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Fliegende Schweine

Eine Laterne in Form eines Schweins, gebastelt aus einer alten Weichspülerflasche.
Gestern war St. Martins Umzug in unserem Viertel und es gab ein grosses Feuer, Glühwein für die Erwachsenen und Bonbons und selbst gebastelte Laternen für die Kinder.
Ich erinnere mich noch an meine ersten St. Martins-Umzüge. Damals hatten die meisten Kinder noch Kerzen in ihren selbst gebastelten Laternen, die durch den Wind und den teils ungeschickten Umgang mit dem schweren Lampenende an einem wackeligen Stab immer kurz davor waren entweder zu erlöschen oder die Papierhülle zu entflammen.
Elektrische Laternen waren natürlich schon bekannt, ich bin ja nicht aus der Steinzeit, aber trotzdem waren sie allen irgendwie suspekt und man hat lieber Kerzen verwendet. Komisch, wenn man von heute zurückschaut.
Mein Sohn kam die Tage völlig aus dem Häuschen und voller Stolz mit seiner im Kindergarten gebastelten Laterne nach Hause.
Aus einer rosa Weichspülerflasche wurde mit einer kleinen Lichterkette, ein wenig rosa Pappe und ein paar Aufklebeaugen ein Schwein mit Flügeln gezaubert.
Und ich muss gestehen, auch ich war aus dem Häuschen, allerdings wohl aus anderen Gründen als mein Sohn.
Das fliegende Schwein war lange Zeit (eigentlich vor meiner Zeit) eines der Logos der Band Pink Floyd und ist mehr oder weniger bekannt.
Es hat direkten Bezug zu den Stücken „Pigs on the wing“, die das Album „Animals“ als erstes und letztes Stück einrahmen.
Das Album, das definitiv zu einem meiner favorisierten Stücken Musik gehört, ist in Anlehnung an George Orwells Roman „Farm der Tiere“ entstanden.
Es handelt, ein wenig von der Vorlage des Buches abgewandelt, von drei Kategorien Menschen, die als Tiere dargestellt werden:
Die Hunde, die die kapitalistischen, teils korrupten Menschen repräsentieren die für Geld auch über Leichen gehen, die Schafe, die die grosse Masse ausmachen und die weder eine Ahnung haben noch interessiert sind und eben die Schweine, die für die „Moralapostel“ stehen, die jeden auf seine Fehler aufmerksam machen und doch selber eigentlich die schlimmsten Verfehlungen begehen.
„If pigs had wings...“ also übersetzt „Wenn Schweine Flügel hätten...“ oder „When pigs fly...“, also „Wenn Schweine fliegen...“ sind auch zwei gern genutzte Aussprüche um anzuzeigen dass etwas niemals passieren wird.
Fliegende Schweine machen also sprichwörtlich das Unmögliche möglich.
Passenderweise ist 2019 im chinesischen Kalender auch das Jahr des Schweins. Und, Sie werden es sicher bereits ahnen, wird das Schwein in China ganz anders wahrgenommen als bei uns.
Abgesehen von den Darstellungen des Schweins bei Pink Floyd oder auch in dem Roman „Farm der Tiere“ hat das Schwein, mit Ausnahme des Glücksschweins, fast immer eine negative Bedeutung. Vor allen Dingen im täglichen Sprachgebrauch.
Dreckig und faul sind die Attribute die man mit ihm verbindet.
Ganz anders in China. Ein Schwein gilt als ein glückliches Lebewesen und Menschen die unter diesem Tierkreiszeichen geboren sind, gelten als freundlich, warmherzig und positiv.
Man sagt ihnen Gastfreundschaft nach und ist der Meinung sie seien keine Kostverächter.
In dem Artikel Drachen, Löwen, Drachenlöwen und anderes Getier hatten wir unter anderm Mischwesen besprochen, die aus einem Teil Drachen und aus einem anderen Teil Tier (Kuh, Wolf, Ziege, Hund, Löwe, Schlange, Fisch, Schildkröte oder Tiger) bestehen.
Leider kein Schwein. Das wäre eine schöne Rückleitung zu unserem Anfangsthema, den fliegenden Schweinen geworden. Aber leider müssen etwas anderes finden um diesen Artikel rund zu machen:
Bleibt uns also nur, auf das Maifest der fliegenden Schweine der Stadt 长沙 (cháng shā) zu spechen zu kommen.
Schweine, die von einer Rampe ins Wasser gestossen werden um dann einen Schwimmwettbewerb zu gewinnen. Und man kann wohl auch Wetten abgeben.
Für Tierschützer sicher wieder ein guter Grund aufzuschreien, aber es passt stimmungsmässig ja ganz gut zu den vorangegangenen Themen. Ist heute alles etwas dunkel, ganz im Gegensatz zu unserem Umzug, der wirklich herzerwärmend schön war.

Spät kommt Ihr – Doch Ihr kommt!

Dieser Satz geistert mir immer im Kopf herum, wenn ich in Deutschland an der Bahnhaltestelle stehe und die Bahn wieder einmal Verspätung hat.
Ursprünglich sagte Freiherr Christian von Illow diesen Satz zu Johann Ludwig Hektor Graf von Isolani in Schillers Dramen-Trilogie „Wallenstein“, die an historischen Ereignissen angelehnt ist und sich den Niedergang des berühmten Feldherrn Albrecht Wenzel Eusebius von Waldstein (besser bekannt als Wallenstein) zum Thema gemacht hat.
Da ich jahrelang in Beijing gelebt habe, bin ich es gewohnt, dass Bahnen pünktlich fahren.
Man könnte zwar meinen, da der Verkehr in China sehr an ein Laissez-faire-Projekt erinnert, dass auch Fahrpläne nicht pünktlich eingehalten würden. Aber weit gefehlt.
Die Ernsthaftigkeit, die man auf der Arbeit, im Strassenverkehr und an vielen anderen Stellen in China vermisst, ist beim Einhalten der Fahrpläne allgegenwärtig.
Und das steht im krassen Gegensatz zu Deutschland, wo man eigentlich pünktliche Züge und Bahnen erwarten würde. Aber dieses Vorurteil bestätigt sich tatsächlich nicht.
Wieder zurück in der Heimat, auf dem allmorgendlichen Weg zur Arbeit kommt man schnell mal der Verzweiflung nahe.
Eine Strassenbahn, die von der aller ersten bis zur zweiten Haltestelle ihrer Strecke bereits eine Verspätung von über 30 Minuten hat und das jeden Tag?
Vielleicht ist es ein typisches Phänomen in Köln. Aber wenn ich die Kollegen an anderen deutschen Standorten erzählen höre oder einfach nur den Fahrplan der deutschen Bahn mit den tatsächlichen Abfahrtzeiten vergleiche, dann glaube ich dass dieses Problem doch ein grösseres ist. Da läuft etwas gewaltig schief.
Aber abgesehen davon fallen mir darüber hinaus auch noch viele andere kleine aber feine Unterschiede bei der Benutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln auf. Positiv, wie negativ:
Erst einmal merkt man sofort, dass die deutsche Gesellschaft aus vergleichsweise vielen alten Menschen besteht, alleine schon wenn man sich die Geschwindigkeit der Rolltreppen anschaut. Daran muss man sich erst mal wieder gewöhnen.
Aber auch eine schöne Sache kann ich immer wieder beobachten: Bevor man in die Bahn oder den Bus einsteigt, lässt man in Deutschland erst einmal alle anderen aussteigen. Ausnahmen bestätigen hier wie immer die Regel, denn im groben und ganzen ist es tatsächlich so.
Ganz anders in China. So bald die Türen aufgehen wird gedrängelt. Dabei blockiert man nicht nur die Aussteigenden, sondern nimmt auch überhaupt keine Rücksicht auf die Leute, die vor einem gewartet haben und versucht sich auch an diesen vorbeizudrücken.
Diese wiederum versuchen das zu verhindern und drängeln ihrerseits, was das ganze schnell in ein ungeordnetes Minichaos ausarten lässt.
Allerdings beschwert sich in dieser Situation kaum jemand (hatten wir alles im Artikel Mein Papa kann... behandelt). Dieses Verhalten würde in Deutschland sofort eine hitzige Diskussion, manchmal sogar aggressiveres Verhalten hervorrufen.
Aber eine Sache im deutschen Nahverkehr, die sich mir absolut nicht erschliessen will, ist folgende: Warum muss man sein gottverdammtes Fahrrad mit in die Bahn nehmen?
Das würde in China niemand machen und auch ich verstehe es einfach nicht. Ein Fortbewegungsmittel in einem Fortbewegungsmittel. Warum sollte man so etwas tun? Man nimmt Rollstuhlfahrern oder Leuten mit Kinderwagen den Platz weg und macht sich dazu noch zum Ärgernis für alle anderen Fahrgäste die, teils mit Taschen bepackt, vorsichtig im ruckelden Zug um einen herum manövrieren müssen.

Was machst Du am Wochenende?

„Der Laubbläser ist das perfekte Symbol für unsere Zeit: Er verlagert ein Problem von einem Ort zum anderen ohne es zu lösen, verbraucht dafür wertvolle Energie und macht eine Menge Lärm“ (Quelle unbekannt).
Mal ganz abgesehen von all den Umweltthemen auf die man dieses Beispiel beziehen könnte, will ich es einfach ganz profan für diesen Artikel verschwenden.
Denn genau so einem immensen Aufwand, der eigentlich völlig unnötig ist, muss man neuerdings auch für einen Antrag auf ein China Visum betreiben.
Ich muss ja noch einmal kurz zurück nach China um die Wohnung in Beijing aufzulösen und meine Frau und meinen Sohn nach Deutschland zu holen. Da mein Arbeitsvisum nicht mehr gültig ist, brauche ich also ein neues.
Seit dem 10. Mai 2019 hat sich das Visum Verfahren geändert. Es muss jetzt alles online eingegeben werden und es werden wesentlich mehr Informationen abgefragt.
Waren es früher zwei A4 Seiten, auf denen man Name, Adresse und Grund der Reise angeben musste, sind es heute alleine 10 Kategorien durch die man sich arbeiten muss.
Adressen und Geburtsdaten aller Familienmitglieder und deren Berufe müssen angegeben werden.
„Spouse“ ist der Ehepartner, ich habe extra noch mal im Wörterbuch nachgeschaut, denn man kann in der Eingabemaske etliche zusätzliche „Spouse“ hinzufügen. Interessant.
Ob man schon einmal in China war und wenn ja, detailliert wo und zu welchem Zweck.
In meinem Fall kommen natürlich noch die ganzen alten Visa und Meldebescheinigungen hinzu von denen man erst einmal die Nummern wieder raussuchen muss.
Am besten hat mir die Stelle gefallen, wo die Adressen und Telefonnummern der letzten Arbeitgeber abgefragt werden. Telefonnummer der Firma und Telefonnummer des Vorgesetzten.
Ha, ha. Die Vorgesetzten gibt es meist nicht mehr, manchmal nicht mal mehr die Firma.
Und von wann bis wann hat man dort gearbeitet? Das weiss auch nur noch mein Lebenslauf, den ich wieder hervorkramen musste.
Waren sie jemals beim Militär? Ja, auch wenn man den Grundwehrdienst eher als Kampftrinkertraining bezeichnen könnte.
„Waren Sie jemals Mitglied einer paramilitärischen Vereinigung?“... Bitte was? ...nicht im Ernst, oder?
Erinnert mich irgendwie an das Formular das man ausfüllen muss zur Einreise in die USA, in dem angeblich die Frage nach einem terroristischen Vorhaben gestellt wird.
„Waren Sie jemals in einem Gebiet in dem eine Epedemie ausgebrochen ist?“ Gut, die Frage ist schnell beantwortet: „Nein“.
Aber für andere muss man teilweise tief in seinen Unterlagen graben: „welche anderen Länder haben Sie in den letzten Jahren besucht, zu welchem Zweck und wann?“. Es freut mich ja schon, dass sie nicht auch noch die Hotelbuchungen sehen wollen.
Alles in allem eine Menge Recherche und Arbeit wenn man mal schnell nach China möchte.
Zumindest arbeitet niemand in der Familie für die Regierung, beim Militär oder die Presse. Denn für diese Kategorien gibt es extra ein Auswahlfeld im Online Formular, was bedeutet, dass diese wohl von besonderem Interesse sein könnten.
Einen Antrag für ein China Visum macht man also nicht mehr mal eben beim Frühstück, dafür muss man sich fast schon ein Wochenende reservieren.
Kleiner Tipp: Suchen sie sich ein Reisebüro in Deutschland (vorzugsweise eines das den Hauptsitz in China hat) und lassen sie das Visum über deren Visa Service beantragen.
Die Mitarbeiter kontrollieren noch einmal Ihre Eingaben und sollte etwas fehlen, weisen sie Sie darauf hin.
Dann müssen Sie auch keinen Termin machen und selber hinfahren, das übernimmt alles das Reisebüro für Sie.
Sie schicken lediglich Ihren Reisepass dort hin und warten (die schnellere Abwicklung gegen Aufpreis gibt es für Touristenvisa übrigens auch nicht mehr).

Radikal zurück zu den Wurzeln

Das Radikal bezeichnet nicht nur ein Grundzeichen zur Bildung chinesischer Schriftzeichen, sondern auch das Ergebnis des mathematischen Wurzelziehens.
Dieses ist die Umkehrfunktion des Potenzierens (4 hoch 2 gleich 16 und umgekehrt Wurzel aus 16 gleich 4). Sozusagen Hin- und Rückrechnung.
Ein Thema, das mich rückblickend an „Auswandern“ und Zurückkommen erinnert und „zurück zu den Wurzeln“ passt ja in diesem Zusammenhang auch ganz gut.
Die Zeit in China ist nun zu Ende und ich versuche mein neues, altes Leben in Deutschland wieder aufzubauen.
Da bin ich nun also wieder. Mit nicht viel mehr als einem Koffer und einer Menge Aufgaben.
Meine Frau und meinen Sohn will ich nächsten Monat nachholen und bis dahin eine Wohnung gefunden haben.
Also Wohnungssuche neben dem ganzen Papierkram, der ansteht und dem einarbeiten auf der neuen Arbeitsstelle, wo sich seit geraumer Zeit Anfragen gesammelt haben, die jetzt alle abgearbeitet werden müssen.
Ich bin letztes Wochenende geflogen, habe also lediglich einen Tag gehabt um den Koffer abzustellen und etwas auszuruhen um dann diese Woche pünktlich am Montagmorgen am neuen Arbeitsplatz anzufangen.
Wenn es für „ausgepowert“ eine sinnvolle Kom­pa­ra­ti­on gäbe, wäre jetzt der Zeitpunkt sie zu gebrauchen.
Es ist schön wieder zurück zu sein, allerdings auch etwas komisch, wenn man so lange Zeit im Ausland gelebt hat.
Was mir jeden Tag wieder auf’s neue auffällt, ist der gigantisch grosse Himmel. Den gab es in Beijing so nicht.
Kein Wunder, wenn auch in den Vororten noch Gruppen von Hochhaustürmen die Strassen zu beiden Seiten flankieren.
Groß ist er, blau und wirkt so sauber, dass man meinen könnte mit jedem Atemzug die viel zu lange strapazierte Lunge von den Schwebeteilchen der letzten Jahre reinigen zu können.
Die Leute sind direkt und unfreundlich, ganz im Gegensatz zu China, wo sie nett und linkisch sind.
Ich ertappe mich immer wieder dabei Dinge falsch zu formulieren, da ich oft nicht in Deutsch denke.
So wird aus „halb sieben“ schon mal „halb sechs“, in Anlehnung ans englische „half past six“.
Wenn man eine gewisse Zeit lang kaum Deutsch gesprochen hat, macht sich das erschreckenderweise tatsächlich bemerkbar.
Ich habe insgesamt fast 6 Jahre in Beijing gelebt (mit Unterbrechung) und es gibt bereits kleinere linguistische Unsicherheiten von Zeit zu Zeit. Das Gehirn hat sich angepasst.
Ich staune, wie toll ein gutes Sauerteigbrot schmeckt und liebe die kurzen Wege.
Von den aller äussersten Aussenbezirken kommt man mit der Bahn, obwohl diese gemütlich vor sich hin bummelt, in weniger als 30 Minuten in die Innenstadt.
Die Menschentrauben die mich täglich umgeben haben, gibt es hier nicht mehr. Und leider auch die preiswerten Restaurants nicht.
Im Gegensatz zu den Kurztrips, die ich hin und wieder nach Deutschland gemacht habe, ist nun die Wahrnehmung eine andere.
Plötzlich haben alle Dinge wieder einen stärkeren Bezug zu einem selbst. Etwas, das man vorher immer nicht so wahrgenommen hat, da der Fokus auf China und dem Heim dort gelegen hat.
Plötzlich ist man nicht mehr nur Gast, sondern wieder Teil von „Wieauchimmermandasnennenwill“.
Und es fühlt sich seltsam an. Irgendwie entfernt vertraut und seltsam.
Und somit stellt sich die Frage: Soll dieser Blog hier enden oder nicht?
Nun, ursprünglich war es tatsächlich geplant ihn enden zu lassen, wenn ich nicht mehr in China lebe.
Allerdings habe ich jetzt, da ich mit einer Chinesin verheiratet bin, auch weiterhin Beziehungen zu diesem Land und es werden sich mit Sicherheit immer wieder ein paar schöne Geschichten erzählen lassen.
Ich denke, ich werde einfach schauen wie es sich entwickelt. Im Moment habe ich noch einiges an Stoff vorbereitet.
Vorerst bleibt dieser Blog also aktiv.

Napalm Death und Mickey Mouse

Man hat irgendwie immer ein idealisiertes Bild von sich selbst im Kopf und viele Dinge, die man einmal war oder konnte meint man auch heute noch zu sein oder zu können.
In meinem Kopf bin ich zum Beispiel immer davon ausgegangen, dass ich mich noch einigermaßen auf einem Skateboard halten könnte.
Aber, wie sich leider herausgestellt hat, ist das nicht wie das sprichwörtliche Fahrradfahren.
So etwas verlernt man dann leider doch. Das musste ich erst kürzlich erfahren, als ich mich mal wieder auf eines gestellt habe.
Man könnte jetzt sagen, dass die Lenkung zu weich eingestellt war und man das entsprechende Board nicht gewöhnt ist, man kann aber auch der hässlichen Wahrheit einfach ins Gesicht schauen: Die Zeiten, als ich mit dem Skateboard auf dem Museumsvorplatz die Stufen rauf und runter gesprungen bin liegen über 30 Jahre zurück. Ich bin im Bezug auf Dinge wie Skateboard-fahren jetzt alt und unsportlich (was eigentlich nur eine schönere Umschreibung für „fett“ ist).
Ja, früher... Da war vieles anders. Und einiges auch sehr kompliziert...
Ich meine zur Zeit der jugendlichen Selbstfindungsphase. Damals hat man bereits versucht einen richtigen Weg für sich zu finden und zu bestimmen in welche Richtung man eigentlich gehen will.
Viele der Wege, die auch hin und wieder mal Irrwege waren, hat man in erheblichen Maße über die Kleidung signalisiert. Man wollte mit der passenden Ausstattung dazugehören bzw. sich abgrenzen.
Vieles hierbei ist in westlichen Kulturen damals bereits von findigen Unternehmen ausgenutzt worden.
Somit muss man unbedingt Markenklamotten haben und zwar genau passend für die jeweilige kleine Nische, in der man glaubt dazuzugehören.
Weite Hosen und T-Shirts von angesagten Skateboard-Marken zum Beispiel, bis man dann merkt, dass die hiesige Skateboard-Szene musikalisch einem ganz anderen Trend folgt, als man es selber tut.
Es besteht also wieder Bedarf etwas zu ändern, schliesslich trägt man in dieser Phase seines Daseins seine Seele im Gesicht, jeder soll sie sehen.
Irgendwann dann kommt auch einmal die bewusste Entscheidung gegen Markenklamotten und man kauft sich einen alten, abgetragenen Mantel aus dem „Kaufhaus Kilo“, einem kleinen Laden, in dem man Second-Hand Kleidung per Gewicht kaufen konnte.
Wichtig ist auf jeden Fall, sich abzusetzen von der Masse. Im Nachhinein fragt man sich: Welche Masse überhaupt?
So ziemlich alle Schülerinnen und Schüler zu dieser Zeit haben versucht sich von dieser ominösen Masse abzuheben und haben sie damit eigentlich erst entstehen lassen, diese Masse. Aber so ist das nun mal. Zumindest bei uns im Westen.
Ich habe immer wieder versucht herauszubekommen, ob es ein vergleichbares Phänomen in China auch gibt, aber das scheint, in dieser Form so tatsächlich nicht der Fall zu sein.
Natürlich werden derartige Verhaltensweisen auch in China kopiert, so wie sie in Deutschland von Amerika kopiert wurden. Aber es ist eben doch alles irgendwie anders.
Vermutlich, da sich die Jugendkulturen, so wie wir sie kennen, im Reich der Mitte nie entwickelt haben.
Somit ist ein T-Shirt von Napalm Death ebenso ein normales Kleidungsstück und unterscheidet sich in keinster Weise von der Mickey-Mouse-Kapuzenjacke mit den Mausohren.
Ähnliche Kombinationen findet man tatsächlich immer wieder auf Chinas Strassen (Vorausgesetzt die Schülerinnen und Schüler tragen nicht gerade ihre Schuluniform).
Auch so grenzt man sich in China nicht durch Subgenres voneinander ab, sondern entweder ganz konkret durch den Versuch schulisch oder anders besser zu sein indem man ein Instrument spielt, andere Sprachen spricht etc. oder eben durch teure Kleidung und Accessoires. Dabei wird dann bunt Punk mit Pop und Hip-Hop mit Gothik gemischt.
Ich könnte mir auch vorstellen, dass neben der fehlenden Zeit, die man benötigen würde um einer jugendlichen Subkultur zu folgen, die Jugendlichen sich auch so nicht direkt im Schulalltag voneinander absetzen müssen, da sie bereits, abhängig von den finanziellen Mitteln der Eltern, eh schon voneinander getrennt sind und auf unterschiedliche Schulen gehen.
Denn eine gute Ausbildung bedeutet in China in der Regel auch, dass man sie sich leisten können muss.
Nicht alle sozialen Schichten begegnen sich auf Augenhöhe. Die Abgrenzung der aufstrebenden Mittelschicht von einfachen Handwerkern, Händlern oder Servicekräften ist unübersehbar. Darauf achten bereits die Eltern. Lediglich beruflich verkehrt man miteinander.
Die Schüler befinden sich also bereits in einer abgegrenzten Gruppe, in die sie vermeintlich hineingehören.
Um sich hier abzuheben benötigt man keine spezielle Musik oder ähnliches, sondern Intelligenz, gute Noten oder eben reiche Eltern, um sich auch hier noch etwas besser als die anderen fühlen zu können.
Kleidung spielt natürlich auch hier eine Rolle, drückt aber weniger eine Einstellung aus, ist kein Indiz für eine bestimmte Strömung, sondern sie spiegelt einfach auf Grund der Marken lediglich finanzielle Unabhängigkeit wider.
Ob das jetzt gut, oder schlecht ist, kann ich gar nicht beurteilen. Auf der einen Seite denke ich, dass ich viel Zeit, die ich mit solchen Dingen verschwendet habe besser hätte nutzen können.
Auf der anderen Seite ist natürlich nicht die komplette Zeit verwendet, da man aus unterschiedlichen Wegen, die man einschlagen konnte natürlich auch mit unterschiedlichen Erfahrungen wiedergekommen ist und ich glaube, dass ein zu sehr vordefinierter Weg mir persönlich wahrscheinlich zu langweilig gewesen wäre. So etwas kann man im nach hinein allerdings nur mutmaßen.
Wie auch immer: Die Kulturen gehen gerade hier extrem weit auseinander und es ist sehr schwierig in einem Gespräch mit Chinesen auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen, wenn man sich über die Dinge unterhält, die man in seiner Jugend gemacht hat (und das liegt jetzt nicht bloss an meinem seltsamen Lebensweg, den ich beschritten habe).
Es ist weder besser noch schlechter. Manchmal beneide ich die Chinesen für die Geradlinigkeit in ihrer Jugend und denke an all meine verpassten Chancen, die ich auf Grund von irgendwelchen Spinnereien, die mir zu der Zeit gerade wichtiger waren, nicht wahrgenommen habe. Aber dann denke ich auch an all das was ich dadurch gelernt habe und vor allen Dingen den Spass den ich dabei gehabt habe.
Es ist wahrscheinlich so wie immer, wenn man diese Dinge versucht miteinander zu vergleichen: Man kann, egal wie sehr man sich auch anstrengen mag, es nur aus seiner eigenen, bescheidenen Perspektive betrachten.
Nun, halten wir einfach fest: Die Erfahrungen, die man in frühen Zeiten gemacht hat und die einen geprägt haben, sind selbstverständlich abhängig von dem Umfeld, in dem man sich befindet. Das vergisst man immer leicht und wundert sich dann, wenn andere Menschen diese oder jene Ansicht nicht teilen.
Und gerade in unterschiedlichen Kulturen weichen diese Dinge teils stark voneinander ab.
Und doch schaffen es Teenager, hier wie dort, zu ganz normalen Erwachsenen heranzuwachsen (mehr oder weniger), die es dann auch tatsächlich schaffen, einen gemeinsamen Konsens zu finden. Ist das nicht seltsam?
Man kann also durchaus durch unterschiedliche Erfahrungen zu den gleichen Erkenntnissen kommen und das sogar in unterschiedlichen Kulturen.
道篇 道德经 第一章 道可道,非常道。名可名,非常名。 无名天地之始;有名万物之母。 故常无欲以观其妙;常有欲以观其徼。 此两者同出而异名,同谓之玄,玄之又玄,众妙之门。 第二章 天下皆知美之为美,斯恶已;皆知善之为善,斯不善已。 故有无相生,难易相成,长短相形,高下相倾,音声相和,前后相随。 是以圣人处无为之事,行不言之教。 万物作焉而不辞,生而不有,为而不恃,功成而弗居。夫唯弗居,是以不去。 第三章 不尚贤,使民不争。 不贵难得之货,使民不为盗。 不见可欲,使民心不乱。 是以圣人之治, 虚其心,实其腹;弱其志,强其骨。 常使民无知无欲,使夫知者不敢为也。 为无为,则无不治。 第四章 道冲而用之,或不盈。 渊兮似万物之宗。 挫其锐,解其纷,和其光,同其尘。 湛兮似或存。 吾不知谁之子,象帝之先。 第五章 天地不仁,以万物为刍狗。 圣人不仁,以百姓为刍狗。 天地之间,其犹橐龠乎? 虚而不屈,动而愈出。 多言数穷,不如守中。 第六章 谷神不死,是谓玄牝。 玄牝之门,是谓天地根。 绵绵若存,用之不勤。 第七章 天长地久。 天地所以能长且久者,以其不自生,故能长生。 是以圣人后其身而身先,外其身而身存。 非以其无私邪故能成其私。 第八章 上善若水。 水善利万物而不争,处众人之所恶,故几于道。 居善地,心善渊,与善仁,言善信,政善治,事善能,动善时。 夫唯不争,故无尤。 第九章 持而盈之,不如其已;揣而锐之,不可长保。 金玉满堂,莫之能守;富贵而骄,自遗其咎。 功成名遂身退,天之道。 第十章 载营魄抱一,能无离乎? 专气致柔,能婴儿乎? 涤除玄览,能无疵乎? 爱民治国,能无为乎? 天门开阖,能为雌乎? 明白四达,能无知乎? 生之,畜之,生而不有,为而不恃,长而不宰,是谓玄德。 第十一章 三十辐共一毂,当其无,有车之用。 埏埴以为器,当其无,有器之用。 凿户牖以为室,当其无,有室之用。 故有之以为利,无之以为用。 第十二章 五色令人目盲;五音令人耳聋;五味令人口爽;驰骋畋猎,令人心发狂;难得之货,令人行妨。 是以圣人为腹不为目,故去彼取此。 第十三章 宠辱若惊,贵大患若身。 何谓宠辱若惊?宠为下,得之若惊,失之若惊,是谓宠辱若惊。 何谓贵大患若身?吾所以有大患者,为吾有身,及吾无身,吾有何患? 故贵以身为天下,若可寄天下。 爱以身为天下,若可托天下。 第十四章 视之不见,名曰夷;听之不闻,名曰希;搏之不得,名曰微。 此三者,不可致诘,故混而为一。 其上不皦,其下不昧。 绳绳不可名,复归于无物。 是谓无状之状,无物之象,是谓惚恍。 迎之不见其首,随之不见其后。 执古之道,以御今之有。 能知古始,是谓道纪。 第十五章 古之善为士者,微妙玄通,深不可识。 夫唯不可识,故强为之容: 豫兮若冬涉川;犹兮若畏四邻;俨兮其若客;涣兮若冰之将释;敦兮其若朴;旷兮其若谷;浑兮其若浊。 孰能浊以静之徐清?孰能安以久动之徐生? 保此道者不欲盈。 夫唯不盈,故能蔽不新成。 第十六章 致虚极,守静笃。 万物并作,吾以观其复。 夫物芸芸,各复归其根。 归根曰静,静曰复命。 复命曰常,知常曰明。 不知常,妄作凶。 知常容,容乃公,公乃王,王乃天,天乃道,道乃久,殁身不殆。 第十七章 太上,下知有之;其次,亲之誉之;其次,畏之;其次,侮之。 信不足焉,有不信焉。 犹兮其贵言。 功成事遂,百姓皆谓:我自然。 第十八章 大道废,有仁义; 智慧出,有大伪; 六亲不和,有孝慈; 国家昏乱,有忠臣。 第十九章 绝圣弃智,民利百倍; 绝仁弃义,民复孝慈; 绝巧弃利,盗贼无有。 此三者以为文不足。 故令有所属:见素抱朴,少私寡欲,绝学无忧。 第二十章 唯之与阿,相去几何? 善之与恶 ,相去若何? 人之所畏,不可不畏。 荒兮,其未央哉! 众人熙熙,如享太牢,如春登台。 我独泊兮,其未兆,如婴儿之未孩。 乘乘兮,若无所归。 众人皆有余,而我独若遗。 我愚人之心也哉,沌沌兮! 俗人昭昭,我独昏昏;俗人察察,我独闷闷。 澹兮其若海,飂兮若无止。 众人皆有以,而我独顽似鄙。 我独异于人,而贵求食于母。 第二十一章 孔德之容,惟道是从。道之为物,惟恍惟惚。 惚兮恍兮,其中有象;恍兮惚兮,其中有物;窈兮冥兮,其中有精。 其精甚真,其中有信。 自古及今,其名不去,以阅众甫。 吾何以知众甫之状哉?以此。 第二十二章 曲则全,枉则直,洼则盈,敝则新,少则得,多则惑。 是以圣人抱一为天下式。 不自见,故明;不自是,故彰;不自伐,故有功;不自矜,故长。 夫唯不争,故天下莫能与之争。 古之所谓曲则全者,岂虚言哉?诚全而归之。 第二十三章 希言自然。 故飘风不终朝,骤雨不终日。 孰为此者?天地。 天地尚不能久,而况于人乎? 故从事于道者,道者同于道;德者,同于德;失者,同于失。 同于道者,道亦乐得之;同于德者,德亦乐得之;同于失者,失亦乐得之; 信不足焉,有不信焉。 第二十四章 跂者不立,跨者不行。 自见者不明;自是者不彰;自伐者无功;自矜者不长。 其在道也,曰余食赘形。 物或恶之,故有道者不处。 第二十五章 有物混成,先天地生。 寂兮寥兮,独立而不改,周行而不殆,可以为天下母。 吾不知其名,字之曰道,强为之名曰大。 大曰逝,逝曰远,远曰反。 故道大,天大,地大,王亦大。 域中有四大,而王居其一焉。 人法地,地法天,天法道,道法自然。 第二十六章 重为轻根,静为躁君。 是以圣人终日行不离辎重,虽有荣观,燕处超然。 奈何万乘之主,而以身轻天下? 轻则失根,躁则失君。 第二十七章 善行无辙迹; 善言无瑕谪; 善数不用筹策; 善闭无关楗而不可开; 善结无绳约而不可解。 是以圣人常善救人,故无弃人;常善救物,故无弃物。 是谓袭明。 故善人者,不善人之师;不善人者,善人之资。 不贵其师,不爱其资,虽智大迷,是谓要妙。 第二十八章 知其雄,守其雌,为天下谿。 为天下谿,常德不离,复归于婴儿。 知其白,守其黑,为天下式。 为天下式,常德不忒,复归於无极。 知其荣,守其辱,为天下谷。 为天下谷,常德乃足,复归于朴。 朴散则为器,圣人用之,则为官长。 故大制不割。 第二十九章 将欲取天下而为之,吾见其不得已。 天下神器,不可为也。 为者败之,执者失之。 故物或行或随;或嘘或吹;或强或羸;或载或隳。 是以圣人去甚,去奢,去泰。 第三十章 以道佐人主者,不以兵强天下,其事好还。 师之所处,荆棘生焉。 大军之后,必有凶年。 故善者果而已,不敢以取强。 果而勿矜,果而勿伐,果而勿骄,果而不得已,果而勿强。 物壮则老,是谓不道,不道早已。 第三十一章 夫兵者,不祥之器,物或恶之,故有道者不处。 君子居则贵左,用兵则贵右。 兵者,不祥之器,非君子之器,不得已而用之,恬淡为上。 胜而不美,而美之者,是乐杀人。 夫乐杀人者,不可得志于天下矣。 吉事尚左,凶事尚右。 偏将军居左,上将军居右。 言居上势则以丧礼处之。 杀人众多,以悲哀泣之。 战胜,以丧礼处之。 第三十二章 道常无名,朴虽小,天下不敢臣。 侯王若能守,万物将自宾。 天地相合,以降甘露,人莫之令而自均。 始制有名,名亦既有,夫亦将知止,知止可以不殆。 譬道之在天下,犹川谷之于江海。 第三十三章 知人者智,自知者明。 胜人者有力,自胜者强。 知足者富,强行者有志, 不失其所者久,死而不亡者寿。 第三十四章 大道泛兮,其可左右。 万物恃之以生而不辞,功成不名有。 衣养万物而不为主,常无欲,可名于小; 万物归焉而不为主,可名为大。 是以圣人终不自为大,故能成其大。 第三十五章 执大象,天下往。往而不害,安平泰。 乐与饵,过客止。 道之出口,淡乎其无味,视之不足见,听之不足闻,用之不可既。 第三十六章 将欲歙之,必固张之;将欲弱之,必固强之;将欲废之,必固兴之;将欲夺之,必固与之。 是谓微明。 柔弱胜刚强。 鱼不可脱于渊,国之利器不可以示人。 第三十七章 道常无为而无不为。 侯王若能守之,万物将自化。 化而欲作,吾将镇之以无名之朴。 无名之朴,夫亦将不欲。 不欲以静,天下将自定。 德篇 第三十八章 上德不德,是以有德;下德不失德,是以无德。 上德无为而无以为;下德为之而有以为。 上仁为之而无以为。 上义为之而有以为。 上礼为之而莫之应,则攘臂而扔之。 故失道而后德,失德而后仁,失仁而后义,失义而后礼。 夫礼者,忠信之薄,而乱之首。 前识者,道之华,而愚之始。 是以大丈夫处其厚,不居其薄;处其实,不居其华。 故去彼取此。 第三十九章 昔之得一者: 天得一以清;地得一以宁;神得一以灵;谷得一以盈;万物得一以生;侯王得一以为天下贞。 其致之一也。 天无以清将恐裂; 地无以宁将恐废; 神无以灵将恐歇; 谷无以盈将恐竭; 万物无以生将恐灭; 侯王无以贵高将恐蹶。 故贵以贱为本,高以下为基。 是以侯王自谓孤、寡、不榖。 此其以贱为本耶,非乎?故致数舆无舆。 不欲琭琭如玉,珞珞如石。 第四十章 反者道之动,弱者道之用。 天下万物生于有,有生于无。 第四十一章 上士闻道,勤而行之;中士闻道,若存若亡;下士闻道,大笑之。 不笑不足以为道。 故建言有之: 明道若昧;进道若退;夷道若纇。 上德若谷;大白若辱;广德若不足;建德若偷;质真若渝。 大方无隅;大器晚成;大音希声;大象无形;道隐无名。 夫唯道,善贷且成。 第四十二章 道生一,一生二,二生三,三生万物。 万物负阴而抱阳,冲气以为和。 人之所恶,唯孤、寡、不榖,而王公以为称。 故物或损之而益,或益之而损。 人之所教,我亦教之。 强梁者不得其死,吾将以为教父。 第四十三章 天下之至柔,驰骋天下之至坚。 无有入无间,吾是以知无为之有益。 不言之教,无为之益,天下希及之。 第四十四章 名与身孰亲? 身与货孰多? 得与亡孰病? 是故甚爱必大费;多藏必厚亡。 知足不辱,知止不殆,可以长久。 第四十五章 大成若缺,其用不弊。 大盈若冲,其用不穷。 大直若屈,大巧若拙,大辩若讷。 躁胜寒,静胜热。 清静为天下正。 第四十六章 天下有道,却走马以粪;天下无道,戎马生于郊。 罪莫大于可欲;祸莫大于不知足;咎莫大于欲得。 故知足之足,常足矣。 第四十七章 不出户,知天下;不窥牖,见天道。 其出弥远,其知弥少。 是以圣人不行而知,不见而名,不为而成。 第四十八章 为学日益,为道日损。 损之又损,以至于无为,无为而无不为。 取天下常以无事,及其有事,不足以取天下。 第四十九章 圣人无常心,以百姓心为心。 善者吾善之,不善者吾亦善之,德善。 信者吾信之,不信者吾亦信之,德信。 圣人之在天下,惵惵为天下浑其心,百姓皆注其耳目,圣人皆孩之。 第五十章 出生入死。 生之徒十有三;死之徒十有三;人之生动之死地,亦十有三。 夫何故?以其生生之厚。 盖闻善摄生者,陆行不遇兕虎,入军不被甲兵。 兕无所投其角,虎无所措其爪,兵无所容其刃。 夫何故?以其无死地。 第五十一章 道生之,德蓄(畜)之,物形之,势成之,是以万物莫不尊道而贵德。 道之尊,德之贵,夫莫之命而常自然。 故道生之,德畜之。长之育之,成之熟之,养之覆之。 生而不有,为而不恃,长而不宰,是谓玄德。 第五十二章 天下有始,以为天下母。 既得其母,以知其子;既知其子,复守其母,没身不殆。 塞其兑,闭其门,终身不勤;开其兑,济其事,终身不救。 见小曰明,守柔曰强。 用其光,复归其明,无遗身殃,是谓袭常。 第五十三章 使我介然有知,行于大道,唯施是畏。 大道甚夷,而民好径。 朝甚除,田甚芜,仓甚虚;服文彩,带利剑,厌饮食,财货有余。 是为盗夸,非道也哉﹗ 第五十四章 善建者不拔,善抱者不脱,子孙祭祀不辍。 修之于身,其德乃真; 修之于家,其德乃余; 修之于乡,其德乃长; 修之于国,其德乃丰; 修之于天下,其德乃普。 故以身观身,以家观家,以乡观乡,以国观国,以天下观天下。 吾何以知天下然哉?以此。 第五十五章 含德之厚,比于赤子。 毒虫不螫,猛兽不据,攫鸟不搏。 骨弱筋柔而握固,未知牝牡之合而朘作,精之至也。 终日号而不嗄,和之至也。 知和曰常,知常曰明。 益生曰祥,心使气曰强。 物壮则老,谓之不道,不道早已。 第五十六章 知者不言,言者不知。 塞其兑,闭其门。 挫其锐,解其纷,和其光,同其尘,是谓玄同。 故不可得而亲,不可得而疏; 不可得而利,不可得而害; 不可得而贵,不可得而贱。 故为天下贵。 第五十七章 以正治国,以奇用兵,以无事取天下。 吾何以知其然哉?以此: 天下多忌讳,而民弥贫;民多利器,国家滋昏;人多伎巧,奇物滋起;法令滋彰,盗贼多有。 故圣人云: “我无为而民自化;我好静而民自正; 我无事而民自富;我无欲而民自朴。" 第五十八章 其政闷闷,其民淳淳;其政察察,其民缺缺。 祸兮福所倚;福兮祸所伏。孰知其极? 其无正邪?正复为奇,善复为妖。 人之迷,其日固久。 是以圣人方而不割,廉而不刿,直而不肆,光而不耀。 第五十九章 治人事天莫若啬。 夫唯啬,是谓早服,早服谓之重积德。 重积德则无不克,无不克则莫知其极,莫知其极,可以有国。 有国之母,可以长久。 是谓深根固柢,长生久视之道。 第六十章 治大国若烹小鲜。 以道莅天下,其鬼不神。 非其鬼不神,其神不伤人。 非其神不伤人,圣人亦不伤人。 夫两不相伤,故德交归焉。 第六十一章 大国者下流,天下之交,天下之牝。 牝常以静胜牡,以静为下。 故大国以下小国,则取小国;小国以下大国,则取大国。 故或下以取,或下而取。 大国不过欲兼畜人,小国不过欲入事人。 夫两者各得其所欲,故大者宜为下。 第六十二章 道者,万物之奥,善人之宝,不善人之所保。 美言可以市,尊行可以加人。 人之不善,何弃之有? 故立天子,置三公,虽有拱璧以先驷马,不如坐进此道。 古之所以贵此道者何? 不曰:求以得,有罪以免邪?故为天下贵。 第六十三章 为无为,事无事,味无味。 大小多少,报怨以德。 图难于其易,为大于其细。 天下难事,必作于易;天下大事,必作于细。 是以圣人终不为大,故能成其大。 夫轻诺必寡信,多易必多难。 是以圣人犹难之,故终无难矣。 第六十四章 其安易持,其未兆易谋;其脆易破,其微易散。 为之于未有,治之于未乱。 合抱之木,生于毫末;九层之台,起于累土;千里之行,始于足下。 为者败之,执者失之。 是以圣人无为,故无败;无执,故无失。 民之从事,常于几成而败之,慎终如始,则无败事。 是以圣人欲不欲,不贵难得之货;学不学,复众人之所过。 以辅万物之自然,而不敢为。 第六十五章 古之善为道者,非以明民,将以愚之。 民之难治,以其智多。 故以智治国,国之贼;不以智治国,国之福。 知此两者亦楷式。 常知楷式,是谓玄德。 玄德深矣,远矣,与物反矣,然后乃至大顺。 第六十六章 江海所以能为百谷王者,以其善下之,故能为百谷王。 是以圣人欲上民,必以言下之;欲先民,必以身后之。 是以圣人处上而民不重,处前而民不害。 是以天下乐推而不厌。 以其不争,故天下莫能与之争。 第六十七章 天下皆谓我道大,似不肖。 夫唯大,故似不肖,若肖,久矣其细也夫。 我有三宝,持而保之。 一曰慈,二曰俭,三曰不敢为天下先。 慈故能勇;俭故能广;不敢为天下先,故能成器长。 今舍慈且勇,舍俭且广,舍后且先,死矣! 夫慈,以战则胜,以守则固。 天将救之,以慈卫之。 第六十八章 善为士者不武;善战者不怒;善胜敌者不争;善用人者为之下。 是谓不争之德,是谓用人之力。 是谓配天,古之极。 第六十九章 用兵有言﹕“吾不敢为主而为客,不敢进寸而退尺。” 是谓行无行,攘无臂,仍无敌,执无兵。 祸莫大于轻敌,轻敌几丧吾宝。 故抗兵相加,哀者胜矣。 第七十章 吾言甚易知、甚易行,天下莫能知、莫能行。 言有宗,事有君。 夫唯无知,是以不我知。 知我者希,则我者贵。 是以圣人被褐怀玉。 第七十一章 知不知,上;不知知,病。 夫唯病病,是以不病。圣人不病,以其病病,是以不病。 第七十二章 民不畏威,则大威至。 无狭其所居,无厌其所生。 夫唯不厌,是以不厌。 是以圣人自知不自见,自爱不自贵。 故去彼取此。 第七十三章 勇于敢则杀,勇于不敢则活。 此两者,或利或害。 天之所恶,孰知其故?是以圣人犹难之。 天之道,不争而善胜,不言而善应,不召而自来,繟然而善谋。 天网恢恢,疏而不失。 第七十四章 民不畏死,奈何以死惧之? 若使民常畏死而为奇者,吾得执而杀之,孰敢? 常有司杀者杀。 夫代司杀者杀,是谓代大匠斫。 夫代大匠斫者,希有不伤其手矣。 第七十五章 民之饥,以其上食税之多,是以饥。 民之难治,以其上之有为,是以难治。 民之轻死,以其求生之厚,是以轻死。 夫唯无以生为者,是贤于贵生。 第七十六章 人之生也柔弱,其死也坚强。 万物草木之生也柔脆,其死也枯槁。 故坚强者死之徒,柔弱者生之徒。 是以兵强则灭,木强则折。 强大处下,柔弱处上。 第七十七章 天之道,其犹张弓欤? 高者抑之,下者举之;有余者损之,不足者补之。 天之道,损有余而补不足;人之道则不然,损不足以奉有余。 孰能有余以奉天下?唯有道者。 是以圣人为而不恃,功成而不处,其不欲见贤。 第七十八章 天下莫柔弱于水,而攻坚强者莫之能胜,以其无以易之。 弱之胜强,柔之胜刚,天下莫不知,莫能行。 是以圣人云:“受国之垢,是谓社稷主;受国不祥,是为天下王。” 正言若反。 第七十九章 和大怨,必有余怨;报怨以德,安可以为善? 是以圣人执左契,而不责于人。 有德司契,无德司彻。 天道无亲,常与善人。 第八十章 小国寡民。 使有什伯之器而不用,使民重死而不远徙。 虽有舟舆,无所乘之;虽有甲兵,无所陈之。 使民复结绳而用之。 甘其食,美其服,安其居,乐其俗。 邻国相望,鸡犬之声相闻,民至老死不相往来。 第八十一章 信言不美,美言不信。 善者不辩,辩者不善。 知者不博,博者不知。 圣人不积,既以为人己愈有,既以与人己愈多。 天之道,利而不害。 圣人之道,为而不争。