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Selektive Wahrnehmung

Selektive Wahrnehmung, ursprünglich ein klar definiertes psychologisches Phänomen, beschreibt umgangssprachlich das herausfiltern von Informationen, die einem nicht passen.
Tatsächlich wenden wir selektive Wahrnehmung aber viel öfter an als wir glauben. Alle Informationen die wir aufnehmen, laufen erst einmal durch einen Filter der wichtiges von unwichtigem trennt.
Sie kann, wenn man es übertreibt aber leicht zu einer eingeschränkten Sichtweise führen. Als Extrembeispiel seien hier die Verschwörungstheoretiker angeführt, die selektive Wahrnehmung im eigentlichen Wortsinn praktizieren.
Diese filtern nicht Informationen nach wichtigem und unwichtigem, sondern ganz grob alles, so dass Ihr Weltbild aufrecht erhalten bleibt und verändern damit nicht selten den ursprünglichen Sinn der Information.
Sie sind darüber hinaus meist immun gegenüber Gegenargumenten (Das liegt wahrscheinlich an den Stoffen, die uns die Regierung ins Trinkwasser mischt ;-) ).
Aber in einem normalen Rahmen ist selektive Wahrnehmung ganz normal und sogar lebenswichtig.
Sie passiert in der Regel automatisch. Man kann diese Filter aber auch ganz bewusst nutzen.
Wenn man in einem anderen Land unterwegs ist und eine fremde Sprache spricht, sind sie sehr hilfreich.
So kann man zum Bespiel Wörter herausfiltern die man nicht kennt und sie im Kontext des Satzes dann erraten. Man nennt das normalerweise nicht selektive Wahrnehmung, da man ja trotzdem versucht den eigentlichen Sinn zu begreifen, aber die Funktionsweise ist identisch. Das funktioniert bei vielen Sprachen sehr gut.
Denn die Flut an Informationen die täglich auf einen hereinbricht ist in der Regel unmöglich zu bewältigen, es sei denn man spricht und liest annähernd so gut wie ein Muttersprachler. Davon bin ich aber leider weit entfernt. Und selbst ein Muttersprachler nimmt selektiv wahr.
In meinem Fall nehme ich zum Beispiel viele Dinge, die die Kinder erzählen einfach so hin, da ich viele Wörter die Spielsachen oder ähnliches beschreiben einfach nicht kenne.
Man lernt eben als Erwachsener eine Sprache anders, als es ein Kind tut.
In meinem Fall sind Computerspezifische Fachausdrücke wichtiger als Kreisel, Dreirad oder intergalaktischer Zerstörer.
Ebenso liest man sich die ganzen Beschriftungen von Putzmitteln oder Pflegeutensilien nicht durch.
Das sind Wörter, die man im allgemeinen im täglichen Leben nicht gebrauchen kann. Sonnenklar, weisser als weiss und der Duft von Wolken sind nunmal Dinge die im täglichen Leben keine Rolle spielen.
Ich will ganz offen sein: Ich mache mir selbst im deutschen oft nicht die Mühe zwischen den unterschiedlichen Duschgels, Pflegespülungen und was es da sonst noch so gibt, zu unterscheiden. Warum sollte ich also jetzt bei chinesischen Produkten damit anfangen?
Es ist also schon öfter vorgekommen, dass ich schief angeguckt wurde, weil ich mich mit dem Coditioner geduscht habe.
Das macht für mich keinen grossen Unterschied, schliesslich ist in allen diesen Mitteln Seife enthalten und einen Unterschied zwischen Waschmitteln für Haare und Körper habe ich noch nie gemacht.
Inzwischen weiss ich dass es sich, wenn es kaum schäumt, entweder um das Babyshampoo handelt oder das Duschgel zur weiblichen Intimpflege. Hauptsache, man fühlt sich wie ein sauberes Kätzchen. ;-)
Aber zurück zur Wahrnehmung: So praktisch das Herausfiltern von Informationen auch ist, muss ich leider eingestehen, dass es im Chinesischen etwas schwieriger ist als in anderen Sprachen Dinge aus dem Kontext zu erraten.
Das liegt ganz einfach daran, dass es im Chinesischen nicht so viele unterschiedliche Laute gibt, die Wörter abbilden und diese auch meist nur ein oder zwei Silben haben.
Es gibt also zu etlichen Lauten eine unüberschaubare Fülle an möglichen Bedeutungen, die einzig im Kontext zu erkennen sind, da sich nicht alle Laute immer auf Grund der Betonung unterscheiden lassen, sondern eine Vielzahl von ihnen tatsächlich gleich ausgesprochen werden.
Man muss also schon den Rest des Satzes genau verstehen um ein Wort herausfiltern und trotzdem noch den Sinn verstehen zu können.
Je nach Sprachverständnis nimmt man also gezwungenermaßen selektiv war. Und so kommt es dann hin und wieder auch zu kleinen, witzigen Anekdoten, wenn man auf eine Frage zu einem komplett anderen Thema antwortet.
Es gab bestimmt schon einige Situationen in denen meine Gesprächspartner gedacht haben: „Der hat doch ‘nen Schuss (Wahrscheinlich von den Stoffen im Trinkwasser)“. ;-)

Die in hell

Zum Frühlingsfest wurden viele Strassen mit Lichterketten oder ähnlichem geschmückt.
Im täglichen Leben laufen viele Dinge automatisch ab und vieles was wir sehen oder erfahren, läuft, damit wir nicht ständig von der Fülle an Informationen überwältigt werden, erst einmal durch einen Filter.
Was geht Ihnen durch den Kopf, wenn Sie folgenden Satz sehen:
„Die in hell !“?
Völlig losgelöst, wenn es nicht in einem deutschen Text stehen würde, wette ich dass die meisten Englisch sprechenden unter Ihnen es wahrscheinlich für eine Verwünschung, eine unflätige Beschimpfung oder den Titel eines Speedmetal-Albums halten würden.
Dabei kann es, wenn man es deutsch interpretiert, auch einfach die Antwort auf die Frage „Welche Palette möchten Sie gerne als Farbspektrum für Ihr neues Wohnzimmer auswählen ?“ sein.
Man geht normalerweise immer von sich selber aus, wenn man etwas bewertet, dabei vergisst man oft, dass andere Leute den Fokus anders setzen.
Immer wieder zu beobachten bei Erwachsenen und Kindern. Man verbringt etwas Zeit mit dem Nachwuchs und baut eine Eisenbahnstrecke mit ihnen auf. Dabei sieht man zu, dass man mit Hilfe der vorhandenen Schienenteile einen möglichst interessanten Verlauf zusammenbaut, der sich hier und da mal teilt und an anderer Stelle wieder zusammenläuft und versucht Sackgassen zu vermeiden.
Dann registriert man, dass am anderen Ende die gerade aufgebaute Strecke bereits wieder auseinandergerissen wurde, um die Station und direkt dahinter den Prellbock für das Abstellgleis anzuhängen.
Das ist aus Erwachsenensicht nicht besonders sinnvoll, wenn man aber die Kleinen spielen sieht, merkt man, dass die gesamte Strecke, die man durch Tunnel und über Brücken gebaut hat, völlig vernachlässigt wird, weil man gerade mit dem Kopf seitlich auf den Boden gelegt einfach „Zug im Bahnhof“ spielt und mit Ausdauer immerzu das Rädchen dreht, das die Schiebetüre zum Bahngleis auf- und zugleiten lässt. (ist mir letztens passiert. Kommt man sich ein wenig doof vor als Papa, lässt sich aber manchmal nicht vermeiden). ;-)
Schnell entstehen aus solchen Filtern Vorurteile oder sie machen sich anderweitig selbständig und verzerren unsere Sichtweise.
Genau so bewertet man als Ausländer oft das Leben in China, oder anders herum, wird man von Chinesen auch oft nach einem nicht passenden Verfahren bewertet.
Missverständnisse sind also vorprogrammiert, schreibe ich ja immer wieder drüber in diesem Blog. Was jetzt aber nicht nur schlechte Auswirkungen hat, schliesslich machen sie das Leben erst interessant und aus vielen von ihnen bilden sich tatsächlich lustige Szenarien, über die man später lachen kann und die manchmal auch die Beteiligten näher zusammenbringen.
Das Vorurteil, dass man als Europäer fast ausschliesslich Fleisch isst und einem daher stets die Teller mit den Gemüsespeisen vorenthalten werden, obwohl man viele von ihnen gerne essen würde, ist zum Beispiel eine dieser Auswirkungen.
Bringt man das ganze dann irgendwann zur Sprache, sind Lacher gewiss. Man denke nur an die Szenen zurück, als zu jedem zweiten Gericht eine Entschuldigung mit serviert wurde, dass der Fleischanteil so gering sei, während einem die gerade neu kennengelernte Gemüsespeise, die durchaus den Sprung in die Liste der persönlichen Lieblingsspeisen schaffen könnte, wieder abgenommen wird.
Es gibt natürlich auch die Situationen, in denen diese Missverständnisse nicht zu positiven Erlebnissen führen.
Wenn man, wie so oft als Ausländer, auf dem morgendlichen Weg zur Arbeit als leichte Beute von den Bettlern angesehen wird zum Beispiel.
Ich hatte bereits früher darüber berichtet, dass man wirklich bedürftige Menschen nicht von den professionellen Bettlern unterscheiden kann.
Ich gebe grundsätzlich nichts, schon alleine aus Selbstschutz und ziehe an menschenüberlaufenen Plätzen nicht mein Portemonnaie hervor. Inzwischen trage ich es auch gar nicht mehr leicht zugänglich in der Hosentasche, da ich an einem normalen Arbeitstag eh alles mit dem Mobiltelefon bezahlen kann (abgesehen von Bettlern eben).
Und obwohl ich jeden morgen an ein und demselben Bittsteller vorübergehen muss, will dieser partout nicht verstehen, dass der Ausländer mit dem grossen Kopfhörer auf dem Kopf nicht auf seine Rufe reagiert, genauso wie die Tage und Wochen zuvor schon. Und dieser Ausländer mag es auch überhaupt nicht, wenn man ihm nachläuft und ihn versucht am Arm festzuhalten.
Ich gehe davon aus, dass diese Aktion aus reinem Kalkül entstanden ist um Aufmerksamkeit zu erregen und somit die Ausländer, die nichts geben wollen, in eine unangenehme Position zu bringen um ihnen so doch noch Geld zu entlocken, was die Vermutung nahe legt, dass es eher einer von der professionellen Sorte ist.
Womit der Satz „Die in hell“ wieder seine englische Bedeutung annimmt und durchaus als Verwünschung zu verstehen ist.
Neuerdings sind öfter Polizisten vor Ort, weshalb besagte Person sich nicht mehr blicken lässt. Durchaus möglich, dass sie extra seinetwegen jetzt öfter vorbeischauen, denn Bettler sind in der Hauptstadt von offizieller Seite überhaupt nicht gerne gesehen.

Einerseits, aber andererseits...

Gerade ein Jahr alt und unser Sohn läuft nicht nur, sondern fängt auch an die ersten Wörter zu sprechen. Oder besser gesagt: Er wiederholt Laute und fängt an, sie Objekten zuzuordnen auf die er zeigt.
Ein paar Worte konnte er schon vorher, wir waren uns aber nicht sicher, ob er auch versteht, dass sie eine Bedeutung haben oder sie nur eine Stimmübung für ihn waren.
Ich habe schon früh angefangen ihm das deutsche „R“ beizubringen, da es viele Chinesen tatsächlich nicht aussprechen können.
Er hat es spielerisch sofort aufgenommen und liebt es hin und wieder einfach dazuliegen und „Rrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr“ von sich zu geben. Es wirkt fast, als würde er angeben wollen, indem er allen Umstehenden zeigt, dass er etwas formulieren kann, was sie nicht können.
Das erste gesprochene Wort war natürlich eine ganz grosse Sache. Da ich mit ihm ausschliesslich auf Deutsch rede und der Rest der Familie auf Chinesisch, war natürlich die Frage: Wird sein erstes Wort ein deutsches oder ein chinesisches sein ?
Es hat sich fast wie ein kleiner Wettlauf angefühlt und obwohl es eigentlich egal ist, hat jeder insgeheim gehofft, dass er ein Wort aus seiner Sprache wählt.
Die Wahrscheinlichkeit dass es ein chinesisches sein würde, war natürlich wesentlich höher, da er den halben Tag, wenn meine Frau und ich arbeiten sind, bei den Schwiegereltern verbringt und auch so jeder ausser mir Chinesisch mit ihm spricht.
Hinzu kommt, dass einige chinesische Wörter sehr einfach zu lernen sind (zumindest die Aussprache). Sie haben oft nur eine Silbe und viele bilden tatsächlich Grundlaute ab, die Kleinkinder schnell lernen zu sprechen so wie da, ba, du, la, li, lu usw. Das ist im Deutschen schon etwas aufwendiger.
Während er von chinesischer Seite immer „dēng“ zu hören bekommt, wenn er auf die Lampe an der Decke zeigt, kontere ich immer mit „Lampe“.
Es ist zwar nur eine Silbe unterschied, aber dieses Schema zieht sich durch die beiden Sprachen wie ein roter Faden. Das deutsche Wort ist immer länger als das chinesische und hat viele unterschiedliche Laute.
Aber unser Sohn hat sich tatsächlich anders entschieden und das Wort „Mama“ zu seinem ersten Wort gemacht.
„Mama“ im deutschen oder „mā ma“ im chinesischen kann man tatsächlich gesprochen nicht unterscheiden.
Unser Sohn hat unseren kleinen Wettlauf einfach umgangen und ganz diplomatisch den Mittelweg gewählt. Schlaues Kerlchen!
Unbewusst hat er damit eine sehr chinesische Verhaltensweise an den Tag gelegt, die schon in Klassikern wie „Maß und Mitte“ (Originaltitel 中庸 zhōng yōng), einem Abschnitt im „Buch der Riten“ (礼记 lǐ jì ) ausführlich behandelt wird.
Die Rede ist hier von „goldenen Weg“, den es in der Deutschen Sprache auch und zwar als „goldene Mitte“ gibt.
Ein konfuzianischer Verhaltenskodex, der Extreme als den falschen und den Mittelweg als den richtigen Weg ansieht.
So entscheidet man sich nie für eine Seite, sondern versucht, in guter alter Tradition des Ying und Yang (阴阳 yīn yáng) in der Mitte zu bleiben und das Gleichgewicht aufrechtzuerhalten.
Man könnte auch sagen: „Bleibt man nur schön in der Mitte, sieht jeder Abgrund kleiner aus“ (wie es im Liedtext zu „Kleine Schriite“ der Band „grau“ heisst).
Auch ich habe von meiner damaligen Chinesischlehrerin immer wieder gesagt bekommen, dass dieses Prinzip so weit in der chinesischen Kultur verankert ist, dass es im grossen Stil sogar die Sprache prägt, selbst wenn sich heute kaum noch jemand danach verhält.
Ein Umstand, den ich mir zunutze machen sollte beim HSK-Test (dem offiziellen Sprachtest für Chinesisch).
„Wenn Du Dir bei einer Multiple Choice Frage nicht sicher bist“, sagte sie immer „dann schau Dir die Antworten an. Eine direkte und eindeutige Antwort ist in jedem Fall falsch“. Und sie hatte natürlich Recht.
Eine Antwort im chinesischen ist in den seltensten Fällen eindeutig. Es heisst immer: „Auf der einen Seite“... bla, bla, bla „aber auf der anderen Seite“... bla, bla, bla.
Interessanterweise fängt auch eine Rüge immer mit dem Aufzählen der guten Dinge an, bevor man auf das eigentliche Thema kommt.
Bei einer Antwort weiss man oft gar nicht so genau ob der Gegenüber eine Sache jetzt befürwortet oder ablehnt.
Ich hatte es irgendwo anfangs dieses Blogs bereits erwähnt, dass es genau diese Ungenauigkeit ist, die viele ausländische Unternehmen dazu verleiten falsche Entscheidungen zu treffen.
Ein „Ja, wir können das“ bedeutet nicht in jedem Falle, dass die Gegenpartei es wirklich kann, oft ist es einfach Höflichkeit und eine Floskel um nicht das Gesicht zu verlieren.
Und es wird natürlich auch immer wieder gerne missbraucht um in der Geschäftswelt falsche Tatsachen glaubhaft zu machen (besonders wirkungsvoll bei ausländischen Geschäftspartnern, die nicht selten darauf hineinfallen).
Das ist definitiv etwas, an das man sich gewöhnen muss, wenn man im Reich der Mitte lebt, es umgibt einen tagtäglich.

Back in black

Ich bin wieder in Deutschland. Einmal im Jahr gehe ich immer für einen Monat zurück zum Hauptsitz meiner Firma in München um mein Wissen aufzufrischen.
Im IT Bereich ändert sich ständig alles und das ist bei uns natürlich nicht anders. Neue Systeme kommen zum Einsatz, Software wird ausgetauscht usw. usw.
Und es ist natürlich auch schön die ganzen Kollegen mal wieder zu sehen. Darüber hinaus ist München durchaus nicht der schlechteste Ort um ein paar Wochen zu verbringen.
Ich bin gestern nachmittag angekommen. Zollkontrolle, Warten auf den Koffer, mit der Bahn in die Stadt (nehmen Sie auf gar keinen Fall das Taxi, das kostet ein halbes Vermögen), noch schnell etwas essen und schon ist es Abend und dunkel.
Anders als in chinesischen Großstädten, wo Neonreklamen die Strassen erhellen, ist es in einer Stadt wie München tatsächlich vergleichsweise schwarz.
Das hat mich an einen alten Klassiker erinnert, den ich dann auch direkt aufgelegt habe: Das Album „Back in black“.
Knapp vier Jahre nachdem das Album von der australischen Band AC/DC 1980 erschienen ist, habe ich es das erste Mal gehört. Ich war noch zu jung um mir eigene Schallplatten zu kaufen, geschweige denn eine Hifi-Anlage zu besitzen (Heutzutage bekommen die Kleinen schon sehr früh elektronisches Spielzeug, das war damals anders).
Mein Cousin, über den ich dieses Album kennengelernt habe, hat mir also gnädigerweise eine Kassette damit bespielt.
Ein erster Einblick in die Welt der wirklichen Musik. Ich weiß noch wie ich das Album im Fond bei jeder Autofahrt auf dem ziegelsteingroßen Walkman rauf- und runter gehört habe.
Und selbst heute, wenn ich es auflege (die Kassette gibt es nicht mehr), dann muß ich neidlos anerkennen, dass es ein wirklich zeitloses Stück Kunst ist.
Es hat sich für mich persönlich wenig geändert, mal abgesehen davon, dass man Songtitel wie „Givin’ the dog a bone“ nicht mehr wörtlich interpretiert.
Es ist ein seltsames Gefühl, wieder in Deutschland zu sein. Auf der einen Seite vertraut und heimisch, auf der anderen inzwischen aber auch sehr fremd.
Man entdeckt unweigerlich alles mögliche wieder neu, wenn man eine Zeit lang woanders gelebt hat und fühlt sich irgendwie wieder wie ein staunendes Kind.
Und eine Sache ist mir bereits bei der Passkontrolle am Flughafen aufgefallen. All die verschiedenen Leute, von denen man sich sein Leben lang distanziert hat, weil man ja ach so individuell ist, empfindet man auf einmal als eine Gruppe, von der man auch ein Teil ist.
Alleine das Wissen, dass man ohne jegliche Konversationsprobleme mit jedem ein Gespräch über jedes x-beliebige Thema führen könnte ist schon erhebend.
Okay, da muss ich dann wohl doch etwas einschränken, schliesslich befinden wir uns in Bayern. ;-) Aber grundsätzlich stimmt es schon.
Eine der wichtigsten Erfahrungen, die ich in meinem Leben gemacht habe ist die, ein Ausländer zu sein und mit den sich daraus ergebenen täglichen Problemen zu kämpfen.
Dinge, die man als Einheimischer überhaupt nicht als Dinge wahrnimmt bekommen auf einmal ein bedeutendes Gewicht.
Sie haben sich sicherlich niemals im voraus Wörter zurechtgelegt, wenn sie etwas nicht alltägliches wie einen Siphon mit einer bestimmten Gewindegrösse kaufen wollten. Sie sind einfach ins Geschäft gegangen und haben sich beraten lassen.
Als Ausländer spielt man das Gespräch in mehreren Varianten bereits vorher in seinem Kopf durch, schaut Spezialausdrücke im Wörterbuch nach, macht ein paar Fotos von dem defekten Teil, informiert sich welche Versionen es in dem entsprechenden Land überhaupt gibt und wie man sie beschreibt und hofft, dass der Verkäufer keine all zu speziellen Gegenfragen stellen wird.
Bei solchen Kleinigkeiten fängt es an, bei Behördengängen geht es weiter und richtige Probleme, die auch ein Ortsansässiger als Problem deklarieren würde, haben über die „normalen“ Tücken hinaus auch noch Ausländer spezifische ärgerliche Eigenschaften, die sich die meisten Leute wahrscheinlich noch nie ausgemalt haben.
Ich will gar nicht zu tief hineingehen, was ich sagen will ist: es fühlt sich gut an, einen gewissen Teil der täglichen Anstrengungen einfach beiseite legen zu können (auch wenn Brötchen hier Semmeln heissen).

Beckmesser, ich weiss wie Du Dich fühlst

Letztes Wochenende waren wir in der Oper. Und zwar nicht in der Peking Oper, sondern wir haben Wagner gesehen. „Die Meistersinger von Nürnberg“, um genau zu sein.
Normalerweise wäre ich nicht auf die Idee gekommen, ausgerechnet in China eine deutsche Oper zu besuchen, aber glückliche Umstände haben es uns ermöglicht Karten zu bekommen. Ein ehemaliger Schulkamerad ist einer der Sänger und hat uns eingeladen.
An dieser Stelle noch einmal vielen Dank, es war eine überwältigende Vorstellung und wir haben es sehr genossen.
Das bringt mich auch direkt zu meinem heutigen Artikel:
In der Aufführung geht es unter anderem um ein Lied, das nach bestimmten Regeln der Kunst erdacht, ein wahres Meisterwerk ist.
Der Text in den falschen Händen aber, nicht recht interpretiert und zu einer falschen Melodie gesungen, lässt es zu einem schrägen Stück werden, mit dem man einzig den Hohn der Zuhörer auf sich zieht.
In der Oper versucht sich Sixtus Beckmesser an dem Lied, das Walther von Stolzing zusammen mit Hans Sachs komponiert hat und scheitert.
Das erinnert mich doch irgendwie wieder an meine Erfahrungen im interkulturellen Umfeld.
Wie oft habe ich schon versucht einen deutschen Gedanken, zum Beispiel etwas Witziges, in ein chinesisches Gewand zu stecken.
So etwas ist aber leider immer zum scheitern verurteilt. Es funktioniert einfach nicht.
Genau wie bei dem Meisterlied aus der Oper, so erntet man auch hier bloss Unverständnis und eventuell sogar Lacher. Aber eben nicht, weil der Witz gut ankommt, sondern weil im Gegenteil die beiden miteinander verbundenen Konstrukte nicht zusammenpassen wollen.
Wer etwas auf chinesisch sagen möchte, der sollte es auch in chinesisch denken, bevor er es ausspricht. Das trifft übrigens auf jede Sprache zu.
Wenn man einfach etwas versucht zu übersetzen, geht dies bis zu einem gewissen Grad noch gut, ab einem bestimmten Sprachlevel aber funktioniert es nicht mehr.
Wer sich also unterhalten möchte, sollte lernen in der entsprechenden Sprache zu denken, völlig losgelöst von seiner Muttersprache.
Das hat zwar den Nachteil, dass man oft wie ein Idiot dasteht, wenn man das eben besprochene mal schnell ins Deutsche übersetzen soll und man erst einmal die passenden Wörter suchen muss (geht mir immer wieder so), aber für eine flüssige Unterhaltung in einer anderen Sprache ist es tatsächlich unerlässlich.
Und noch ein weiteres Beispiel gibt es, das das Bild des Meisterliedes widerspiegelt: Die falsche Melodie macht das Gesagte auch zunichte.
Ein kleines Beispiel, ebenfalls aus jüngster Zeit zeigt genau das: Meine Frau und ich haben uns mit einem Freund getroffen.
Während der Unterhaltung kam das Gespräch auf eine Restaurantkette, die bekannt ist für ihre Peking Enten Restaurants.
Mir sagte der Name gar nichts, aber das will nichts heissen. Es gibt so viele Marken Restaurants und Ketten, die kann man sich unmöglich alle merken.
Der interessante Teil war, dass meine Frau anfangs mit dem Namen nichts anfangen konnte.
Nach einer kurzen Recherche über das Handy, wusste sie dann aber doch bescheid. 大董 (dà dǒng) ist eine vor ein paar Jahren immer beliebter gewordene Restaurant Kette.
Das Problem war einzig, dass unser Freund es „dà dòng“ ausgesprochen hatte.
Was für den gemeinen Europäer überhaupt keinen Unterschied macht, sind im Ohr eines Chinesen allerdings zwei völlig unterschiedliche Dinge.
Sie sehen, auch hier macht die Melodie das Lied. Zur Entlastung meines Freundes muss ich hier aber anmerken, dass mir genau dieses Phänomen auch immer wieder begegnet.
Man weiss nicht genau, wie man dies oder das ausspricht und schon steht man da wie der letzte Depp. Man wiederholt die Silben in allen möglichen Betonungen, nur um in immer ausdruckslosere Gesichter zu schauen, bis endlich jemand sagt: „ach, Du meinst...“ gefolgt von eben jenen Silben in einer anderen Betonung.
Das ist eine Eigenart der chinesischen Sprache, die schon viele Ausländer zur Verzweiflung gebracht hat.
Man geht natürlich wieder von seinem eigenen Standpunkt aus und meint, dass Chinesen auch „Da Dong“ als „Da Dong“ sehen, aber das ist falsch.
Für Chinesen ist „Da Dong“ lediglich eine Übersetzung in arabische Schriftzeichen. Es hat nicht direkt etwas mit dem Namen zu tun.
Für sie sieht „Da Dong“ so aus: 大董. Und dieses Wort hat eine bestimmte Betonung, in der es ausgesprochen wird.
Ist die Betonung anders, handelt es sich auch um ein anderes Schriftzeichen, völlig egal, ob die arabischen Schriftzeichen die gleichen sind, oder nicht.
道篇 道德经 第一章 道可道,非常道。名可名,非常名。 无名天地之始;有名万物之母。 故常无欲以观其妙;常有欲以观其徼。 此两者同出而异名,同谓之玄,玄之又玄,众妙之门。 第二章 天下皆知美之为美,斯恶已;皆知善之为善,斯不善已。 故有无相生,难易相成,长短相形,高下相倾,音声相和,前后相随。 是以圣人处无为之事,行不言之教。 万物作焉而不辞,生而不有,为而不恃,功成而弗居。夫唯弗居,是以不去。 第三章 不尚贤,使民不争。 不贵难得之货,使民不为盗。 不见可欲,使民心不乱。 是以圣人之治, 虚其心,实其腹;弱其志,强其骨。 常使民无知无欲,使夫知者不敢为也。 为无为,则无不治。 第四章 道冲而用之,或不盈。 渊兮似万物之宗。 挫其锐,解其纷,和其光,同其尘。 湛兮似或存。 吾不知谁之子,象帝之先。 第五章 天地不仁,以万物为刍狗。 圣人不仁,以百姓为刍狗。 天地之间,其犹橐龠乎? 虚而不屈,动而愈出。 多言数穷,不如守中。 第六章 谷神不死,是谓玄牝。 玄牝之门,是谓天地根。 绵绵若存,用之不勤。 第七章 天长地久。 天地所以能长且久者,以其不自生,故能长生。 是以圣人后其身而身先,外其身而身存。 非以其无私邪故能成其私。 第八章 上善若水。 水善利万物而不争,处众人之所恶,故几于道。 居善地,心善渊,与善仁,言善信,政善治,事善能,动善时。 夫唯不争,故无尤。 第九章 持而盈之,不如其已;揣而锐之,不可长保。 金玉满堂,莫之能守;富贵而骄,自遗其咎。 功成名遂身退,天之道。 第十章 载营魄抱一,能无离乎? 专气致柔,能婴儿乎? 涤除玄览,能无疵乎? 爱民治国,能无为乎? 天门开阖,能为雌乎? 明白四达,能无知乎? 生之,畜之,生而不有,为而不恃,长而不宰,是谓玄德。 第十一章 三十辐共一毂,当其无,有车之用。 埏埴以为器,当其无,有器之用。 凿户牖以为室,当其无,有室之用。 故有之以为利,无之以为用。 第十二章 五色令人目盲;五音令人耳聋;五味令人口爽;驰骋畋猎,令人心发狂;难得之货,令人行妨。 是以圣人为腹不为目,故去彼取此。 第十三章 宠辱若惊,贵大患若身。 何谓宠辱若惊?宠为下,得之若惊,失之若惊,是谓宠辱若惊。 何谓贵大患若身?吾所以有大患者,为吾有身,及吾无身,吾有何患? 故贵以身为天下,若可寄天下。 爱以身为天下,若可托天下。 第十四章 视之不见,名曰夷;听之不闻,名曰希;搏之不得,名曰微。 此三者,不可致诘,故混而为一。 其上不皦,其下不昧。 绳绳不可名,复归于无物。 是谓无状之状,无物之象,是谓惚恍。 迎之不见其首,随之不见其后。 执古之道,以御今之有。 能知古始,是谓道纪。 第十五章 古之善为士者,微妙玄通,深不可识。 夫唯不可识,故强为之容: 豫兮若冬涉川;犹兮若畏四邻;俨兮其若客;涣兮若冰之将释;敦兮其若朴;旷兮其若谷;浑兮其若浊。 孰能浊以静之徐清?孰能安以久动之徐生? 保此道者不欲盈。 夫唯不盈,故能蔽不新成。 第十六章 致虚极,守静笃。 万物并作,吾以观其复。 夫物芸芸,各复归其根。 归根曰静,静曰复命。 复命曰常,知常曰明。 不知常,妄作凶。 知常容,容乃公,公乃王,王乃天,天乃道,道乃久,殁身不殆。 第十七章 太上,下知有之;其次,亲之誉之;其次,畏之;其次,侮之。 信不足焉,有不信焉。 犹兮其贵言。 功成事遂,百姓皆谓:我自然。 第十八章 大道废,有仁义; 智慧出,有大伪; 六亲不和,有孝慈; 国家昏乱,有忠臣。 第十九章 绝圣弃智,民利百倍; 绝仁弃义,民复孝慈; 绝巧弃利,盗贼无有。 此三者以为文不足。 故令有所属:见素抱朴,少私寡欲,绝学无忧。 第二十章 唯之与阿,相去几何? 善之与恶 ,相去若何? 人之所畏,不可不畏。 荒兮,其未央哉! 众人熙熙,如享太牢,如春登台。 我独泊兮,其未兆,如婴儿之未孩。 乘乘兮,若无所归。 众人皆有余,而我独若遗。 我愚人之心也哉,沌沌兮! 俗人昭昭,我独昏昏;俗人察察,我独闷闷。 澹兮其若海,飂兮若无止。 众人皆有以,而我独顽似鄙。 我独异于人,而贵求食于母。 第二十一章 孔德之容,惟道是从。道之为物,惟恍惟惚。 惚兮恍兮,其中有象;恍兮惚兮,其中有物;窈兮冥兮,其中有精。 其精甚真,其中有信。 自古及今,其名不去,以阅众甫。 吾何以知众甫之状哉?以此。 第二十二章 曲则全,枉则直,洼则盈,敝则新,少则得,多则惑。 是以圣人抱一为天下式。 不自见,故明;不自是,故彰;不自伐,故有功;不自矜,故长。 夫唯不争,故天下莫能与之争。 古之所谓曲则全者,岂虚言哉?诚全而归之。 第二十三章 希言自然。 故飘风不终朝,骤雨不终日。 孰为此者?天地。 天地尚不能久,而况于人乎? 故从事于道者,道者同于道;德者,同于德;失者,同于失。 同于道者,道亦乐得之;同于德者,德亦乐得之;同于失者,失亦乐得之; 信不足焉,有不信焉。 第二十四章 跂者不立,跨者不行。 自见者不明;自是者不彰;自伐者无功;自矜者不长。 其在道也,曰余食赘形。 物或恶之,故有道者不处。 第二十五章 有物混成,先天地生。 寂兮寥兮,独立而不改,周行而不殆,可以为天下母。 吾不知其名,字之曰道,强为之名曰大。 大曰逝,逝曰远,远曰反。 故道大,天大,地大,王亦大。 域中有四大,而王居其一焉。 人法地,地法天,天法道,道法自然。 第二十六章 重为轻根,静为躁君。 是以圣人终日行不离辎重,虽有荣观,燕处超然。 奈何万乘之主,而以身轻天下? 轻则失根,躁则失君。 第二十七章 善行无辙迹; 善言无瑕谪; 善数不用筹策; 善闭无关楗而不可开; 善结无绳约而不可解。 是以圣人常善救人,故无弃人;常善救物,故无弃物。 是谓袭明。 故善人者,不善人之师;不善人者,善人之资。 不贵其师,不爱其资,虽智大迷,是谓要妙。 第二十八章 知其雄,守其雌,为天下谿。 为天下谿,常德不离,复归于婴儿。 知其白,守其黑,为天下式。 为天下式,常德不忒,复归於无极。 知其荣,守其辱,为天下谷。 为天下谷,常德乃足,复归于朴。 朴散则为器,圣人用之,则为官长。 故大制不割。 第二十九章 将欲取天下而为之,吾见其不得已。 天下神器,不可为也。 为者败之,执者失之。 故物或行或随;或嘘或吹;或强或羸;或载或隳。 是以圣人去甚,去奢,去泰。 第三十章 以道佐人主者,不以兵强天下,其事好还。 师之所处,荆棘生焉。 大军之后,必有凶年。 故善者果而已,不敢以取强。 果而勿矜,果而勿伐,果而勿骄,果而不得已,果而勿强。 物壮则老,是谓不道,不道早已。 第三十一章 夫兵者,不祥之器,物或恶之,故有道者不处。 君子居则贵左,用兵则贵右。 兵者,不祥之器,非君子之器,不得已而用之,恬淡为上。 胜而不美,而美之者,是乐杀人。 夫乐杀人者,不可得志于天下矣。 吉事尚左,凶事尚右。 偏将军居左,上将军居右。 言居上势则以丧礼处之。 杀人众多,以悲哀泣之。 战胜,以丧礼处之。 第三十二章 道常无名,朴虽小,天下不敢臣。 侯王若能守,万物将自宾。 天地相合,以降甘露,人莫之令而自均。 始制有名,名亦既有,夫亦将知止,知止可以不殆。 譬道之在天下,犹川谷之于江海。 第三十三章 知人者智,自知者明。 胜人者有力,自胜者强。 知足者富,强行者有志, 不失其所者久,死而不亡者寿。 第三十四章 大道泛兮,其可左右。 万物恃之以生而不辞,功成不名有。 衣养万物而不为主,常无欲,可名于小; 万物归焉而不为主,可名为大。 是以圣人终不自为大,故能成其大。 第三十五章 执大象,天下往。往而不害,安平泰。 乐与饵,过客止。 道之出口,淡乎其无味,视之不足见,听之不足闻,用之不可既。 第三十六章 将欲歙之,必固张之;将欲弱之,必固强之;将欲废之,必固兴之;将欲夺之,必固与之。 是谓微明。 柔弱胜刚强。 鱼不可脱于渊,国之利器不可以示人。 第三十七章 道常无为而无不为。 侯王若能守之,万物将自化。 化而欲作,吾将镇之以无名之朴。 无名之朴,夫亦将不欲。 不欲以静,天下将自定。 德篇 第三十八章 上德不德,是以有德;下德不失德,是以无德。 上德无为而无以为;下德为之而有以为。 上仁为之而无以为。 上义为之而有以为。 上礼为之而莫之应,则攘臂而扔之。 故失道而后德,失德而后仁,失仁而后义,失义而后礼。 夫礼者,忠信之薄,而乱之首。 前识者,道之华,而愚之始。 是以大丈夫处其厚,不居其薄;处其实,不居其华。 故去彼取此。 第三十九章 昔之得一者: 天得一以清;地得一以宁;神得一以灵;谷得一以盈;万物得一以生;侯王得一以为天下贞。 其致之一也。 天无以清将恐裂; 地无以宁将恐废; 神无以灵将恐歇; 谷无以盈将恐竭; 万物无以生将恐灭; 侯王无以贵高将恐蹶。 故贵以贱为本,高以下为基。 是以侯王自谓孤、寡、不榖。 此其以贱为本耶,非乎?故致数舆无舆。 不欲琭琭如玉,珞珞如石。 第四十章 反者道之动,弱者道之用。 天下万物生于有,有生于无。 第四十一章 上士闻道,勤而行之;中士闻道,若存若亡;下士闻道,大笑之。 不笑不足以为道。 故建言有之: 明道若昧;进道若退;夷道若纇。 上德若谷;大白若辱;广德若不足;建德若偷;质真若渝。 大方无隅;大器晚成;大音希声;大象无形;道隐无名。 夫唯道,善贷且成。 第四十二章 道生一,一生二,二生三,三生万物。 万物负阴而抱阳,冲气以为和。 人之所恶,唯孤、寡、不榖,而王公以为称。 故物或损之而益,或益之而损。 人之所教,我亦教之。 强梁者不得其死,吾将以为教父。 第四十三章 天下之至柔,驰骋天下之至坚。 无有入无间,吾是以知无为之有益。 不言之教,无为之益,天下希及之。 第四十四章 名与身孰亲? 身与货孰多? 得与亡孰病? 是故甚爱必大费;多藏必厚亡。 知足不辱,知止不殆,可以长久。 第四十五章 大成若缺,其用不弊。 大盈若冲,其用不穷。 大直若屈,大巧若拙,大辩若讷。 躁胜寒,静胜热。 清静为天下正。 第四十六章 天下有道,却走马以粪;天下无道,戎马生于郊。 罪莫大于可欲;祸莫大于不知足;咎莫大于欲得。 故知足之足,常足矣。 第四十七章 不出户,知天下;不窥牖,见天道。 其出弥远,其知弥少。 是以圣人不行而知,不见而名,不为而成。 第四十八章 为学日益,为道日损。 损之又损,以至于无为,无为而无不为。 取天下常以无事,及其有事,不足以取天下。 第四十九章 圣人无常心,以百姓心为心。 善者吾善之,不善者吾亦善之,德善。 信者吾信之,不信者吾亦信之,德信。 圣人之在天下,惵惵为天下浑其心,百姓皆注其耳目,圣人皆孩之。 第五十章 出生入死。 生之徒十有三;死之徒十有三;人之生动之死地,亦十有三。 夫何故?以其生生之厚。 盖闻善摄生者,陆行不遇兕虎,入军不被甲兵。 兕无所投其角,虎无所措其爪,兵无所容其刃。 夫何故?以其无死地。 第五十一章 道生之,德蓄(畜)之,物形之,势成之,是以万物莫不尊道而贵德。 道之尊,德之贵,夫莫之命而常自然。 故道生之,德畜之。长之育之,成之熟之,养之覆之。 生而不有,为而不恃,长而不宰,是谓玄德。 第五十二章 天下有始,以为天下母。 既得其母,以知其子;既知其子,复守其母,没身不殆。 塞其兑,闭其门,终身不勤;开其兑,济其事,终身不救。 见小曰明,守柔曰强。 用其光,复归其明,无遗身殃,是谓袭常。 第五十三章 使我介然有知,行于大道,唯施是畏。 大道甚夷,而民好径。 朝甚除,田甚芜,仓甚虚;服文彩,带利剑,厌饮食,财货有余。 是为盗夸,非道也哉﹗ 第五十四章 善建者不拔,善抱者不脱,子孙祭祀不辍。 修之于身,其德乃真; 修之于家,其德乃余; 修之于乡,其德乃长; 修之于国,其德乃丰; 修之于天下,其德乃普。 故以身观身,以家观家,以乡观乡,以国观国,以天下观天下。 吾何以知天下然哉?以此。 第五十五章 含德之厚,比于赤子。 毒虫不螫,猛兽不据,攫鸟不搏。 骨弱筋柔而握固,未知牝牡之合而朘作,精之至也。 终日号而不嗄,和之至也。 知和曰常,知常曰明。 益生曰祥,心使气曰强。 物壮则老,谓之不道,不道早已。 第五十六章 知者不言,言者不知。 塞其兑,闭其门。 挫其锐,解其纷,和其光,同其尘,是谓玄同。 故不可得而亲,不可得而疏; 不可得而利,不可得而害; 不可得而贵,不可得而贱。 故为天下贵。 第五十七章 以正治国,以奇用兵,以无事取天下。 吾何以知其然哉?以此: 天下多忌讳,而民弥贫;民多利器,国家滋昏;人多伎巧,奇物滋起;法令滋彰,盗贼多有。 故圣人云: “我无为而民自化;我好静而民自正; 我无事而民自富;我无欲而民自朴。" 第五十八章 其政闷闷,其民淳淳;其政察察,其民缺缺。 祸兮福所倚;福兮祸所伏。孰知其极? 其无正邪?正复为奇,善复为妖。 人之迷,其日固久。 是以圣人方而不割,廉而不刿,直而不肆,光而不耀。 第五十九章 治人事天莫若啬。 夫唯啬,是谓早服,早服谓之重积德。 重积德则无不克,无不克则莫知其极,莫知其极,可以有国。 有国之母,可以长久。 是谓深根固柢,长生久视之道。 第六十章 治大国若烹小鲜。 以道莅天下,其鬼不神。 非其鬼不神,其神不伤人。 非其神不伤人,圣人亦不伤人。 夫两不相伤,故德交归焉。 第六十一章 大国者下流,天下之交,天下之牝。 牝常以静胜牡,以静为下。 故大国以下小国,则取小国;小国以下大国,则取大国。 故或下以取,或下而取。 大国不过欲兼畜人,小国不过欲入事人。 夫两者各得其所欲,故大者宜为下。 第六十二章 道者,万物之奥,善人之宝,不善人之所保。 美言可以市,尊行可以加人。 人之不善,何弃之有? 故立天子,置三公,虽有拱璧以先驷马,不如坐进此道。 古之所以贵此道者何? 不曰:求以得,有罪以免邪?故为天下贵。 第六十三章 为无为,事无事,味无味。 大小多少,报怨以德。 图难于其易,为大于其细。 天下难事,必作于易;天下大事,必作于细。 是以圣人终不为大,故能成其大。 夫轻诺必寡信,多易必多难。 是以圣人犹难之,故终无难矣。 第六十四章 其安易持,其未兆易谋;其脆易破,其微易散。 为之于未有,治之于未乱。 合抱之木,生于毫末;九层之台,起于累土;千里之行,始于足下。 为者败之,执者失之。 是以圣人无为,故无败;无执,故无失。 民之从事,常于几成而败之,慎终如始,则无败事。 是以圣人欲不欲,不贵难得之货;学不学,复众人之所过。 以辅万物之自然,而不敢为。 第六十五章 古之善为道者,非以明民,将以愚之。 民之难治,以其智多。 故以智治国,国之贼;不以智治国,国之福。 知此两者亦楷式。 常知楷式,是谓玄德。 玄德深矣,远矣,与物反矣,然后乃至大顺。 第六十六章 江海所以能为百谷王者,以其善下之,故能为百谷王。 是以圣人欲上民,必以言下之;欲先民,必以身后之。 是以圣人处上而民不重,处前而民不害。 是以天下乐推而不厌。 以其不争,故天下莫能与之争。 第六十七章 天下皆谓我道大,似不肖。 夫唯大,故似不肖,若肖,久矣其细也夫。 我有三宝,持而保之。 一曰慈,二曰俭,三曰不敢为天下先。 慈故能勇;俭故能广;不敢为天下先,故能成器长。 今舍慈且勇,舍俭且广,舍后且先,死矣! 夫慈,以战则胜,以守则固。 天将救之,以慈卫之。 第六十八章 善为士者不武;善战者不怒;善胜敌者不争;善用人者为之下。 是谓不争之德,是谓用人之力。 是谓配天,古之极。 第六十九章 用兵有言﹕“吾不敢为主而为客,不敢进寸而退尺。” 是谓行无行,攘无臂,仍无敌,执无兵。 祸莫大于轻敌,轻敌几丧吾宝。 故抗兵相加,哀者胜矣。 第七十章 吾言甚易知、甚易行,天下莫能知、莫能行。 言有宗,事有君。 夫唯无知,是以不我知。 知我者希,则我者贵。 是以圣人被褐怀玉。 第七十一章 知不知,上;不知知,病。 夫唯病病,是以不病。圣人不病,以其病病,是以不病。 第七十二章 民不畏威,则大威至。 无狭其所居,无厌其所生。 夫唯不厌,是以不厌。 是以圣人自知不自见,自爱不自贵。 故去彼取此。 第七十三章 勇于敢则杀,勇于不敢则活。 此两者,或利或害。 天之所恶,孰知其故?是以圣人犹难之。 天之道,不争而善胜,不言而善应,不召而自来,繟然而善谋。 天网恢恢,疏而不失。 第七十四章 民不畏死,奈何以死惧之? 若使民常畏死而为奇者,吾得执而杀之,孰敢? 常有司杀者杀。 夫代司杀者杀,是谓代大匠斫。 夫代大匠斫者,希有不伤其手矣。 第七十五章 民之饥,以其上食税之多,是以饥。 民之难治,以其上之有为,是以难治。 民之轻死,以其求生之厚,是以轻死。 夫唯无以生为者,是贤于贵生。 第七十六章 人之生也柔弱,其死也坚强。 万物草木之生也柔脆,其死也枯槁。 故坚强者死之徒,柔弱者生之徒。 是以兵强则灭,木强则折。 强大处下,柔弱处上。 第七十七章 天之道,其犹张弓欤? 高者抑之,下者举之;有余者损之,不足者补之。 天之道,损有余而补不足;人之道则不然,损不足以奉有余。 孰能有余以奉天下?唯有道者。 是以圣人为而不恃,功成而不处,其不欲见贤。 第七十八章 天下莫柔弱于水,而攻坚强者莫之能胜,以其无以易之。 弱之胜强,柔之胜刚,天下莫不知,莫能行。 是以圣人云:“受国之垢,是谓社稷主;受国不祥,是为天下王。” 正言若反。 第七十九章 和大怨,必有余怨;报怨以德,安可以为善? 是以圣人执左契,而不责于人。 有德司契,无德司彻。 天道无亲,常与善人。 第八十章 小国寡民。 使有什伯之器而不用,使民重死而不远徙。 虽有舟舆,无所乘之;虽有甲兵,无所陈之。 使民复结绳而用之。 甘其食,美其服,安其居,乐其俗。 邻国相望,鸡犬之声相闻,民至老死不相往来。 第八十一章 信言不美,美言不信。 善者不辩,辩者不善。 知者不博,博者不知。 圣人不积,既以为人己愈有,既以与人己愈多。 天之道,利而不害。 圣人之道,为而不争。