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Level 2 (Dornröschen)

Ich war gerade wieder in Beijing, habe meine Frau und meinen Sohn abgeholt und wir sind zusammen nach Deutschland geflogen.
Donnerstag hin und Sonntag mit allen wieder zurück. Ich komme mir vor, als ob ich mehr Zeit in der Luft verbracht hätte als auf dem Boden. Aber es war dann doch wieder genug Zeit um unter anderem den Mobilfunkvertrag zu kündigen, noch mal die Verwandtschaft abzuklappern, dies und das zu erledigen, mit der Familie essen zu gehen und mich bei der Polizei zu registrieren (für zwei Tage eigentlich völlig übertrieben, aber man weiss ja nie ob einem das vielleicht bei späteren Visaanträgen nach China zum Verhängnis werden könnte).
Aber das Wiedersehen war grandios. Vier Wochen von Frau und Kind getrennt, das ist schon hart.
Vorher ist viel passiert. Ich war vier Wochen, sozusagen als Vorhut, bereits in Deutschland und habe schon einmal alles vorbereitet (wie Sie aus Artikel Level 1 bestimmt noch wissen), bin von Amt zu Amt gelaufen habe eine Wohnung gefunden etc.
Wenn ich Ihnen jetzt erzähle, dass ich in den vier Wochen neben der Arbeit nicht nur eine Wohnung gefunden habe, was jeder den ich vorher gefragt hatte als ein Ding der Unmöglichkeit beschrieben hat, sondern auch noch einen Kindergartenplatz direkt bei der neuen Wohnung knapp 100 Meter um die Ecke, dann werden mir einige Leser, die ihrerseits auf der Suche nach einem Kindergartenplatz sind, vermutlich direkt die Pest an den Hals wünschen.
Horrorgeschichten hört man von Leuten. Sie lassen sich auf die Wartelisten schreiben noch während sie schwanger sind und bekommen dann, wenn der oder die Kleine 3 Jahre alt ist immer noch keinen geeigneten Platz.
Nicht wenige müssen die Kleinen auch morgens erst einmal quer durch die Stadt fahren, weil sie in der Nähe der eigenen Wohnung keinen Platz bekommen haben.
Warum investiert Deutschland nicht nur ein einziges Mal in die Zukunft? Ich meine: Was könnte es wichtigeres geben als Kinder?
Und es sind nicht bloss die Kinder, auch sonst wird die Zukunft gerne verpasst. Zukunftsweisende Technologien werden regelmässig verschlafen und das obwohl deren Grundlagenforschung oft aus Deutschland kommt.
Erfindungen (wie zum Beispiel das MP3 Format, CD oder DVD Technik und ähnliches) werden so weit entwickelt, dass sie fast markttauglich sind und dann an amerikanische oder andere Firmen abgegeben, die damit die Welt verändern.
Deutschland verschläft gerne viele interessante Entwicklungen. Die Produkte kommen, nachdem sie in anderen Ländern erfolgreich waren, dann auch wieder nach Deutschland zurück. Meist wissen die Menschen nicht einmal, dass die Technik eigentlich in Deutschland entwickelt wurde.
Ich verstehe einfach nicht warum das so sein muss.
Hinzu kommt die Angst der Deutschen vor Neuerungen. Während sich Trends im Rest der Welt bereits etablieren, bleibt der gemeine Deutsche erst einmal skeptisch. „Warum braucht man das? Das hat bisher doch auch so funktioniert“. Sehr innovativ ;-) , aber so sind die Deutschen eben.
Das kann auf der einen Seite ein Schutzmechanismus sein, der uns davor bewahrt blindlings jedem Trend zu folgen, auf der anderen Seite ist es aber auch ein verlässlicher Mechanismus um uns von den aktuellen Neuerungen und Innovationen abzuschotten, was uns wirtschaftlich wie Oma und Opa aussehen lässt.
Den Trend des E-Autos haben die deutschen Automobilhersteller bereits allesamt verpasst. Sie haben sich wahrscheinlich noch nicht wieder von ihrem Supercoup mit der Abwrackpremie erholt und sind es inzwischen gewohnt auch ohne Bemühungen Geld zu verdienen.
Haben Chinesen bisher vorzugsweise deutsche Autos gekauft, da diese einen guten Ruf haben, sind es bei den elektrisch betriebenen Modellen fast ausschliesslich Chinesische Marken, da deren Technologie oft besser, in jedem Fall aber preiswerter ist.
Neulich erzählte mir irgendjemand ganz stolz, dass man die Elektro Tretrollen in Köln jetzt ganz bequem über eine App mieten kann. Dieser Trend ist in Beijing schon seit Jahren wieder out. Ich hatte den Tretrollen in dem Artikel Das moderne Einrad im Oktober 2016 bereits erwähnt und bin mir nicht sicher ob er da aus chinesischer Sicht überhaupt noch erwähnenswert war.
Man könnte manchmal meinen, Deutschland schliefe tief und fest und wartet, dass ein Prinz kommt, der es wach küsst. Aber dieser Prinz kommt nicht. Warum sollte er auch?

Die Geräte die nach intelligentem Leben suchen, zeigen alle von der Erde weg

China hat wieder eine angebliche Neuheit vorgestellt, die im Internet mehr oder weniger bestaunt wird.
Eine Nachrichtensprecherin, die keine herkömmliche Person ist, sondern eine künstlich erschaffene Figur.
Ihr Name: 新小萌 (xīn xiǎo méng). Übersetzt so etwas wie „neu, klein, niedlich“.
Man redet großspurig von der Revolution durch den Einsatz einer AI im Fernsehen (AI (artificial intelligence) ist das Pendant zur deutschen KI (künstlichen Intelligenz)).
Dazu direkt einmal zwei Bemerkungen: Erstens: Sie ist nicht die erste künstliche Nachrichtensprecherin, es gab bereits bei ihrem chinesischen Sender zwei männliche Vorgängermodelle und auch die Idee selbst ist nicht neu.
Wurde 1984 noch ein Schauspieler aufwendig geschminkt, um dem vermeintlichen Computer Charakter Max Headroom Leben einzuhauchen, sind etliche Nachfolger tatsächlich im Computer entstanden.
Ich glaube so ziemlich jede Jugendsendung weltweit hat irgendwann in den 80er und 90er Jahren einmal einen computergenerierten Moderator beschäftigt, also nichts wirklich bahnbrechend neues.
Zum zweiten störe ich mich persönlich an dem Begriff AI bzw. KI. Was bitteschön soll an einem Moderator dieser Art intelligent sein ?
Es ist ein Programm, das Nachrichten vorliest und dabei menschliche Mimik imitiert. Aus Informatiker Sicht handelt es sich um einen einfachen Algorithmus, der eine Eingabe verarbeitet und eine entsprechende Ausgabe produziert. Das ist kein Hexenwerk.
Was das ganze tatsächlich interessant macht, ist die Qualität mit der der künstliche Character erschaffen wurde.
Mimik, Körpersprache, sogar angedeutete Gefühlsregungen können imitiert werden, aber intelligent macht das die junge Dame immer noch nicht.
Das Problem ist ganz einfach die Definition von Intelligenz. Es gibt nichts, womit man diesen Begriff tatsächlich fassen kann.
Das hat eine gesamte Technik-Sparte allerdings nicht davon abgehalten ihr Fachgebiet danach zu benennen, obwohl es eigentlich nicht korrekt ist.
Für eine intelligente Aktion muss eine Situation individuell analysiert werden und ohne Lösungsvorgaben eine Reaktion erfolgen.
Ob diese Reaktion tatsächlich das Ergebnis eines intelligenten Denkprozesses ist oder einfach eine Zufallsauswahl, entscheidet dann ob es sich um Intelligenz oder einen einfachen Algorithmus handelt.
„Machine Leraning“ ist eine erweiterte Form eines Programms, das, auf Grund von verschiedenen Vorgaben, Dinge lernen kann und darauf basierend Entscheidungen treffen kann.
Richtige Intelligenz ist das noch immer nicht, aber es zeigt schon mal in die richtige Richtung.
Sie wissen was man über die künstliche Intelligenz in IT-Kreisen für Witze macht ?
„Wenn es in Python geschrieben ist, handelt es sich wahrscheinlich um Machine-Learning, ist es in Power-Point geschrieben, muss es sich um künstliche Intelligenz handeln“
Kurz zum Verständnis für alle Nicht-Computerfreaks: Python ist eine Programmiersprache und Power-Point eine Software um Präsentationen zu erstellen.
Das bedeutet, dass Machine-Learning im Gegensatz zu künstlicher Intelligenz tatsächlich existiert, da es in diesem Beispiel für ein Programm einen Programmcode in Python gibt, während man von künstlicher Intelligenz immer noch als Zukunftstechnologie träumt und viele, bunte Präsentationen dazu baut.
Der Begriff „künstliche Intelligenz“ wird leider immer mehr verwaschen. Viele Dinge, die tatsächlich in den Bereich Machine-Learning gehören, werden als künstliche Intelligenz bezeichnet, weil es sich einfach besser anhört und inzwischen zu einem medientauglichen Schlachtruf geworden ist. Wie gesagt, ein ganzer Technik-Zweig wurde danach benannt (und „Machine-Learning“ ist ein Teil von ihm), obwohl der Begriff „Intelligenz“ selber noch nicht einmal richtig erfasst werden kann.
Warum ist das so wichtig ? Nun, wenn wir beliebig Dinge, die Personen imitieren als künstliche Intelligenz bezeichnen, dann ist alles KI:
Super Mario, Lara Croft, Bernd das Brot, Karl Klammer,Mickey Mouse und Kermit der Frosch. Das kann ja wohl nicht Sinn und Zweck sein.
Es geht darum zu erkennen, ob es sich um imitierte Intelligenz, also eine Art Schauspielerei handelt, oder um echte Intelligenz (dazu hatte ich mich im Artikel Das chinesische Zimmer bereits ausgelassen) und das ist von aussen nicht leicht zu unterscheiden.
Intelligenz setzt die Selbsterkennung voraus und die kann man nun mal nur bei sich selber feststellen (obwohl man das philosophisch auch in Frage stellen könnte, aber das würde zu weit führen).
Ob jemand anders sich selber wahrnimmt, können wir nur mutmaßen. Inzwischen gehen wir davon aus, dass auch Tiere das können, aber beweisen können wir das nicht und somit auch nicht bei einer Maschine, oder einer Software.
Theoretisch wäre das möglich. Viele Leute haben ja bereits den Verdacht geäussert, dass „Bob“ und „Alice“, zwei Bots eines AI-Systems, die geschult wurden sich auf Englisch zu unterhalten und dann eine anscheinend effizientere Sprache entwickelt haben, bereits intelligent gehandelt hätten.
Nun, schwer zu sagen. Man hat das Experiment abgebrochen. Vielleicht hatte man die Vermutung sie würden bereits darüber nachdenken die Weltherrschaft zu übernehmen... ;-)
Vielleicht haben die beiden aber auch einfach eine Universalsprache gefunden, die das Leben international vereinfachen würde.
Wie gesagt, es ist schwer zu beurteilen, ob es sich tatsächlich um Intelligenz handelt.
Theoretisch wäre das möglich, aber theoretisch wäre es auch möglich, dass der Jupiter in Wirklichkeit ein grosser Ball Erbsensuppe ist, dessen Bewohner in ihren schwimmenden Städten lediglich falsche Informationen an unsere Sonden und Teleskope schicken.

Wie im Schlaf

„Wenn man unter Schlaflosigkeit leidet, ist man immer wach. Aber nie richtig“. Die Bedeutung dieses Zitates aus dem Film Fight Club versteht man erst richtig, wenn man ein kleines Kind hat.
Statistisch gesehen rauben Kinder in ihrem Leben den Eltern 6 Jahre an Schlafenszeit (das muss man sich erst einmal auf der Zunge zergehen lassen).
Schlaf ist inzwischen zu einer kostbaren Resource geworden (das ist allerdings nicht alleine die Schuld unseres Sohnes, sondern derzeit auch von Weiterbildungen und Umzugsvorbereitungen).
Man sollte also versuchen so oft und lange es geht zu entspannen, wenn dem Körper danach ist und nicht auf dumme Sprüche anderer hören, die sich eventuell persönlich angegriffen fühlen, weil man abends nicht mehr zur Kneipentour mitkommt.
„Du wirst die Antwort nicht in Deinen Träumen finden“ ist ein immer wieder gerne zitierter Satz, den jeder Mensch in seinem Leben schon mehr oder weniger oft hören musste, besonders in der Jugend.
Aus heutiger Sicht muss ich sagen: Nun, das kommt ganz auf die Frage an.
Sicherlich gibt es viele Dinge, für die man sich ins Zeug legen muss und man erreicht in diesen Fällen absolut nichts, wenn man nur von ihnen träumt.
Allerdings gibt es auch mindestens eben so viele Dinge, die sich am besten mit ein wenig Schlaf entscheiden lassen.
„Erst einmal drüber schlafen“ ist nicht umsonst ein bekannter Spruch. Mit ein wenig Abstand lassen sich nämlich einige Dinge sehr viel besser beurteilen.
Viele meiner Lebensentscheidungen, die mitunter alles auf den Kopf gestellt haben, sind nicht alleine durch angestrengtes Überlegen entstanden, sondern oft hat sich die zündende Idee erst im halb wachen Zustand gezeigt.
Viele Dinge, gerade solche, die wir aus Mangel an Erfahrungen noch nicht nüchtern beurteilen können, müssen erst einmal erträumt werden.
„Träume sind Schäume“ ? So ein Unsinn. Wer seinen Traum leben will, muss erst einmal einen Traum haben.
Ich denke es ist wichtig eine gute Balance zwischen Entspannen und Arbeiten aufrecht zu erhalten.
Obwohl ich gestehen muss, dass ich mich selber gerade auch nicht daran halte (Prüfungsstress). Aber grundsätzlich solle man es schon beachten, denn Sie wissen alle, wie das ist: Man knechtet sich bis tief in die Nacht um diese eine Aufgabe noch fertig zu machen, nur noch einen Fehler finden, während es immer später wird.
Wenn man dann irgendwann genervt aufgibt, passiert es nicht selten, dass man die Lösung direkt am nächsten Morgen in seinem Kopf parat hat.
Und wenn nicht, dann hat man zumindest wieder einen funktionierenden Denkapparat, der das letzte fehlende Puzzleteil wesentlich schneller finden kann als der gestresste Kopf die Nacht zuvor.
Nur übertreiben sollte man es nicht. Nur in seinen Träumen zu leben ist natürlich auch nicht gut, schliesslich gibt es da draussen ein Leben, das gelebt werden will und das überrascht einen doch immer wieder mit Begebenheiten, die man in seinen Träumen gar nicht mit eingerechnet hatte (wäre ja sonst auch langweilig auf Dauer).
Diese Phänomen beschränkt sich natürlich nicht alleine auf persönliche Lebenswege, sondern man kann derartige Szenarien in allen Lebensbereichen beobachten.
Als China sich nach 78, nach langer Abgeschlossenheit dem Westen geöffnet hat und man endlich mit Colonel Sanders, Ronald McDonald, dem Mercedes-Stern, dem Apfel und all den anderen grossen Marken eingefallen ist, war der einhellige Konsens, dass eine Marktwirtschaft und die Konsumgüter ein Volk von ganz alleine dazu bewegen würden auch nach einer demokratischen Regierung zu verlangen.
Auch ein (aus westlicher Sicht) schöner Traum, der sich allerdings nicht bewahrheitet hat.
Das entscheidende ist, dass man solche Dinge nicht eins zu eins miteinander vergleichen kann.
Als durchschnittlicher Europäer tut man sich schwer chinesische Lebensumstände zu akzeptieren und anders herum ist es ebenso.
Obwohl ich es immer versuche zu vermeiden, bin ich des öfteren schon in politische Diskussionen hineingezogen worden, aus denen ich mich stets mit einer Aussage wie: „Alle politischen Systeme sind gut im Ansatz, aber leider müssen sie verallgemeinern, weshalb es unmöglich ist, es jedem immer Recht zu machen“ herauswinden konnte.
Das ist zum einen (meiner bescheidenen Meinung nach) korrekt, darüber hinaus eine sehr chinesische Aussage, die das Gleichgewicht bzw. den goldenen Weg in den Vordergrund stellt (siehe Artikel Einerseits, aber andererseits...) und auch noch höflich und trotzdem nicht nachgebend, da man beiden Seiten die gleiche Achtung zukommen lässt.
Das hat bis jetzt immer funktioniert, bis auf dieses eine Mal: Da war jemand ganz hartnäckig und meinte mir unbedingt vor Augen führen zu müssen, weshalb die Demokratie dem Untergang geweiht ist und China (nicht der Kommunismus selber) weltweit an Macht gewinnen wird.
Zum Glück gibt es noch die Amerikaner, auf deren aktuelle Politik man das Gespräch lenken kann um sie dann gemeinsam etwas spöttisch in Frage zu stellen. So kommt man dann auch da wieder raus.
Der Punkt ist einfach, dass jeder Mensch in seinem Halbschlaf eben nur aus seiner Perspektive Dinge beurteilt.
Das ist in China nicht anders, als bei uns. Und auch ich habe mich an gewisse Dinge gewöhnt, die ich nicht missen möchte.
Zur Zeit tagt die kommunistische Partei wieder in Beijing, weshalb die Kontrollen an den Bahnstationen wieder verschärft wurden. Polizei und Militär sind allgegenwärtig, auch weit ab der Innenstadt.
Gestern abend nach der Arbeit, als ich aus der Station kam, wurde auch ich von der Polizei aussortiert.
Man fragte mich nach meinem Ausweis, den ich allerdings immer zu Hause aufbewahre.
„Kein Problem“ war die knappe Antwort. Einmal unter die Neonreklame gestellt, mit dem Handy ein Foto gemacht und schon hatte der Beamte meine Daten. Eine gesamte Akte wäre vielleicht der passendere Ausdruck.
Bild, Name, Geburtsdatum, Staatsangehörigkeit, Grösse, Augenfarbe, Passnummer, Status des Visums, Berufsbezeichnung, Arbeitgeber mit Adresse, persönliche Adresse etc. konnte ich erkennen, als er mir den Bildschirm vor das Gesicht hielt und fragte, ob ich das sei.
Ich gehe davon aus, dass auch das Sozialpunkte Ranking dort aufgeführt war.
(Für alle, die nicht wissen, was das ist): Es gibt ein landesweites soziales Ranking System, in dem zum Beispiel mit Hilfe von Kameras an öffentlich Plätzen und einer Gesichtserkennungssoftware Menschen automatisiert kategorisiert werden.
Wenn jemand zum Beispiel bei rot die Strasse überquert, bekommt er eine gewisse Punktzahl von seinem sozialen Konto abgezogen (um nur ein Beispiel zu nennen. Wir hatten das Thema bereits in dem Artikel Camera Obscura angesprochen).
Auf Grund ihres Punktestandes wird inzwischen Leuten der Verkauf von Fahrkarten oder ähnlichem verwehrt. Ein schauriges Szenario.
Und obwohl man es schon immer gewusst hat, dass die Behörden alle persönlichen Daten von einem haben, fühlt es sich doch sehr beklemmend an, wenn man dann tatsächlich in einer Polizeikontrolle sieht, wie schutzlos man eigentlich ist.
Da bin ich dann auch kurz aus meinem Schlaf aufgeschreckt und musste erkennen, dass es genau jetzt ein guter Zeitpunkt ist, das Land zu verlassen und wieder zurückzugehen.

Schweinkram

Anfang dieser Woche war es wieder so weit. Das chinesische Jahr hat gewechselt. Vom Jahr des Hundes zum Jahr des Schweins.
Und wie immer haben sich alle Leute irgendwelche Besonderheiten einfallen lassen.
Da überall in der Stadt Türen, Tore, Geschäfte und alles mögliche mit dem Zeichen 福 (fú) für Glück geschmückt sind, konnte man mit einer Handy-App dieses Jahr durch die Gegend laufen, die Zeichen abfotografieren, bzw. einscannen und bekam dafür Punkte, mit denen man an einer Verlosung teilnehmen konnte.
Wir haben auch etwas gewonnen. 2 元 (umgerechnet ca. 26 Cent). Besser als nichts.
Die Jahre davor gab es Aktionen bei denen man durch schütteln des Telefons Geld gewinnen konnte.
Oder auch die Option anstatt mit dem Handy Geld an einen anderen Account zu Überweisen, einen (digitalen) roten Umschlag mit Geld zu schicken geht auf diese Aktionen zurück.
Der digitale rote Umschlag ist dann auch zu einer festen Funktion geworden, die man seitdem immer nutzen kann und auch an einen Gruppenchat lässt er sich versenden, wo jeder Teilnehmer einen zufälligen Betrag überwiesen bekommt, wenn er ihn öffnet.
Ansonsten war es klassisch wie immer zum Frühlingsfest in China. Die Stadt ist überschaubar geworden, da die Hälfte der Menschen über die Feiertage zu ihren Familien gefahren sind und viele Geschäfte geschlossen haben.
Es ist fast so wie an einem Sonntag in Deutschland. ;-)
Es ist wie bei Feiertagen in Deutschland auch: Man nimmt sich vor all die liegengebliebenen Dinge zu erledigen, nur um dann im nach-hinein festzustellen, dass man noch weniger geschafft hat als sonst.
Ich hatte mir eigentlich auch vorgenommen vieles zu erledigen, schliesslich war eine Woche lang frei.
Aber das geht nicht, wenn man in eine chinesische Familie eingebunden ist und auch das ist wiederum sehr schön.
Man kann die Feiertage ein wenig mit Weihnachten in Deutschland vergleichen: Man trifft die Familie, isst viel zu viel und quatscht. Zum Jahreswechsel selber gibt es das chinaweit ausgestrahlte Tagesprogramm, eine Riesenshow mit allen Stars und auch vielen Gästen aus dem Ausland, die in jedem Haushalt läuft bis um 24:00, dem Jahreswechsel und noch ein wenig darüber hinaus (eigentlich auch nicht anders als bei uns zu Silvester).
Es werden wieder einmal 饺子(jiǎo zi) gegessen (die habe ich schon so oft in diesem Blog erwähnt, ich glaube, die muss ich nicht mehr vorstellen. Ansonsten schauen Sie einfach mal im Artikel Herrgottsbscheißerle) und Fisch, von dem wieder etwas übrig bleiben muss, damit es Glück bringt (siehe Artikel Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt (oder auch nicht)).
Die Kinder waren ganz aus dem Häuschen, weil Mama und Papa nicht arbeiten mussten und Zeit hatten sich mit ihnen die Bilderbücher immer und immer wieder anzusehen.
Und weil die Stadt auf einmal überschaubar geworden ist und die Menschenmassen sich tatsächlich in Grenzen halten, geht man auch unbedingt zu einem der Tempelmärkte (庙会 miào huì), die man in jedem grösseren Park besuchen kann.
Man schaut sich die traditionsreichen (und fast ausgestorbenen) Künstler, die aus Zuckersirup Skulpturen machen an.
Es gibt derer zwei Sorten: die einen machen zweidimensionale Gebilde, oft verschlungene Zeichen, oder Tier- bzw. Drachenfiguren, indem sie den heissen Sirup auf einer Platte ausgiessen.
Die anderen fertigen ihre Figuren gleich einem Glasbläser und lassen so Pferde, Schweine, Drachen und wasweissichnochwas entstehen.
Ein Muss sind natürlich auch die Buden in denen die Masken der chinesischen Oper verkauft werden, oder die mit den typisch chinesischen Scherenschnitten die mit den ebenfalls selten gewordenen Figuren für das Schattentheater und die mit den Flaschenkürbissen (葫芦 hú lú) (in Artikel Ein Gefäss gegen das Böse erklärt).
Und wenn man Glück hat, bekommt man auch noch einen der wirklich überaus akrobatischen Löwentänze mit (hatten wir auch schon einmal im Artikel Drachen, Löwen, Drachenlöwen und anderes Getier angesprochen). Dafür waren wir dieses Mal leider zu spät.
Aber auch ohne diese Attraktion verbringt man wieder einen Vormittag damit, sich durch Menschenwände zu pressen.
Am Ende dann freut man sich, an einem der unzähligen Imbissstände einen der etlichen Snacks zu probieren (viele interessante Dinge, die die meisten Deutschen mit Sicherheit als Schweinkram einstufen und niemals probieren würden) und ist froh, wenn man wieder nach Hause fährt. Aber schön war’s dann doch wieder.

Das Geheimnis von Khazad-dûm

Kennen Sie die Bücher „Herr der Ringe“ von J.R.R. Tolkien ? In ihnen kommt die Zwergenstadt Khazad-dûm vor. Ein gigantisches Labyrinth, von Zwergen geschaffen, das aus einem unterirdischen Stadtbereich und den Minen besteht und sich unter einem massiven Bergmassiv ausbreitet.
Übrigens ist die Verfilmung dieses epochalen Werks auch nicht schlecht. Besser als so manche Umsetzung anderer Bücher.
Und da die Bücher bereits viel Stoff enthalten, wurden daraus dann auch drei Filme. Völlig legitim.
Ich verstehe nur nicht, warum das Büchlein „Der kleine Hobbit“, das vor den Ereignissen aus „Der Herr der Ringe“ spielt und wirklich nicht viel mehr als ein etwas dickeres Heft ist, auch in drei Filmen verfilmt wurde. Das ist völlig unangemessen.
Ich habe folgendes Problem damit: Jeder Mensch liest und versteht ein Buch anders. Man hat andere Bilder im Kopf, die Phantasie erschafft jeweils andere Welten.
Eine Buchverfilmung pickt sich lediglich eine davon (die des Filmemachers) aus dem Buch heraus und visualisiert sie. Somit sind all die zusätzlichen Ideen und Gedanken und auch die Spinnereien die man sich im Prozess des geistigen Visualisierens beim lesen des Buches erarbeitet und die diese Welt erst lebendig machen, hinfällig.
Oder auf gut Deutsch: Eine Verfilmung kann niemals so gut sein wie das Buch.
Und wenn jetzt eine Verfilmung aus einem kleinen Büchlein drei Megafilme entstehen lässt, ist das in meinen Augen bereits eine andere Geschichte, die dem Buch überhaupt nicht mehr gerecht wird, selbst wenn sie gut sein sollte.
Ich habe die Verfilmung von „Der kleine Hobbit“ aus diesem Grund bis heute nicht gesehen.
Aber ich drifte wieder ab. Wir waren bei den Zwergen in Khazad-dûm:
Man sagt, dass sie damals zu tief gegraben und damit einen Dämon aus der alten Welt freigesetzt hätten.
Genau diese Geschichte geht mir jedes Mal durch den Kopf, wenn ich sehe in welchem Tempo in Beijing gebaut wird.
Das U-Bahn Netz (siehe Artikel öffentlicher Verkehr), das ja bereits das längste der Welt ist, wächst unaufhörlich und ständig gibt es neue Linien.
Und auch Strassen werden, wie im Stadtteil 通州 (tōng zhōu) im Osten der Stadt, wo die Bezirksregierung sitzt, dann schon mal komplett unter die Erde verlegt.
Aktuell gibt es hier eine riesige Baustelle wo einst im Somer ein durchgängiges Blätterdach den Blick aus dem Wohnzimmerfenster verschönt hat.
Eines nachts wurden auf der etliche Kilometer langen Strasse, die eine der Hauptverbindungen aus der Innenstadt ist, alle Bäume mit Nummern versehen, ausgegraben und weggebracht.
Ausserhalb Beijings steht jetzt also irgendwo ein kleiner durchnummerierter Wald der darauf wartet, eines Tages wieder zurückgebracht zu werden (Wenn das Baumbart wüsste).
U-Bahnen, Strassen, dazu unterirdische Fussgängerzonen und Einkaufzentren (siehe Artikel Dungeons & Dragons). Beijing gleicht einem schweizer Käse und ich mache mir tatsächlich Sorgen, ob man nicht ein wenig zu eifrig ist mit den Grabungen.
Dämonen aus anderen Zeitaltern frei zu setzten ist dabei allerdings nicht meine Hauptsorge, vielmehr denke ich dass ein all zu sehr ausgehöhlter Untergrund all die riesigen Wolkenkratzer, die auf der anderen Seite gebaut werden, nicht mehr halten kann.
Man kann nur hoffen, dass im Baugewerbe weniger gepfuscht wird als... Ach Quatsch was rede ich da ? Sie wissen worauf ich hinaus will.
Aber schauen wir uns die Baustellen im Stadtbild selber einmal an. Interessant zu beobachten ist, dass es nur sehr wenige offene Grabungen zu sehen gibt. In der Regel wird eine Mauer errichtet hinter der sich zuerst die Baustellenfahrzeuge versammeln und später dann eine komplette, meist aus Wellblech gefertigte Halle darüber errichtet wird.
Man kann so gut wie nie sehen, wie tatsächlich gegraben wird.
Verschwörungstheoretiker haben hier wieder etliche Theorien ausgebrütet. Wann immer irgendwo ein mehr oder weniger geheimer Bunker steht, gibt es auch Ideen, was für geheime Projekte dahinterstecken könnten.
Ich gehe einfach mal davon aus, dass es zum einen als Schutz vor den ständigen Sturmböen in Beijing gedacht ist (An frischen Ausgrabungen ohne Überbau müssen ständig feinmaschige Plastiknetze justiert werden um Erde und Dreck nicht im gesamten Stadtteil zu verbreiten) und zum anderen um das Stadtbild nicht all zu sehr zu verschandeln (Ob riesige Wellblechbauten jetzt besser aussehen als eine offene Baustelle, darüber mag man gerne streiten).
Auf jeden Fall gibt es dem ganzen wieder eine mystische Aura, was der Befürchtung es könnte eines Tages eine brennende Teufelsfratze aus einem der Rolltore, aus denen die Kipplaster kommen, herausstürmen wieder Futter gibt. ;-)
道篇 道德经 第一章 道可道,非常道。名可名,非常名。 无名天地之始;有名万物之母。 故常无欲以观其妙;常有欲以观其徼。 此两者同出而异名,同谓之玄,玄之又玄,众妙之门。 第二章 天下皆知美之为美,斯恶已;皆知善之为善,斯不善已。 故有无相生,难易相成,长短相形,高下相倾,音声相和,前后相随。 是以圣人处无为之事,行不言之教。 万物作焉而不辞,生而不有,为而不恃,功成而弗居。夫唯弗居,是以不去。 第三章 不尚贤,使民不争。 不贵难得之货,使民不为盗。 不见可欲,使民心不乱。 是以圣人之治, 虚其心,实其腹;弱其志,强其骨。 常使民无知无欲,使夫知者不敢为也。 为无为,则无不治。 第四章 道冲而用之,或不盈。 渊兮似万物之宗。 挫其锐,解其纷,和其光,同其尘。 湛兮似或存。 吾不知谁之子,象帝之先。 第五章 天地不仁,以万物为刍狗。 圣人不仁,以百姓为刍狗。 天地之间,其犹橐龠乎? 虚而不屈,动而愈出。 多言数穷,不如守中。 第六章 谷神不死,是谓玄牝。 玄牝之门,是谓天地根。 绵绵若存,用之不勤。 第七章 天长地久。 天地所以能长且久者,以其不自生,故能长生。 是以圣人后其身而身先,外其身而身存。 非以其无私邪故能成其私。 第八章 上善若水。 水善利万物而不争,处众人之所恶,故几于道。 居善地,心善渊,与善仁,言善信,政善治,事善能,动善时。 夫唯不争,故无尤。 第九章 持而盈之,不如其已;揣而锐之,不可长保。 金玉满堂,莫之能守;富贵而骄,自遗其咎。 功成名遂身退,天之道。 第十章 载营魄抱一,能无离乎? 专气致柔,能婴儿乎? 涤除玄览,能无疵乎? 爱民治国,能无为乎? 天门开阖,能为雌乎? 明白四达,能无知乎? 生之,畜之,生而不有,为而不恃,长而不宰,是谓玄德。 第十一章 三十辐共一毂,当其无,有车之用。 埏埴以为器,当其无,有器之用。 凿户牖以为室,当其无,有室之用。 故有之以为利,无之以为用。 第十二章 五色令人目盲;五音令人耳聋;五味令人口爽;驰骋畋猎,令人心发狂;难得之货,令人行妨。 是以圣人为腹不为目,故去彼取此。 第十三章 宠辱若惊,贵大患若身。 何谓宠辱若惊?宠为下,得之若惊,失之若惊,是谓宠辱若惊。 何谓贵大患若身?吾所以有大患者,为吾有身,及吾无身,吾有何患? 故贵以身为天下,若可寄天下。 爱以身为天下,若可托天下。 第十四章 视之不见,名曰夷;听之不闻,名曰希;搏之不得,名曰微。 此三者,不可致诘,故混而为一。 其上不皦,其下不昧。 绳绳不可名,复归于无物。 是谓无状之状,无物之象,是谓惚恍。 迎之不见其首,随之不见其后。 执古之道,以御今之有。 能知古始,是谓道纪。 第十五章 古之善为士者,微妙玄通,深不可识。 夫唯不可识,故强为之容: 豫兮若冬涉川;犹兮若畏四邻;俨兮其若客;涣兮若冰之将释;敦兮其若朴;旷兮其若谷;浑兮其若浊。 孰能浊以静之徐清?孰能安以久动之徐生? 保此道者不欲盈。 夫唯不盈,故能蔽不新成。 第十六章 致虚极,守静笃。 万物并作,吾以观其复。 夫物芸芸,各复归其根。 归根曰静,静曰复命。 复命曰常,知常曰明。 不知常,妄作凶。 知常容,容乃公,公乃王,王乃天,天乃道,道乃久,殁身不殆。 第十七章 太上,下知有之;其次,亲之誉之;其次,畏之;其次,侮之。 信不足焉,有不信焉。 犹兮其贵言。 功成事遂,百姓皆谓:我自然。 第十八章 大道废,有仁义; 智慧出,有大伪; 六亲不和,有孝慈; 国家昏乱,有忠臣。 第十九章 绝圣弃智,民利百倍; 绝仁弃义,民复孝慈; 绝巧弃利,盗贼无有。 此三者以为文不足。 故令有所属:见素抱朴,少私寡欲,绝学无忧。 第二十章 唯之与阿,相去几何? 善之与恶 ,相去若何? 人之所畏,不可不畏。 荒兮,其未央哉! 众人熙熙,如享太牢,如春登台。 我独泊兮,其未兆,如婴儿之未孩。 乘乘兮,若无所归。 众人皆有余,而我独若遗。 我愚人之心也哉,沌沌兮! 俗人昭昭,我独昏昏;俗人察察,我独闷闷。 澹兮其若海,飂兮若无止。 众人皆有以,而我独顽似鄙。 我独异于人,而贵求食于母。 第二十一章 孔德之容,惟道是从。道之为物,惟恍惟惚。 惚兮恍兮,其中有象;恍兮惚兮,其中有物;窈兮冥兮,其中有精。 其精甚真,其中有信。 自古及今,其名不去,以阅众甫。 吾何以知众甫之状哉?以此。 第二十二章 曲则全,枉则直,洼则盈,敝则新,少则得,多则惑。 是以圣人抱一为天下式。 不自见,故明;不自是,故彰;不自伐,故有功;不自矜,故长。 夫唯不争,故天下莫能与之争。 古之所谓曲则全者,岂虚言哉?诚全而归之。 第二十三章 希言自然。 故飘风不终朝,骤雨不终日。 孰为此者?天地。 天地尚不能久,而况于人乎? 故从事于道者,道者同于道;德者,同于德;失者,同于失。 同于道者,道亦乐得之;同于德者,德亦乐得之;同于失者,失亦乐得之; 信不足焉,有不信焉。 第二十四章 跂者不立,跨者不行。 自见者不明;自是者不彰;自伐者无功;自矜者不长。 其在道也,曰余食赘形。 物或恶之,故有道者不处。 第二十五章 有物混成,先天地生。 寂兮寥兮,独立而不改,周行而不殆,可以为天下母。 吾不知其名,字之曰道,强为之名曰大。 大曰逝,逝曰远,远曰反。 故道大,天大,地大,王亦大。 域中有四大,而王居其一焉。 人法地,地法天,天法道,道法自然。 第二十六章 重为轻根,静为躁君。 是以圣人终日行不离辎重,虽有荣观,燕处超然。 奈何万乘之主,而以身轻天下? 轻则失根,躁则失君。 第二十七章 善行无辙迹; 善言无瑕谪; 善数不用筹策; 善闭无关楗而不可开; 善结无绳约而不可解。 是以圣人常善救人,故无弃人;常善救物,故无弃物。 是谓袭明。 故善人者,不善人之师;不善人者,善人之资。 不贵其师,不爱其资,虽智大迷,是谓要妙。 第二十八章 知其雄,守其雌,为天下谿。 为天下谿,常德不离,复归于婴儿。 知其白,守其黑,为天下式。 为天下式,常德不忒,复归於无极。 知其荣,守其辱,为天下谷。 为天下谷,常德乃足,复归于朴。 朴散则为器,圣人用之,则为官长。 故大制不割。 第二十九章 将欲取天下而为之,吾见其不得已。 天下神器,不可为也。 为者败之,执者失之。 故物或行或随;或嘘或吹;或强或羸;或载或隳。 是以圣人去甚,去奢,去泰。 第三十章 以道佐人主者,不以兵强天下,其事好还。 师之所处,荆棘生焉。 大军之后,必有凶年。 故善者果而已,不敢以取强。 果而勿矜,果而勿伐,果而勿骄,果而不得已,果而勿强。 物壮则老,是谓不道,不道早已。 第三十一章 夫兵者,不祥之器,物或恶之,故有道者不处。 君子居则贵左,用兵则贵右。 兵者,不祥之器,非君子之器,不得已而用之,恬淡为上。 胜而不美,而美之者,是乐杀人。 夫乐杀人者,不可得志于天下矣。 吉事尚左,凶事尚右。 偏将军居左,上将军居右。 言居上势则以丧礼处之。 杀人众多,以悲哀泣之。 战胜,以丧礼处之。 第三十二章 道常无名,朴虽小,天下不敢臣。 侯王若能守,万物将自宾。 天地相合,以降甘露,人莫之令而自均。 始制有名,名亦既有,夫亦将知止,知止可以不殆。 譬道之在天下,犹川谷之于江海。 第三十三章 知人者智,自知者明。 胜人者有力,自胜者强。 知足者富,强行者有志, 不失其所者久,死而不亡者寿。 第三十四章 大道泛兮,其可左右。 万物恃之以生而不辞,功成不名有。 衣养万物而不为主,常无欲,可名于小; 万物归焉而不为主,可名为大。 是以圣人终不自为大,故能成其大。 第三十五章 执大象,天下往。往而不害,安平泰。 乐与饵,过客止。 道之出口,淡乎其无味,视之不足见,听之不足闻,用之不可既。 第三十六章 将欲歙之,必固张之;将欲弱之,必固强之;将欲废之,必固兴之;将欲夺之,必固与之。 是谓微明。 柔弱胜刚强。 鱼不可脱于渊,国之利器不可以示人。 第三十七章 道常无为而无不为。 侯王若能守之,万物将自化。 化而欲作,吾将镇之以无名之朴。 无名之朴,夫亦将不欲。 不欲以静,天下将自定。 德篇 第三十八章 上德不德,是以有德;下德不失德,是以无德。 上德无为而无以为;下德为之而有以为。 上仁为之而无以为。 上义为之而有以为。 上礼为之而莫之应,则攘臂而扔之。 故失道而后德,失德而后仁,失仁而后义,失义而后礼。 夫礼者,忠信之薄,而乱之首。 前识者,道之华,而愚之始。 是以大丈夫处其厚,不居其薄;处其实,不居其华。 故去彼取此。 第三十九章 昔之得一者: 天得一以清;地得一以宁;神得一以灵;谷得一以盈;万物得一以生;侯王得一以为天下贞。 其致之一也。 天无以清将恐裂; 地无以宁将恐废; 神无以灵将恐歇; 谷无以盈将恐竭; 万物无以生将恐灭; 侯王无以贵高将恐蹶。 故贵以贱为本,高以下为基。 是以侯王自谓孤、寡、不榖。 此其以贱为本耶,非乎?故致数舆无舆。 不欲琭琭如玉,珞珞如石。 第四十章 反者道之动,弱者道之用。 天下万物生于有,有生于无。 第四十一章 上士闻道,勤而行之;中士闻道,若存若亡;下士闻道,大笑之。 不笑不足以为道。 故建言有之: 明道若昧;进道若退;夷道若纇。 上德若谷;大白若辱;广德若不足;建德若偷;质真若渝。 大方无隅;大器晚成;大音希声;大象无形;道隐无名。 夫唯道,善贷且成。 第四十二章 道生一,一生二,二生三,三生万物。 万物负阴而抱阳,冲气以为和。 人之所恶,唯孤、寡、不榖,而王公以为称。 故物或损之而益,或益之而损。 人之所教,我亦教之。 强梁者不得其死,吾将以为教父。 第四十三章 天下之至柔,驰骋天下之至坚。 无有入无间,吾是以知无为之有益。 不言之教,无为之益,天下希及之。 第四十四章 名与身孰亲? 身与货孰多? 得与亡孰病? 是故甚爱必大费;多藏必厚亡。 知足不辱,知止不殆,可以长久。 第四十五章 大成若缺,其用不弊。 大盈若冲,其用不穷。 大直若屈,大巧若拙,大辩若讷。 躁胜寒,静胜热。 清静为天下正。 第四十六章 天下有道,却走马以粪;天下无道,戎马生于郊。 罪莫大于可欲;祸莫大于不知足;咎莫大于欲得。 故知足之足,常足矣。 第四十七章 不出户,知天下;不窥牖,见天道。 其出弥远,其知弥少。 是以圣人不行而知,不见而名,不为而成。 第四十八章 为学日益,为道日损。 损之又损,以至于无为,无为而无不为。 取天下常以无事,及其有事,不足以取天下。 第四十九章 圣人无常心,以百姓心为心。 善者吾善之,不善者吾亦善之,德善。 信者吾信之,不信者吾亦信之,德信。 圣人之在天下,惵惵为天下浑其心,百姓皆注其耳目,圣人皆孩之。 第五十章 出生入死。 生之徒十有三;死之徒十有三;人之生动之死地,亦十有三。 夫何故?以其生生之厚。 盖闻善摄生者,陆行不遇兕虎,入军不被甲兵。 兕无所投其角,虎无所措其爪,兵无所容其刃。 夫何故?以其无死地。 第五十一章 道生之,德蓄(畜)之,物形之,势成之,是以万物莫不尊道而贵德。 道之尊,德之贵,夫莫之命而常自然。 故道生之,德畜之。长之育之,成之熟之,养之覆之。 生而不有,为而不恃,长而不宰,是谓玄德。 第五十二章 天下有始,以为天下母。 既得其母,以知其子;既知其子,复守其母,没身不殆。 塞其兑,闭其门,终身不勤;开其兑,济其事,终身不救。 见小曰明,守柔曰强。 用其光,复归其明,无遗身殃,是谓袭常。 第五十三章 使我介然有知,行于大道,唯施是畏。 大道甚夷,而民好径。 朝甚除,田甚芜,仓甚虚;服文彩,带利剑,厌饮食,财货有余。 是为盗夸,非道也哉﹗ 第五十四章 善建者不拔,善抱者不脱,子孙祭祀不辍。 修之于身,其德乃真; 修之于家,其德乃余; 修之于乡,其德乃长; 修之于国,其德乃丰; 修之于天下,其德乃普。 故以身观身,以家观家,以乡观乡,以国观国,以天下观天下。 吾何以知天下然哉?以此。 第五十五章 含德之厚,比于赤子。 毒虫不螫,猛兽不据,攫鸟不搏。 骨弱筋柔而握固,未知牝牡之合而朘作,精之至也。 终日号而不嗄,和之至也。 知和曰常,知常曰明。 益生曰祥,心使气曰强。 物壮则老,谓之不道,不道早已。 第五十六章 知者不言,言者不知。 塞其兑,闭其门。 挫其锐,解其纷,和其光,同其尘,是谓玄同。 故不可得而亲,不可得而疏; 不可得而利,不可得而害; 不可得而贵,不可得而贱。 故为天下贵。 第五十七章 以正治国,以奇用兵,以无事取天下。 吾何以知其然哉?以此: 天下多忌讳,而民弥贫;民多利器,国家滋昏;人多伎巧,奇物滋起;法令滋彰,盗贼多有。 故圣人云: “我无为而民自化;我好静而民自正; 我无事而民自富;我无欲而民自朴。" 第五十八章 其政闷闷,其民淳淳;其政察察,其民缺缺。 祸兮福所倚;福兮祸所伏。孰知其极? 其无正邪?正复为奇,善复为妖。 人之迷,其日固久。 是以圣人方而不割,廉而不刿,直而不肆,光而不耀。 第五十九章 治人事天莫若啬。 夫唯啬,是谓早服,早服谓之重积德。 重积德则无不克,无不克则莫知其极,莫知其极,可以有国。 有国之母,可以长久。 是谓深根固柢,长生久视之道。 第六十章 治大国若烹小鲜。 以道莅天下,其鬼不神。 非其鬼不神,其神不伤人。 非其神不伤人,圣人亦不伤人。 夫两不相伤,故德交归焉。 第六十一章 大国者下流,天下之交,天下之牝。 牝常以静胜牡,以静为下。 故大国以下小国,则取小国;小国以下大国,则取大国。 故或下以取,或下而取。 大国不过欲兼畜人,小国不过欲入事人。 夫两者各得其所欲,故大者宜为下。 第六十二章 道者,万物之奥,善人之宝,不善人之所保。 美言可以市,尊行可以加人。 人之不善,何弃之有? 故立天子,置三公,虽有拱璧以先驷马,不如坐进此道。 古之所以贵此道者何? 不曰:求以得,有罪以免邪?故为天下贵。 第六十三章 为无为,事无事,味无味。 大小多少,报怨以德。 图难于其易,为大于其细。 天下难事,必作于易;天下大事,必作于细。 是以圣人终不为大,故能成其大。 夫轻诺必寡信,多易必多难。 是以圣人犹难之,故终无难矣。 第六十四章 其安易持,其未兆易谋;其脆易破,其微易散。 为之于未有,治之于未乱。 合抱之木,生于毫末;九层之台,起于累土;千里之行,始于足下。 为者败之,执者失之。 是以圣人无为,故无败;无执,故无失。 民之从事,常于几成而败之,慎终如始,则无败事。 是以圣人欲不欲,不贵难得之货;学不学,复众人之所过。 以辅万物之自然,而不敢为。 第六十五章 古之善为道者,非以明民,将以愚之。 民之难治,以其智多。 故以智治国,国之贼;不以智治国,国之福。 知此两者亦楷式。 常知楷式,是谓玄德。 玄德深矣,远矣,与物反矣,然后乃至大顺。 第六十六章 江海所以能为百谷王者,以其善下之,故能为百谷王。 是以圣人欲上民,必以言下之;欲先民,必以身后之。 是以圣人处上而民不重,处前而民不害。 是以天下乐推而不厌。 以其不争,故天下莫能与之争。 第六十七章 天下皆谓我道大,似不肖。 夫唯大,故似不肖,若肖,久矣其细也夫。 我有三宝,持而保之。 一曰慈,二曰俭,三曰不敢为天下先。 慈故能勇;俭故能广;不敢为天下先,故能成器长。 今舍慈且勇,舍俭且广,舍后且先,死矣! 夫慈,以战则胜,以守则固。 天将救之,以慈卫之。 第六十八章 善为士者不武;善战者不怒;善胜敌者不争;善用人者为之下。 是谓不争之德,是谓用人之力。 是谓配天,古之极。 第六十九章 用兵有言﹕“吾不敢为主而为客,不敢进寸而退尺。” 是谓行无行,攘无臂,仍无敌,执无兵。 祸莫大于轻敌,轻敌几丧吾宝。 故抗兵相加,哀者胜矣。 第七十章 吾言甚易知、甚易行,天下莫能知、莫能行。 言有宗,事有君。 夫唯无知,是以不我知。 知我者希,则我者贵。 是以圣人被褐怀玉。 第七十一章 知不知,上;不知知,病。 夫唯病病,是以不病。圣人不病,以其病病,是以不病。 第七十二章 民不畏威,则大威至。 无狭其所居,无厌其所生。 夫唯不厌,是以不厌。 是以圣人自知不自见,自爱不自贵。 故去彼取此。 第七十三章 勇于敢则杀,勇于不敢则活。 此两者,或利或害。 天之所恶,孰知其故?是以圣人犹难之。 天之道,不争而善胜,不言而善应,不召而自来,繟然而善谋。 天网恢恢,疏而不失。 第七十四章 民不畏死,奈何以死惧之? 若使民常畏死而为奇者,吾得执而杀之,孰敢? 常有司杀者杀。 夫代司杀者杀,是谓代大匠斫。 夫代大匠斫者,希有不伤其手矣。 第七十五章 民之饥,以其上食税之多,是以饥。 民之难治,以其上之有为,是以难治。 民之轻死,以其求生之厚,是以轻死。 夫唯无以生为者,是贤于贵生。 第七十六章 人之生也柔弱,其死也坚强。 万物草木之生也柔脆,其死也枯槁。 故坚强者死之徒,柔弱者生之徒。 是以兵强则灭,木强则折。 强大处下,柔弱处上。 第七十七章 天之道,其犹张弓欤? 高者抑之,下者举之;有余者损之,不足者补之。 天之道,损有余而补不足;人之道则不然,损不足以奉有余。 孰能有余以奉天下?唯有道者。 是以圣人为而不恃,功成而不处,其不欲见贤。 第七十八章 天下莫柔弱于水,而攻坚强者莫之能胜,以其无以易之。 弱之胜强,柔之胜刚,天下莫不知,莫能行。 是以圣人云:“受国之垢,是谓社稷主;受国不祥,是为天下王。” 正言若反。 第七十九章 和大怨,必有余怨;报怨以德,安可以为善? 是以圣人执左契,而不责于人。 有德司契,无德司彻。 天道无亲,常与善人。 第八十章 小国寡民。 使有什伯之器而不用,使民重死而不远徙。 虽有舟舆,无所乘之;虽有甲兵,无所陈之。 使民复结绳而用之。 甘其食,美其服,安其居,乐其俗。 邻国相望,鸡犬之声相闻,民至老死不相往来。 第八十一章 信言不美,美言不信。 善者不辩,辩者不善。 知者不博,博者不知。 圣人不积,既以为人己愈有,既以与人己愈多。 天之道,利而不害。 圣人之道,为而不争。