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Auch damit kann man Geld machen (wenn man keine Seele hat)

So, nun haben wir also auch in Deutschland Vorgaben, dass sich nie mehr als zwei Personen auf der Strasse treffen dürfen.
Es sollen vermehrt Menschen auf das Corona Virus getestet werden um zu sehen wie, und wo es sich ausbreitet und die Bevölkerung überlegt langsam ob es nicht vielleicht doch ganz praktisch wäre, wenn man unter Menschen gehen muss in solch einer Situation, eine Schutzmaske zu tragen.
Das Offensichtliche, das man sich von China bereits vor Wochen hätte abgucken können ist nun auch in den Starrköpfen der Deutschen angekommen. Bravo!
Im Atikel [[Wer heute noch nicht verrückt ist, ist einfach nicht informiert]] habe ich mich noch darüber gewundert warum man das Problem in Deutschland offensichtlich gar nicht ernst nimmt, während es in China bereits dramatische Ausmaße angenommen hatte.
Jetzt sind wir nur noch einen Schritt davon entfernt das ohnehin völlig überlastete medizinische System in Deutschland zum Kollaps zu bringen.
An dieser Stelle möchte ich dann auch gerne einen anonymen Krankenpfleger zitieren mit den Worten: „Euer Geklatsche könnt Ihr Ihr Euch sonst wohin stecken. Wenn Ihr unsere Arbeit respektiert, dann bezahlt uns endlich anständig“ (Eine Anspielung auf die Aufforderung abends zu einer bestimmten Uhrzeit ans Fenster zu gehen und der moralischen Unterstützung gegenüber dem medizinischen Personal durch Applaus Ausdruck zu verleihen).
Aber genug Klugscheißerei und „ich hab's Euch ja gesagt“ Gequatsche, denn ich hatte es ja bereits gesagt.
Hier zeigt sich wieder einmal ein typisches Verhalten der westlichen Industriestaaten, das nicht nur bei Chinesen immer wieder auf Ungläubigkeit trifft.
In China spricht man ganz offen von der „Arroganz des Westens“.
Auch wenn überall sonst die Welt untergeht haben wir es trotzdem nicht nötig irgendwelche Vorkehrungen zu treffen, es ist ja bisher auch immer alles gut gegangen.
Und mein persönlicher Höhepunkt: Während man in allen asiatischen Ländern Schutzmasken zur Pflicht macht, streitet man sich in Deutschland noch darüber ob ein derartiger Schutz überhapt etwas bringt.
Da sind wir bei einem anderen grossen Punkt angekommen: Für den einzelnen mag eine Schutzmaske vielleicht nur minimal Schutz gewährleisten, da sie nach 10 Minuten Gebrauch feucht ist und Viren durchlassen kann, aber das ist auch gar nicht die Intention dahinter, sondern lediglich die westliche Fehlinterpretation.
Primär soll man die Maske nicht tragen um sich selber zu schützen, sondern die anderen.
Eine Weisheit die in Asien schon seit Generationen in jedermanns Kopf ist: Ich bin krank (zum Beispiel erkältet), ich trage eine Maske um die anderen nicht anzustecken.
Durch diese, in der Masse ausgelebte, Vorsorge ist man selber als Individuum dann eben auch geschützt.
Eine einfache Erkenntnis die sich in unseren Breitengraden niemals durchsetzen wird.
Beflügelt wurde das ganze natürlich noch von offzieller Seite mit teils Halbwahrheiten und auch komplett unsinnigen Argumentationen.
Aber was soll's? Es gibt ja eh keine Masken in Deutschland zu kaufen.
Und somit haben auch wir unsere Beziehungen ausgenutzt um welche aus China zu bekommen.
Es gibt inzwischen einige Leute die daraus ein Geschäftsmodell gemacht haben und ehrlich gesagt: Man kann damit wahrscheinlich schon ein wenig Geld anhäufen. Wir wollen das bewusst nicht tun.
Man könnte sagen dass Geld, das durch das ausnutzen der Not anderer gewonnen wurde, ein schlechtes Kharma bedeutet.
Man könnte aber auch ganz platt sagen, dass anständige Menschen so etwas einfach nicht tun.
Und schon wieder ist in diesem Zusammenhang etwas passiert das wunderbar in diesen Blog passt und ich ihnen natürlich nicht vorenthalten möchte:
Unser Paket aus China wurde logischerweise von privat an privat versendet, schliesslich haben wir nichts gekauft, sondern die Verwandten haben uns die Sachen geschickt. Für so etwas fallen keine Zollgebühren an.
Die chinesische Post übergibt ihre internationalen Aufträge allerdings an andere Unternehmen, die diese dann in dem entsprechenden Land für sie abwickeln.
Manchmal hat man als Sender bzw. Empfänger aber das Pech dass es sich bei diesen wieder einmal um Scharlatane handelt.
So haben wir ein Schreiben bekommen in dem wir aufgefordert wurden knapp 30 Euro zu bezahlen um die Zollabwicklungen von diesem Unternehmen durchführen zu lassen.
Wie bereits erwähnt sind private Sendungen zollfrei. Es wird also Geld für eine Dienstleistung verlangt, die niemand braucht, noch haben will.
Das Problem ist, dass man dieses Prozedere nicht mehr ungeschehen machen kann.
Man bekommt in dem Brief die Wahl die Formalitäten gegen Bezahlung erledigen zu lassen, oder selber eine Zollerklärung (die sogenannte Selbstverzollung) zu machen.
Wenn man im Internet recherchiert, kann es bei dieser besagten Firma allerdings auch noch nach Bezahlung des unnötigen Betrags zu Komplikationen kommen.
Es werden wohl immer wieder inrgendwelche Formulare bzw. Bestätigungen angefordert und das Paket nicht freigegeben.
Also auf jeden Fall eine Selbstverzollung. Die hat es allerdings in sich und ohne Hilfe wird man sich kaum durch die ganzen Zahlenkürzel, Zollinterna und verklausulierten Inhalte kämpfen können.
Aber das Internet bietet Hilfe. Diese Seite hier hat mir dabei geholfen nicht unnötig Geld für eine absurde Dienstlestung zu bezahlen.
Für alle, die es auch betreffen sollte: Schicken Sie das Schreiben auf keinen Fall zu der Firma zurück, sondern mit dem augefüllten Selbstverzollungsantrag direkt an das zuständige Zollamt.
Lesen Sie einfach sorgfältig die Inforamtionen auf der angegebenen Webseite durch.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen Gesundheit und sage bis bald.

Wie Phönix aus der Asche

Vor kurzem waren ein paar Tage frei. Die Nationalfeiertage, ähnlich dem Frühlingsfest, sind in China Anlass für viele Leute die Familie zu besuchen, oder irgendwo sonst hinzureisen um sie zu verbringen (die Feiertage, nicht die Familie ;-) ).
Kaum jemand bleibt zu Hause. Und auch wir haben einen kleinen Familienausflug gemacht. Zugegeben nicht besonders weit, aber ein Tapetenwechsel war es allemal.
Wir sind in Beijing geblieben, aber wenn man es mit deutschen Maßstäben misst, dann ist eine Tour vom Osten der Stadt in den Westen doch schon eine kleine Reise und vergleichbar mit einem Trip von einer deutschen Stadt in eine andere. So ist man dann auch knapp 1½, 2 Stunden unterwegs (ohne Stau).
Wir haben uns in einem hübschen Hotel im Stil der alten chinesischen Häuser (四合院 sì hé yuàn) einquartiert.
Mehrere Gebäude, die einen chinesischen Garten umfassen, in unserem Fall sogar mit einem Teich, künstlichen Felsen und Pavillon. Alles in der Nähe des Sommerpalastes.
Und da sind wir auch direkt bei unserem heutigen Artikel angekommen: Der Sommerpalast und die kaiserlichen Gärten.
Was viele Leute nicht wissen: Es gibt derer zwei.
Zum einen die kaiserlichen Gärten (御园 yù yuán).
Das Gebiet, das man mit diesem Namen umschreibt, besteht genau genommen aus mehreren Garten- und ehemaligen Palastkomplexen:

- 圆明园 (yuán míng yuán)‚ der Garten der vollkommenen Klarheit
- 长春园 (cháng chūn yuán) der Garten des Ewigen Frühlings
- 绮春园 (qǐ chūn yuán), der Garten des Schönen Frühlings oder auch 万春园 (wàn chūn yuán)‚ der Garten der Zehntausend Frühlinge
- und 西洋楼 (xīyáng lóu), die westlichen mehrstöckigen Gebäude (westlich im Sinne von europäisch. Hier wurde der Rokoko mit chinesischer Architektur vermischt).

Die Gärten sind vor allen Dingen berühmt für die Ruinen des sogenannten „alten Sommerpalastes“.
Der Palast wurde während der Qing-Dynastie ab 1709 errichtet und ist Zeit seines Bestehens immer weiter ausgebaut worden.
1860 wurde die Anlage, neben etlichen anderen durch englisch/französische Streitkräfte im Zuge des zweiten Opiumkrieges zerstört. Darauf folgten Plünderungen und die Anlage ist mangels Geldmitteln nie wieder aufgebaut worden.
Zum anderen gibt es den „neuen Sommerpalast“ (颐和园 yí hé yuán). Neben dem Kaiserpalast (besser bekannt als „verbotene Stadt“) eines der bedeutendsten Wahrzeichen Beijings.
Er liegt nur einige hundert Meter westlich von den Ruinen des alten Sommerpalastes entfernt.
Der neue Sommerpalast wurde 1751–1764 ebenfalls in der Qing-Dynastie errichtet und wurde genau wie sein „großer Bruder“ auch im zweiten Opiumkrieg zerstört.
Allerdings wurde er auf Geheiß der Kaiserwitwe 慈禧 (cí xǐ) wieder aufgebaut.
Sie nutzte dafür Gelder, die eigentlich in den Aufbau der Kriegsflotte hätten fliessen sollen. Stattdessen wurde ein steinernes Boot in der Parkanlage gebaut, wo sich die gehobene Gesellschaft mit Peking-Oper (hatten wir ja im Artikel [[Schweine am Trog]] bereits angeschnitten) und anderen Darbietungen bespaßen liess.
1900 wurde der Komplex während des Boxeraufstands durch die Briten erneut zerstört und dann abermals wieder aufgebaut.
Man kann sagen, dass er tatsächlich wie der Phönix aus der Asche immer wieder aufs neue zum Leben erweckt wurde.
Und es gibt tatsächlich auch im Gebäudebereich des Gartens eine Phönix-Statue.
Allerdings ist Phönix nicht gleich Phönix, hier handelt es sich wieder um einen Übersetzungsfehler (oder eine Übersetzungsungenauigkeit).
Der Phönix, so wie wir ihn kennen kommt ursprünglich aus der ägyptischen Mythologie. Dort ist er unter dem Namen „Benu“ bekannt.
„Benu“ der Totengott kehrte neugeboren als Reiher aus seinem Überwinterungsgebiet zurück.
In der griechischen Mythologie wurde daraus der Phönix. Ein Fabelwesen, das am Ende seines Lebenszyklus verbrennt und aus der Asche wieder aufersteht. In manchen Überlieferungen auch aus einem Ei wieder geboren wird.
Der 凤凰 (fèng huáng), der immer als Übersetzung des Phönix im chinesischen angegeben wird, ist eigentlich ein anderes Fabeltier.
Er wird zwar auch dem Feuer zugeordnet, wird aber nicht durch dieses Element neu geboren.
Der Grund, weshalb sich eine Statue von ihm im Sommerpalast befindet, ist recht schnell erklärt:
Das Fabelwesen, das den chinesischen Kaiser repräsentiert ist der Drache und das der Kaiserin ist eben der 凤凰 (fèng huáng).
Und einen kleinen Tipp habe ich auch noch für Sie, wenn sie den Sommerpalast einmal besuchen möchten:
Da es sich um eines der berühmtesten Ausflugsziele Beijings handelt, sind Menschenmassen zu so ziemlich jeder Jahreszeit die Regel.
Kommen Sie also früh morgens und betreten ihn vom Nordtor her. Hier gibt es auch eine Haltestelle der U-Bahn Linie 4 namens 北宫门 (běi gōng mén).
Von hier aus können Sie über ein paar Stufen den Berg im Norden der Palastanlage besteigen und beim Abstieg immer die wundervolle Aussicht geniessen.
Unten angekommen bleibt es Ihnen überlassen, ob sie die Gebäude besichtigen, im Park spazieren gehen oder das Steinboot bewundern wollen.
Starten Sie von einem der anderen Eingänge, werden Sie wahrscheinlich nach den Besichtigungen der Insel, der Bauwerke und des Wandelgangs nicht mehr all zu viel Vergnügen beim erklimmen der Stufen verspüren.
Abgesehen davon, dass sich dann bereits die Touristenströme bemerkbar machen, die diese Eingänge bevorzugen, da man hier mit Reisebussen anreisen kann.
Und wenn Sie nur einen Tag für die Besichtigung eingeplant haben, sollten Sie davon absehen den See zu umrunden. Mieten Sie stattdessen lieber eines der Boote.

Das Kinderparadies (auch für Erwachsene)

Jeder Stadtteil in Beijing hat mindestens eine grosse Shoppingmall. Und viele dieser Shoppingmalls sind selber wie ein kleiner Stadtteil.
Man kennt es aus amerikanischen Filmen: Riesige Einkaufscenter, die unzählige von Geschäften beherbergen, in denen man den ganzen Tag zubringen kann.
In Amerika, in der Regel etwas ausserhalb gelegen und nur mit dem Auto wirklich problemlos zu erreichen, finden sie sich in chinesischen Großstädten inmitten der Stadt und überall.
Ein Geschäftskonzept das viele Geschäfte auf einen Ort bündelt, das es so in Deutschland nicht gibt.
Es gibt einfach nicht genug Menschen in Deutschland für so etwas. Lediglich kleine Ableger dieses Konzeptes lassen sich in Deutschlands Großstädten finden, in der Regel Einkaufspassagen, die im direkten Vergleich ziemlich klein erscheinen.
In Beijings Süden zum Beispiel gibt es eine Mall, die neben unzähligen Geschäften, einem gigantischen Supermarkt, IMAX Kino und etlichem anderen auch einen grossen Elektromarkt (ähnlich wie Saturn, Media Markt oder Pro Markt) und Ikea integriert.
Es gibt einen Apple Shop, einen Windows Shop, etliche kleine Geschäfte für Kleidung, etliche grosse Geschäfte von bekannten Marken für Kleidung, etliche Läden für Kinderkleidung, Läden für Kinderwagen, unüberschaubar viele Restaurants, Imbisse, Cafes und Getränkestände, Läden für Druckkochtöpfe, Plastikgeschirr, eine Bahn zum Bogenschiessen und eine Armada an Massagesesseln.
Gerade für Kinder findet man in diesen Tempeln ein unüberschaubares Angebot wo sich der Nachwuchs spielerischen Aktivitäten aller Art hingeben kann.
Alles überdacht und unabhängig von den Luftwerten oder dem Wetter draussen immer angenehm für Jung und Alt.
Die Spieleautomatenpassage erinnert schon an Las Vegas.
Viele Familienausflüge gehen tatsächlich hierher anstatt raus in die Parks oder zu den Sehenswürdigkeiten, so wie man es aus Deutschland kennt.
Dementsprechend voll ist es dann auch immer. (Und das nicht nur am Wochenende).
Alleine ein Besuch in dem riesigen Supermarkt lässt mich immer wieder in kindliche Schwärmerei zurückfallen.
Denn hier gibt es auf mehreren Etagen all die Dinge, die man als Ausländer erst einmal kennenlernen muss.
Der Tofustand, an dem frisch gemachter Tofu zu bestaunen ist oder der Stand mit den handgemachten Nudeln.
Alles ist interessant. Es gibt Schweineköpfe, Seegurken, Hühnerfüsse, jede Menge chinesischen Schnaps, Chips mit Gurken- oder Spargelaroma und weite Flächen an Hülsenfrüchten, Reis oder getrocknetem Allerlei, die ausgebreitet wie auf Wühltischen auf die Kunden warten damit diese sich die besten Stücke herauspicken können.
Ein Kinderparadies gibt es in jedem Einkaufszentrum, völlig unabhängig von dessen Grösse.
In der Regel in einem der obersten Stockwerke gelegen, findet man hier riesige Carreabahnen, ein Legoland, Spielautomaten, einen Toys R us und andere Spielzeugläden, Ballparadiese und Bastelgruppen und auch eine Turnhalle, eine Englischschule, einen Klettergarten, einen Parkur zum Rollschuhlaufen, einen Sandkasten mit gefärbtem Sand und kleine Teiche, aus denen man Zierfische mit dem Netz fangen kann und sogar ein Kinderschwimmbad.
Zwischen den Freizeitangeboten für die Kleinen finden sich dann auch immer wieder Verkaufsstände für Spielzeug (so wohl original, wie auch Plagiate) und interessanterweise auch immer wieder Stände für Spitzenunterwäsche und Nylonstrümpfe.
Ich mutmasse mal, dass viele Frauen nach der Entbindung eventuell das Verlangen haben sich wieder schick und sexy zu fühlen und gerne etwas hier kaufen, wenn die Kleinen gerade an den Gummiseilen über einem Trampolin hängen und die Waren so praktisch direkt nebenan ausgestellt sind.
Diese Trampoline mit den Gummiseilen scheinen jetzt übrigens der letzte Schrei zu sein. Überall sieht man sie, drinnen wie draussen.
Ich bin mir bei solchen Gerätschaften in China, gerade wenn es um Kinder geht, allerdings nicht immer sicher ob das auch alles wirklich immer technisch einwandfrei und gut gewartet ist.
Einen technischen Überwachungsverein oder Ähnliches gibt es ja nicht und wir haben inzwischen alle gelernt, dass man in China niemanden trauen darf. Schon gar nicht wenn es um Sicherheitskontrollen geht.
Die gleichen Bedenken habe ich auch bei den Kletterparks, auf denen Kinder mit einem Metallseil gesichert über teilweise 3 Etagen klettern.
Ein Trampolin und ein Geschirr mit Gummiseilen ist der neueste Trend bei Kindern in China.
Zu viele Dinge werden tatsächlich nicht gewartet und mit falschen Prüfzertifikaten versehen (wenn überhaupt).
Bei vielen technischen Geräten gibt es auch einfach niemanden, der sie prüfen würde, da es keine Pflicht ist und so kann man dann auch immer wieder Karussells sehen, die mit Obstkisten unterlegt wurden, damit sie nicht wackeln. Kommt alles immer wieder vor.
Aber zurück zur Shopping Mall, dem Spielplatz für die ganze Familie:
Auch das Angebot der kulinarischen Genüsse ist grandios. Angefangen bei den ganzen namhaften Fastfoodketten (internationale eben so wie chinesische) über grosse und kleine Restaurantketten, Restaurants aus allen Teilen Chinas, die lokale Spezialitäten anbieten über die kantinenähnlichen Grossküchen bis hin zu den Imbissständen, Cafes und Eisdielen. Hier kann jeder etwas für sich finden.
Wenn man in einer Stadt wie Beijing lebt, muss man so etwas auf jeden Fall einmal gesehen haben.
Gerade wenn man Dinge sucht, die man sonst nicht findet, kann man hier fündig werden.
Käsereiben, Salatbesteck, einen Korkenzieher und alle möglichen anderen Haushaltsgegenstände, die man aus Deutschland gewohnt ist, in China aber bisher vergeblich gesucht hat, findet man zum Beispiel bei IKEA.
Bleibt abschliessend nur noch zu sagen: Auch für die Shopping Malls gilt: Es ist, wie immer in China, alles grösser als man es sich vorstellt.

Kein Schnupfen ist so schlimm wie der eigene

Im Artikel [[Wenn's einem mal wieder schlecht geht]] hatte ich ein paar Medikamente vorgestellt, die gegen Durchfall helfen.
Das gleiche möchte ich an dieser Stelle für Erkältungen tun.
Während es in Deutschland wieder kälter geworden ist und in einigen Teilen sogar geschneit hat, hatten wir in Beijing urplötzlich ein paar Tage Hitzewelle.
Die Temperatur ist auf einmal bis auf 30 Grad Celsius angestiegen.
Ich habe nachts geschwitzt, die Bettdecke auf Seite geschoben und mich so einfach mal erkältet.
Sehr ärgerlich. Jetzt wo das Wetter schön wird, hole ich mir eine Erkältung. Aber so ist das nun mal.
Für alle, die sich in China eine Erkältung eingefangen haben, möchte ich hier ein Mittel vorstellen, das recht zuverlässig hilft.
Es handelt sich um ein Granulat, das man in heißem Wasser auflöst und als Tee trinkt.
Wie jeder medizinische Tee in China schmeckt auch dieser abscheulich. Ich denke mir des öfteren: Chinesen sind wahrscheinlich der festen Überzeugung, dass die Wirkung einer Medizin exponential ansteigt, je grausiger sie schmeckt.
Aber dieser Tee ist durchaus noch trinkbar, ich habe schon ganz andere Dinge hier in China erlebt.
Der Tee heisst 感冒清热颗粒 (gǎn mào qīng rè kē lì), übersetzt so viel wie „heißer Erkältungstee als Granulat“ und ist in jeder Apotheke zu haben.
Zeigen Sie dem Apotheker einfach dieses Foto, er wird ihn kennen. Meistens liegt er in einem Regal nicht weit von der Kasse entfernt, denn er wird recht oft gekauft.
Und zwei weitere Mittel möchte ich Ihnen an dieser Stelle gerne vorstellen.
Beide basieren ebenfalls auf chinesischer Medizin. Das heisst: Keine Chemie und so gut wie keine Nebenwirkungen.
Das erste nennt sich 复方鲜竹沥液 (fù fāng xiān zhú lì yè) und ist ein Hustenlöser.
Er wird als Flüssigkeit in kleinen Ampullen verkauft und ist ebenfalls in jeder Apotheke rezeptfrei zu haben.
Ein Erwachsener nimmt in der Regel zwei dieser Ampullen zu jeder Mahlzeit (dreimal am Tag) zu sich.
Die letzte Medizin, die ich hier vorstellen möchte ist 蒲地蓝消炎口服液 (pú dì lán xiāo yán kǒu fú yè).
Dies ist eine entzündungshämmende Flüssigkeit, die ebenfalls in kleinen Ampullen eingenommen wird.
Je nachdem wie sehr Sie darauf reagieren, kann es Sie unter Umständen müde machen, also bitte nicht einnehmen, wenn Sie noch Auto fahren wollen oder an irgendwelchen Maschinen herumschrauben müssen.
In diesem Sinne wünsche ich allen (und mir) „gute Besserung“.

Gleich klatscht es

Als ich nach China gekommen bin, habe ich mich über viele Dinge gewundert.
Man weiss nicht warum dies oder das so ist, wie es ist und vergleicht es mit dem, was man sonst so gelernt hat.
Aber das funktioniert nicht immer anstandslos. Einige Dinge sind in China einfach anders.
Zwei dieser seltsamen Eigenarten möchte ich auch heute wieder besprechen.
Zum einen warum man immer wieder in Parks, manchmal auch auf offener Strasse Menschen sehen kann, die rückwärts laufen und zum anderen warum viele Leute ständig in die Hände klatschen, während sie sich fortbewegen.
Fangen wir mit dem Rückwärtslaufen an:
Nun, nach der ganzheitlichen medizinischen Betrachtungsweise des Körpers und dem Gesundheitsverständnis der Chinesen ist es der Gesundheit zuträglich, wenn man seinen Körper von Zeit zu Zeit aus dem täglichen Trott und den üblichen Bewegungsabläufen reisst.
So werden andere Muskelgruppen angesprochen und die Aufmerksamkeit und das Gehör werden vermehrt gefordert.
Es ist also eine einfache Möglichkeit, den Körper fit zu halten, die in China immer wieder gerne genutzt wird.
Eben so verhält es sich mit dem „in die Hände klatschen“.
Entgegen des hin und wieder verbreiteten Gerüchts, dies sei noch ein Erbe aus den Zeiten der Kulturrevolution um Vögel zu verscheuchen, hat es einen einfachen medizinischen Hintergrund.
Aber die Geschichte mit den Vögeln ist interessant, deshalb möchte ich sie an dieser Stelle auch kurz erwähnen:
Einer Erzählung nach haben damals Vögel, allen voran Spatzen, die Körner auf den Feldern gefressen und so wurde veranlasst, dass zu festgelegten Uhrzeiten alle Bewohner kräftig in die Hände klatschen um sie zu vertreiben.
Wie viel Wahrheitsgehalt in dieser Geschichte steckt, vermag ich nicht zu beurteilen, aber es ist wieder einmal eine schöne Geschichte.
Tatsächlich aber soll durch das Klatschen bloss die eigene Blutzirkulation angeregt und die Durchblutung gefördert werden.
Das ist schon alles. Und so kann man immer wieder, vor allen Dingen ältere Leute, durch die Strassen ziehen sehen, die ständig in die Hände klatschen.
Interessanterweise sind diese einfachen Mittel der Gesundheitsvorsorge eben schon viel älter und waren schon weit vor der Zeit der Kulturrevolution bekannt.
Ein jahrtausende altes Wissen um Medizin und Gesundheit, das kurioserweise nicht in Büchern konserviert wurde, sondern mündlich von Generation zu Generation weitergegeben wurde.
Und das macht es, meiner Meinung nach, auch so interessant.
Wer die alte Kultur in China erleben will, muss nicht ins Museum gehen, wo alte Mythen mühevoll wiederbelebt werden, von denen heute nur noch eine handvoll Menschen wissen.
Sondern man kann den Geist aus alten Zeiten bis heute am täglichen Leben von ganz normalen Leuten ablesen.
Oft hört man alte Weissheiten, wenn man einfach nur am Strassenstand seine Nudeln kauft.
Und so erfährt man zum Beispiel, dass man sich im Frühling und Herbst nicht exakt den Temperaturen angemessen kleiden sollte.
Im Frühling sollte man etwas schwitzen und im Herbst etwas frieren, ganz einfach aus dem Grund, dass sich so der Körper bereits an die anstehenden Temperaturwechsel gewöhnen kann und man sich nicht so einfach erkältet.
Wie sich die Menschen verhalten, oder was sie zitieren, alles ist Geschichte und reicht teilweise Jahrtausende zurück.
Auch das ist wieder ein Teil von dem, was China so einzigartig macht.