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C#

C ist eine recht alte Programmiersprache.
Das einzige Manko das sie hatte war die fehlende Unterstützung für Objekte (objektorientiertes Programmieren ist ja bis heute noch der heisse Scheiss).
Somit wurde C++ entwicket. Abwärtskompatibel: Das bedeutet, dass Programme die in C geschrieben wurden auch noch weiter in einer C++ Umgebung laufen.
Aber anders als moderne Programmiersprachen muss man so wohl in C wie auch in C++ viele Dinge selber regeln: Speichermanagement und Verhalten bei Fehlern zum Beispiel.
Die beiden sind sogenannte Low-Level Programmiersprachen. Oder zumindest sind sie das bei einer bestimmten Betrachtungsweise.
Machmal zieht man den Trennstrich zwischen High- und Low-Level Programmiersprachen nämlich auch zwischen den vom Menschen lesbaren Sprachen, wozu alle drei gehören und auf der anderen Seite Assembler und Maschinencode (Wobei Assembler eingentlich auch vom Menschen lesbar ist, aber das ist wieder nur Haarspalterei).
Wichtig ist einfach, dass man bei C und C++ im Gegensaz zu C# viele Dinge selber erledigen muss, die höhere Programmiersprachen automatisch tun.
Das macht C und C++ auf der einen Seite recht bedienerunfreundlich, auf der anderen Seite aber extrem flexibel, weshalb sie bis heute noch eingesetzt werden um Betriebssysteme zu schreiben.
C# (gesprochen Si-Scharp) hat sich von C und C++ so weit weiterentwicket, dass man es eher zu den höheren Programmiersprachen wie Java, PHP oder Python zählt und nicht zu C oder C++.
Ein grosses C und seine Varianten also.
Ein anderes grosses C und seine Varianten das uns seit nunmehr zwei Jahren beschäftigt ist Corona.
Wir haben Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt um uns davor zu schützen.
Wir Erwachsenen sind natürlich geimpft, zweitgeimpft, geboostert, re, contra, Schneider schwarz angesagt, leck auf!, spring durch!. Ist ja klar.
Und als der erste Fall im Kindergarten aufgetreten ist, haben wir unseren Sohn zu Hause gelassen.
So lange bis der Lollitest eingeführt wurde und die Kinder zweimal in der Woche auf Corona getestet wurden.
Als die Omikron Variante kam und die Fallzahlen immer höher stiegen, haben wir ihn wieder zu Hause gelassen.
„Bis nach Karneval" haben wir uns gesagt, wohl wissend, dass die Zeit ohne seine Freunde im Kindergarten auch für ihn sehr belastend ist.
Man kann als Elternteil leider keine richtigen Entscheidungen treffen.
Das denkt man sich immer wenn man als Aussenstehender über Kindererziehung nachdenkt.
Aber tatsächlich ist es so, dass man immer nur zwischen mehreren schlechten Alternativen die heraussuchen kann, die vermeintlich den geringsten Schaden anrichtet.
Langer Rede kurzer Sinn: Trotz all der Sicherheitsvorkehrungen, obwohl wir nicht in Urlaub waren, zwei Jahre lang eigentlich nur zu Hause rumgesessen haben und so gut wie gar keine Freunde gesehen haben (abgesehen von denen im Kindergarten), auf der Arbeit nur mit Maske unterwegs waren und auch sonst alle Hygieneregeln eingehalten haben, hat es uns jetzt erwischt.
Wir haben absolut keine Ahnung wann und wo.
Und zwar die ganze Famile. Unser Sohn hat es mit zwei Tagen Fieber recht locker wegesteckt, wir Erwachsenen müssen da noch durch.
Und soll ich Ihnen etwas verraten?
Es fühlt sich irgendwie an wie eine Befreiung. Wir haben die Omikron Variante oder C# (Si-Sharp), was immer sie wollen. C halt.
Zwei Jahre lang haben wir unser Leben verbogen um diesem Virus auf jeden Fall aus dem Weg zu gehen und jetzt ist es einfach trotzdem da.
Es hat bei uns, so weit wir das erkennen können, glücklicherweise keinen grösseren Schaden angerichtet und wir werden in Quarantäne bleiben, damit das auch für unser Umfeld so bleibt. Aber irgendwie bin ich erleichtert.
Wenn man die ganze Zeit dieses Thema vor Augen hat, dann ist es, obwohl man es eigentlich vermeiden möchte, doch eine Genugtuung zu erfahren, dass es dieses Virus wirklich gibt und man es sich auch einfangen kann.
Irgendwie ist dies jetzt wirklich erst die Bestätigung dass der ganze Aufwand vorher nicht sinnlos war, selbst wenn er jetzt mit der Infizierung ad absurdum geführt wurde.
Ist das nicht seltsam?
Verabschieden wir uns nun also von der Hoffnung dem Virus entgehen zu können und korrigieren unseren vernebelten Blick in so weit, dass es nicht darum geht ob man das Virus bekommt, sondern wann.
In unserem Fall nach drei Impfungen, also mit milden Symptomen (Wobei die mir persönlich völlig ausreichen. Vor allen Dingen die Kopfschmerzen machen mich fertig).
Und für die Kinder die nicht geimpft werden können, hoffen wir dass sie auf Grund ihres Alters keinen schwerwiegenden Verlauf bekommen.
Ich vermute mal dass mehr als die Hälfte der Kinder im Kindergarten bereits das grosse C gehabt hat. Oftmals ohne es überhaupt zu wissen.
Was ich mich persönlich jetzt frage: Wir sind dreifach geimpft und dann bald auch noch genesen.
Zu was macht uns das dann? Das müsste ja einem Kryptonit-Super-Sonder-Wunderschutz gleichkommen.
Ich denke, ich werde mich in Zukunft in der Telefonzelle umziehen müssen um diesem Status gerecht zu werden.
Zumindest so lange es nicht wieder eine neue Variante gibt (also in zwei Wochen oder so...)

Du kommst hier nicht rein!

Lange ist es her dass ich etwas in diesem Blog geschrieben habe und viel erzählenswertes ist auch nicht passiert.
Corona hatte die Welt zeitweise komplett lahm gelegt und auch wir sind alle brav zu Hause geblieben.
Inzwischen ist das Einkaufen mit Mund-Nasenschutz schon zur Normalität geworden und Urlaub zu einem fernen Traum.
Jetzt gibt es die ersten Lockerungen, da fast die Hälfte der Deutschen (endlich) die erste Impfung gegen CoVid19 erhalten hat und viele Geschäfte machen wieder auf.
In wie weit das angemessen oder wieder einmal zu früh war wird sich noch zeigen, die Befürchtungen dass sich die Delta-Variante jetzt wieder schneller verbreiten könnte, sind allgegenwärtig.
Auch wir sind inzwischen das erste Mal geimpft, aber bis es so weit war ist auch schon wieder eine Geschichte für sich.
Meine Impfung ging tatsächlich reibungslos von Statten, da meine Firma sich um Impfdosen über den Betriebsarzt gekümmert hatte, aber die Impfung über Impfzentrum bzw. Hausarzt war eine totale Katastrophe.
Aber das nur am Rande.
Ich persönlich finde es noch zu früh um in Urlaub zu fahren, aber auch ich muss zugeben, dass ich ein Ende der Massnahmen herbeisehne.
Wir wollen ja irgendwann auch mal wieder nach China. Nicht zuletzt damit unser Sohn mal wieder Oma, Opa und all die anderen Familienmitglieder sehen kann bei denen er die ersten Lebensjahre aufgewachsen ist.
Aber so einfach ist das leider nicht. Aktuell gibt es keine Möglichkeit nach China zu reisen, denn seit dem 28. März 2020 gilt in China ein weitgehendes Einreiseverbot für Ausländer.
China hat also, wie der Türsteher einer übervollen Disko, einfach dicht gemacht.
Und auch Chinesen selber, die im Ausland leben haben es derzeit nicht einfach nach Hause zu kommen.
Und diejenigen die einreisen dürfen, werden auch nicht einfach dort hin geflogen wo sie hin möchten, sondern dorthin wo sich eines der Hotels befindet in denen man die Quarantäne absitzen muss (14 Tage Quarantäne plus 7 Tage Gesundheitsüberwachung. Je nachdem wo man landet auch schon mal 14 Tage Gesundheitsüberwachung).
Es kann also vorkommen, dass man eigentlich nach Beijing möchte, aber erst einmal nach Shanghai kommt.
Der Aufenthalt muss natürlich selber gezahlt werden und der anschliessende Weitertransfer zum eigentlichen Bestimmungsort auch.
Aber das sind nicht die einzigen Hürden. Selbst wenn man reisen könnte, würde man einen wirklich gesalzenen Preis für das Flugticket bezahlen müssen, denn die Preise haben sich mal eben verdreifacht.
Derzeit erkennt China auch noch nicht ausländische Impfstoffe wie Biontech (das deutsch-amerikanische Mittel) oder ähnliche an.
Man geht davon aus, dass es sich hier um eine Art Trotzreaktion handelt, da die chinesischen Impfstoffe bei uns auch nicht anerkannt werden.
Bisher ist noch nie ein Impfstoff aus China in Europa zugelassen worden.
Das wird sich in diesem Fall wahrscheinlich auch nicht so bald ändern, da China offensichtlich die nötigen Daten nicht zur Verfügung stellen möchte.
Man redet bereits von einem internationalen Impfpass und wie man für so ein Projekt zusammenarbeiten könnte, aber sind wir mal ehrlich: wenn man die Impfstoffe gegenseitig nicht anerkennt, wird das auch nichts mit einem internationalen Impfpass.
Wir sind also noch lange nicht am Ziel.

Never change a running system

Wenn man in Deutschland irgendetwas von irgendwelchen Behörden benötigt, geht das in der Regel nicht beim ersten Versuch, sondern es muss kommuniziert werden warum die verquere Einstellung des Amtes im aktuellen Fall völlig fehl am Platz ist.
Das beschreibt den Umgang mit deutschen Behörden und Ämtern eigentlich schon sehr ausführlich.
Wir haben aktuell auch wieder ein Thema, bei dem wir eine teilweise Kostenrückerstattung beantragt hatten, die natürlich erst einmal standardmäßig abgelehnt wurde.
Hintergrund ist, dass man nachweisen muss dass der besuchte Kurs, für den man das Geld wiederhaben möchte, auch erfolgreich abgeschlossen wurde.
Es wird also stillschweigend verlangt, dass man dem selben Amt das die Zertifikate ausgestellt hat, die das Bestehen bescheinigen, diese wieder zusammen mit dem Antrag auf Kostenrückerstattung einreicht.
Mal abgesehen davon dass das an sich schon völlig sinnbefreit ist, könnte man auf solche Dinge auch einfach im Antrag hinweisen, wie ich finde.
Nun gut, wie auch immer. Ich habe natürlich direkt bei besagtem Amt angerufen und mich erkundigt was nun zu tun sei.
Wie man mir sagte, könnte man einfach einen neuen Antrag einreichen oder gegen die Ablehnung Einspruch einlegen.
Es sei schneller einfach einen neuen Antrag zu stellen sagte man mir am Telefon.
Aber inzwischen habe ich ja auch ein wenig Lebenserfahrung und bin nicht das erste mal mit Behörden in Kontakt.
Da bei nicht eingereichtem Einspruch nach einem Monat der Anspruch auf das Geld erlischt, gehe ich davon aus, dass (gerade in jetzigen Zeiten, in denen Behördentätigkeiten noch länger dauern als sonst) ein bearbeiten eines neuen Antrags seitens des Amtes diese Frist übersteigen könnte und es gar kein Geld gibt.
Also schnell einen Brief aufgesetzt. Ja, genau, solche Dinge müssen in Deutschland zwingend auf dem Postweg erledigt werden (Ich bin ja schon froh, dass man es nicht faxen muss) (Den Antrag selber muss man übrigens auch postalisch einreichen).
Und da sind wir dann auch schon beim heutigen Thema:
An dieser Stelle konnte meine Frau nicht mehr an sich halten und musste lauthals loslachen.
Solche Dinge seien in China undenkbar und hätte es zuletzt gegeben als ihre Eltern noch jung waren.
Und ich muss ihr an dieser Stelle tatsächlich Recht geben. Deutschland lebt, während der Rest der Welt bereits im Zeitalter der Informationstechnik angekommen ist, weiterhin in der Bronzezeit.
Man mag vielleicht verstehen, dass man solchen Dingen wie dem bargeldlosen Zahlungsverkehr mit Hilfe des Mobiltelefons gegenüber misstrauisch ist, aber behördliche Kommunikation heutzutage noch ausschließlich auf dem Postweg zuzulassen ist in meinen Augen extrem rückwertsgewandt.
Man muss, wenn man einmal international vergleicht, schon gut suchen bis man noch ein Land findet in dem das so vorkommt.
Inzwischen fühle ich mich immer öfter so wie ein Einwohner eines Dritte-Welt-Staates wenn ich mich mit Freunden aus anderen Ländern unterhalte.
Es gibt nicht wirklich viele Themen bei denen man mithalten kann: Online-Unterricht, behördlicher Service per Email und über das Mobiltelefon, Hochgeschwindigkeitszüge und der Ausbau des Schienennetzes.
Und auch ganz einfach das Interesse an neuen Technologien und das Wissen um sie im täglichen Leben.
Man merkt immer und überall dass Deutschland das Land der alten Leute ist (und damit sind die trägen alten Leute gemeint und all die Leute für die früher immer alles besser war).
Verstehen Sie mich nicht falsch: Deutschland hat viele Vorteile gegenüber anderen Ländern und das macht es in der Gesamtheit zu einem mehr als attraktiven Ort den man sein Heim bezeichnen möchte.
Aber Aufgeschlossenheit und Interesse dem Neuen gegenüber gehören definitiv nicht dazu.
Um also auf unsere einleitende Überschrift zurückzukommen: Man kann ein laufendes System weiter laufen lassen.
Da spricht überhaupt nichts dagegen, vor allen Dingen nicht, wenn man sich nicht sicher sein kann ob die Alternative genau so gut funktionieren wird.
Man kann es aber auch übertreiben und immer weiter laufen lassen, während man zusieht, wie alle anderen Systeme mit Vollgas an einem vorbeiziehen.
Ein wenig mehr Innovationsgeist und (positiven) Blick in die Zukunft würde ich mir manchmal doch schon wünschen.

Schon wieder Corona (gähn...)

Deutschland befindet sich auf Grund von Corona und den rapide steigenden Zahlen an Infizierten im „Teil-Lockdown“.
Gaststätten, Kinos, Theater usw. haben geschlossen, während die Leute weiterhin zur Arbeit gehen müssen, wenn ihnen ihr Arbeitgeber nicht die Möglichkeit zum Home-Office ermöglicht.
Und die Schulen und Kindergärten sind auch offen.
Oder sagen wir lieber: Sie sind so lange offen, bis wieder jemand positiv auf Corona getestet wurde und werden dann eine Zeit lang geschlossen. Danach geht das Spiel wieder von vorne los.
So auch in unserem Kindergarten. Eine später positiv getestete Person hatte Kontakt zu zwei Kindergärtnerinnen, von denen dann eine auch positiv getestet wurde.
Das bedeutet Quarantäne für alle Kinder und anderen Personen die Kontakt mit ihr hatten, 14 Tage lang.
Man bekommt vom Gesundheitsamt eine lapidare SMS, so fern die Kindergartenverwaltung die Telefonnummer weitergegeben hat, die sagt: „Das Gesundheitsamt hat entschieden dass Sie in Quarantäne müssen. Alle Informatonen erhalten sie per email von...“.
In der Email steht dann noch einmal genau das gleiche in einer schöneren Formulierung und es gibt ein paar Links zu allgemeinen Dokumenten.
Nirgendwo steht bis wann man sich zu Hause einschliessen muss, das muss man bei seinem Kindergarten erfragen, denn eine Telefonnummer für den Ernstfall gibt es zwar auch, aber wie mir alle Beteiligten bestätigt haben, ist die Leitung selten besetzt.
Das Gesundheitsamt arbeitet auch am Limit. Das merkt man vor allen Dingen dann, wenn das offizielle Schreiben, in dem explizit steht warum und bis wann man in Quarantäne muss, erst eine Woche nachdem man bereits wieder vor die Türe darf im Briefkasten liegt.
Man ist also schön zu Hause geblieben, hat gehört dass es andere wirklich erwischt hat und fragt sich: „Haben wir es vielleicht auch, nur mildere Symptome?“
Nun, ohne Symptome kein Test, es sei denn man ist willens ihn selber zu bezahlen. Also weiterhin Ungewissheit.
Wenn man sich, wie ich, in der glücklichen Lage befindet dass die Firma einem anbietet kostenfrei einen Corona Schnelltest zu machen, dann sieht das ganze schon besser aus.
Also Stäbchen in den Hals (und zwar bis zum Anschlag.) und 30 Minuten auf das Ergebnis warten.
Der Test ist negativ, die Erleichterung gross und die Ungewissheit vorüber (Zumindest eine Zeit lang).
... und dann war da noch die Geschichte mit dem Ordnungsamt:
Als wir letztens beim Kinderarzt waren und wir in eine Gruppe Beamte vom Ordnungsamt gelaufen sind habe ich ein kleines Stück weit verstanden warum immer mehr Leute sich gegen die eigentlich sinnvollen Auflagen auflehnen.
Aber fangen wir von vorne an: Für den Besuch beim Kinderarzt nehmen wir neuerdings immer ein Taxi um die überfüllten Bahnen zu vermeiden.
Also Maske an, rein ins Taxi zum Kinderarzt. Hier muss selbstverständlich auch eine Maske getragen werden.
Nach dem ganzen Prozedere erst mal an die frische Luft und kurz durchatmen.
Auf dieser Strasse ist es leider neuerdings auch Pflicht eine Maske zu tragen (nicht dass man das irgendwo sehen könnte, das muss man einfach wissen).
Wir hatten die Maske also nicht einmal eine Minute ab und auch niemanden in unserer Nähe mit dem wir Viren hätten austauschen können, da mussten wir auch schon 50 EUR pro Person Strafe zahlen.
Keine mündliche Verwarnung oder ähnliches, sofort zur Kasse.
Das ist um so ärgerlicher, da wir eigentlich sehr darauf bedacht sind uns und andere zu schützen.
Wie gesagt: Da kann ich die Verdrossenheit einiger in der Bevölkerung durchaus nachvollziehen.
Wenn kein Dialog mehr möglich ist, sondern einfach nach schwarz und weiss unterschieden wird, dann machen die Maßnahmen grundsätzlich keinen Sinn, da niemand sie für gerecht erachten kann und dadurch ihre Befolgung grundsätzlich nicht unbedingt sinnvoll erscheint.
In meinen Augen ein klares Zeichen in die falsche Richtung.
Ich würde nicht so weit gehen und die Maßnahmen grundsätzlich in Frage stellen, aber es offenbart sich doch wieder das alte, leider viel zu deutsche Problem das ich auch schon vor Jahren in dem Artikel [[Klugscheißer]] beschrieben habe.
Neben der deutschen Überheblichkeit die Abarbeitung von Richtlinien ohne Sinn und Verstand.
Es macht mir immer weniger Spass in die Stadt zu fahren und ich hab auch die Lust verloren mich überhaupt noch mit Menschen auseinandersetzen zu müssen.
Ich bin im Moment einfach froh, wenn ich mit der Familie zu Hause sitzen kann und meine Ruhe habe (so fern man bei Home-Office mit Kind überhaupt von Ruhe reden kann).
Und damit das heute kein Artikel wird der völlig losgelöst vom Blog Thema „China“ ist, möchte ich ganz lapidar festhalten dass es all das im Reich der Mitte auch gibt: Eine allgegenwärtige Corona-Verdrossenheit, das Warten auf den ersehnten Impfstoff, Maßnahmen über Maßnahmen und eine Art Ordnungsamt, dessen Mitarbeiter herumlaufen, den Leuten das Leben schwer machen und sich aufführen wie die Axt im Walde.
Ein schwacher Trost, aber immerhin. Wir sind nicht alleine.

Durcheinander, 7, 8, schlecht

乱七八糟 (luàn qī bā zāo) ist ein interessanter chinesischer Ausdruck.
乱 (luàn) steht für Durcheinaner, Chaos, 七 (qī) ist die 7, 八 (bā) die 8 und 糟 (zāo) steht für erbärmlich, miserabel, schlecht.
Wort für Wort übersetzt ist es ein ziemliches Durcheinander und genau das drückt der Ausspruch auch aus.
Wenn das einfache Wort 乱 (luàn) für unordentlich nicht mehr ausreicht, dann hängt man noch die anderen Wörter hintendran um zu betonen, dass es sich wirklich um ein außerordentliches Chaos handelt.
Beschreiben kann man damit so ziemlich alles und genau das wollen wir auch heute tun.
Ich habe nämlich in letzter Zeit wieder vermehrt die Erkenntnis gewonnen, dass jeder Mensch für sich eine eigene Wahrnehmung der Welt entwickelt hat und viele Leute diese offensichtlch unbedingt auch lautstark zum Ausdruck bringen müssen.
Je chaotischer die Ansichten, desto lauter ihr Verfechter, so scheint es.
Corona hat viele unterschiedliche Meinungen entstehen lassen und zu teilweise recht skurrilen Ereignissen geführt.
Die sogenannten Hygienedemos, vor allen Dingen in Berlin, sind ein gutes Beispiel dafür.
Dabei möchte ich gar nicht, wie sonst in den Medien üblich, die ungewöhnliche Konstellation von Neuzeithippies und anderen eher linksgerichteten Protestlern die neben Reichsbürgern, Holocaustleugnern und anderen Individuen aus der eher rechten Szene protestieren herausstellen, sondern mich ganz bewusst ausschließlich auf die Inhalte der angemeldeten Demo selber beziehen.
Da ging es, ganz grob zusammengefasst darum, dass man die Maßnahmen die man zur Coronaeindämmung verordnet hat als zu drastisch einschätzt.
Da gibt es dann natürlich auch wieder unterschiedliche Abstufungen.
Die einen, die seit der Kurzarbeit finanziell kaum noch über die Runden kommen und Selbstständige die mit jedem Tag mehr Schulden anhäufen über Menschen denen das Tragen einer Maske über einen längeren Zeitraum dermaßen unangenehm ist, dass sie diese Maßnahme wieder abschaffen wollen bis hin zu Leuten die davon überzeugt sind dass es Corona gar nicht gibt, sondern es nur ein Vorwand ist um bald eine Impffpflicht zu verordnen und den Menschen einen Microchip zu implantieren, oder ähnliches.
Alles bunt durcheinander, ein wundersames, teils märchenhaft anmutendes Chaos. 乱七八糟 (luàn qī bā zāo).
Ich kann den Wunsch durchaus nachvollziehen, auch ich habe es satt beim Einkaufen und in der Straßenbahn ständig eine Maske tragen zu müssen.
Aber der Wunsch alleine reicht leider nicht aus um eine Pandemie zu beenden.
Zugegeben in Deutschland sind die Zahlen der schweren Fälle nicht mehr sehr hoch, aber weltweit sieht die Sache schon wieder ganz anders aus.
Ich habe oft die Befürchtung dass viele Menschen, selbst wenn sie oft im Ausland Ferien machen, sich mit ihrem Gemüt stetig in Deutschland befinden. Unfähig auch nur ein klein wenig über den Tellerrand zu schauen.
Und somit auch immer einen guten Teil von der Realität entfernt.
Diese Erfahrung hat sich, seitdem ich in China gelebt habe, natürlich noch verstärkt.
Bestes Beispiel sind all die Leute die einen erst fragen wie es sich denn so in China lebt und dann alle Informationen die man ihnen gibt als Unfug zurückweisen um einem dann zu erklären wie China wirklich ist. Nicht selten auch ohne jemals selbst dort gewesen zu sein.
In diesem Fall würde ich mir in der breiten Masse mehr Erfahrungen im Ausland wünschen.
Auf der anderen Seite denke ich dass gerade jetzt Urlaub im Ausland nicht die beste aller Ideen ist.
Aber auch hier scheine ich wieder alleine auf verlorenem Posten zu sein.
Als hätten die Deutschen die letzten Jahrzente eine Reisesperre über sich ergehen lassen müssen, sind sie direkt nach der ersten Welle alle wieder an die Strände dieser Welt gereist.
Ich verstehe ja dass viele Menschn irgendwann mal wieder zurück zur Normalität wollen, aber doch bitte nicht mit der Brechstange.
Aber das sind glücklicherweise nur kleine Rückschläge, denn ich denke dass alles in allem Deutschland gut gehandelt hat und seine Einwohner zum grossen Teil die Maßnahmen auch akzeptiert und gelebt haben (Ein wenig Meckern gehört nunmal einfach dazu, so sind wir Deutschen halt).
Zu Anfang drastische Maßnahmen um dem unbekannten Virus entgegenzutreten und jetzt immer mehr Lockerungen basierend auf immer weiteren Erkenntnissen die die Wissenschaft unaufhörlich sammelt.
Und auch ich bin der Meinung dass man in diesem Fall lieber etwas zu vorsichtig sein sollte, als alles wieder auf´s Spiel zu setzen.
Denn wir als Gesellschaft tragen eine Verantwortung den Risikogruppen gegenüber. Da ist es auch völlig egal ob man meint dass Masken nicht schützen oder die Todeszahlen nur Personen beziffern die mit Corona aber nicht zwangsläufig an Cororna gestorben sind.
Wir haben nunmal weltweit einen enormen Anstieg an Infizierten, an schweren Erkrankungen mit Corona und an Todesfällen mit Corona zu verzeichnen.
Und ich denke da ist es nicht zu viel verlangt, dass wir gegenseitig ein wenig auf uns aufpassen.
In der Welt gibt es bereits so schon einiges an Chaos, machen wir es nicht noch schlimmer.