicht Haarewaschen" fordert, um auch sicher zu gehen dass wir beide es gehört und verstanden haben.
Haare schneiden ist noch ein sehr viel heikleres Thema. Der Sohnemann lässt es zwar über sich ergehen, aber nachdem er eine Minute und 15 Sekunden still gehalten hat, kann man ihn kaum noch unter Kontrolle halten.
Er windet sich hin und her und versucht alle Haarschneidemanöver zu boykottieren.
Entsprechend sieht manchmal auch seine Frisur aus, aber schief ist ja bekanntlich modern.
Aber auch ich selber sah vor Kurzem noch ein wenig wild aus, denn seit dem Corona Ausbruch bis letzte Woche war ich nicht mehr beim Friseur.
Ein Umstand, der auch der Verwandtschaft in China aufgefallen ist beim regelmäßigen hin- und herschicken von Fotos und Videos im Familien-Chat.
So bekam also meine Frau auf chinesisch den gut gemeinten Rat mir den Tony zu machen.
„Mach ihm doch den Tony“ bzw. im Original „给他做个Tony“ (gěi tā zuò gè Tony). Ein Ausspruch den ich nicht kannte und der mich erst einmal hat zweifeln lassen ob der Familien Chat der richtige Ort sei um solche Vorschläge zu posten. :-)
Aber nachdem ich aufgeklärt worden bin ist alles ganz unverfänglich.
Chinesen die in ausländischen Firmen arbeiten oder so ganz einfach ein wenig cool daher kommen wollen, geben sich englische Namen.
Teilweise auch recht skurrile. Das hatten wir ja alles schon im Artikel [[Sag mir Deinen wahren Namen]] behandelt.
Und der Name Tony scheint wohl unter Friseuren sehr beliebt zu sein. Warum auch immer...
Das wusste ich auch noch nicht, sonst hätte ich es im Artikel [[Haarscharf]] bestimmt erwähnt.
So beliebt auf jeden Fall, dass er es in eine umgangssprachliche Phrase geschafft hat.
„Mach ihm doch den Tony“ bedeutet also so viel wie „Sei Du doch sein Friseuer“ und ist eine Aufforderung anstatt zum Friseur zu gehen die Haare selbst zu schneiden.
Das ist bereits des Rätsels Lösung.
Ich habe mich dann aber doch letzte Woche dazu entschieden wieder zum Friseur zu gehen.
Schliesslich muss ich mich ja hin und wieder auf der Arbeit sehen lassen und kann nicht ausschliesslich Home-Office machen.
Was nicht implizieren soll dass ich meiner Frau nicht zutraue meine Haare schneiden zu können. Aber ich denke der Friseur kann es doch ein wenig besser. :-)