Besuchen Sie die Hauptseite smart-r.at oder die anderen Seiten von mir: Xcomix , rat rec.studio , arts onic , Emotion pink/dust und grau . Skip to content

Aus eins mach zwei (so der Plan)

Nach erfolgreicher Eindämmung der drohenden unkontrollierten Überbevölkerung Chinas mit Hilfe der Ein-Kind-Politik hat man nun das Bevölkerungswachstum abgefangen und es ist rückläufig.
Nun hat man seit knapp zwei Jahren die Zwei-Kind-Politik eingeführt, um den all zu rapiden Fall der Geburtenzahlen abzubremsen.
Aber da hat man wohl die Rechnung ohne den Wirt gemacht, wie es so schön heisst. Es lassen sich mit Geldstrafen und dem versagen von sozialer Absicherung der ungewollten zusätzlichen Kinder durchaus Schwangerschaften verhindern, aber man kann Leute eben nicht dazu zwingen mehr Kinder zu zeugen.
Wir sehen es in Deutschland: Trotz Anreizen wie Steuererleichterung, Kinder- und Elterngeld werden in Deutschland immer weniger Kinder geboren. Ein Problem der modernen Gesellschaft, das sich weltweit in sozial und finanziell stabilen Gesellschaften zeigt.
In China kommen allerdings noch weitere Punkte hinzu, wie wir gleich sehen werden.
Die chinesische Regierung hat das Problem der älter werdenden Gesellschaft und den daraus resultierenden wachsenden Kosten sozialer Sicherungs- und anderer Systeme natürlich erkannt und erwägt Schritte um junge Paare zu ermuntern mehr Nachwuchs zu zeugen.
Bis jetzt gibt es allerdings bloss einen Appell, dass man doch bitte zwei Kinder in die Welt setzen sollte.
Eine ungeschickte Formulierung in einer Volkszeitung, die zu einem Umdenken anregen sollte, hat für grosse Entrüstung gesorgt.
„Kein Kind zu wollen, ist lediglich ein passiver Umgang mit dem Stress des modernen Lebens“ hiess es dort, worauf im Internet viele Leute ihrem Unmut Luft gemacht haben.
Ein Paar aus der Generation der Einzelkinder muss, neben den eigenen Verpflichtungen, für die beiden Elternpaare, also vier zusätzliche Personen aufkommen.
Dazu ein Immobilienmarkt, der es durchschnittlichen Verdienern oft unmöglich macht angemessenen Wohnraum zu erstehen. Und dann sollen sie auch noch mindestens zwei Kinder durchbringen.
Mal ganz abgesehen davon, dass es in China immer wieder Lebensmittelskandale oder wie kürzlich den Impfmittel Skandal, den wir in Artikel Was nicht tötet, härtet ab kennengelernt haben, gibt, die das Aufziehen eines Kindes zu einer echten Herausforderung machen.
Und dann ist da noch das Schulsystem. Wie ich ja schon öfters berichtet habe (zum Beispiel im Artikel Der grosse Test) gibt es für durchschnittliche Schulabsolventen keine Aussicht auf einen guten Job.
Man versucht also lieber mit erheblichem finanziellen und zeitlichen Aufwand ein Kind mit überdurchschnittlichen Noten (was in China bereits wieder durchschnittlich ist) grosszuziehen, als zwei mit durchschnittlichen Noten, die später keine Aussicht auf eine gute Anstellung haben werden.
Denn spätestens seit der Ein-Kind-Politik haben sich Eltern und Familie ganz und gar auf einen Zögling konzentriert und die Latte für Schulnoten damit um einiges höher gelegt.
„Die ich rief, die Geister, werd ich nun nicht los.“. Ein Problem das die chinesische Regierung offensichtlich mit dem Zauberlehrling teilt (Ist übrigens von Goethe, nicht von Walt Disney). ;-)
China hat neben vielen anderen grossen Problemen wie Umwelt- und Luftverschmutzung bald auch mit dem einer überalternden Gesellschaft zu kämpfen.

The dark side of the moon

„The dark side of the moon“ ist wirklich ein bemerkenswertes Album. Es wurde1973 von Pink Floyd herausgebracht und besticht schon durch die hervorragende Abmischung.
Dieses Album hat alleine schon vom technischen Standpunkt aus einen Standard erschaffen, den selbst heutige Produktionen trotz Hilfe der inzwischen verfügbaren Technik in der Regel nicht erreichen.
Sollten Sie also noch die Möglichkeit besitzen die elektronischen Sound-Verbesserungssysteme ihrer Anlage zu Hause abschalten zu können oder noch eine richtige HiFi-Anlage besitzen mit schweren Boxen, dann drehen Sie einfach die Lautstärke etwas höher und geniessen Sie. Oder holen Sie den alten, verstaubten AKG-Kopfhörer wieder aus dem Keller, es lohnt sich.
Der Albumtitel „The dark side of the moon“ bezeichnet die Mondrückseite, also die Seite, die wir von der Erde aus nicht sehen können. Denn der Mond dreht sich aus Sicht der Erde nicht, während er sie umkreist. Oder genau gesagt: Er dreht sich kaum. Da er auf einer geneigten, ellipsenförmigen Bahn um die Erde kreist, sehen wir ca. 59% seiner Oberfläche.
Das hat natürlich schon früh die Phantasie der Menschen beflügelt. Waren es früher Geschichten von Menschen, die sich bei Vollmond in Wehrwölfe verwandeln, so handeln heutige Geschichten vom Mond selbst und es gibt unzählige Verschwörungstheorien, was sich denn auf den 41% Mondoberfläche, die wir nicht sehen, so alles befinden könnte.
Von Waffenlagern, die die Nazis damals dort angelegt haben bis hin zu Kolonien von ausserirdischen Spezies, die von ihrem Aussenposten dort das Leben auf der Erde beobachten gibt es nichts, was nicht zu skurril wäre um Anhänger zu finden.
Wie passend, dass der Name des ersten Menschen der den Mond betreten hat (Neil Armstrong), rückwärts gelesen „Gnorts Mr. Alien“ ergibt. „Gnorts“ wird dann wohl eine Art Anrede sein. ;-)
Die Mondrückseite wurde bis heute nur aus der Ferne erkundet und kartografiert. Zuerst 1959 von der russischen Sonde „Lunik 3“, dann 1965 von der ebenfalls russischen Sonde „Zond 3“ und zuletzt vom „Lunar Reconnaissance Orbiter“ der NASA.
Das chinesische Raumfahrtprogramm, das ich im Artikel Der lange Marsch zum Himmelspalast bereits einmal vorgestellt hatte, sieht vor noch Ende diesen Jahres einen Rover (also ein ferngesteuertes Vehikel) dort zu landen.
Bereits 2013 wurde ein chinesischer Rover auf dem Mond ausgesetzt. Sein Name ist 玉兔 (yù tù), übersetzt der Jadehase.
Der Name ist der Geschichte um 嫦娥 (Cháng ‘é) entliehen, die wir im Artikel Vom Herbstanfang und einer Frau die zum Mond flog bereits besprochen hatten.
In einigen Erzählungen lebt sie, seit dem sie zum Mond aufgestiegen ist, dort mit einem Jadehasen, den man manchmal, bei guter Sicht, in den Kraterformationen von der Erde aus erspähen kann.
嫦娥 (Cháng ‘é) ist übrigens auch der Name der Mondsonden, die China zum Mond geschickt hat. 嫦娥3 (Cháng ‘é 3) hat den Rover namens 玉兔 (yù tù) „Jadehase“ auf dem Mond abgesetzt.
Die aktuelle Mondmission, die den Namen 嫦娥4 (Cháng ‘é 4) trägt, war ursprünglich bereits 2015 geplant, es ist aber zu Verzögerungen gekommen, somit ist sie um einige Jahre verschoben worden.
Im Mondschatten, wenn der Mond zwischen der Raumsonde und der Erde steht, ist keinerlei Kommunikation mit der Erde möglich, was der Besatzung der damaligen Apollo 10 Mission, als sie ihn 1968 durchflog und trotzdem eine Art fremdartige Musik über die Lautsprecher empfangen konnte, einiges an Kopfzerbrechen bereitet hat. Offensichtlich sind Pink Floyd nicht die einzigen mit Musik hinter dem Mond. ;-)
Dieser Vorfall war bis 2008 nicht bekannt, da er als klassifiziert eingestuft wurde, was natürlich auch wieder unnötigerweise viele Verschwörungstheorien herauf bechwört hat.
Wenn man es aber einmal ganz nüchtern betrachtet, werden wahrscheinlich irgendwelche Magnetfelder oder Radiowellen unbestimmbarer Herkunft eine Geräuschkulisse haben entstehen lassen, die als Musik wahrgenommen wurde.
Schliesslich ist es eine menschliche Eigenart nach bekannten Mustern zu suchen. So sehen wir auch ständig in Wolkenformationen, zerknüllten Papiertaschentüchern oder im Blätterdach der Baukronen menschliche Gesichter.
Da sich die aktuelle chinesische Mission auch auf der Mondrückseite abspielen soll, ist als Vorbereitung bereits eine Sonde positioniert worden als Relaisstation für den Datenverkehr zwischen Erde und dem Rover.
Der Name dieser Sonde stammt ebenfalls aus der chinesischen Mythologie und lautet 鹊桥 (què qiáo), übersetzt die „Elstern-Brücke“.
Vielleicht erinnern Sie sich noch an den Artikel Abend der sieben. Er handelte von einer Fee, die mit einem Menschen eine Beziehung eingegangen ist, woraufhin man die beiden getrennt hat. Nur einmal im Jahr bilden die Elstern für sie eine Brücke, damit sie sich treffen können.
Ich finde das chinesische Raumfahrtprogramm ist schon alleine auf Grund seiner Namensgebungen absolut interessant.
嫦娥4 (Cháng ‘é 4) soll im „Von Kármán Mondkrater“, der nach Theodore von Kármán, einem Pionier in der Luftfahrt und Raketenforschung benannt ist, in der südlichen Hemisphäre auf der Mondrückseite landen um den Rover dort abzusetzen.
Wir dürfen also gespannt sein, ob dieser vielleicht anstatt der geplanten Gesteinsproben eine alte Getränkedose ausserirdischen Ursprungs mitbringt... Wir werden sehen. Bis dahin sage ich „Auf-Wieder-Gnorts“. ;-)

Klub der Söhne

Die Zeiten, in denen man als Ausländer für seine Firma nach China gegangen ist und obszön viel Geld verdient hat, sind Geschichte.
Schade eigentlich, wer würde sich nicht gerne eine goldene Nase verdienen, ohne gross etwas dafür zu tun, bloss den Stadort zu wechseln.
Es mag vielleicht noch die ein oder andere Firma geben, die Leuten in bestimmten Positionen viel Geld bezahlen wenn sie nach China gehen, aber in der Regel sind diese Zeiten vorbei.
Ich kenne Geschichten von Leuten, die ein vielfaches ihres Lohnes als Anreiz bekommen haben um im Reich der Mitte zu arbeiten.
Darüber hinaus sind alle Eventualitäten bezahlt worden. Darunter die Miete inklusive einer Haushälterin, ein Auto plus Fahrer, ein persönlicher Dolmetscher, Freiflüge, der Kindergarten oder die Schule für die Kinder, Sprachkurse usw.
Diese, teilweise aberwitzigen Geschenke gibt es heute in der Regel nicht mehr. Man bekommt als Zugabe zu seinem Gehalt meist so etwas wie regelmässige Freiflüge in die Heimat, Sprachkurse oder einen Mietzuschuss.
Es geht einem also genau so gut oder schlecht, wie in Deutschland auch. Und das ist ja absolut in Ordnung, damit kann man auch in China wunderbar leben. Man muss nur ein paar Dinge beachten:
China ist in seinen Metropolen nicht das Billigland ist, für das man es im Westen in der Regel hält.
Inzwischen haben namhafte Restaurants ebenso gesalzene Preise, wie im Westen auch.
Es ist natürlich immer noch möglich preisgünstigere Alternativen zu finden, aber man merkt überall eine ganz klare Tendenz zu Preiserhöhungen.
Leben in Chinas Metropolen kann schnell ins Geld gehen. Markenprodukte sind in der Regel teurer als bei uns, selbst wenn sie hier hergestellt wurden und die Miete setzt natürlich allem noch mal die Krone auf.
Der Mietspiegel steigt stetig an, man macht Verträge für ein Jahr oder sogar nur ein halbes, dann kann man sich entscheiden ob man die erhöhte Miete noch bezahlen kann, oder wieder umzieht.
Man kommt als Mieter in Städten wie Beijing viel rum. Man fühlt sich wie ein Nomade.
Man muss also weiter raus in die Vororte ziehen und in Kauf nehmen, dass man tagtäglich mehrere Stunden im Gedränge der öffentlichen Verkehrsmittel oder im Stau auf den Strassen verbringt.
Dann kommen noch kleine Gemeinheiten hinzu, die man vorher nicht bedacht hat:
Sie sind verheiratet und wollen ihre Steuerklasse entsprechend anpassen ? Nun, das funktioniert natürlich nur, wenn Ihr Partner auch in Deutschland gemeldet ist und dort Steuern zahlt. Damit hat sich das für mich schon mal erledigt. :-(
Aufspielen sollte man sich ja grundsätzlich nicht und Leute, die ihr Gehalt mit dem der Einheimischen vergleichen, erleben oft eine Überraschung.
Auch wenn man nach deutschem Standard finanziell noch recht gut dasteht, gehört man in China zu den unteren Einkommensschichten.
Seitdem China sich in den 80er Jahren geöffnet hat und es Privatleuten erlaubt ist Firmen zu betreiben, sind unglaublich viele Menschen sehr schnell reich geworden.
Und das hat auch wieder neue Jobs entstehen lassen, die Gehälter nach oben wachsen lassen, somit auch die Lebenshaltungskosten und so weiter.
Und auch wer ein Appartement in einer der Grossstädte sein Eigen nennen konnte, hat die Möglichkeit gehabt, seinen Reichtum immer weiter zu vermehren und ein Appartement nach dem anderen zu kaufen, abbezahlt mit den Mieteinnahmen der anderen.
Eine Herausforderung für junge chinesische Männer ist es heutzutage, dass sie, um eine geeignete Partnerin zu finden, bereits in frühen Jahren ein Appartement und Auto vorweisen müssen, damit sie für die hiesige Frauenwelt überhaupt interessant sind.
Somit sparen die Eltern und Grosseltern bereits das Geld zusammen, das es dem Sprössling später hoffentlich einmal ermöglicht auf dem Wohnungsmarkt mit den stetig steigenden Quadratmeterpreisen die eigenen vier Wände zu erstehen.
Das ist der Kampf, den ganz normale Familien bestreiten müssen und in deren Augen ist jemand wie ich bereits ein Nichts.
Natürlich gibt es eine unvorstellbare Masse an Menschen in China, die finanziell am absoluten Minimum oder darunter leben, aber die sieht man in Städten wie Beijing in der Regel nicht.
Zum einen wird dafür gesorgt, dass man sie nicht sieht, zum anderen leben die meisten Armen in China auf dem Land und in den Dörfern.
Im täglichen Leben, als Ausländer in China, trifft man normalerweise Chinesen, denen es finanziell nicht schlecht geht.
Einkommen, in vergleichbaren Positionen, die teilweise ein gutes Stück über dem meinem liegen, sind hier die Regel.
Aber ich will mich nicht beschweren. Schliesslich geniesse ich, auf Grund meines deutschen Vertrages, die Vorteile eines soliden sozialen Netzes, das mich auffängt, sollte ich krank, arbeitslos oder sogar arbeitsunfähig werden und einen entsprechenden Kündigungsschutz geniesse ich im Gegensatz zu jemanden mit einem chinesischen Vertrag auch.
Aber für die meisten chinesischen Frauen wäre ich, mangels Liquidität, als potenzieller Lebenspartner nicht einmal eine Überlegung wert.
Der Grund, dass sie mir auf der Strasse trotzdem hinterherschauen ist der, dass das Vorurteil des reichen Ausländers noch in den Köpfen der meisten Leute hier herumspukt. Aber machen wir uns nichts vor, ich bin hier nur ein kleines Licht.
Und dann gibt es da noch die besagten Leute, die unglaublich viel Geld gemacht haben und jetzt mit Bentley, Porsche oder Lamborghini durch die Innenstadt fahren.
Oder besser gesagt: Die Kinder der Leute die Geld gemacht haben sind es, die mit Luxuskarossen und allem möglichen Bling-Bling auf sich aufmerksam machen. Denn auch in China ist es nicht anders als bei uns: Es ist meist die zweite oder dritte Generation, die zeigen will, was sie hat (bzw. noch erben wird).
Noch in den 70er Jahren hätte man für eine derartige Zurschaustellung von Reichtum in China gelyncht werden können, heutzutage ist es ganz normal.
Treffen tut man sich dann aber doch lieber abseits des Pöbels in Privatclubs, von denen es in Beijing auch immer mehr gibt.
Man könnte sie auch passenderweise die „Klubs der Söhne“ nennen, um eine Analogie aus dem Film Metropolis zu benutzen.
(Ich hoffe, Sie haben Metropolis gesehen. Falls nicht, holen Sie es unbedingt nach. Es lohnt sich und inzwischen gibt es auf so ziemlich jeder Videoplattform im Internet die restaurierte Version von 2010/2011 frei zu sehen.)
China bewegt sich, was soziale Ranggefüge angeht, tatsächlich in Richtung Metropolis. Eine Oberschicht, die sich rasant von Unter- und Mittelschicht absetzt.
So lange es die Mittelschicht noch gibt, hinkt der Vergleich mit Metropolis zwar etwas, aber um eine Oberschicht zu finden, die eine Unterschicht ausbeutet, muss man nicht lange suchen (Aber auch das ist natürlich wieder ein globales Problem, kein typisch China spezifisches. Was eben jener Film wunderbar zum Ausdruck bringt, schliesslich thematisiert er dieses Phänomen bereits 1925.).
Was in diesen Privatclubs passiert, kann ich mir auch nur anhand von Reportagen, die es hier und da gibt, zusammenreimen.
Aber es wird nicht anders sein als in Privatclubs überall auf der Welt. Etwas Party, etwas Business und viel teure Getränke und Entertainment.
Mehr als ein viertel aller Milliardäre weltweit sind bereits Chinesen, Tendenz steigend. Auch interessant ist, dass die Reichtümer hier wesentlich grösser sind, als es in anderen Staaten der Fall ist.
Da das Wort superreich immer wieder gerne mal für alles mögliche gebraucht wird, müssen wir hier schon von extrem superreich reden.
Menschen, die (natürlich inoffiziell) komplette Landstriche besitzen, oder alleine der Umstand, dass Unternehmen, die in China beheimatet sind und mit zu den weltweit grössten ihrer jeweiligen Zunft zählen, sich in Privatbesitz befinden, sind ein Indiz dafür, über welche Grössenordnungen wir hier sprechen.
Die Gründe dafür sind simpel: Zum einen das anhaltende, gute wirtschaftliche Wachstum, das eine Nachfrage bei einer riesigen Bevölkerung geschürt hat.
Und der Umstand, dass der Markt noch neu war und man so ziemlich alles verkaufen konnte.
Obwohl Chinas Regierung noch den Kommunismus auf den Fahnen stehen hat, sind Land und Leute inzwischen kapitalistisch geprägt bis ins Mark.
Ich habe selten so viele Menschen getroffen, die über nichts anderes reden als das Geld.
Es scheint, als wollte man den gesamten kapitalistischen Weg mit all seinen Irrungen, Ungerechtigkeiten und Konflikten, die aus seiner Natur im Westen entstanden sind, innerhalb kürzester Zeit kopieren und eventuell noch übertreffen.
Es kann einem manchmal wirklich Angst machen mit welcher Selbstverständlichkeit dem heiligen Geld wirklich alles geopfert wird.
Ein weiterer Grund dafür, dass einige Menschen sehr, sehr reich geworden sind, hängt natürlich auch mit der allgegenwärtigen Korruption zusammen.
Viel Geld ist auf höchst fragwürdige Weise gemacht worden, auch wenn das immer gerne verschwiegen wird.
Es sickert hin und wieder etwas durch von korrupten Geschäften, die dann durch Marktreformen mehr oder weniger legalisiert wurden.
„Durch ehrliche Arbeit ist noch niemand reich geworden“. Ein Sinnspruch, der durchaus seine Berechtigung hat.
In der Regel lässt man für sich arbeiten, oder man macht krumme Geschäfte um an das richtig grosse Geld zu kommen.
Und die gewinnbringenden Chancen und Insider Informationen schustert man sich ausschliesslich unter seinesgleichen zu.
Aber sind wir ehrlich: Auch das ist kein typisch chinesisches Problem. Diesem Umstand begegnet man überall dort, wo Geld ist.
Eine Hand wäscht die andere, eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus. Die unzähligen Aussprüche für derartige Dinge machen bereits deutlich, dass es weiss Gott kein Ausnahmeverhalten ist.
In China ist nur alles wieder eine Nummer grösser. So wie eigentlich alles.

Camera Obscura

Die Camera Obscura ist eigentlich bloss ein dunkler, leerer Raum mit einem Loch in der Wand.
Das Prinzip kann man auch auf einen Schuhkarton oder ähnliches übertragen. Man kennt das Phänomen auch unter dem Namen Lochkamera.
Es ist ein Konstrukt, um die Funktion des menschlichen Auges nachzubilden.
Licht dringt durch das Loch in den Raum bzw. Karton und wird an der gegenüberliegenden Wand kopfüber projiziert.
Der Name kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie dunkle Kammer.
Heutzutage mutet er recht seltsam an, da man bei Camera an eine Videokamera denkt und obskur heutzutage in der Regel für fragwürdig, anrüchig, zweifelhaft und ähnliches gebraucht wird. Und genau da kommen wir zu unserem heutigen Artikel. In Städten wie Beijing sind unzählige Kameras installiert.
Neben Verkehrsüberwachungsanlagen gibt es auf jeder Hauptverkehrsstrasse und auch in jedem alten Stadtviertel, in den letzten, verdreckten Ecken, wo kaum ein Mensch jemals herumläuft Kameras der unterschiedlichsten Bauformen.
Selbst in unseren Büroräumen gibt es Kameras, auf die wir als Firma selber gar keinen Zugriff haben, sondern lediglich die Hausverwaltung. Das ist in China ganz normal.
Es werden ständig und rund um die Uhr Menschenströme überwacht um herauszufinden, wer sich obskur verhält. (Wer einmal in London war, wird so etwas ähnliches schon einmal erlebt haben).
Dazu ist das System mit intelligenter Software ausgestattet und kann Gesichter erkennen. Es hört auf den Namen 雪亮 (xuě liàng).
Der Ursprung dieses Namens geht auf den Ausspruch 群众的眼睛是雪亮的 (qún zhòng de yǎn jing shì xuě liàng de) von Mao (毛泽东 máo zé dōng), dem Gründer der Chinesischen Volksrepublik zurück.
Frei übersetzt: „Die Augen der Menschenmassen sind die schärfsten“ (雪亮 xuě liàng wörtlich übersetzt bedeutet eigentlich „der Glanz des Schnees“).
Hintergrund dieses Ausspruchs ist der, dass alle Leute sich gegenseitig beobachten sollten, um unerwünschtes Verhalten zu melden.
Es ist geplant, neben den Kameras, die den öffentlichen Raum, die U-Bahnen und Shoppingmalls beobachten, auch bereits installierte, private Kameras in den Wohnblöcken, oder eben jene wie die aus unseren Büroräumen, mit in das System zu integrieren.
Ein System, von dem viele Leute auch im Westen träumen. Grundrechte und Datenschutz Verordnungen verhindern die Installation solch eines Überwachungsapparates aber bisher in Deutschland.
In anderen Staaten geht man bereits auch in diese Richtung. Amerika und England, um nur zwei zu nennen.
Wenn man den Medien trauen kann, sind in China derzeit 180 Millionen öffentliche Kameras installiert und bis 2020 sollen es sogar 600 Millionen werden.
Bis jetzt ist die Kamera pro Kopf Verteilung in den Vereinigten Staaten mit 62 Millionen Kameras (Stand 2016) noch höher, aber das wird sich dann ändern.
Ein Vorfall der gerade in den Medien die Runde macht, handelt von einem Mann, der polizeilich gesucht wurde und sich in der Menschenmenge eines Konzertes verstecken wollte.
Sage und schreibe 60.000 Menschen besuchten das Konzert, was die Behörden offensichtlich trotzdem nicht vor ein ernstzunehmendes Hindernis gestellt hat.
Mit Hilfe der Gesichtserkennung konnte der Gesuchte innerhalb kürzester Zeit dingfest gemacht werden.
Aber die Technik wird natürlich auch anders verwendet, teilweise auch um die Menschen daran zu gewöhnen.
Angeblich gibt es bereits einen KFC Laden, in dem man mit Gesichtserkennung bezahlen kann. Einmal in die Kamera gelächelt und das Geld wird abgebucht (eine schaurige Vorstellung, aber durchaus zukunftsweisend).
Und auch kuriose Auswüchse dieser Technik sind bereits bekannt. So soll es bereits in der Nähe des Himmelstempels (天坛 tiān tán) in Beijing eine vollautomatische Toilette geben, in der den Benutzern anhand der Gesichtserkennung nur eine limitierte Menge an Papier zur Verfügung gestellt wird.
Aber kommen wir wieder zurück zu den ernsteren Themen: Man hört immer wieder, dass sogenannte „soziale Listen“ angelegt werden sollen, die Verkehrsverstösse oder anderes unerwünschtes Verhalten dokumentieren, um es auffälligen Individuen zu erschweren zum Beispiel Flug- oder Bahntickets zu erwerben.
Aber auch die Erfassung von regelmässigen Abläufen, um mit Hilfe von intelligenten Programmen sogenanntes Problemverhalten zu analysieren und sogar vorauszusagen ist ein grosses Thema.
Einige Firmen in den Städten 重庆 (chóng qìng) und 北京 (běi jīng) arbeiten bereits ziemlich erfolgreich an diesen Technologien und da Datenschutz in China nur eine verschwindend kleine Rolle spielt, hat man, um die Systeme lernen zu lassen, die weltweit grösste Datenbank an Passbildern zur Verfügung.
Das grosse Ziel wird hier sein, diese Systeme weiter auszubauen und mit Bankdaten, Social Media, den Taxi Apps und allem was sonst noch Daten liefert, zusammenzufassen.
Man sagt immer so lapidar, dass George Orwell’s 1984 nicht mehr weit entfernt ist, dabei sind wir bereits mittendrin.
Somit werden langsam aber sicher die „menschlichen Kameras“ abgelöst, die man überall an exponierten Plätzen findet.
Die Rede ist von Mitarbeitern des Sicherheitspersonals, das es in jeder Wohnanlage, in jedem grösseren Kaufhaus und an unzähligen Plätzen überall in der Stadt gibt.
Wenn jemand beraubt wird, sind diese Wächter in der Regel nicht zu gebrauchen. Sie verhindern keine Straftaten, sondern registrieren sie lediglich.
Wenn man sich an einen von ihnen wendet, wird man eh an die Polizei weiter verwiesen, es macht für einen selber also keinen Unterschied ob sie da sind, oder nicht.
Ebenso wie die unzähligen Kameras, reagieren sie nicht auf Kleinkriminelles Verhalten um den Geschädigten zu helfen.
Ein immer wieder gerne zitiertes Beispiel sind die Schrankenwächter, die den Zugang zu den Wohnblocks und den Communities bewachen.
Ein Dieb kann unter ihren Augen ein Fahrrad entwenden oder Zugang zu den Wohnblöcken bekommen. Man fragt sich wofür sie eigentlich da sind.
Und wenn man etwas weiter in die chinesischen Viertel, etwas abseits der schicken Büroviertel schaut, findet man noch die klassischen Aufpasser.
Berufene aus dem Viertel, die sich mit Tisch, Stühlen und einer Schärpe in den Schatten der Bäume setzen und aufpassen, dass alles seinen geregelten Weg geht (So eine Art freiwillige Sittenpolizei).
Aber um wieder auf die modernen Systeme zurückzukommen: Es hat sich herausgestellt, dass es gegen jedes Mittel auch ein wirksames Gegenmittel gibt.
Wenn man es übertreibt, wehrt sich dem Mensch mit Hilfe von Low-Tech gegen den mächtigen High-Tech Gegner, wie ein Beispiel aus 重庆 (chóng qìng) zeigt:
Das Eingangstor eines Wohnblocks wurde mit der Gesichtserkennung ausgestattet, was es sämtlichen Lieferanten, Besuchern, Müllsammlern etc. unmöglich gemacht hat, hineinzukommen. Daraufhin hat man das Tor einfach nicht mehr geschlossen. :-D

Werkzeug der Harmonie

Was haben alte, bekannte Kunstwerke oft gemeinsam?
Egal ob es sich um Gemälde, Bauwerke oder Musik handelt, sie haben oft mehr zu bieten, als es auf den ersten Blick den Anschein hat.
Im Artikel Alles was zählt sind wir ja schon einmal kurz auf Bedeutungen von Zahlen in China eingegangen.
Bleiben wir zuerst einmal wieder in China: Der Kaiserpalast in Beijing, der auch unter dem Namen „die verbotene Stadt“ bekannt ist, ist selbstverständlich auch unter Zuhilfenahme einiger magischen Nummern entstanden.
So wie unzählige andere Bauwerke auch, aber als Beispiel kommt er mir gerade ganz gelegen.
Ähnlich den Pyramiden in Ägypten, folgen viele Dimensionen in der verbotenen Stadt bestimmten Regeln.
Zum Beispiel stehen Länge und Breite der „Halle der höchsten Harmonie“ oder auch der „Halle zur Bildung der Gefühle“ in dem Verhältnis Neun zu Fünf.
Im alten China unterschied man die geraden und ungeraden Zahlen und ordnete sie Yin und Yang (阴阳 yīn yáng) zu.
Unter den ungeraden Zahlen kleiner als Zehn ist Neun die höchste Zahl. Und die Mitte von 10 ist Fünf.
Die beiden Zahlen haben also einen besonderen Stellenwert und sind damit perfekt um die kaiserliche Macht zu symbolisierten.
Die Haupthallen sind immer als Gruppe von 3 Gebäuden arrangiert, was das Zeichen ☰ (乾 qián) und dessen Bedeutung „Himmel“ repräsentiert. (Sie erinnern sich vielleicht noch an den Artikel Alles in Bewegung)
Dagegen sind die Wohngebäude im inneren Teil der Anlage stets zu 6 Gebäuden gruppiert, was wiederum das Zeichen ☷ (坤 Kūn) und seine Bedeutung „Erde“ repräsentiert.
Aber auch andere Zahlentheorien, die weltweit bekannt sind und nicht nur im alten China, in der griechischen Antike und in Ägypten ihre Anwendung fanden, sondern von der Natur selber genutzt werden, finden sich in Bauwerken (unter anderem dem Kaiserpalast) wieder.
Viele Kunstwerke sind auf Grund von Zahlentheorien, nicht selten nach dem goldenen Schnitt entworfen worden.
Um den goldenen Schnitt schnell zu erklären, stellen wir uns vor, dass wir eine gegebene Strecke so in zwei Teilstrecken teilen wollen, dass das Verhältnis der kleinen zur grossen Teilstrecke gleich dem Verhältnis der grossen Teilstrecke zur Gesamtstrecke ist.
Was hier beschrieben wird, ist genau genommen ein mathematisches Verhältnis.
So betrachtet, erzeugt also die lange Teilstrecke geteilt durch die kurze Teilstrecke das gleiche Ergebnis wie die Gesamtstrecke durch die lange Teilstrecke. Nämlich 1,618039887... usw.
Diese Zahl wird die goldene Zahl genannt, sie ist irrational, hat also unendlich viele Stellen hinter dem Komma und einige mathematische Besonderheiten. (Zum Beispiel wenn man Kehrwert bildet. Aber das würde zu weit führen.)
Der goldene Schnitt beschreibt eine Proportion, die in der Natur immer wieder vorkommt und auch auf den Menschen eine natürliche Anziehungskraft ausübt.
Fingerglieder zueinander, Finger zu Hand, Hand zu Arm, alles folgt dem goldenen Schnitt. Und auch die Körpergrösse wird nach dem goldenen Schnitt genau am Nabel geteilt.
Gemälde, die in den Proportionen des goldenen Schnitts gemalt sind, wirken natürlich und formvollendet.
Beispiele lassen sich zu tausenden in der klassischen Malerei finden: Ein Grossteil der Werke von Leonardo da Vinci („Der vitruvianische Mensch“ und die „Mona Lisa“, um nur die bekanntesten zu nennen), die „sixtinische Madonna“ oder „die Schule von Athen“ von Raffael und und und.
Neben dem goldenen Schnitt gibt es noch die sogenannte goldene Spirale.
Um sie zu erklären, müssen wir erst einmal wieder zurück zur Mathematik: Leonardo Fibonacci entdeckte eine unendliche Folge von Zahlen, die, ähnlich dem goldenen Schnitt sehr interessante und außergewöhnliche Eigenschaften aufweisen.
Der Aufbau ist höchst simpel: Jeweils die Summe zweier aufeinanderfolgender Zahlen ergibt die unmittelbar danach folgende Zahl.
Fangen wir mit der 1 an, so haben wir nur eine Zahl, können also nichts miteinander addieren. Somit wäre die nächste Zahl wieder eine 1.
Jetzt haben wir zwei Zahlen, die wir miteinander addieren können 1 und 1. Die nächste Zahl wäre also die 2.
Danach addieren wir die 2 mit der (zweiten) 1 und erhalten die 3.
Dann die 3 mit der 2 ergibt 5 usw. Die Zahlenfolge sieht dann wie folgt aus: {1,1,2,3,5,8,13,21,34,55...}
Wenn man Muster in der Natur untersucht, so findet sich diese Zahlenfolge auch hier in unzähligen Erscheinungsformen wieder.
Die Art wie Blumen Blätter anordnen, die Anordnung von Samen in einer Sonnenblume, die Schuppenordnung von Tannenzapfen, die Anordnung der Stacheln von Kakteen, der Aufbau der Ananasfrucht. Die Liste ist endlos.
Wenn man aus der Zahlenfolge zwei aufeinanderfolgende Zahlen herausnimmt und die grössere mit der kleineren dividiert bekommt man einen Annäherungswert an die Zahl des goldenen Schnittes.
Je grösser die Zahlen, desto genauer das Ergebnis. 8 durch 5 ergibt 1,6. 13 durch 8 ergibt 1,625. 21 durch 13 ergibt 1,61538... usw.
Und aus den Zahlen der Fibonacci Folge kann man ein Muster aufbauen, indem man die Zahlen jeweils als Kantenlänge eines Quadrates interpretiert und so eine Spirale aufbaut.
Das erste Quadrat hat die Kantenlänge 1, ebenso das zweite. Das dritte hat die Kantenlänge 2, das vierte 3 usw.
Auch dieses Muster findet sich in der Natur auffällig oft wieder. Und zwar nicht bloss im Aufbau von Schneckenhäusern. Aber dazu später.
Diese mathematischen Konzepte haben immer wieder Einzug in Kunstwerke gehalten, darunter Dante Alighieri’s „La Commedia“, die „Venus von Milo“ und viele andere.
Ich möchte Ihnen an dieser Stelle ein überaus aktuelles nicht vorenthalten:
Das Lied Lateralus auf gleichnamigem Album von der Band Tool.
Das Schlagzeug, so wie der Gesang sind anhand der Fibunacci Zahlen aufgebaut. Die Silben des Textes sind so auf den Rhytmus aufgeteilt dass sie in aufsteigender und absteigender Weise dieser Zahlenreihe folgen.
Dieses Konzept zieht sich durch das Stück wie ein roter Faden.
Auch diese Textblöcke an sich folgen den Zahlen. Der erste Block wird wiederholt, bevor der zweite folgt (also 1,1,2).
Darüber hinaus gibt es auch im Text selber viele Dinge, die mit den Nummern in Zusammenhang stehen und auch dass der Gesang bei 1:37 Minuten anfängt ist kein Zufall.
Anders geschrieben fängt der Gesang bei 1,618 Minuten an. Da haben wir wieder den goldenen Schnitt.
Und es geht weiter und immer tiefer hinein. Aber das würde hier zu weit führen. Sollten Sie sich dafür interessieren, bemühen Sie doch einfach mal die Suchmaschine Ihres Vertrauens. ;-)
Die Kunst nutzt also bis heute gerne Phänomene, die sich auch in Spiralgalaxien und Wirbelstürmen wiederfinden lassen.
Die Theorie des Urknalls besagt, dass das physikalische Universum spiralförmig aus einem heißen, dichten Punkt entstanden ist, der als Sigularität bezeichnet wird.
Einige alte Religionen, wie zum Beispiel der Mahayana Bhuddismus (महायान mahāyāna in Sanskrit) beschreiben das Universum als Indra’s Netz von Juwelen, basierend auf einer noch älteren vedischen Lehre, was der Beschreibung der modernen Physik heutzutage sehr nahe kommt.
Es wird gerne mit einem Spinnennetz verglichen, das sich in alle Dimensionen ausdehnt. Das Netz besteht aus Tautropfen und in jedem dieser Tropfen sieht man die Reflektion aller anderen Tropfen.
Ähnlich heutigen Projektionen des Universums, in dem das kleinste Element noch das Muster des Ganzen enthält.
Ähnlich der Fraktale, die in den 80er Jahren von Benoît Mandelbrot entdeckt wurden.
Mathematische Gleichungen, deren Visualisierungen sich in einem gewissen Rahmen immer wiederholen, je weiter man einen beliebigen Ausschnitt vergrössert, aber auch immer wieder Veränderungen hervorbringen.
Alles ähnelt der kosmischen Spirale, oder dem Mikro- und Makrokosmos, wie wir sie aus der Physik kennen und deutet wieder auf den goldenen Schnitt, die Fibunacci Folge und die Spirale hin.
Und dieses Wissen ist tatsächlich nicht neu. Es ist lediglich durch moderne Technik, Methoden und Denkmodelle wiederentdeckt worden.
Fraktale Darstellungen finden sich weltweit an unzähligen Tempelanlagen wieder. Der goldene Schnitt und die goldene Spirale findet man in so ziemlich jedem historischen Kunstwerk wieder.
Das vorhin angesprochene Beispiel der alten indischen Religion, in der man Indra’s Netz nicht nur zur Erklärung der Dinge, die wir sehen können, sondern auch zur Beschreibung des „leeren“ Raumes und der Verbindung durch ihn verwendet, findet sich so ähnlich auch in alten chinesischen Schriften wieder.
Das Qi (气 qì), das noch aus der Lehre des Daoismus stammt, beschreibt eine Energie, die die Dinge auf unsichtbare Weise miteinander verbindet.
Bis heute glaubt man in der chinesischen Medizin zum Beispiel, dass man berührungslos mit Hilfe dieser Energie Einfluss auf den Körper nehmen kann.
Indra’s Netz oder auch das Qi (气 qì) ähneln dabei interessanterweise dem modernen Verständnis, mit dem wir heutzutage versuchen das Universum zu erklären.
Man geht heutzutage davon aus, dass auch der Raum zwischen den Planeten tatsächlich nicht einfach leer ist (das würde sich nämlich physikalisch nicht mit den messbaren Ausbreitungsparametern des Universums decken), sondern sagt ihm Eigenschaften nach, mit denen er tatsächlich die sichtbare Materie miteinander verbindet.
Die Rede ist hier von Antimaterie, dunkler Energie und anderem.
In der Schweiz an der Cern versucht man mit Hilfe des Large Hadron Collider diesem Aufbau weiter auf den Grund zu gehen.
So kann man angeblich seit kurzem das sogenannte Higgs-Teilchen nachweisen, das eines der fehlenden Puzzlestücke im modernen Verständnismodell des Universums war.
Sie sehen, wir kommen mit diesem Thema bereits einmal komplett um die ganze Welt und bewegen uns von Kunst, über Religion, Mathematik und Physik einmal durch alle Felder menschlichen Wissens.
Diese Zahlen haben also weit mehr zu bieten, als es auf den ersten Blick den Anschein hat und es verwundert einmal mehr, weshalb unterschiedliche Kulturen rund um den Globus Wissen über sie hatten.
Diese Völker sollten eigentlich zu der Zeit, in der sie mit diesen Zahlen hantiert haben, noch nicht von der Existenz der anderen Kulturen wissen und trotzdem teilten sie offensichtlich Lehren, die selbst aus heutiger Sicht bahnbrechend und noch nicht wieder komplett erforscht sind.
Wer weiss, was uns die Zahlen in Zukunft noch alles verraten werden ?
道篇 道德经 第一章 道可道,非常道。名可名,非常名。 无名天地之始;有名万物之母。 故常无欲以观其妙;常有欲以观其徼。 此两者同出而异名,同谓之玄,玄之又玄,众妙之门。 第二章 天下皆知美之为美,斯恶已;皆知善之为善,斯不善已。 故有无相生,难易相成,长短相形,高下相倾,音声相和,前后相随。 是以圣人处无为之事,行不言之教。 万物作焉而不辞,生而不有,为而不恃,功成而弗居。夫唯弗居,是以不去。 第三章 不尚贤,使民不争。 不贵难得之货,使民不为盗。 不见可欲,使民心不乱。 是以圣人之治, 虚其心,实其腹;弱其志,强其骨。 常使民无知无欲,使夫知者不敢为也。 为无为,则无不治。 第四章 道冲而用之,或不盈。 渊兮似万物之宗。 挫其锐,解其纷,和其光,同其尘。 湛兮似或存。 吾不知谁之子,象帝之先。 第五章 天地不仁,以万物为刍狗。 圣人不仁,以百姓为刍狗。 天地之间,其犹橐龠乎? 虚而不屈,动而愈出。 多言数穷,不如守中。 第六章 谷神不死,是谓玄牝。 玄牝之门,是谓天地根。 绵绵若存,用之不勤。 第七章 天长地久。 天地所以能长且久者,以其不自生,故能长生。 是以圣人后其身而身先,外其身而身存。 非以其无私邪故能成其私。 第八章 上善若水。 水善利万物而不争,处众人之所恶,故几于道。 居善地,心善渊,与善仁,言善信,政善治,事善能,动善时。 夫唯不争,故无尤。 第九章 持而盈之,不如其已;揣而锐之,不可长保。 金玉满堂,莫之能守;富贵而骄,自遗其咎。 功成名遂身退,天之道。 第十章 载营魄抱一,能无离乎? 专气致柔,能婴儿乎? 涤除玄览,能无疵乎? 爱民治国,能无为乎? 天门开阖,能为雌乎? 明白四达,能无知乎? 生之,畜之,生而不有,为而不恃,长而不宰,是谓玄德。 第十一章 三十辐共一毂,当其无,有车之用。 埏埴以为器,当其无,有器之用。 凿户牖以为室,当其无,有室之用。 故有之以为利,无之以为用。 第十二章 五色令人目盲;五音令人耳聋;五味令人口爽;驰骋畋猎,令人心发狂;难得之货,令人行妨。 是以圣人为腹不为目,故去彼取此。 第十三章 宠辱若惊,贵大患若身。 何谓宠辱若惊?宠为下,得之若惊,失之若惊,是谓宠辱若惊。 何谓贵大患若身?吾所以有大患者,为吾有身,及吾无身,吾有何患? 故贵以身为天下,若可寄天下。 爱以身为天下,若可托天下。 第十四章 视之不见,名曰夷;听之不闻,名曰希;搏之不得,名曰微。 此三者,不可致诘,故混而为一。 其上不皦,其下不昧。 绳绳不可名,复归于无物。 是谓无状之状,无物之象,是谓惚恍。 迎之不见其首,随之不见其后。 执古之道,以御今之有。 能知古始,是谓道纪。 第十五章 古之善为士者,微妙玄通,深不可识。 夫唯不可识,故强为之容: 豫兮若冬涉川;犹兮若畏四邻;俨兮其若客;涣兮若冰之将释;敦兮其若朴;旷兮其若谷;浑兮其若浊。 孰能浊以静之徐清?孰能安以久动之徐生? 保此道者不欲盈。 夫唯不盈,故能蔽不新成。 第十六章 致虚极,守静笃。 万物并作,吾以观其复。 夫物芸芸,各复归其根。 归根曰静,静曰复命。 复命曰常,知常曰明。 不知常,妄作凶。 知常容,容乃公,公乃王,王乃天,天乃道,道乃久,殁身不殆。 第十七章 太上,下知有之;其次,亲之誉之;其次,畏之;其次,侮之。 信不足焉,有不信焉。 犹兮其贵言。 功成事遂,百姓皆谓:我自然。 第十八章 大道废,有仁义; 智慧出,有大伪; 六亲不和,有孝慈; 国家昏乱,有忠臣。 第十九章 绝圣弃智,民利百倍; 绝仁弃义,民复孝慈; 绝巧弃利,盗贼无有。 此三者以为文不足。 故令有所属:见素抱朴,少私寡欲,绝学无忧。 第二十章 唯之与阿,相去几何? 善之与恶 ,相去若何? 人之所畏,不可不畏。 荒兮,其未央哉! 众人熙熙,如享太牢,如春登台。 我独泊兮,其未兆,如婴儿之未孩。 乘乘兮,若无所归。 众人皆有余,而我独若遗。 我愚人之心也哉,沌沌兮! 俗人昭昭,我独昏昏;俗人察察,我独闷闷。 澹兮其若海,飂兮若无止。 众人皆有以,而我独顽似鄙。 我独异于人,而贵求食于母。 第二十一章 孔德之容,惟道是从。道之为物,惟恍惟惚。 惚兮恍兮,其中有象;恍兮惚兮,其中有物;窈兮冥兮,其中有精。 其精甚真,其中有信。 自古及今,其名不去,以阅众甫。 吾何以知众甫之状哉?以此。 第二十二章 曲则全,枉则直,洼则盈,敝则新,少则得,多则惑。 是以圣人抱一为天下式。 不自见,故明;不自是,故彰;不自伐,故有功;不自矜,故长。 夫唯不争,故天下莫能与之争。 古之所谓曲则全者,岂虚言哉?诚全而归之。 第二十三章 希言自然。 故飘风不终朝,骤雨不终日。 孰为此者?天地。 天地尚不能久,而况于人乎? 故从事于道者,道者同于道;德者,同于德;失者,同于失。 同于道者,道亦乐得之;同于德者,德亦乐得之;同于失者,失亦乐得之; 信不足焉,有不信焉。 第二十四章 跂者不立,跨者不行。 自见者不明;自是者不彰;自伐者无功;自矜者不长。 其在道也,曰余食赘形。 物或恶之,故有道者不处。 第二十五章 有物混成,先天地生。 寂兮寥兮,独立而不改,周行而不殆,可以为天下母。 吾不知其名,字之曰道,强为之名曰大。 大曰逝,逝曰远,远曰反。 故道大,天大,地大,王亦大。 域中有四大,而王居其一焉。 人法地,地法天,天法道,道法自然。 第二十六章 重为轻根,静为躁君。 是以圣人终日行不离辎重,虽有荣观,燕处超然。 奈何万乘之主,而以身轻天下? 轻则失根,躁则失君。 第二十七章 善行无辙迹; 善言无瑕谪; 善数不用筹策; 善闭无关楗而不可开; 善结无绳约而不可解。 是以圣人常善救人,故无弃人;常善救物,故无弃物。 是谓袭明。 故善人者,不善人之师;不善人者,善人之资。 不贵其师,不爱其资,虽智大迷,是谓要妙。 第二十八章 知其雄,守其雌,为天下谿。 为天下谿,常德不离,复归于婴儿。 知其白,守其黑,为天下式。 为天下式,常德不忒,复归於无极。 知其荣,守其辱,为天下谷。 为天下谷,常德乃足,复归于朴。 朴散则为器,圣人用之,则为官长。 故大制不割。 第二十九章 将欲取天下而为之,吾见其不得已。 天下神器,不可为也。 为者败之,执者失之。 故物或行或随;或嘘或吹;或强或羸;或载或隳。 是以圣人去甚,去奢,去泰。 第三十章 以道佐人主者,不以兵强天下,其事好还。 师之所处,荆棘生焉。 大军之后,必有凶年。 故善者果而已,不敢以取强。 果而勿矜,果而勿伐,果而勿骄,果而不得已,果而勿强。 物壮则老,是谓不道,不道早已。 第三十一章 夫兵者,不祥之器,物或恶之,故有道者不处。 君子居则贵左,用兵则贵右。 兵者,不祥之器,非君子之器,不得已而用之,恬淡为上。 胜而不美,而美之者,是乐杀人。 夫乐杀人者,不可得志于天下矣。 吉事尚左,凶事尚右。 偏将军居左,上将军居右。 言居上势则以丧礼处之。 杀人众多,以悲哀泣之。 战胜,以丧礼处之。 第三十二章 道常无名,朴虽小,天下不敢臣。 侯王若能守,万物将自宾。 天地相合,以降甘露,人莫之令而自均。 始制有名,名亦既有,夫亦将知止,知止可以不殆。 譬道之在天下,犹川谷之于江海。 第三十三章 知人者智,自知者明。 胜人者有力,自胜者强。 知足者富,强行者有志, 不失其所者久,死而不亡者寿。 第三十四章 大道泛兮,其可左右。 万物恃之以生而不辞,功成不名有。 衣养万物而不为主,常无欲,可名于小; 万物归焉而不为主,可名为大。 是以圣人终不自为大,故能成其大。 第三十五章 执大象,天下往。往而不害,安平泰。 乐与饵,过客止。 道之出口,淡乎其无味,视之不足见,听之不足闻,用之不可既。 第三十六章 将欲歙之,必固张之;将欲弱之,必固强之;将欲废之,必固兴之;将欲夺之,必固与之。 是谓微明。 柔弱胜刚强。 鱼不可脱于渊,国之利器不可以示人。 第三十七章 道常无为而无不为。 侯王若能守之,万物将自化。 化而欲作,吾将镇之以无名之朴。 无名之朴,夫亦将不欲。 不欲以静,天下将自定。 德篇 第三十八章 上德不德,是以有德;下德不失德,是以无德。 上德无为而无以为;下德为之而有以为。 上仁为之而无以为。 上义为之而有以为。 上礼为之而莫之应,则攘臂而扔之。 故失道而后德,失德而后仁,失仁而后义,失义而后礼。 夫礼者,忠信之薄,而乱之首。 前识者,道之华,而愚之始。 是以大丈夫处其厚,不居其薄;处其实,不居其华。 故去彼取此。 第三十九章 昔之得一者: 天得一以清;地得一以宁;神得一以灵;谷得一以盈;万物得一以生;侯王得一以为天下贞。 其致之一也。 天无以清将恐裂; 地无以宁将恐废; 神无以灵将恐歇; 谷无以盈将恐竭; 万物无以生将恐灭; 侯王无以贵高将恐蹶。 故贵以贱为本,高以下为基。 是以侯王自谓孤、寡、不榖。 此其以贱为本耶,非乎?故致数舆无舆。 不欲琭琭如玉,珞珞如石。 第四十章 反者道之动,弱者道之用。 天下万物生于有,有生于无。 第四十一章 上士闻道,勤而行之;中士闻道,若存若亡;下士闻道,大笑之。 不笑不足以为道。 故建言有之: 明道若昧;进道若退;夷道若纇。 上德若谷;大白若辱;广德若不足;建德若偷;质真若渝。 大方无隅;大器晚成;大音希声;大象无形;道隐无名。 夫唯道,善贷且成。 第四十二章 道生一,一生二,二生三,三生万物。 万物负阴而抱阳,冲气以为和。 人之所恶,唯孤、寡、不榖,而王公以为称。 故物或损之而益,或益之而损。 人之所教,我亦教之。 强梁者不得其死,吾将以为教父。 第四十三章 天下之至柔,驰骋天下之至坚。 无有入无间,吾是以知无为之有益。 不言之教,无为之益,天下希及之。 第四十四章 名与身孰亲? 身与货孰多? 得与亡孰病? 是故甚爱必大费;多藏必厚亡。 知足不辱,知止不殆,可以长久。 第四十五章 大成若缺,其用不弊。 大盈若冲,其用不穷。 大直若屈,大巧若拙,大辩若讷。 躁胜寒,静胜热。 清静为天下正。 第四十六章 天下有道,却走马以粪;天下无道,戎马生于郊。 罪莫大于可欲;祸莫大于不知足;咎莫大于欲得。 故知足之足,常足矣。 第四十七章 不出户,知天下;不窥牖,见天道。 其出弥远,其知弥少。 是以圣人不行而知,不见而名,不为而成。 第四十八章 为学日益,为道日损。 损之又损,以至于无为,无为而无不为。 取天下常以无事,及其有事,不足以取天下。 第四十九章 圣人无常心,以百姓心为心。 善者吾善之,不善者吾亦善之,德善。 信者吾信之,不信者吾亦信之,德信。 圣人之在天下,惵惵为天下浑其心,百姓皆注其耳目,圣人皆孩之。 第五十章 出生入死。 生之徒十有三;死之徒十有三;人之生动之死地,亦十有三。 夫何故?以其生生之厚。 盖闻善摄生者,陆行不遇兕虎,入军不被甲兵。 兕无所投其角,虎无所措其爪,兵无所容其刃。 夫何故?以其无死地。 第五十一章 道生之,德蓄(畜)之,物形之,势成之,是以万物莫不尊道而贵德。 道之尊,德之贵,夫莫之命而常自然。 故道生之,德畜之。长之育之,成之熟之,养之覆之。 生而不有,为而不恃,长而不宰,是谓玄德。 第五十二章 天下有始,以为天下母。 既得其母,以知其子;既知其子,复守其母,没身不殆。 塞其兑,闭其门,终身不勤;开其兑,济其事,终身不救。 见小曰明,守柔曰强。 用其光,复归其明,无遗身殃,是谓袭常。 第五十三章 使我介然有知,行于大道,唯施是畏。 大道甚夷,而民好径。 朝甚除,田甚芜,仓甚虚;服文彩,带利剑,厌饮食,财货有余。 是为盗夸,非道也哉﹗ 第五十四章 善建者不拔,善抱者不脱,子孙祭祀不辍。 修之于身,其德乃真; 修之于家,其德乃余; 修之于乡,其德乃长; 修之于国,其德乃丰; 修之于天下,其德乃普。 故以身观身,以家观家,以乡观乡,以国观国,以天下观天下。 吾何以知天下然哉?以此。 第五十五章 含德之厚,比于赤子。 毒虫不螫,猛兽不据,攫鸟不搏。 骨弱筋柔而握固,未知牝牡之合而朘作,精之至也。 终日号而不嗄,和之至也。 知和曰常,知常曰明。 益生曰祥,心使气曰强。 物壮则老,谓之不道,不道早已。 第五十六章 知者不言,言者不知。 塞其兑,闭其门。 挫其锐,解其纷,和其光,同其尘,是谓玄同。 故不可得而亲,不可得而疏; 不可得而利,不可得而害; 不可得而贵,不可得而贱。 故为天下贵。 第五十七章 以正治国,以奇用兵,以无事取天下。 吾何以知其然哉?以此: 天下多忌讳,而民弥贫;民多利器,国家滋昏;人多伎巧,奇物滋起;法令滋彰,盗贼多有。 故圣人云: “我无为而民自化;我好静而民自正; 我无事而民自富;我无欲而民自朴。" 第五十八章 其政闷闷,其民淳淳;其政察察,其民缺缺。 祸兮福所倚;福兮祸所伏。孰知其极? 其无正邪?正复为奇,善复为妖。 人之迷,其日固久。 是以圣人方而不割,廉而不刿,直而不肆,光而不耀。 第五十九章 治人事天莫若啬。 夫唯啬,是谓早服,早服谓之重积德。 重积德则无不克,无不克则莫知其极,莫知其极,可以有国。 有国之母,可以长久。 是谓深根固柢,长生久视之道。 第六十章 治大国若烹小鲜。 以道莅天下,其鬼不神。 非其鬼不神,其神不伤人。 非其神不伤人,圣人亦不伤人。 夫两不相伤,故德交归焉。 第六十一章 大国者下流,天下之交,天下之牝。 牝常以静胜牡,以静为下。 故大国以下小国,则取小国;小国以下大国,则取大国。 故或下以取,或下而取。 大国不过欲兼畜人,小国不过欲入事人。 夫两者各得其所欲,故大者宜为下。 第六十二章 道者,万物之奥,善人之宝,不善人之所保。 美言可以市,尊行可以加人。 人之不善,何弃之有? 故立天子,置三公,虽有拱璧以先驷马,不如坐进此道。 古之所以贵此道者何? 不曰:求以得,有罪以免邪?故为天下贵。 第六十三章 为无为,事无事,味无味。 大小多少,报怨以德。 图难于其易,为大于其细。 天下难事,必作于易;天下大事,必作于细。 是以圣人终不为大,故能成其大。 夫轻诺必寡信,多易必多难。 是以圣人犹难之,故终无难矣。 第六十四章 其安易持,其未兆易谋;其脆易破,其微易散。 为之于未有,治之于未乱。 合抱之木,生于毫末;九层之台,起于累土;千里之行,始于足下。 为者败之,执者失之。 是以圣人无为,故无败;无执,故无失。 民之从事,常于几成而败之,慎终如始,则无败事。 是以圣人欲不欲,不贵难得之货;学不学,复众人之所过。 以辅万物之自然,而不敢为。 第六十五章 古之善为道者,非以明民,将以愚之。 民之难治,以其智多。 故以智治国,国之贼;不以智治国,国之福。 知此两者亦楷式。 常知楷式,是谓玄德。 玄德深矣,远矣,与物反矣,然后乃至大顺。 第六十六章 江海所以能为百谷王者,以其善下之,故能为百谷王。 是以圣人欲上民,必以言下之;欲先民,必以身后之。 是以圣人处上而民不重,处前而民不害。 是以天下乐推而不厌。 以其不争,故天下莫能与之争。 第六十七章 天下皆谓我道大,似不肖。 夫唯大,故似不肖,若肖,久矣其细也夫。 我有三宝,持而保之。 一曰慈,二曰俭,三曰不敢为天下先。 慈故能勇;俭故能广;不敢为天下先,故能成器长。 今舍慈且勇,舍俭且广,舍后且先,死矣! 夫慈,以战则胜,以守则固。 天将救之,以慈卫之。 第六十八章 善为士者不武;善战者不怒;善胜敌者不争;善用人者为之下。 是谓不争之德,是谓用人之力。 是谓配天,古之极。 第六十九章 用兵有言﹕“吾不敢为主而为客,不敢进寸而退尺。” 是谓行无行,攘无臂,仍无敌,执无兵。 祸莫大于轻敌,轻敌几丧吾宝。 故抗兵相加,哀者胜矣。 第七十章 吾言甚易知、甚易行,天下莫能知、莫能行。 言有宗,事有君。 夫唯无知,是以不我知。 知我者希,则我者贵。 是以圣人被褐怀玉。 第七十一章 知不知,上;不知知,病。 夫唯病病,是以不病。圣人不病,以其病病,是以不病。 第七十二章 民不畏威,则大威至。 无狭其所居,无厌其所生。 夫唯不厌,是以不厌。 是以圣人自知不自见,自爱不自贵。 故去彼取此。 第七十三章 勇于敢则杀,勇于不敢则活。 此两者,或利或害。 天之所恶,孰知其故?是以圣人犹难之。 天之道,不争而善胜,不言而善应,不召而自来,繟然而善谋。 天网恢恢,疏而不失。 第七十四章 民不畏死,奈何以死惧之? 若使民常畏死而为奇者,吾得执而杀之,孰敢? 常有司杀者杀。 夫代司杀者杀,是谓代大匠斫。 夫代大匠斫者,希有不伤其手矣。 第七十五章 民之饥,以其上食税之多,是以饥。 民之难治,以其上之有为,是以难治。 民之轻死,以其求生之厚,是以轻死。 夫唯无以生为者,是贤于贵生。 第七十六章 人之生也柔弱,其死也坚强。 万物草木之生也柔脆,其死也枯槁。 故坚强者死之徒,柔弱者生之徒。 是以兵强则灭,木强则折。 强大处下,柔弱处上。 第七十七章 天之道,其犹张弓欤? 高者抑之,下者举之;有余者损之,不足者补之。 天之道,损有余而补不足;人之道则不然,损不足以奉有余。 孰能有余以奉天下?唯有道者。 是以圣人为而不恃,功成而不处,其不欲见贤。 第七十八章 天下莫柔弱于水,而攻坚强者莫之能胜,以其无以易之。 弱之胜强,柔之胜刚,天下莫不知,莫能行。 是以圣人云:“受国之垢,是谓社稷主;受国不祥,是为天下王。” 正言若反。 第七十九章 和大怨,必有余怨;报怨以德,安可以为善? 是以圣人执左契,而不责于人。 有德司契,无德司彻。 天道无亲,常与善人。 第八十章 小国寡民。 使有什伯之器而不用,使民重死而不远徙。 虽有舟舆,无所乘之;虽有甲兵,无所陈之。 使民复结绳而用之。 甘其食,美其服,安其居,乐其俗。 邻国相望,鸡犬之声相闻,民至老死不相往来。 第八十一章 信言不美,美言不信。 善者不辩,辩者不善。 知者不博,博者不知。 圣人不积,既以为人己愈有,既以与人己愈多。 天之道,利而不害。 圣人之道,为而不争。