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Post und Zoll

Post und Zoll, ein ewiges Thema.
Bzw. DHL (die ich hier der Einfachheit halber mal als Post bezeichne).
Es werden immer mehr Artikel, die dieses Thema behandeln und das wundert auch nicht weiter, schliesslich ist unsere Post bekannt dafür Dinge zu verschlampen oder mit ihren beamtentypischen Prozessen normale Leute zur Weissglut zu bringen.
Heute also wieder einmal eine kleine Anekdote aus dem Umfeld der inetrnationalen Postzustellung:
Vor neun Monaten haben meine Schwiegereltern ein Paket zu uns geschickt.
Drei Wochen nach Aufgabe des Pakets kam dann auch das bekannte Schreiben vom Zoll zur Nachverzollung. Bis dahin noch alles normal.
Auf Grund von Corona sollte man bitte die Nachverzollung über DHL machen lassen. Gerne, ich habe nämlich auch keine Lust mir einen Tag freizunehmen nur damit ich ein Paket selber nach Hause schleppen kann, das eh an mich adressiert ist.
Ich finde es widerspricht grundsätzlich der Idee des Versendens, ein Paket selber zu transporieren .
Also Unterlagen zurückgesendet (kann man sogar jetzt online machen, obwohl das Schreiben per Post komt. Wow!).
Die Benachrichtigung vom Zollamt dass das Paket an DHL übergeben wird kam auch prompt, also nur noch warten auf das Paket.
Aber es kam nicht. Den Sendungsstatus konnte man im Internet auch nicht mehr checken, es war einfach verschwunden.
Telefonisch konnte man es mit der Sendungsnummer noch finden (Es wurde einem dann jedes Mal gesagt, dass die Postleitzahl nicht stimme), aber man bekam über die Websuche im Internet gar keine Informationen mehr zu dem Paket.
Sehr interessant. Der Brief vom Zoll ist ja mit der richtigen Postleitzahl zugestellt worden, muss sich also im Nachhinein ein Fehler eingeschlichen haben.
Inzwischen habe ich mir abgewöhnt bei der telefonischen Auskunft „Sendungsstatus“ anzugeben, sondern wähle direkt „Reklamation“ aus, dann bekommt man wenigstens einen Ansprechpartner (Denn die künstliche Intelligenz die hinter dem System steckt ist offensichtlich noch auf dem stand der 80er Jahre und ganz offensichtlich nicht in der Lage Anfragen befriedigend zu bearbeiten).
Einen Suchauftrag werde man in die Wege leiten und das Paket werde sich bestimmt ganz schnell wiederfinden.
Nach einer ganzen Weile habe ich dann doch noch einmal angerufen und erfahren, dass ich als Empfänger gar keinen Suchauftrag eröffnen kann, sondern dies von der Senderseite geschehen muss. Aber alles gar kein Problem, es verzögert sich alles derzeit ein wenig und ich solle noch bis Ende der Woche warten, dann wäre das Paket bestimmt schon auf dem Postweg.
Es ist dann tatsächlich wieder in der Sendungsverfolgung im Internetportal aufgetaucht.
Etwas verstörend allerdings ist der Umstand, dass es inzwischen dreimal zum Zoll transportiert wurde und danach immer wieder in die Region der Auslieferung.
Ich unterstelle niemandem etwas Böses, schliesslich hätte niemand einen Vorteil davon das Paket spazierenzufahren, ich glaube tatsächlich an völlige Unfähigkeit.
Also erst mal beruhigt und wieder angerufen (das läuft wie folgt ab):
- Angeben dass es sich um eine Reklamation handelt
- mit einem Paket
- international
- ja, Sendungsnummer ist vorhanden
- und die Sendungsnummer langsam buchstabieren.
Dann kommt eine echte Person an den Apparat, man erzählt ihr die ganze Geschichte, gibt nochmal die Sendungsnummer an und seine Adresse.
Dann heisst es „Ich schaue mal kurz nach“ und dann nichts mehr. Man hört nichts, es gibt kein Freizeichen, gar nichts.
Man legt dann erst nach drei Minuten auf, da man wider dem gesunden Menschenverstand doch insgeheim hoff, es würde sich noch etwas tun.
Wenn man es dann eingesehen hat ruft man noch einmal an und geht nochmal durch das ganze Prozedere.
Was soll ich Ihnen sagen: Genau das gleiche ist mir nocheinmal passiert. Entweder die Telefonanlage hatte einen Fehler oder die Unfähigkeit dieses Unetrnehmens zieht sich durch alle Fachbereiche.
Beim dritten Mal hatte es dann funktioniert und man sagte mir, dass die Sendung wieder beim Zoll wäre und ich auf das Schreiben warten solle.
...
Inzwischen waren bereits fast drei Monate vergangen, ich habe immer wieder mit Post und Zoll telefoniert, die mir jeweils den gleichen Schwachsinn erzählt haben.
Die Post behauptete sie hätten das Paket noch nicht bekommen und es läge noch beim Zoll, während der Zoll sagte, das Paket sei bei der Post.
Es ist also niemand zuständig und somit kann man auch niemanden unter Druck setzen.
Zumindest hatte ich endlich die Aussage bekommen dass dies kein Einzelfall ist und bereits mehrere Leute aktuell dieses Problem hatten.
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Wieder einen Monat und etliche Telefonate später immer noch nichts neues.
Oder besser gesagt: Zwischendurch ist ein Brief mit den Kosten für die nachträgliche Postverzollung gekommen und ich habe mich in kindischer Naivität dazu hinreissen lassen zu glauben das Paket wäre gefunden und auf dem Weg zu uns.
Aber weit gefehlt. die Kosten wurden (sehr verspätet) eingefordert, obwohl der Verbleib de Pakets weiterhin ungewiss war.
Meine Nachrichten an die Post sind in ihrer Wortwahl etwas ausgefallener (bzw. leicht ausfallend) geworden, aber ich habe endlich die Information bekommen, dass ich als Empfänger über das Online-Portal doch einen Nachverfolgungsauftrag einstellen kann.
Das habe ich natürlich sofort versucht.
Was sich aber gar nicht so einfach gestaltet, wenn man die offizielle Webseite durchsucht.
Selbst mit der internen Suchfunktion und dem Suchwort „Nachforschungsauftrag“, was das System einen bereits nach ein paar eingetippten Zeichen von ganz allene vorschlägt, findet man nicht zu der tatsächlichen Eingabemaske des Nachforschungsauftrags.
Dazu muss man schon gezielt eine unabhängige Suchmaschine befragen.
Ich habe sie dann gefunden (die Seite mit der Eingabemaske) und meine Daten eingegeben, mit dem Ergebnis, dass die Postleitzahl angeblich falsch sei.
Da kam ich mir dann so richtig verarscht vor.
Ich hatte bereits schon über zwanzig mal bei diesem Ignoratenverein angerufen und jedes mal die korrekte Postleitzahl angegeben, das hätte man definitiv mal anpassen können (ich hab es ja nur jedes Mal vorgeschlagen).
Ich habe also wieder eine unschöne Nachricht geschrieben, bereits mit dem Hintergedanken dass sich ohne eine groß angelegte Geiselnahme hier wohl nicht viel bewegen wird.
Dann ist angeblich wirklich ein Nachforschungsauftrag eingeleitet worden, seit dem ich natürlich nichts mehr gehört habe.
„Man wird sich mit Ihnen in Verbindung setzen“ hieß es. Inzwischen war das Paket bereits über vier Monate unterwegs.
Ist es vielleicht möglich, dass DHL einfach eine Liste an Floskeln abarbeitet ohne tatsächlich irgend etwas in die Wege zu leiten?
Die wissen womöglich gar nicht dass sie ein Paketdienst sind...
...
Weitere fünf Monate später (Also neun Monate nach Aufgeben der Sendung) ist das Paket wieder beim Absender in China aufgetaucht.
Na herzlichen Glückwunsch! Die Anziehsachen für unseren Sohn, die darin waren, werden definitiv nicht mehr passen, wenn es ein weiteres Mal auf die Reise geschickt wird.
Völliges Unverständnis gab es auf Seiten meiner Frau und der Schwiegereltern, denn so ein Problem lässt sich in China mit ein, zwei Telefonanrufen einfach regeln.
Aber nicht in Deutschland. Das fällt mir immer wieder auf.
Prozesse scheinen derart festgefahren, dass man als Kunde völlig den Launen des Systems ausgesetzt ist.
In China plant man schon mit ein dass mal etwas nicht so funktioniert wie es sollte und man kann entsprechend gegensteuern, wenn man sich kümmert.
Das scheint in Deutschland nicht ansatzweise möglich zu sein, denn zwei herausragende Eigenschaften der Deutschen scheinen, wie es uns in der Regel vorgeworfen wird, tatsächlich Sturheit und Resistenz gegenüber Verbesserungen zu sein.
Als Fazit halten wir also fest: Wenn ein Paket beim Zoll ankommt, unbedingt hingehen und es selber abholen.
Ansonsten ist es der Willkür einer Bande von Ahnungslosen ausgesetzt und die Zustellung reine Glückssache.

Durcheinander, 7, 8, schlecht

乱七八糟 (luàn qī bā zāo) ist ein interessanter chinesischer Ausdruck.
乱 (luàn) steht für Durcheinaner, Chaos, 七 (qī) ist die 7, 八 (bā) die 8 und 糟 (zāo) steht für erbärmlich, miserabel, schlecht.
Wort für Wort übersetzt ist es ein ziemliches Durcheinander und genau das drückt der Ausspruch auch aus.
Wenn das einfache Wort 乱 (luàn) für unordentlich nicht mehr ausreicht, dann hängt man noch die anderen Wörter hintendran um zu betonen, dass es sich wirklich um ein außerordentliches Chaos handelt.
Beschreiben kann man damit so ziemlich alles und genau das wollen wir auch heute tun.
Ich habe nämlich in letzter Zeit wieder vermehrt die Erkenntnis gewonnen, dass jeder Mensch für sich eine eigene Wahrnehmung der Welt entwickelt hat und viele Leute diese offensichtlch unbedingt auch lautstark zum Ausdruck bringen müssen.
Je chaotischer die Ansichten, desto lauter ihr Verfechter, so scheint es.
Corona hat viele unterschiedliche Meinungen entstehen lassen und zu teilweise recht skurrilen Ereignissen geführt.
Die sogenannten Hygienedemos, vor allen Dingen in Berlin, sind ein gutes Beispiel dafür.
Dabei möchte ich gar nicht, wie sonst in den Medien üblich, die ungewöhnliche Konstellation von Neuzeithippies und anderen eher linksgerichteten Protestlern die neben Reichsbürgern, Holocaustleugnern und anderen Individuen aus der eher rechten Szene protestieren herausstellen, sondern mich ganz bewusst ausschließlich auf die Inhalte der angemeldeten Demo selber beziehen.
Da ging es, ganz grob zusammengefasst darum, dass man die Maßnahmen die man zur Coronaeindämmung verordnet hat als zu drastisch einschätzt.
Da gibt es dann natürlich auch wieder unterschiedliche Abstufungen.
Die einen, die seit der Kurzarbeit finanziell kaum noch über die Runden kommen und Selbstständige die mit jedem Tag mehr Schulden anhäufen über Menschen denen das Tragen einer Maske über einen längeren Zeitraum dermaßen unangenehm ist, dass sie diese Maßnahme wieder abschaffen wollen bis hin zu Leuten die davon überzeugt sind dass es Corona gar nicht gibt, sondern es nur ein Vorwand ist um bald eine Impffpflicht zu verordnen und den Menschen einen Microchip zu implantieren, oder ähnliches.
Alles bunt durcheinander, ein wundersames, teils märchenhaft anmutendes Chaos. 乱七八糟 (luàn qī bā zāo).
Ich kann den Wunsch durchaus nachvollziehen, auch ich habe es satt beim Einkaufen und in der Straßenbahn ständig eine Maske tragen zu müssen.
Aber der Wunsch alleine reicht leider nicht aus um eine Pandemie zu beenden.
Zugegeben in Deutschland sind die Zahlen der schweren Fälle nicht mehr sehr hoch, aber weltweit sieht die Sache schon wieder ganz anders aus.
Ich habe oft die Befürchtung dass viele Menschen, selbst wenn sie oft im Ausland Ferien machen, sich mit ihrem Gemüt stetig in Deutschland befinden. Unfähig auch nur ein klein wenig über den Tellerrand zu schauen.
Und somit auch immer einen guten Teil von der Realität entfernt.
Diese Erfahrung hat sich, seitdem ich in China gelebt habe, natürlich noch verstärkt.
Bestes Beispiel sind all die Leute die einen erst fragen wie es sich denn so in China lebt und dann alle Informationen die man ihnen gibt als Unfug zurückweisen um einem dann zu erklären wie China wirklich ist. Nicht selten auch ohne jemals selbst dort gewesen zu sein.
In diesem Fall würde ich mir in der breiten Masse mehr Erfahrungen im Ausland wünschen.
Auf der anderen Seite denke ich dass gerade jetzt Urlaub im Ausland nicht die beste aller Ideen ist.
Aber auch hier scheine ich wieder alleine auf verlorenem Posten zu sein.
Als hätten die Deutschen die letzten Jahrzente eine Reisesperre über sich ergehen lassen müssen, sind sie direkt nach der ersten Welle alle wieder an die Strände dieser Welt gereist.
Ich verstehe ja dass viele Menschn irgendwann mal wieder zurück zur Normalität wollen, aber doch bitte nicht mit der Brechstange.
Aber das sind glücklicherweise nur kleine Rückschläge, denn ich denke dass alles in allem Deutschland gut gehandelt hat und seine Einwohner zum grossen Teil die Maßnahmen auch akzeptiert und gelebt haben (Ein wenig Meckern gehört nunmal einfach dazu, so sind wir Deutschen halt).
Zu Anfang drastische Maßnahmen um dem unbekannten Virus entgegenzutreten und jetzt immer mehr Lockerungen basierend auf immer weiteren Erkenntnissen die die Wissenschaft unaufhörlich sammelt.
Und auch ich bin der Meinung dass man in diesem Fall lieber etwas zu vorsichtig sein sollte, als alles wieder auf´s Spiel zu setzen.
Denn wir als Gesellschaft tragen eine Verantwortung den Risikogruppen gegenüber. Da ist es auch völlig egal ob man meint dass Masken nicht schützen oder die Todeszahlen nur Personen beziffern die mit Corona aber nicht zwangsläufig an Cororna gestorben sind.
Wir haben nunmal weltweit einen enormen Anstieg an Infizierten, an schweren Erkrankungen mit Corona und an Todesfällen mit Corona zu verzeichnen.
Und ich denke da ist es nicht zu viel verlangt, dass wir gegenseitig ein wenig auf uns aufpassen.
In der Welt gibt es bereits so schon einiges an Chaos, machen wir es nicht noch schlimmer.

Hasenfutter

Es gibt in einigen deutschen Supermärkten in der Gemüseabteilung eine Kiste um sich ungewolltem Blattwerk, Strünken oder Stielen zu entledigen.
Wenn man der Meinung ist, dass zum Beispiel der Blumenkohl ohne die schützenden Blätter leichter zu transportieren ist, bricht man sie ab und entsorgt sie in dieser Kiste.
Die gesammelten Pflanzenteile können dann kostenlos von Besitzern pflanzenfressender Kleintiere mitgenommen werden.
So wird das eine oder andere Blatt aus dieser Kiste dann an einen Hasen, ein Meerschweinchen oder einen Hamster verfüttert.
Eine nette, kleine Aktion, die besonders bei Kindern sehr beliebt ist.
Und die Deutschen sind tatsächlich bekannt dafür alle möglichen Dinge als nicht essbar anzusehen. Ein Beispiel wäre das Grün von Mairüben.
Niemand nimmt es wirklich mit. Meistens werden die Wurzeln bereits ohne Blattwerk verkauft.
Ein anderes Beispiel wären Karotten. Ich denke, dass viele Deutsche nicht einmal wissen wie der obere Teil dieses Gemüses überhaupt aussieht.
Hin und wieder kann man in schicken Restaurants an Minikarotten noch ein paar Millimeter grün sehen.
Das ist dann sehr kreativ und stylisch und kostet direkt noch mal ein paar Euro mehr.
Aber auch hier ist der oberirdisch wachsende Teil der Pflanze nicht zum Verzehr gedacht, sondern soll bloss die farbliche Gesamtkomposition abrunden.
Ganz anders sieht man solche Dinge in China. Wenn etwas essbar ist, dann ist die Wahrscheinlichkeit auch sehr hoch, dass es gegessen wird.
Die Blätter, oder das Laub, wie es wohl offiziell heisst, der Mairübe oder der Möhre sind nämlich auch zum Verzehr geeignet. Ganz im Gegensatz zu denen der Kartoffel.
Ich denke, dass dies den meisten Leuten in unseren Breitengraden gar nicht bewusst ist.
Interessant ist es dann sich mit Chinesen, die in Deutschland leben, zu unterhalten und zu erfahren wie befremdlich für sie das wegwerfen von solchen Dingen ist.
Es gibt eine ganze Reihe von Gerichten, die man damit zubereiten kann. Auf dem Foto ist eine ganz einfache, aber sehr schmackhafte mit dem Mairübenlaub und grob gehacktem Fleisch.
Aber nicht nur im Supermarkt verhalten sich die Deutschen aus chinesischer Sicht seltsam.
Auch wenn Gemüse gekocht wird, dürfte so manchem Asiaten das Herz bluten, wenn er zusehen muss wie das Wasser, in dem sich die ganzen ausgekochen Inhaltsstoffe befinden einfach weggekippt wird, anstatt zu einer Suppe verarbeitet zu werden.
Wir Deutschen scheinen tatsächlich kein Herz für Gemüse zu haben. ;-)

Auch damit kann man Geld machen (wenn man keine Seele hat)

So, nun haben wir also auch in Deutschland Vorgaben, dass sich nie mehr als zwei Personen auf der Strasse treffen dürfen.
Es sollen vermehrt Menschen auf das Corona Virus getestet werden um zu sehen wie, und wo es sich ausbreitet und die Bevölkerung überlegt langsam ob es nicht vielleicht doch ganz praktisch wäre, wenn man unter Menschen gehen muss in solch einer Situation, eine Schutzmaske zu tragen.
Das Offensichtliche, das man sich von China bereits vor Wochen hätte abgucken können ist nun auch in den Starrköpfen der Deutschen angekommen. Bravo!
Im Atikel [[Wer heute noch nicht verrückt ist, ist einfach nicht informiert]] habe ich mich noch darüber gewundert warum man das Problem in Deutschland offensichtlich gar nicht ernst nimmt, während es in China bereits dramatische Ausmaße angenommen hatte.
Jetzt sind wir nur noch einen Schritt davon entfernt das ohnehin völlig überlastete medizinische System in Deutschland zum Kollaps zu bringen.
An dieser Stelle möchte ich dann auch gerne einen anonymen Krankenpfleger zitieren mit den Worten: „Euer Geklatsche könnt Ihr Ihr Euch sonst wohin stecken. Wenn Ihr unsere Arbeit respektiert, dann bezahlt uns endlich anständig“ (Eine Anspielung auf die Aufforderung abends zu einer bestimmten Uhrzeit ans Fenster zu gehen und der moralischen Unterstützung gegenüber dem medizinischen Personal durch Applaus Ausdruck zu verleihen).
Aber genug Klugscheißerei und „ich hab's Euch ja gesagt“ Gequatsche, denn ich hatte es ja bereits gesagt.
Hier zeigt sich wieder einmal ein typisches Verhalten der westlichen Industriestaaten, das nicht nur bei Chinesen immer wieder auf Ungläubigkeit trifft.
In China spricht man ganz offen von der „Arroganz des Westens“.
Auch wenn überall sonst die Welt untergeht haben wir es trotzdem nicht nötig irgendwelche Vorkehrungen zu treffen, es ist ja bisher auch immer alles gut gegangen.
Und mein persönlicher Höhepunkt: Während man in allen asiatischen Ländern Schutzmasken zur Pflicht macht, streitet man sich in Deutschland noch darüber ob ein derartiger Schutz überhapt etwas bringt.
Da sind wir bei einem anderen grossen Punkt angekommen: Für den einzelnen mag eine Schutzmaske vielleicht nur minimal Schutz gewährleisten, da sie nach 10 Minuten Gebrauch feucht ist und Viren durchlassen kann, aber das ist auch gar nicht die Intention dahinter, sondern lediglich die westliche Fehlinterpretation.
Primär soll man die Maske nicht tragen um sich selber zu schützen, sondern die anderen.
Eine Weisheit die in Asien schon seit Generationen in jedermanns Kopf ist: Ich bin krank (zum Beispiel erkältet), ich trage eine Maske um die anderen nicht anzustecken.
Durch diese, in der Masse ausgelebte, Vorsorge ist man selber als Individuum dann eben auch geschützt.
Eine einfache Erkenntnis die sich in unseren Breitengraden niemals durchsetzen wird.
Beflügelt wurde das ganze natürlich noch von offzieller Seite mit teils Halbwahrheiten und auch komplett unsinnigen Argumentationen.
Aber was soll's? Es gibt ja eh keine Masken in Deutschland zu kaufen.
Und somit haben auch wir unsere Beziehungen ausgenutzt um welche aus China zu bekommen.
Es gibt inzwischen einige Leute die daraus ein Geschäftsmodell gemacht haben und ehrlich gesagt: Man kann damit wahrscheinlich schon ein wenig Geld anhäufen. Wir wollen das bewusst nicht tun.
Man könnte sagen dass Geld, das durch das ausnutzen der Not anderer gewonnen wurde, ein schlechtes Kharma bedeutet.
Man könnte aber auch ganz platt sagen, dass anständige Menschen so etwas einfach nicht tun.
Und schon wieder ist in diesem Zusammenhang etwas passiert das wunderbar in diesen Blog passt und ich ihnen natürlich nicht vorenthalten möchte:
Unser Paket aus China wurde logischerweise von privat an privat versendet, schliesslich haben wir nichts gekauft, sondern die Verwandten haben uns die Sachen geschickt. Für so etwas fallen keine Zollgebühren an.
Die chinesische Post übergibt ihre internationalen Aufträge allerdings an andere Unternehmen, die diese dann in dem entsprechenden Land für sie abwickeln.
Manchmal hat man als Sender bzw. Empfänger aber das Pech dass es sich bei diesen wieder einmal um Scharlatane handelt.
So haben wir ein Schreiben bekommen in dem wir aufgefordert wurden knapp 30 Euro zu bezahlen um die Zollabwicklungen von diesem Unternehmen durchführen zu lassen.
Wie bereits erwähnt sind private Sendungen zollfrei. Es wird also Geld für eine Dienstleistung verlangt, die niemand braucht, noch haben will.
Das Problem ist, dass man dieses Prozedere nicht mehr ungeschehen machen kann.
Man bekommt in dem Brief die Wahl die Formalitäten gegen Bezahlung erledigen zu lassen, oder selber eine Zollerklärung (die sogenannte Selbstverzollung) zu machen.
Wenn man im Internet recherchiert, kann es bei dieser besagten Firma allerdings auch noch nach Bezahlung des unnötigen Betrags zu Komplikationen kommen.
Es werden wohl immer wieder inrgendwelche Formulare bzw. Bestätigungen angefordert und das Paket nicht freigegeben.
Also auf jeden Fall eine Selbstverzollung. Die hat es allerdings in sich und ohne Hilfe wird man sich kaum durch die ganzen Zahlenkürzel, Zollinterna und verklausulierten Inhalte kämpfen können.
Aber das Internet bietet Hilfe. Diese Seite hier hat mir dabei geholfen nicht unnötig Geld für eine absurde Dienstlestung zu bezahlen.
Für alle, die es auch betreffen sollte: Schicken Sie das Schreiben auf keinen Fall zu der Firma zurück, sondern mit dem augefüllten Selbstverzollungsantrag direkt an das zuständige Zollamt.
Lesen Sie einfach sorgfältig die Inforamtionen auf der angegebenen Webseite durch.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen Gesundheit und sage bis bald.

Gewitter im Nachttopf

Das „Gewitter im Nachttopf“ ist eine andere Redewendung für den „Sturm im Wasserglas“. Dieser hat sich in der deutschen Sprache weit verbreitet, nicht zuletzt durch die gleichnamige Komödie des Schriftstellers Bruno Frank, wobei dieser sich wohl auch auf bereits bekannte Aussprüche bezogen hat: Zum Beispiel der Ausspruch „tempête dans un verre d’eau“ von dem französischer Schriftsteller und Philosophen Montesquieu, der genau mit diesem Bild des Sturms im Wasserglas die politischen Unruhen in der Republik San Marino beschrieben hat.
Und bereits in der Antike gab es eine ähnliche Ausdrucksweise, die durch den römischen Politiker und Schriftsteller Cicero bekannt gemacht worden ist: „excitare fluctus in simpulo“ bedeutet so viel wie „Stürme in der Schöpfkelle erregen“.
Allen gemein ist die Bedeutung: Eine Sache wichtiger erscheinen lassen als sie tatsächlich ist.
Und somit kommen wir zu „Sabine“. Gemeint ist das Orkantief genannt „Sabine“, das letztes Wochenende Deutschland heimgesucht hat.
Da drängt sich dann auch direkt die Frage auf: „Warum werden Schlechtwetterphänomene eigentlich immer nach Frauen benannt?“.
Nun, das ist eigentlich gar nicht so. Wenn man mal etwas recherchiert, erfährt man, dass in Deutschland seit 1998 die Namen von Tiefdruckgebieten in geraden Jahren weiblich und die von Hochdruckgebieten männlich sind, in ungeraden Jahren ist dies umgekehrt.
Und seit November 2002 kann man auch gegen Bezahlung eine Namenspatenschaft übernehmen (na ja, wer sonst nichts zu tun hat...).
Aber kommen wir zurück zu unserem aktuellen Sturm „Sabine“:
Dramatisch wurde er angekündigt, die Bahn hat den kompletten Verkehr eingestellt, Kindergärten und Schulen hatten vorsorglich geschlossen.
Aber letztendlich hat sich die angekündigte Apokalypse dann doch bloss als eine steife Brise herausgestellt.
Es ist gut, dass man vorsichtig ist und kein Risiko eingeht, gerade bei der Bahn, die durch Oberleitungsschäden ja tatsächlich grosse Beeinträchtigungen davontragen kann.
Aber sind wir mal ehrlich: Das was uns da angekündigt wurde, ist in keinster Weise eingetroffen.
Sturmböen dieser Stärke sind zum Beispiel in Beijing in den Wintermonaten ganz normal. Es gibt keine Unwetterwarnung, selbst wenn man mit geballter Kraft nicht mehr gegen den Wind ankommt, der einem entgegenweht. Das nennt man dann 大风 (dà fēng), also „starken Wind“.
Zugegeben: Es passiert dann auch jedes mal etwas in China. Dadurch dass man nicht vorgewarnt wird, fallen öfter schon mal Leute vom Dach, weil sie Reparaturarbeiten an der Leuchtreklame durchführen, während die Sturmböen toben.
Aber wenn man in einer sturmgeplagten Gegend wohnt, sollte man solche Dinge eigentlich wissen.
Denn eine Vorhersage dass es „starken Wind“ geben wird, gibt es ja. Es wird eben nur nicht so übertrieben dargestellt.
Aus der Sicht eines Chinesen ist das Verhalten der Deutschen auf jeden Fall ziemlich witzig und man kann in Gesprächen immer einen leicht witzigen, spöttischen Unterton mitklingen hören.
Ja, so ist das in Deutschland. Hauptsache sicher. ;-)