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    <title>China Blog - Interkulturelles</title>
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    <description>Mein Leben als Expat in Beijing</description>
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<pubDate>Thu, 11 May 2023 09:02:39 GMT</pubDate>

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    <title>RSS: China Blog - Interkulturelles - Mein Leben als Expat in Beijing</title>
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    <title>Buffer Overflow</title>
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            <category>Interkulturelles</category>
            <category>Seltsames Verhalten von Chinesen</category>
            <category>Technik</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Ingo)</author>
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    &lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_right&quot; style=&quot;width: 272px&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:40 --&gt;&lt;a href=&quot;http://blog.smart-r.at/uploads/qiandian.png&quot;&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_right&quot; width=&quot;272&quot; height=&quot;400&quot;  src=&quot;http://blog.smart-r.at/uploads/qiandian.serendipityThumb.png&quot; title=&quot;Eine typische chinesische Webseite&quot; alt=&quot;&quot;&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Eine typische chinesische Webseite&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;Wer schon einmal auf chinesischen Webseiten war, egal ob auf den Seiten irgendwelcher Behörden, Einkaufsportalen oder irgend welchen anderen Seiten, der wird wahrscheinlich auch von der Fülle an Informationen erschlagen worden sein.&lt;br /&gt;
Man erleidet im übertragenden Sinne einen Buffer Overflow, so wie bei einem Computer, wenn über die eigentlichen Speicherplatzgrenzen hinaus geschrieben wird.&lt;br /&gt;
Es scheint fast so, als wolle man alle Informationen auf eine Seite packen um gar keine Unterseiten zu benutzen.&lt;br /&gt;
Schauen Sie sich einfach mal das Bild an: Ja, das ist nicht einfach Text das schwarze, jede Zeile ist ein Hyperlink.&lt;br /&gt;
Viele Leute haben ihre Meinung zu derartigen Webseiten bereits kund getan und es gibt sogar einige wissenschaftliche Arbeiten darüber, also fassen wir doch einmal kurz zusammen warum das eigentlich so ist:&lt;br /&gt;
Zuallererst fällt einmal auf, dass sich dieses Phänomen nicht bloss auf chinesische Webseiten bezieht.&lt;br /&gt;
Vielmehr findet man diesen Unterschied zwischen vielen asiatischen Webseiten, also chinesischen, japanischen und koreanischen (um nur ein paar zu nennen) und westlichen.&lt;br /&gt;
Die asiatischen folgen in grossen Teilen dem „überladenen“ Prinzip, während westliche Seiten (Europäische, Webseiten aus den USA und Australien) eher aufgeräumt und übersichtlich erscheinen.&lt;br /&gt;
„Warum fällt Australien jetzt in die Kathegorie westlich?“ werden Sie sich vielleich fragen.&lt;br /&gt;
Nun, das ist ganz einfach, denn der Grund warum sich die Webseiten so drastisch unterscheiden ist einfach ein kultureller.&lt;br /&gt;
Die westliche Kultur (aus Eropa kommend) hat sich weiter nach Nordamerika (USA) und auch Australien ausgebreitet und diese steht in vielen Dingen im krassen Gegensatz zur Asiatischen.&lt;br /&gt;
Dabei fällt schon im täglichen Leben in Asien auf, dass es überall für den gemeinen Europäer an Reizüberflutung grenzende Werbung gibt.&lt;br /&gt;
Die Strassen sind voll mit Schildern, Reklamen, Neonanzeigen, Laufschriften etc. Man kommt sich oft vor, als befände man sich mitten in einer Zeitung.&lt;br /&gt;
Im Restaurant genau das gleiche: Die Speisekarte gleicht einem Buch mit ihren vielen Einträgen.&lt;br /&gt;
Überall im täglichen, asiatischen Leben kann man ähnliche Phänomene erleben.&lt;br /&gt;
Es ist also nicht rein internetspeziefisch, sondern allgegenwärtig.&lt;br /&gt;
Und wo hat das ganze seinen Ursprung? Nun, Einige Forscher sind der Meinung, dass dies ein kultureller Unterschied ist, der die Denkweisen der Menschen über lange Zeiten beeinflusst hat.&lt;br /&gt;
Westler, um uns mal so zu nennen, denken demzufolge analytisch. Das heisst, sie konzentrieren sich auf einzelne Dinge und versuchen diesen so weit wie möglich auf den Grund zu gehen, während Asiaten holistisch denken, also Dinge in ihrem Umfeld sehen.&lt;br /&gt;
Als ich das zum ersten mal gehört habe, sind mir unzählige Ereignisse wieder in Erinnerung gekommen, die diese Sichtweise im alltäglichen Leben in China widerspiegeln.&lt;br /&gt;
Das Essen, das immer im Zusammenhang mit seiner medizinischen Wirkung, der Beschaffenheit, Farbe und in Beziehung zu den Gästen gesehen wird.&lt;br /&gt;
Oder die Wandlungsphasen aus dem &lt;a href=&quot;https://de.wikipedia.org/wiki/I_Ging&quot; title=&quot;https://de.wikipedia.org/wiki/I_Ging&quot;&gt;yi jing&lt;/a&gt;, das wir in Artikel [[Alles in Bewegung]] besprochen haben, die sich ja nie im einzelnen, sondern immer nur im Zusammenhang mit den vorherigen, bzw. darauffolgenden Phasen beschreiben lassen.&lt;br /&gt;
Die Liste ist eigentlich unendlich, denn dies ist ein Prinzip, das die chinesische und auch andere asiatische Kulturen zu einem grossen Teil ausmacht.&lt;br /&gt;
Selbst in asiatischen Bildern gibt es oft keinen gezielten Fokus, wie in westlicher Malerei, sondern eine Vielzahl von Dingen, die gleichwertig nebeneinander die Aufmerksamkeit des Betrachters erfordern.&lt;br /&gt;
Somit ist es dann auch kein Wunder, dass Chinesen und andere Asiaten sich auf diesen, für unseren Geschmack überfrachteten Webseiten absolut Problemlos zurechtfinden können.&lt;br /&gt;
Denn wenn man sich die Zeit nimmt, sie einmal genauer unter die Lupe zu nehmen, sind die meisten durchaus strukturiert und logisch aufgebaut, lediglich die Fülle von gleichzeitig angepriesenen Informationen schreckt den Uneingeweihten ab (abgesehen von den fremden Zeichen, die die meisten Menschen grundsätzlich überfordern).&lt;br /&gt;
Aber es ist, so wie es immer ist: Man betrachtet die Dinge durch seine eigene kulturelle Brille und bildet sich so sein Urteil.&lt;br /&gt;
Dementsprechend finde ich es immer noch anstrengend mich durch asiatische Webseiten zu arbeiten um dort hin zu kommen, wo ich eingetlich hin möchte, Sprachkenntnisse hin oder her. 
    </content:encoded>

    <pubDate>Wed, 03 May 2023 05:29:00 +0000</pubDate>
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    <title>Eine Geste sagt mehr als tausend Worte</title>
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            <category>Interkulturelles</category>
            <category>Kultur</category>
            <category>Literatur</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Ingo)</author>
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    &lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_right&quot; style=&quot;width: 272px&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:40 --&gt;&lt;a href=&quot;http://blog.smart-r.at/uploads/kinderbuecher.jpg&quot;&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_right&quot; width=&quot;272&quot; height=&quot;400&quot;  src=&quot;http://blog.smart-r.at/uploads/kinderbuecher.serendipityThumb.jpg&quot; title=&quot;Chinesische Kinderbücher&quot; alt=&quot;&quot;&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Chinesische Kinderbücher&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;Eine gängige Aussage, der jeder gute Autor zu Recht sofort widersprechen würde.&lt;br /&gt;
Was kann man nicht alles in 1000 gut gewählten Worten ausdrücken. Wer tatsächlich glaubt, dass eine Geste auch nur annähernd das ausdrücken könnte was die Wörter können, der liest offenbar nicht viel.&lt;br /&gt;
Es handelt sich hier natürlich wieder einmal um eine Vereinfachung, die den Sinn nur sinngemäß wiedergibt, aber eigentlich falsch formuliert ist.&lt;br /&gt;
Es müsste eigentlich heissen: „Eine Geste kann in bestimmten Situationen einfacher und vor allen Dingen schneller ausdrücken was wir meinen als Worte, wenn der Gegenüber den Kontext versteht und die Geste mehr oder weniger eindeutig ist.“&lt;br /&gt;
Aber wir alle wissen was gemeint ist, deshalb ist es eigentlich unnötig hier Haarspalterei zu betreiben, aber ich wollte es trotzdem einmal gesagt haben. &lt;img src=&quot;http://blog.smart-r.at/plugins/serendipity_event_emoticate/img/emoticons/smile.png&quot; alt=&quot;:-)&quot; class=&quot;emoticon&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kinder checken in regelmäßigen Abständen ihre Grenzen ab und testen wie weit sie gehen können.&lt;br /&gt;
Das sind die sogenannten Pflegelpfasen. Ich bin mir nicht sicher wie viele es davon gibt, aber ich weiss inzwischen mit Sicherheit, dass sie immer schlimmer werden von Mal zu Mal.&lt;br /&gt;
Man kann versuchen ein moderner und aufgeschlossener Erzieher zu sein, erklären statt bestrafen usw. (und das sollte man natürlich auch), aber manchmal ist es schon ein erzieherischer Erfolg, wenn man dem Drang widersteht, die Quälgeister einfach zu verkaufen.&lt;br /&gt;
Aber wie auch immer, da muss man dann durch. „Warum hast Du das jetzt gemacht?“, „Glaubst Du dass das eine gute Idee war?“.&lt;br /&gt;
Die Annäherungsversuche der Eltern muten stets plump an im Verglkeich zu den teilweise wirklich kreativen Ausreden der Sprösslinge.&lt;br /&gt;
Unser Wonneproppen kann inzwischen in jeder Situation erklären warum alle anderen Schuld sind nur er selber nicht, selbst wenn er zweifelsfrei ohne jedweden Einfluss von aussen etwas verbockt hat.&lt;br /&gt;
Und er macht einiges was nicht unbedingt gern gesehen ist. Er ist leider, genau wie sein Vater in jungen Jahren, sehr wild und dabei geht hier und da schon mal was zu Bruch.&lt;br /&gt;
Man könnte das spätes Karma dem Vater gegenüber nennen, aber das würde uns wieder zu weit in asiatische Glaubenskonzepte abdriften lassen.&lt;br /&gt;
Ich staune bei meinem Sohn immer wieder über die Bereitwilligkeit die eigene Unversehrtheit aufs Spiel zu setzen, nur um die Welt mal aus einem anderen Blickwinkel zu erleben, wohl wissend, dass das bei mir früher genau so war.&lt;br /&gt;
Der Affe fällt nunmal nicht weit vom Stamm.&lt;br /&gt;
Viele Eltern sagen dass ihre Kinder Engel sind, allerdings nur wenn sie schlafen und ich kann durchaus verstehen was sie meinen, aber ich muss einwerfen, dass es noch eine Situation gibt in der unser Sohn regelmäßig ein Engel ist.&lt;br /&gt;
Und das ist beim Vorlesen. Er liebt es Geschichten zu hören und wenn sie gut waren auch immer wieder.&lt;br /&gt;
Er hat inzwischen mehr Bücher als ich, da meine Frau ständig welche aus China importiert.&lt;br /&gt;
Da kann ich beim Kauf von deutschen Kinderbüchern kaum mithalten, alleine schon weil Bücher in Deutschland auf Grund der Buchpreisbindung wesentlich teurer sind als chinesische, aber ich tue mein Bestes.&lt;br /&gt;
Wir möchten dass er so viele Geschichten wie möglich aus beiden Kulturkreisen kennenlernt und die Liebe zu Büchern halten wir für sehr zukunftsweisend, da die gesamte menschliche Kultur darauf aufgebaut ist.&lt;br /&gt;
Lesen bildet und man kann gar nicht früh genug damit anfangen.&lt;br /&gt;
In unserem Fall bedeutet das, ihm Lust auf Geschichten zu machen indem wir ihm viel vorlesen.&lt;br /&gt;
Und das ganze entwickelt natürlich auch eine Eigendynamik. Je mehr unser Sohn durch die Bücher von der Welt erfährt, desto mehr erfahren auch wir über die Geschichten und Denkweisen aus der jeweiligen anderen Kultur.&lt;br /&gt;
Es ist also, wenn man so will, eine win-win-win-Situation.&lt;br /&gt;
Durch lesen kann man sich langsam aber sicher ein immer besseres Bild der Welt machen.&lt;br /&gt;
Jeder sollte so viel wie möglich lesen, auch wenn Georg Christoph Lichtenberg angeblich behauptete: „Ein Buch ist ein Spiegel, wenn ein Affe hineinsieht, so kann kein Apostel heraus gucken.“&lt;br /&gt;
Denn obwohl das natürlich erst einmal richtig ist, verschweigt es auch wieder Hälfte.&lt;br /&gt;
Der gerade vom Baum gefallene Affe kann nämlich mit jedem Buch das er liest, seinen Horizont erweitern und sich immer weiter vom Affe sein entfernen.&lt;br /&gt;
Es ist also sehr wohl möglich, dass eines Tages ein Apostel herausschaut, nur eben nicht sofort.&lt;br /&gt;
In diesem Sinne verabschiede ich mich wieder und frage ganz bescheiden: „Welches Buch lesen Sie gerade?“ 
    </content:encoded>

    <pubDate>Wed, 02 Feb 2022 08:25:00 +0000</pubDate>
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    <title>Satz von Cover</title>
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            <category>China</category>
            <category>Interkulturelles</category>
            <category>Persönliche Erfahrungen</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Ingo)</author>
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    &lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_right&quot; style=&quot;width: 272px&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:40 --&gt;&lt;a href=&quot;http://blog.smart-r.at/uploads/vs-tor.jpg&quot;&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_right&quot; width=&quot;272&quot; height=&quot;400&quot;  src=&quot;http://blog.smart-r.at/uploads/vs-tor.serendipityThumb.jpg&quot; title=&quot;Tor in der verbotenen Stadt in Beijing.&quot; alt=&quot;&quot;&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Tor in der verbotenen Stadt in Beijing.&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;Der Satz von Cover ist nach &lt;a href=&quot;https://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_M._Cover&quot; title=&quot;https://de.wikipedia.org/wiki/Thomas_M._Cover&quot;&gt;Thomas M. Cover&lt;/a&gt; benannt, der eine gemeinsame Professur der Fachbereiche Elektrotechnik und Statistik der Stanford University innehielt.&lt;br /&gt;
Der Satz besagt ganz platt gesprochen, dass Datenpunkte die sich in einem niedrig-dimensionalen Raum (z.B. 2 Dimensionen) nicht linear in unterschiedliche Gruppen trennen lassen (also durch eine Linie), sich aber sehr wahrscheinlich in einem höher-dimensionalen Raum in dieser Weise voneinander absetzen lassen (also z.B. in einem 3 dimensionalen Raum durch eine Ebene).&lt;br /&gt;
Ausser ein paar Statistikern und Informatikern ist dieser Satz sonst wahrscheinlich noch nie jemandem zu Ohren gekommen, dabei kann man ihn doch so schön auf das Leben projezieren.&lt;br /&gt;
Zumindest auf mein Leben lässt sich dieser Satz sehr gut anwenden:&lt;br /&gt;
Einige Dinge, die man in jüngeren Jahren nicht lösen konnte, da einem einfach der Überblick gefehlt hat, lassen sich aus einem neuen Blickwinkel ganz einfach bewerkstelligen.&lt;br /&gt;
Hilfreich sind die angesammelten Erfahrungen und alles Erlernte um aus einem ehemaligen Problem eine leicht zu erledigende Aufagabe zu machen. Oder etwas das man früher nicht verstanden hat, letztendlich zu vertehen.&lt;br /&gt;
Es geht also diesmal um das Alter, Erfahrungen und die kleine Portion Weissheit die man in seinem Leben ansammeln kann.&lt;br /&gt;
Dabei ist es eigentlich völlig egal ob es sich um tiefphilosofische Themen oder ganz banale Dinge handelt.&lt;br /&gt;
So wie unangenehme Situationen die entstehen, wenn man die falschen Worte wählt. Besonders in einer fremden Sprache.&lt;br /&gt;
Oft sind einem nicht alle Redewendungen bekannt und schnell kann man schonmal ungewollt etwas unbeabsichtigtes sagen, das den gegenüber lauthals loslachen, oder zumindest ungläubig stutzen lässt.&lt;br /&gt;
Zur Auflockerung habe ich hier wieder ein kleines Beispiel:&lt;br /&gt;
破 (pò) bezeichnet etwas kaputtes, das über die Zeit abgenutzt oder sonstwie kaputt gegangen ist.&lt;br /&gt;
破鞋 (pò xié) sind also ausgelatschte Schuhe.&lt;br /&gt;
Allerdings bezeichnet man damit auch eine (nun sagen wir mal „asserhalb ihrer Beziehung sexuell interessierte“) Frau.&lt;br /&gt;
Man sollte also tunlichst aufpassen wenn man tatsächlich über seine kaputten Schuhe sprechen möchte.&lt;br /&gt;
搞 (gǎo) frei übersetzt „machen“ ist das passende Verb dazu.&lt;br /&gt;
搞破鞋 (gǎo pò xié) würde man also in Neudeutsch mit „herumhuren“ bezeichnen.&lt;br /&gt;
Allerdings gibt es diese Bezeichnung nur für Frauen. Männer die herumhuren, werden wie in den meisten anderen Kulturen auch, kaum als etwas negatives wahrgenommen.&lt;br /&gt;
Aber wir schweifen wieder ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mein Leben lang hat es mich in die Ferne gezogen, niemals wollte ich still stehen.&lt;br /&gt;
Arbeit und manchmal auch Faulheit standen dem Drang oft im Wege, aber er war immer da.&lt;br /&gt;
Ich wollte in die Stadt, am besten ins Zentrum, dort wo das Leben ist, wo man nachts nicht schläft.&lt;br /&gt;
Wenn man seinen Traum dann einmal erreicht hat, also in einer Stadt mit über 20 Millionen Einwohnern gewohnt hat, die sich die meisten Daheimgebliebenen nicht annähernd ausmalen können, merkt man irgendwann dass es eigentlich nur Umstände macht in so einer Stadt zu leben.&lt;br /&gt;
Die Wege sind so lang, dass man den halben Tag damit beschäftigt ist irgendwohin zu fahren, nur um etwas alltägliches zu erledigen und die ständigen Menschenmassen machen das Leben auch nicht angenehmer.&lt;br /&gt;
Und dann irgendwann (zumindest in meinem Alter) wünscht man sich ein kleines Zuhause am Stadtrand einer kleinen deutschen Stadt.&lt;br /&gt;
irgendwas wo man schnell in die Wanderstiefel springen und kurz über die Strasse im Wald seinen Gedanken hinterherhängen kann.&lt;br /&gt;
Beijing ist aufregend und ich bin immer wieder gerne dort und liebe es auch weiterhin die Stadt und alles in ihr und um sie herum zu erkunden, aber ich brauche das nicht mehr täglich. Der Drang ist nicht mehr da.&lt;br /&gt;
Ein grosser Punkt auf der „Lebensliste “ ist abgehakt und man braucht sich an dieser Stelle keine Gedanken mehr zu machen, dass man es später einmal bereut diese Erfahrung nicht gemacht zu haben.&lt;br /&gt;
Aber wie schon gesagt ändert sich die Sichtweise im Leben nach einer gewissen Zeit (Zumindest tut sie das bei den meisten Menschen).&lt;br /&gt;
Nicht dass man plötzlich ganz andere Ansichten vertritt (das mag bei dem einen oder anderen auch vorkommen), sondern vielmehr hier und da ein paar Dinge die sich ändern.&lt;br /&gt;
Das kann aus Bequemlichkeit sein, oder weil man gewisse Dinge bereits kennt und deren Erfahrung nicht nocheinmal machen muss oder, oder, oder.&lt;br /&gt;
Als ich mich vor inzwischen etlichen Jahren entschlossen hatte nach China zu ziehen, habe ich mich bewusst nicht darauf versteift dass dies ein Abschied für immer sei, da Berichte von anderen Leuten bereits immer wieder davon erzählt haben, dass es nicht möglich sei dort ein Leben zu führen wie man es gewohnt ist.&lt;br /&gt;
Trotzdem habe ich mir diese Option offen gehalten und die Möglichkeit dass es doch so kommen könnte, wurde nicht zuletzt durch den Umstand unterstützt, dass ich im Vergleich zu anderen Expats in China doch eine andere Herangehensweise hatte.&lt;br /&gt;
So habe ich mich bewusst immer von den Expat-Zusammenkünften fern gehalten, habe Chinesisch gelernt um mit den Einheimischen kommunizieren zu können etc.&lt;br /&gt;
Aber es hat sich über die Zeit doch herausgestellt, dass die vielen Berichte von Leuten die zeitweise in China gelebt haben, durchaus richtig sind, zumindest in einigen wesentlichen Punkten.&lt;br /&gt;
Man ist als Ausländer in China immer ein Ausländer.&lt;br /&gt;
Das hört sich jetzt erst einmal seltsam an. Was das genau bedeutet ist, dass man erstens immer als Ausländer wahrgenommen wird.&lt;br /&gt;
Man hat eben kein chinesisches oder asiatischen Aussehen und so wird man dann auch ständig wie ein Tourist behandelt.&lt;br /&gt;
Ein Umstand, der mich oft genervt hat. Man gewöhnt sich dran, aber es ist trotzdem anstrengend manchmal.&lt;br /&gt;
Und zweitens beeinflusst das Ausländersein in China massiv den Freundeskreis.&lt;br /&gt;
Die meisten Chinesen sind zwar nett zu einem, wollen aber am liebsten auch nichts mit einem zu tun haben.&lt;br /&gt;
In China wird der Freundeskreis fast ausschliesslich nach dem Prinzip „kann der in irgendeiner Weise nützlich für mich sein“ ausgewählt. Dieses Phänomen hat vor allen Dingen in den letzten Jahren extrem zugenommen.&lt;br /&gt;
Und als Ausländer, der vermeintlich eh früher oder später das Land wieder verlässt, hat man in dieser Kathegorie keinen besonders hohen Stellenwert.&lt;br /&gt;
Die Freundschaften die man also aufbauen kann sind einerseits die zu anderen Expats.&lt;br /&gt;
Und diese Freundschaften sind in der Regel nur gültig, so lange man in der selben Blase lebt.&lt;br /&gt;
Kehrt einer wieder nach Hause zurück, wird er auch sofort von allen anderen vergessen.&lt;br /&gt;
Oder man baut Freundschaften zu Leuten (Chinesen so wie anderen Ausländern) auf, die man bei irgendwelchen Freizeitaktivitäten kennen gelernt hat (also in der Regel in einer Bar oder einem Pub).&lt;br /&gt;
Das ist jetzt nichts verwerfliches, viele Freundschaften beginnen so.&lt;br /&gt;
Aber wenn man dann irgendwann einmal heiratet und Kinder hat, verändert sich das Leben doch schon enorm.&lt;br /&gt;
Die Freundschaften werden weniger, schon alleine aus dem Grund dass man weniger Zeit hat, und beschränken sich meist auf sehr wenige alte Freunde und ein paar Neue aus dem Umfeld des Kindergartens, der Schule oder dem Fussballclub der Sprösslinge.&lt;br /&gt;
Derartige Freundschaften lassen sich als Ausländer in China aber nur sehr schwer finden.&lt;br /&gt;
Als Fazit halten wir also fest: Das Leben in China ist aufregend, kann aber im täglichen Leben, vor allen Dingen mit Familie, unnötig beschwerlich sein.&lt;br /&gt;
Wer also mit dem Gedanken spielt eine Zeit lang in China zu leben, sollte das am besten tun, so lange er noch keine Familie hat.&lt;br /&gt;
Dann hat man einerseits den ganzen Spass und auf der anderen Seite wesentlich weniger Dinge über die man sich Sorgen machen muss. 
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    <pubDate>Wed, 29 Sep 2021 09:37:00 +0000</pubDate>
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    <title>Veronika der Spargel wächst</title>
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            <category>Essen und Trinken</category>
            <category>Interkulturelles</category>
            <category>Persönliche Erfahrungen</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Ingo)</author>
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Also ganz einfach der Zeitpunkt an dem der Frühling offiziell beginnt.&lt;br /&gt;
Moment mal, werden jetzt einige bestimmt sagen. Das ist aber ein wenig zu früh!&lt;br /&gt;
Der offizielle Frühlingsanfang in Deutschland ist erst am 20. März 2021.&lt;br /&gt;
Nun das hat, wie schon so oft in diesem Blog, natürlich wieder mit dem chinesischen Kalender zu tun.&lt;br /&gt;
Der teilt das Jahr nämlich in 24 Jahresabschnitte (节气 jié qì) ein und der erste beginnt genau heute.&lt;br /&gt;
Frühlingsanfang beschreibt genau genommen in China die Zeit in der die Tiere langsam aus ihrem Winterschlaf erwachen und das Eis anfängt zu tauen.&lt;br /&gt;
Bei uns zu Hause (hier in Deutschland) gab es heute ein klassisches Gericht, das man zu dieser Zeit in den nördlichen Regionen Chinas isst:&lt;br /&gt;
春饼 (chūn bǐng) was übersetzt so viel wie Frühlingskuchen heisst. Wobei Kuchen hier keine Süßspeise meint, sondern eine Art Pfannkuchen.&lt;br /&gt;
Auf Neudeutsch würde man Wrap sagen, was geschmacklich gesehen das ganze tatsächlich noch etwas besser beschreibt.&lt;br /&gt;
Und passend zum Frühlingsanfang häufen sich auch schon die Anfragen ob wir nicht ein zweites Kind haben wollen.&lt;br /&gt;
Ich habe tatsächlich mitbekommen, dass einige Eltern im Kindergarten die Zeit des Lockdowns offensichtlich genutzt haben und jetzt schwanger sind.&lt;br /&gt;
Ganz im Sinne der &lt;a href=&quot;https://de.wikipedia.org/wiki/Comedian_Harmonists&quot; title=&quot;https://de.wikipedia.org/wiki/Comedian_Harmonists&quot;&gt;Comedian Harmonists&lt;/a&gt; nach dem Text von &lt;a href=&quot;https://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Jurmann&quot; title=&quot;https://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Jurmann&quot;&gt;Walter Jurmann&lt;/a&gt; aus dem auch der Titel dieses Eintrags entlehnt ist : „Mädchen lacht, Jüngling spricht: „Fräulein, wollen Sie oder nicht. Draussen ist Frühling““&lt;br /&gt;
Und so scheint man schon ein Außenseiter zu sein, wenn man seinen Trieben nicht komplett die Kontrolle überlässt. &lt;img src=&quot;http://blog.smart-r.at/plugins/serendipity_event_emoticate/img/emoticons/wink.png&quot; alt=&quot;;-)&quot; class=&quot;emoticon&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
Der Mensch ist ja glücklicherweise nicht auf die Jahreszeit angewiesen um Nachwuchs zu zeugen.&lt;br /&gt;
Aber interessant finde ich es schon, dass die Nachfragen genau jetzt häufiger kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Spargel enthält übrigens das Mangelvitamin Folsäure, Vitamin C, E und ß-Carotin sowie dem Mineralstoff Kalium. 
    </content:encoded>

    <pubDate>Wed, 03 Feb 2021 20:27:00 +0000</pubDate>
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    <title>Die grossen Leute verstehen nie etwas von selbst</title>
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            <category>Interkulturelles</category>
            <category>Seltsames Verhalten von Chinesen</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Ingo)</author>
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    &lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_right&quot; style=&quot;width: 272px&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:40 --&gt;&lt;a href=&quot;http://blog.smart-r.at/uploads/wiedercctv.jpg&quot;&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_right&quot; width=&quot;272&quot; height=&quot;400&quot;  src=&quot;http://blog.smart-r.at/uploads/wiedercctv.serendipityThumb.jpg&quot; title=&quot;Der CCTV Tower in Beijing.&quot; alt=&quot;&quot;&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Der CCTV Tower in Beijing.&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;Seit über einem Jahr leben wir nun in Deutschland.&lt;br /&gt;
Und der Kontakt nach China, den wir durch die Familienanbindung natürlich haben, gibt uns die Möglichkeit immer wieder Eigenarten und Begebenheiten in China und Deutschland miteinander zu vergleichen.&lt;br /&gt;
Heute widmen wir uns mal der Kindererziehung und insbesondere den Kindergärten, denn da gibt es aus deutscher Sicht einiges zu berichten.&lt;br /&gt;
Kurz vorab: das Schulsystem in China und somit auch schon der Kindergarten als Sprungbrett zu einer guten Schule ist ein hart umkämpfter Markt und Eltern geben teils unglaubliche Summen für einen Kindergartenplatz aus.&lt;br /&gt;
90.000 RMB Jahresbeitrag (das ist bereits billiger als wenn man monatlich zahlen würde) sind durchaus keine Seltenheit für eine typische Familie mittleren Einkommens (Das sind aktuell über 11.400 EUR) und nach oben ist wie immer alles offen.&lt;br /&gt;
Besonders beliebt sind Kindergärten, in denen es ausländische Lehrer gibt, damit die Sprösslinge schon so früh wie möglich Englisch aufschnappen können.&lt;br /&gt;
Der Kindergarten bestimmt schon, welche Schulen man eventuell besuchen kann und die Schulen bestimmen an welchen Universitäten man sich bewerben kann.&lt;br /&gt;
Die Universitäten wiederum können im hohen Maße bestimmen bei welchen Firmen man eventuell Aussicht auf eine Anstellung hat.&lt;br /&gt;
Es besteht also von Anfang an ein enormer Leistungsdruck, so wohl bei den Kindern, wie auch bei den Eltern. Das nur als Vorabinformation.&lt;br /&gt;
Somit ist es also auch keine Seltenheit dass die Kleinen bereits im Kindergarten Hausaufgaben aufbekommen.&lt;br /&gt;
Das können kleine Aufgaben sein, so wie das Ausmalen von Kreisen, Sternen und Rechtecken oder, wenn die Kinder etwas älter sind, auch schon mal kleinere physikalische Experimente.&lt;br /&gt;
Man sollte meinen dass so etwas im Kindergarten selber gemacht werden sollte und den Kindern etwas mehr Freiraum zum Spielen gewährt werden müsste, aber nicht so in China.&lt;br /&gt;
Ein Kindergartentag ist streng durchgeplant und wird von den Erziehern mal mehr, mal weniger liebevoll durchexerziert.&lt;br /&gt;
Dass den Kindern hier ein erheblicher Teil des für die Entwicklung so wichtigen Spielens fehlt ist natürlich allen klar.&lt;br /&gt;
Als Ausgleich dazu schickt man die Kleinen neben dem Kindergarten auch direkt noch in eine „Spiele Klasse“.&lt;br /&gt;
Was das sein soll? Nun, ein Unterricht, in dem man lernt wie man spielt. Ich habe hier ein paar Beispiele:&lt;br /&gt;
Es gibt den „Bewegungsunterricht“ (ganz platt übersetzt). Hier laufen die Kinden auf allen vieren, krabbeln durch Röhren, klettern etwas oder hüpfen.&lt;br /&gt;
Dabei rennt ihnen stets ein Lehrer hinterher der sie anfeuert und erklärt wie sie es besser machen können.&lt;br /&gt;
Also das was Kinder eigentlich sowieso tun: Springen, klettern, laufen.&lt;br /&gt;
Ein extremeres Beispiel für die Erziehung hin zur Unselbständigkeit kann es kaum geben sagen Sie? Warten Sie ab:&lt;br /&gt;
Es gibt eine Klasse um das Laufrad fahren zu lernen. Kein Witz.&lt;br /&gt;
Ich habe dafür mit meinem Sohn ein paar freie Nachmittage, etwas Enthusiasmus und seinen natürlichen Spieltrieb benötigt.&lt;br /&gt;
In China muss man dafür bereits wieder seinen Geldbeutel locker machen. Es scheint wirklich ein enormer Konkurrenzdruck, auch schon bereits bei Kindern in diesem Alter,  auf der Gesellschaft zu liegen.&lt;br /&gt;
Seit geraumer Zeit spriessen auch Lego-Klassen wie Pilze aus dem Boden.&lt;br /&gt;
Lego ist ja eigentlich ein hervorragendes Spielzeug um die Kreativität zu fördern.&lt;br /&gt;
Allerdings muss man sie sich dafür auch entfalten lassen. Sprich: Einfach mal nichts tun, nicht intervenieren.&lt;br /&gt;
Die besagten Lego-Klassen tun natürlich alles andere als das.&lt;br /&gt;
Es werden aufwendige und komplizierte Gebilde wie historische Bauten, bekannte Automobilmarken oder ähnliches unter Anleitung präzise nachgebaut.&lt;br /&gt;
In einem Land in dem immer wieder moniert wird dass die jungen Leute keine Kreativität mitbringen und in vielen Unternehmen aus diesem Grund Ausländer bevorzugt eingestellt werden, sollte man doch meinen, dass man bei den folgenden Generationen genau dieses Manko versucht zu eleminieren.&lt;br /&gt;
Aber der Konkurrenzdruck ist offensichtlich so gross, dass Eltern wie vernarrt in messbare Ergebnisse des Lernfortschritts ihrer Kinder sind.&lt;br /&gt;
Und durch dieses Raster fällt Kreativität nun mal komplett durch.&lt;br /&gt;
Oder um es mit den Worten des &lt;a href=&quot;https://de.wikipedia.org/wiki/Der_kleine_Prinz&quot; title=&quot;https://de.wikipedia.org/wiki/Der_kleine_Prinz&quot;&gt;kleinen Prinzen&lt;/a&gt; (von &lt;a href=&quot;https://de.wikipedia.org/wiki/Antoine_de_Saint-Exup%C3%A9ry&quot; title=&quot;https://de.wikipedia.org/wiki/Antoine_de_Saint-Exup%C3%A9ry&quot;&gt;Antoine de Saint-Exupéry&lt;/a&gt;) zu sagen:&lt;br /&gt;
„Die grossen Leute verstehen nie etwas von selbst. Für die Kinder ist es zu mühsam, ihnen immer alles erklären zu müssen.“ 
    </content:encoded>

    <pubDate>Tue, 20 Oct 2020 07:00:00 +0000</pubDate>
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    <title>Blanker Hintern und Pawlowscher Hund</title>
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            <category>Bildende Kunst</category>
            <category>Interessante Orte</category>
            <category>Interkulturelles</category>
            <category>Seltsames Verhalten von Chinesen</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Ingo)</author>
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    &lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_right&quot; style=&quot;width: 272px&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:40 --&gt;&lt;a href=&quot;http://blog.smart-r.at/uploads/offen.jpg&quot;&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_right&quot; width=&quot;272&quot; height=&quot;400&quot;  src=&quot;http://blog.smart-r.at/uploads/offen.serendipityThumb.jpg&quot; title=&quot;Ausschnitt einer Skulptur an der Haltestelle 鼓楼大街  (gǔ lóu  dà jiē) in Beijing.&quot; alt=&quot;&quot;&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Ausschnitt einer Skulptur an der Haltestelle 鼓楼大街  (gǔ lóu  dà jiē) in Beijing.&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;Wer ein wenig Zeit in den alten Stadtvierteln von Beijing, den sogenannten Hutongs (胡同 hú tòng) verbringt, hat sie sicherlich schon einmal zu Gesicht bekommen.&lt;br /&gt;
Es sind deutlich weniger geworden, veglichen mit damals als ich das erste Mal nach Beijing gekommen bin.&lt;br /&gt;
Da gab es sie noch an jeder Strassenecke zu bestaunen, heute nur noch gelegentlich.&lt;br /&gt;
An der U-Bahnhaltestelle 鼓楼大街  (gǔ lóu  dà jiē) ist ihnen sogar ein Denkmal errichtet worden (oder sagen wir besser: auch sie sind Teil einer Skulptur die dort das chinesische Leben für die nachfolgenden Generationen festhält).&lt;br /&gt;
Die Rede ist von der 开裆裤 (kāi dāng kù), einer Hose für Kinder und Kleinkinder, die einen durchgehenden Schlitz vom Hintern bis nach vorne hat (manchmal sogar ein richtig grosses Loch), der es den Eltern ermöglicht die Kleinen schnell über eine Hecke oder einen Mülleimer zu halten, damit diese ihr kleines, oder großes Geschäft erledigen können.&lt;br /&gt;
Sie erinnern sich vielleicht noch an den Artikel [[Wildpinkler]]. Dieser beschreibt die unschöne Seite dieses Phänomens.&lt;br /&gt;
Heute wollen wir uns aber einmal ganz unvoreingenommen dieser Thematik zuwenden, denn ich finde, dass es ein überaus interessantes Thema ist, das wieder einmal zeigt wie unterschiedlcih teilweise doch westliche und chinesische Alltagssituationen sein können.&lt;br /&gt;
Viele Kinder werden in China von den Grosseltern grossgezogen, da die Eltern meist beide den ganzen Tag arbeiten sind.&lt;br /&gt;
Somit lebt auch der „Brauch der offenen Hose“ heute noch (favorisiert von der älteren Generation) in der Gesellschaft weiter, obwohl vielerorts die Wegwerfwindel auch hier ihren Sigeszug angetreten hat.&lt;br /&gt;
Viele Leute werden jetzt fragen: „Wie soll das funktionieren? Das gibt doch eine riesen Sauerei.“ Aber interessanterweise funktioniert das.&lt;br /&gt;
Bereits in frühester Kindheit werden die Kleinen darauf trainiert ihr kleines Geschäft zu verrichten, wenn die Eltern bzw. Grosseltern ein paar Zischlaute von sich geben.&lt;br /&gt;
Klassische Konditionierung, ganz so wie beim &lt;a href=&quot;https://de.wikipedia.org/wiki/Pawlowscher_Hund&quot; title=&quot;https://de.wikipedia.org/wiki/Pawlowscher_Hund&quot;&gt;Pawlowschen Hund&lt;/a&gt;.&lt;br /&gt;
Somit sind chinesische Kinder oft erheblich früher „stubenrein“ als ihre westlichen Kollegen und es lässt sich noch eine Menge Geld für Windeln einsparen.&lt;br /&gt;
Was man natürlich nicht verschweigen sollte ist der Zeitaufwand der nötig ist für solch ein Unterfangen.&lt;br /&gt;
Wenn man nicht, wie in China üblich, die Kleinen ununterbrochen beobachtet und bemuttert, ist so etwas kaum durchführbar.&lt;br /&gt;
Für den durchschnittlichen deutschen Haushalt eher ein Modell zum bestaunen denn zum nachahmen.&lt;br /&gt;
Und auch moderne chinesische Eltern greifen dieser Tage lieber auf die Wegwerfwindel zurück, weshalb die 开裆裤 (kāi dāng kù), die Hose mit dem grossen Schlitz, langsam aber sicher ausstirbt. 
    </content:encoded>

    <pubDate>Wed, 06 May 2020 06:59:00 +0000</pubDate>
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    <title>Stichhaltige Beweise</title>
    <link>http://blog.smart-r.at/index.php?/archives/399-Stichhaltige-Beweise.html</link>
            <category>China</category>
            <category>Deutschland</category>
            <category>Interkulturelles</category>
            <category>Medizin</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Ingo)</author>
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    &lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_right&quot; style=&quot;width: 400px&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:40 --&gt;&lt;a href=&quot;http://blog.smart-r.at/uploads/thejing.jpg&quot;&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_right&quot; width=&quot;400&quot; height=&quot;329&quot;  src=&quot;http://blog.smart-r.at/uploads/thejing.serendipityThumb.jpg&quot; title=&quot;Skyline in Beijings CBD District.&quot; alt=&quot;&quot;&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Skyline in Beijings CBD District.&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;Nachdem wir in älteren Artikeln bereits die chinesische Arzneimitteltherapie (中药治疗 zhōng yào zhì liáo) (im Artikel [[Die Menge macht das Gift]]), die chinesische Massage (推拿 tuī ná) (im Artikel [[Bis es weh tut]]) und die Bewegungstherapien (Qigong (气功 qì gōng) und Taijiquan ( 太极拳 tài jí quán) (in Artikel [[Immer wieder ein Kampf]]) kennengelernt haben, widmen wir uns heute der Akupunktur, die im Chinesischen als 针灸 (zhēn jiǔ) bekannt ist.&lt;br /&gt;
Das Schröpfen (拔罐法 bá guàn fǎ),das wir im Artikel [[Professionelle Knutschflecke]] auch schon besprochen hatten, zählt als Unterart auch zur Akupunktur.&lt;br /&gt;
Wie nicht anders zu erwarten, orientiert sich auch die Chinesische Akupunktur an den Meridianen: Leiterbahnen, in denen die Körperenergie, das sogenannte 气 (qì), fliessen kann.&lt;br /&gt;
Und obwohl sich die Akupunktur auch in unseren Breitengraden immer grösserer Beliebtheit erfreut, bleibt man von Seiten der klassischen, westlichen Medizin skeptisch, da für die traditionelle chinesische Behandlung keine stichhaltigen Beweise im wissenschaftlichen Sinne für deren Wirkung vorliegen, die man anerkennen würde.&lt;br /&gt;
Es gab von 2002 bis 2007 die sogenannten &lt;a href=&quot;https://de.wikipedia.org/wiki/German_Acupuncture_Trials&quot; title=&quot;https://de.wikipedia.org/wiki/German_Acupuncture_Trials&quot;&gt;GERAC-Studien (German Acupuncture Trials)&lt;/a&gt; mit denen man die Wirkung von Akupunktur wissenschaftlich nachweisen wollte.&lt;br /&gt;
Es gab zwar Ergebnisse die einer Behandlung mit Akupunktur gegenüber einer Behandlung ohne Akupunktur bessere Erfolge bestätigten, aber traditionelle und Schein-Akupunktur erzielten hier ähnliche Ergebnisse.&lt;br /&gt;
Zur Erklärung: Es gab eine Versuchsgruppe, die traditionell nach den chinesischen Richtlinien behandelt wurde und eine andere Gruppe, die man mit der eben angesprochenen Schein-Akupunktur behandelt hatte. Hier wurden zum Beispiel die Nadeln nicht an die klassischen Punkte gesetzt, die die chinesische Medizin vorschreibt, also nicht auf die Meridiane, die für eine korrekte traditionell chinesische Behandlung unabdingbar sind.&lt;br /&gt;
Interessanterweise wiesen beide Gruppen erstaunlich ähnliche Ergebnisse auf, was die Erfolge der Schmerzbekämpfung (Migräne, Spannungskopfschmerz, Kreuz- und Knieschmerzen) anging. Lediglich in ein paar wenigen Untersuchungen schnitt die traditionelle Lehre besser ab, allerdings nicht signifikant.&lt;br /&gt;
Akupunktur ist inzwischen in das deutsche Gesundheitssystem bei einigen Beschwerden als kassengetragene Therapieform aufgenommen worden, allerdings nicht die klassische chinesische Variante (resultierend aus den Resultaten der eben angesprochenen GERAC-Studien).&lt;br /&gt;
Sie sollten also nicht Akupunktur mit klassischer chinesischer Akupunktur gleichsetzen, da gibt es definitiv Unterschiede.&lt;br /&gt;
Die klassische chinesische Akupunktur orientiert sich, wie alle anderen Unterpunkte der chinesischen Medizin auch, an dem ganzheitlichen Bild des Menschen, in dem das 气 (qì), also die Körperenergie (ganz platt übersetzt), fliesst.&lt;br /&gt;
Mit Hilfe der unterschiedlichen Behandlungsmethoden (darunter auch die chinesische Akupunktur) kann man diesen Fluss, sollte er nicht mehr einwandfrei funktionieren und dadurch Krankheiten hervorrufen, wieder ins Gleichgewicht bringen.&lt;br /&gt;
Die chinesische Akupunktur ist somit also fest eingebettet in ein System aus unterschiedlichen Behandlungen, die man vielleicht nicht losgelöst voneinander versuchen sollte zu interpretieren.&lt;br /&gt;
In der westlichen Medizin beurteilt man immer eine Krankheit / Beschwerde und eine darauf zugeschnittene, lokale Lösung.&lt;br /&gt;
Und so hat man dann eben auch die Akupunktur betrachtet. Als Behandlung für bestimmte, lokale Beschwerden.&lt;br /&gt;
Das ist zwar nicht ganz falsch, allerdings ganz richtig ist es auch nicht.&lt;br /&gt;
Auch wenn man mit gezielt platzierten Nadeln bestimmte Körperstellen direkt ansprechen kann, so ist das grosse Bild dahinter doch eines, das durch die Stimulation eines gewissen Punktes noch viel mehr beeinflusst als eben nur diese lokale Region. Es wird der Fluss der Energie wieder in Ordnung gebracht, wodurch sich der Körper wieder selber heilen kann.&lt;br /&gt;
Es ist definitiv eine andere Sichtweise auf die Dinge.&lt;br /&gt;
Aber die deutschen Forscher haben natürlich auch Recht und Akupunktur funktioniert tatsächlich auch losgelöst von den chinesischen Akupunktur-Punkten. Dann allerdings nur beschränkt (angewandt in unmittelbar lokalen Behandlungen).&lt;br /&gt;
Somit hat man also zumindest einen Teilaspekt der chinesischen Lehre verstanden und nachweisen können, auch wenn der entscheidende Teil hier komplett ausser Acht gelassen wurde.&lt;br /&gt;
Aber sonst könnten sich die fernöstlichen Behandlungsmethoden wohl nicht in die westliche Medizin einfügen lassen.&lt;br /&gt;
Eines ist allerdings sicher: Von chinesischer Seite wird man niemals die deutschen Forschungen anerkennen, die eine jahrtausend alte Medizin in Frage stellt und eben so wenig wird man von Seiten der deutschen Forschung eine wissenschaftlich nicht nachgewiesene Kraft wie das 气 (qì) und die damit verbundenen Akupunktur-Punkte anerkennen.&lt;br /&gt;
An manchen Stellen sind die Kulturen dann doch noch sehr weit von einander entfernt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Somit hätten wir nun vier der fünf Säulen der klassischen Chinesischen Medizin bereits besprochen, fehlt nur noch die Chinesische Ernährungslehre, auch als Diätetik bezeichnet. Im Chinesischen als 中医食疗 (zhōng yī shíl iáo), bzw. 中医药膳 (zhōng yī yào shàn) bekannt.&lt;br /&gt;
Die werde ich mir sicherlich auch noch in einem anderen Artikel zur Brust nehmen. 
    </content:encoded>

    <pubDate>Fri, 04 Oct 2019 23:41:00 +0000</pubDate>
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    <title>Von Fürstchen und Würstchen</title>
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            <category>Aktuelles</category>
            <category>Deutschland</category>
            <category>Interkulturelles</category>
            <category>Man sagt...</category>
            <category>Persönliche Erfahrungen</category>
            <category>Seltsames Verhalten von Deutschen und Anderen</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Ingo)</author>
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    &lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_right&quot; style=&quot;width: 272px&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:40 --&gt;&lt;a href=&quot;http://blog.smart-r.at/uploads/tromglo.jpg&quot;&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_right&quot; width=&quot;272&quot; height=&quot;400&quot;  src=&quot;http://blog.smart-r.at/uploads/tromglo.serendipityThumb.jpg&quot; title=&quot;鼓楼 gǔ lóu, 钟楼 zhōng lóu. Der Trommel- und der Glockenturm in Beijing.&quot; alt=&quot;&quot;&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;鼓楼 gǔ lóu, 钟楼 zhōng lóu. Der Trommel- und der Glockenturm in Beijing.&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;Es gibt ein Phänomen das sich „reversed culture schock“ nennt. Es beschreibt den Kulturschock, den man angeblich erleidet, wenn man einige Zeit im Ausland gelebt hat und dann zurück in sein Heimatland zieht.&lt;br /&gt;
Ich persönlich muss sagen, dass man sich im Ausland zwar viele Dinge angeeignet hat und inzwischen auch vieles mit anderen Augen sieht, aber einen Rückkehrer-Kulturschock? Da kann ich nicht ganz folgen.&lt;br /&gt;
Es gibt etliche Internetseiten die Tipps geben für Leute die ein Jahr oder länger in China waren um sich in der heimischen Kultur wieder zurechtzufinden.&lt;br /&gt;
Da frage ich mich allen Ernstes ob ich es bin der nicht normal ist oder alle anderen. Es gab nicht einmal einen Funken Kulturschock bei meiner jetzigen Rückkehr. Und habe einige Jahre in China gelebt.&lt;br /&gt;
Einige Besonderheiten an die man sich wieder gewöhnen muss gibt es, keine Frage. Aber definitiv nichts was man mit einem Kulturschock beschreiben  müsste.&lt;br /&gt;
Ich habe durch das Leben im Ausland viel erlebt, meinen Horizont erweitert und einige Eigenarten angenommen, aber die Erfahrungen nehme ich ja alle mit, die bleiben ja nicht dort.&lt;br /&gt;
Warum also scheint es für so viele Menschen, selbst wenn sie nur ein Jahr in einer anderen Kultur gelebt haben, so schwer zu sein sich wieder an die alte Heimat zu gewöhnen?&lt;br /&gt;
Nun, viele der Artikel die diese Themen behandeln, erzählen von Leuten, die von ihrer Firma als Spezialisten nach China entsendet wurden.&lt;br /&gt;
Bis hierhin kein Unterschied zu mir. Aber diese Leute haben sich im Gegensatz zu mir, der ja freiwillig nach China gehen wollte, in der Regel von ihrer Firma mit Geld ködern lassen.&lt;br /&gt;
Und von da an läuft dann alles anders: Ich habe ein ganz normales Leben in China geführt, hatte ja schon früher Chinesisch gelernt, konnte also entsprechend auch viele Dinge selber erledigen.&lt;br /&gt;
Das ist bei den meisten Expats eben nicht der Fall. Ich habe viele von ihnen getroffen und war immer hin- und hergerissen zwischen Mitleid, weil sie in einer Blase leben mussten und Verachtung, weil sie es nicht einmal bemerkt haben und sich auf Grund der finanziellen Zuwendung ihrer Firma auch noch wie ein Fürst vorkamen.&lt;br /&gt;
In einem der älteren Artikel hatte ich ja schon einmal erwähnt dass Firmen eine Zeit lang ihren Mitarbeitern finanziell sehr stark unter die Arme gegriffen haben, wenn diese für sie nach China gegangen sind.&lt;br /&gt;
Abgesehen von Sonderzahlungen auf das Gehalt wurden nicht selten die teuersten Wohnungen im Innenstadtbereich, ein Fahrer, eine Haushälterin und eine Nanny bezahlt.&lt;br /&gt;
Dazu die Kindergarten- bzw. Schulkosten der Kleinen und und und.&lt;br /&gt;
„In China ein Fürstchen, zu Hause ein Würstchen“ Diesen Spruch gibt es nicht umsonst.&lt;br /&gt;
Vielleicht sind es genau jene Leute die einen Kulturschock erleiden, wenn sie zurück kommen. Diejenigen die auch im Reich der Mitte mit der Kultur nicht klargekommen sind und ihre Freizeit in Expat-Kneipen und Kaffehäusern verbracht haben. Die die sich in einer Blase eine Zwischenkultur aufgebaut haben.&lt;br /&gt;
Das hört sich jetzt alles ziemlich überheblich an, aber genau genommen würden sich die meisten Menschen unter diesen Umständen so verhalten.&lt;br /&gt;
Nicht jeder hat die Möglichkeit, bevor er in China arbeitet, bereits einmal dort zu leben, die Sprache zu lernen und Land, Leute und Kultur zu erleben.&lt;br /&gt;
Ich hätte mich in einer ähnlichen Situation vielleicht genauso verhalten.&lt;br /&gt;
Und durch die Heirat mit einer Chinesin und dem daraus resultierenden Familienanschluss gewinnt man natürlich noch einmal ganz andere Einsichten.&lt;br /&gt;
Trotzdem kann ich dieses Phänomen des Rückkehrer-Kulturschocks nicht nachvollziehen. Das ist einfach zu sehr überzogen.&lt;br /&gt;
Von einem erwachsenen Individuum, als Spezialist für ein paar Jahre entsendet und dann zurückkommend, erwarte ich persönlich einfach mehr. Es muss also mehr dran sein.&lt;br /&gt;
Man hört immer wieder dass die Rückkehrer zwar zurück in die alte Heimat kommen, aber die alten Strukturen nicht mehr vorfinden. Aha, da kommen wir der Sache doch schon näher.&lt;br /&gt;
Natürlich hat sich die Welt weitergedreht, auch ohne einen. Freundschaften sind nicht mehr wie sie waren (hatten wir im Artikel [[Lernen loszulassen]] bereits drüber gesprochen) und die Familie ist alt und grau geworden.&lt;br /&gt;
Nun, da muss man eben durch. Ich bezweifle, dass man dieses Problem unbedingt als Kulturschock bezeichnen muss, auch wenn es ein nachvollziehbares Problem darstellt.&lt;br /&gt;
Aber das kann einem auch passieren, wenn man zu Hause bleibt. Es passiert dann eben nur langsamer, während man bei einer Rückkehr in die vertraute Heimat von einen auf den anderen Tag damit konfrontiert wird.&lt;br /&gt;
„Das Leben ist kein Ponyhof“ oder wie sagt man so schön?&lt;br /&gt;
Also eigentlich nichts dran an diesem viel beschriebenen Phänomen, es handelt sich einfach nur um den Zahn der Zeit.&lt;br /&gt;
Nun, dann bleibt eigentlich nur noch eins zu sagen: „reisst Euch zusammen Ihr Würstchen“. &lt;img src=&quot;http://blog.smart-r.at/plugins/serendipity_event_emoticate/img/emoticons/wink.png&quot; alt=&quot;;-)&quot; class=&quot;emoticon&quot; /&gt; 
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    <pubDate>Fri, 28 Jun 2019 19:11:00 +0000</pubDate>
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    <title>Napalm Death und Mickey Mouse</title>
    <link>http://blog.smart-r.at/index.php?/archives/409-Napalm-Death-und-Mickey-Mouse.html</link>
            <category>Anderes</category>
            <category>Interkulturelles</category>
            <category>Persönliche Erfahrungen</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Ingo)</author>
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    &lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_right&quot; style=&quot;width: 272px&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:40 --&gt;&lt;a href=&quot;http://blog.smart-r.at/uploads/metallica.jpg&quot;&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_right&quot; width=&quot;272&quot; height=&quot;400&quot;  src=&quot;http://blog.smart-r.at/uploads/metallica.serendipityThumb.jpg&quot; title=&quot;Ein Metallica T-Shirt war zu meiner Jugend Ausdruck von Protest gegen das Elternhaus, heute ist es nur noch ein Accessoire für die modebewusste, junge Frau.&quot; alt=&quot;&quot;&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Ein Metallica T-Shirt war zu meiner Jugend Ausdruck von Protest gegen das Elternhaus, heute ist es nur noch ein Accessoire für die modebewusste, junge Frau.&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;Man hat irgendwie immer ein idealisiertes Bild von sich selbst im Kopf und viele Dinge, die man einmal war oder konnte meint man auch heute noch zu sein oder zu können.&lt;br /&gt;
In meinem Kopf bin ich zum Beispiel immer davon ausgegangen, dass ich mich noch einigermaßen auf einem Skateboard halten könnte.&lt;br /&gt;
Aber, wie sich leider herausgestellt hat, ist das nicht wie das sprichwörtliche Fahrradfahren.&lt;br /&gt;
So etwas verlernt man dann leider doch. Das musste ich erst kürzlich erfahren, als ich mich mal wieder auf eines gestellt habe.&lt;br /&gt;
Man könnte jetzt sagen, dass die Lenkung zu weich eingestellt war und man das entsprechende Board nicht gewöhnt ist, man kann aber auch der hässlichen Wahrheit einfach ins Gesicht schauen: Die Zeiten, als ich mit dem Skateboard auf dem Museumsvorplatz die Stufen rauf und runter gesprungen bin liegen über 30 Jahre zurück. Ich bin im Bezug auf Dinge wie Skateboard-fahren jetzt alt und unsportlich (was eigentlich nur eine schönere Umschreibung für „fett“ ist).&lt;br /&gt;
Ja, früher... Da war vieles anders. Und einiges auch sehr kompliziert...&lt;br /&gt;
Ich meine zur Zeit der jugendlichen Selbstfindungsphase. Damals hat man bereits versucht einen richtigen Weg für sich zu finden und zu bestimmen in welche Richtung man eigentlich gehen will.&lt;br /&gt;
Viele der Wege, die auch hin und wieder mal Irrwege waren, hat man in erheblichen Maße über die Kleidung signalisiert. Man wollte mit der passenden Ausstattung dazugehören bzw. sich abgrenzen.&lt;br /&gt;
Vieles hierbei ist in westlichen Kulturen damals bereits von findigen Unternehmen ausgenutzt worden.&lt;br /&gt;
Somit muss man unbedingt Markenklamotten haben und zwar genau passend für die jeweilige kleine Nische, in der man glaubt dazuzugehören.&lt;br /&gt;
Weite Hosen und T-Shirts von angesagten Skateboard-Marken zum Beispiel, bis man dann merkt, dass die hiesige Skateboard-Szene musikalisch einem ganz anderen Trend folgt, als man es selber tut.&lt;br /&gt;
Es besteht also wieder Bedarf etwas zu ändern, schliesslich trägt man in dieser Phase seines Daseins seine Seele im Gesicht, jeder soll sie sehen.&lt;br /&gt;
Irgendwann dann kommt auch einmal die bewusste Entscheidung gegen Markenklamotten und man kauft sich einen alten, abgetragenen Mantel aus dem „Kaufhaus Kilo“, einem kleinen Laden, in dem man Second-Hand Kleidung per Gewicht kaufen konnte.&lt;br /&gt;
Wichtig ist auf jeden Fall, sich abzusetzen von der Masse. Im Nachhinein fragt man sich: Welche Masse überhaupt?&lt;br /&gt;
So ziemlich alle Schülerinnen und Schüler zu dieser Zeit haben versucht sich von dieser ominösen Masse abzuheben und haben sie damit eigentlich erst entstehen lassen, diese Masse. Aber so ist das nun mal. Zumindest bei uns im Westen.&lt;br /&gt;
Ich habe immer wieder versucht herauszubekommen, ob es ein vergleichbares Phänomen in China auch gibt, aber das scheint, in dieser Form so tatsächlich nicht der Fall zu sein.&lt;br /&gt;
Natürlich werden derartige Verhaltensweisen auch in China kopiert, so wie sie in Deutschland von Amerika kopiert wurden. Aber es ist eben  doch alles irgendwie anders.&lt;br /&gt;
Vermutlich, da sich die Jugendkulturen, so wie wir sie kennen, im Reich der Mitte nie entwickelt haben.&lt;br /&gt;
Somit ist ein T-Shirt von &lt;a href=&quot;https://de.wikipedia.org/wiki/Napalm_Death&quot; title=&quot;https://de.wikipedia.org/wiki/Napalm_Death&quot;&gt;Napalm Death&lt;/a&gt; ebenso ein normales Kleidungsstück und unterscheidet sich in keinster Weise von der Mickey-Mouse-Kapuzenjacke mit den Mausohren.&lt;br /&gt;
Ähnliche Kombinationen findet man tatsächlich immer wieder auf Chinas Strassen (Vorausgesetzt die Schülerinnen und Schüler tragen nicht gerade ihre Schuluniform).&lt;br /&gt;
Auch so grenzt man sich in China nicht durch Subgenres voneinander ab, sondern entweder ganz konkret durch den Versuch schulisch oder anders besser zu sein indem man ein Instrument spielt, andere Sprachen spricht etc. oder eben durch teure Kleidung und Accessoires. Dabei wird dann bunt Punk mit Pop und Hip-Hop mit Gothik gemischt.&lt;br /&gt;
Ich könnte mir auch vorstellen, dass neben der fehlenden Zeit, die man benötigen würde um einer jugendlichen Subkultur zu folgen, die Jugendlichen sich auch so nicht direkt im Schulalltag voneinander absetzen müssen, da sie bereits, abhängig von den finanziellen Mitteln der Eltern, eh schon voneinander getrennt sind und auf unterschiedliche Schulen gehen.&lt;br /&gt;
Denn eine gute Ausbildung bedeutet in China in der Regel auch, dass man sie sich leisten können muss.&lt;br /&gt;
Nicht alle sozialen Schichten begegnen sich auf Augenhöhe. Die Abgrenzung der aufstrebenden Mittelschicht von einfachen Handwerkern, Händlern oder Servicekräften ist unübersehbar. Darauf achten bereits die Eltern. Lediglich beruflich verkehrt man miteinander.&lt;br /&gt;
Die Schüler befinden sich also bereits in einer abgegrenzten Gruppe, in die sie vermeintlich hineingehören.&lt;br /&gt;
Um sich hier abzuheben benötigt man keine spezielle Musik oder ähnliches, sondern Intelligenz, gute Noten oder eben reiche Eltern, um sich auch hier noch etwas besser als die anderen fühlen zu können.&lt;br /&gt;
Kleidung spielt natürlich auch hier eine Rolle, drückt aber weniger eine Einstellung aus, ist kein Indiz für eine bestimmte Strömung, sondern sie spiegelt einfach auf Grund der Marken lediglich finanzielle Unabhängigkeit wider.&lt;br /&gt;
Ob das jetzt gut, oder schlecht ist, kann ich gar nicht beurteilen. Auf der einen Seite denke ich, dass ich viel Zeit, die ich mit solchen Dingen verschwendet habe besser hätte nutzen können.&lt;br /&gt;
Auf der anderen Seite ist natürlich nicht die komplette Zeit verwendet, da man aus unterschiedlichen Wegen, die man einschlagen konnte natürlich auch mit unterschiedlichen Erfahrungen wiedergekommen ist und ich glaube, dass ein zu sehr vordefinierter Weg mir persönlich wahrscheinlich zu langweilig gewesen wäre. So etwas kann man im nach hinein allerdings nur mutmaßen.&lt;br /&gt;
Wie auch immer: Die Kulturen gehen gerade hier extrem weit auseinander und es ist sehr schwierig in einem Gespräch mit Chinesen auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen, wenn man sich über die Dinge unterhält, die man in seiner Jugend gemacht hat (und das liegt jetzt nicht bloss an meinem seltsamen Lebensweg, den ich beschritten habe).&lt;br /&gt;
Es ist weder besser noch schlechter. Manchmal beneide ich die Chinesen für die Geradlinigkeit in ihrer Jugend und denke an all meine verpassten Chancen, die ich auf Grund von irgendwelchen Spinnereien, die mir zu der Zeit gerade wichtiger waren, nicht wahrgenommen habe. Aber dann denke ich auch an all das was ich dadurch gelernt habe und vor allen Dingen den Spass den ich dabei gehabt habe.&lt;br /&gt;
Es ist wahrscheinlich so wie immer, wenn man diese Dinge versucht miteinander zu vergleichen: Man kann, egal wie sehr man sich auch anstrengen mag, es nur aus seiner eigenen, bescheidenen Perspektive betrachten.&lt;br /&gt;
Nun, halten wir einfach fest: Die Erfahrungen, die man in frühen Zeiten gemacht hat und die einen geprägt haben, sind selbstverständlich abhängig von dem Umfeld, in dem man sich befindet. Das vergisst man immer leicht und wundert sich dann, wenn andere Menschen diese oder jene Ansicht nicht teilen.&lt;br /&gt;
Und gerade in unterschiedlichen Kulturen weichen diese Dinge teils stark voneinander ab.&lt;br /&gt;
Und doch schaffen es Teenager, hier wie dort, zu ganz normalen Erwachsenen heranzuwachsen (mehr oder weniger), die es dann auch tatsächlich schaffen, einen gemeinsamen Konsens zu finden. Ist das nicht seltsam?&lt;br /&gt;
Man kann also durchaus durch unterschiedliche Erfahrungen zu den gleichen Erkenntnissen kommen und das sogar in unterschiedlichen Kulturen. 
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    <pubDate>Thu, 30 May 2019 23:56:00 +0000</pubDate>
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    <title>Warten auf Godot</title>
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            <category>Deutschland</category>
            <category>Interkulturelles</category>
            <category>Persönliche Erfahrungen</category>
            <category>Unschönes</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Ingo)</author>
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    &lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_right&quot; style=&quot;width: 400px&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:40 --&gt;&lt;a href=&quot;http://blog.smart-r.at/uploads/jing1.jpg&quot;&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_right&quot; width=&quot;400&quot; height=&quot;329&quot;  src=&quot;http://blog.smart-r.at/uploads/jing1.serendipityThumb.jpg&quot; title=&quot;Wolkenkratzer im Herzen Beijings.&quot; alt=&quot;&quot;&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Wolkenkratzer im Herzen Beijings.&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;Die Vorbereitungen laufen, Umzugskisten werden gepackt, Kleider und andere Dinge aussortiert, Desktop-Computer verschenkt und vor allen Dingen sehr viel Papierkram erledigt.&lt;br /&gt;
Wir gehen zurück nach Deutschland. Ich bilde die Vorhut, werde nächstes Wochenende bereits fliegen, mich am Montag an meinem neuen Arbeitsplatz vorstellen und habe dann 6 Wochen Zeit um eine familientaugliche Wohnng zu finden (wir werden sehen, wie gut das funktioniert).&lt;br /&gt;
Im Idealfall finde ich tatsächlich etwas das unseren Ansprüchen gerecht wird und wir werden in naher Zukunft erst einmal nicht wieder umziehen müssen.&lt;br /&gt;
Und immer wieder Papierkram. Wir haben alles in die Wege geleitet um für meine Frau ein Visum zu beantragen.&lt;br /&gt;
„Visum zur Familienzusammenführung&quot; nennt sich das ganze und hat, wie immer, viel Zeit in Anspruch genommen.&lt;br /&gt;
Für Chinesen laufen auch in der deutschen Botschaft einige Dinge anders, als für einen Deutschen.&lt;br /&gt;
Wenn ich eine Frage habe, dann schreibe ich eine Email, oder rufe an, beziehe mich auf meine Unterlagen (meist gibt es eine Aktennummer oder ähnliches) und es wird mir geholfen.&lt;br /&gt;
Chinesen und ihre Visaangelegenheiten werden auch auf der deutschen Botschaft von Chinesen bearbeitet und das in typischer, chinesischer Art.&lt;br /&gt;
Man hat alle angeforderten Dinge einzureichen, dann wird man ausgefragt und dann heisst es einfach: „Jetzt müssen Sie warten“. Man selber bekommt in der Regel keine Unterlagen in die Hand, hat keine Aktennummer und weiss nicht wer die Sachen gerade bearbeitet.&lt;br /&gt;
Was genau im Hintergrund passiert, ist oft unklar und nicht selten werden Anträge ohne eine weitere Erklärung abgelehnt.&lt;br /&gt;
Unser Antrag ist jetzt auch schon überfällig und so musste ich jetzt herausfinden zu welchem Amt in Deutschland unsere Unterlagen gesendet wurden, wer der Zuständige Sachbearbeiter ist und muss diesen jetzt irgendwie von China aus erreichen.&lt;br /&gt;
Kleines Hindernis: Auf deutschen Ämtern landet man in der Regel in einer Warteschlange, wenn man sie telefonisch erreichen will.&lt;br /&gt;
Ein Besetztzeichen, das hin und wieder von einer computergenerierten Frauenstimme unterbrochen wird, die einem mitteilt, dass der nächste Ansprechpartner gleich frei sein wird.&lt;br /&gt;
Von einem normalen Telefon aus in China wird die Verbindung bei einem Besetztzeichen nach einer gewissen Zeit allerdings automatisch unterbrochen mit dem Hinweis es später noch einmal zu versuchen.&lt;br /&gt;
Ja, so ist das leider. Wenn die Technik versucht mitzudenken, kann das schon mal nach hinten losgehen.&lt;br /&gt;
Also: Den Anschluss auf der Arbeit nutzen, da passiert das nicht. Der Sacharbeiter bearbeitet vormittags Publikumverkehr vor Ort und ist dann ab 14:00 Uhr theoretisch telefonisch erreichbar.&lt;br /&gt;
Also um 20:00 chineischer Zeit. Man macht also einige Tage Überstunden, nur um den entsprechenden Sachbearbeiter endlich an die Strippe zu bekommen (man hat ja sonst nichts zu tun). Bis jetzt leider noch erfolglos. Ich probiere es meist bis bis 22:00, dann gebe ich immer auf.&lt;br /&gt;
Wenn Sie wissen wie nervenaufreibend es bereits ist in Deutschland jemanden von den Ämtern an den Apparat zu bekommen, der einem tatsächlich helfen kann, dann können Sie vielleicht erahnen, wie sich der ganze Ärger noch einmal potenziert, wenn man alles von China aus erledigen muss...&lt;br /&gt;
Es ist wie das sprichwörtliche &lt;a href=&quot;https://de.wikipedia.org/wiki/Warten_auf_Godot&quot; title=&quot;https://de.wikipedia.org/wiki/Warten_auf_Godot&quot;&gt;Warten auf Godot&lt;/a&gt;, der ja bekanntermaßen auch nicht erscheint.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;strong&gt;Nachtrag vom 28.05.2019&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das ganze hat sich dann doch noch etwas länger hingezogen, da das vermeintlich zuständige Amt dann doch wieder nicht zuständig war, sondern ein anderes.&lt;br /&gt;
Dessen Bürozeiten sind dann natürlich nur bis 12:00 Uhr, was bedeutet, dass man wieder einen Tag warten muss um dort anzurufen.&lt;br /&gt;
Es ist manchmal wirklich zum Heulen. Aber am Ende hat es dann doch funktioniert.&lt;br /&gt;
Und ich muss anmerken, dass meine Gesprächspartner stets freundlich und hilfsbereit waren. Das muss man ja auch mal sagen. &lt;img src=&quot;http://blog.smart-r.at/plugins/serendipity_event_emoticate/img/emoticons/smile.png&quot; alt=&quot;:-)&quot; class=&quot;emoticon&quot; /&gt; 
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    <pubDate>Mon, 27 May 2019 04:15:00 +0000</pubDate>
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    <title>Leise plätschert der Verkehr</title>
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            <category>Anderes</category>
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            <category>Persönliche Erfahrungen</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Ingo)</author>
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    &lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_right&quot; style=&quot;width: 400px&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:40 --&gt;&lt;a href=&quot;http://blog.smart-r.at/uploads/rundtor.jpg&quot;&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_right&quot; width=&quot;400&quot; height=&quot;329&quot;  src=&quot;http://blog.smart-r.at/uploads/rundtor.serendipityThumb.jpg&quot; title=&quot;Mauer zur Abtrennung der Wohnblocks von der öffentlichen Strasse.&quot; alt=&quot;&quot;&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Mauer zur Abtrennung der Wohnblocks von der öffentlichen Strasse.&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;Normalerweise nehme ich immer die Bahn zur Arbeit, alleine schon weil es schneller ist, da man sich nicht im Stau festfährt.&lt;br /&gt;
Wie ich gerade aktuell feststellen muss, benötige ich mit der Bahn knapp eine Stunde von zu Hause bis zur Arbeit, mit dem Auto kann ich froh sein, wenn ich nach zwei Stunden bereits angekommen bin,&lt;br /&gt;
Aber eine Verletzung macht es leider derzeit nötig, dass ich ein Taxi bzw. einen Fahrdienst in Anspruch nehmen muss.&lt;br /&gt;
Das, was in anderen Ländern &lt;a href=&quot;https://de.wikipedia.org/wiki/Uber_%28Unternehmen%29&quot; title=&quot;https://de.wikipedia.org/wiki/Uber_%28Unternehmen%29&quot;&gt;Uber&lt;/a&gt; macht (Dienstleistungsvermittlung im Personentransport), macht in China 滴滴 (dī di). Uber hatte auch versucht in China Fuss zu fassen, konnte sich aber nicht behaupten.&lt;br /&gt;
滴滴 (dī di) hat übersetzt nicht direkt eine Bedeutung, es ist vermutlich angelehnt an die lautmalerische Bezeichnung 滴滴​答答 (dīdi-dāda), was so viel wie „Plätschern“ bedeutet.&lt;br /&gt;
Und das passt auch ganz gut, schliesslich fliesst der Verkehr in Chinas Großstädten nicht so oft, man freut sich also bereits, wenn er vor sich hin plätschert.&lt;br /&gt;
Grundsätzlich sagt man ja immer, dass es nicht sicher sei, auf private Fahrer zurückzugreifen, schliesslich ist man im Taxi versichert, der Fahrer hat einen Personenbeförderungsschein und und und.&lt;br /&gt;
Das sieht in China ein wenig anders aus. Taxifahrer gelten seit jeher als die schwarzen Schafe im Dienstleistungssektor und das in einem Land in dem fast jeder versucht bei jedweder Art von Geschäften zu schummeln, bestechen oder auf andere illegale Weise seine Kunden zu übervorteilen. Das will schon etwas heissen.&lt;br /&gt;
Als die privaten Fahrer mit Hilfe digitaler Dienste wie Uber und 滴滴 (dī di) aufkamen, war das Geschrei der Taxifahrer gross.&lt;br /&gt;
Und die einheitliche Antwort der Bevölkerung war: „Das ist genau das, was Ihr verdient“.&lt;br /&gt;
Und es ist tatsächlich in vielerlei Hinsicht besser als vorher: Man ordert per Mobiltelefon-App einen Wagen. Man wird nicht einfach stehen gelassen, weil man Ausländer ist oder der Fahrer auch sonst keine Lust hat (hatten wir im Artikel [[Taxi]] schon mal drüber gesprochen).&lt;br /&gt;
Darüber hinaus kann man den Fahrer direkt kontrollieren, da man die Fahrtstrecke selber auf seinem Telefon nachvollziehen kann. Man sieht den Stadtplan, darin eingezeichnet die Route die das System vorschlägt und auch alle aktuellen Staumeldungen.&lt;br /&gt;
Und eben genau nach diesen Vorgaben fährt der Fahrer dann auch, es sei denn man bespricht mit ihm etwas anderes, dann kann das System, wenn man die Abzweigung nicht nimmt, die es vorgeschlagen hat, innerhalb von Sekunden eine neue Route berechnen.&lt;br /&gt;
Mache ich immer so, damit die Fahrer nicht die private Schnellstrasse nehmen, an der man am Ende eine Pauschale zusätzlich an der Mautstelle zahlen muss, sondern die Route über die neue, öffentliche Verbindungsstrasse.&lt;br /&gt;
Allerdings klappt das mal besser, mal schlechter. Einige Fahrer ignorieren gekonnt die Anweisungen ihres ausländischen Kunden (was weiss der denn schon). Mal wird man ignoriert, als ob der Fahrer nicht verstünde, mal wird ruppig geantwortet, dass das System die beste Route vorgibt und man keine Ahnung hätte. Das kann manchmal richtig in Arbeit ausarten, denn Chinesen sind oft sehr stolz. Aber die meisten Fahrer sind es gewohnt eine geänderte Route zu nehmen (auch wenn ein Ausländer sie ihnen vorschlägt).&lt;br /&gt;
Ich bin also des öfteren, wenn meine Frau mich nicht im Auto mitnimmt, weil wir zu unterschiedlichen Zeiten raus müssen, mit irgendwelchen Fahrern unterwegs durch Beijing und erlebe die unterschiedlichsten Menschen.&lt;br /&gt;
Die einen schweigen, trauen sich wahrscheinlich nicht ein Gespräch mit einem Ausländer anzufangen, da sie befürchten ich könnte nicht verstehen und es könnte eine unangenehme Situation entstehen (hat wieder einmal mit Gesichtsverslust usw. zu tun), während es den anderen wohl ziemlich egal ist, wie viel man versteht und sie wie ein Wasserfall drauf losquatschen als wäre die Stille ihr persönlicher Todfeind.&lt;br /&gt;
Die dritten haben es tatsächlich auf ein Gespräch abgesehen. Oft scheint das Interesse an den Geschichten, die ein Ausländer erzählen kann, wirklich echt zu sein.&lt;br /&gt;
Das kann zu einer netten Unterhaltung führen, bei all zu wissbegierigen Fahrern aber auch schnell mal anstrengend werden.&lt;br /&gt;
Die Frage nach dem Herkunftsland ist obligatorisch und wenn  der Gesprächspartner hinter dem Steuer dann weiss, dass man aus Deutschland kommt, sind Themen wie Bier, Autos und Sauberkeit schon vorprogrammiert.&lt;br /&gt;
Dabei wird man allerdings in den seltensten Fällen dazu kommen seine Sichtweise zu erzählen, sondern muss vielmehr brennend interessierende Fragen beantworten, was mir an mancher Stelle gar nicht so leicht von der Hand geht.&lt;br /&gt;
Ich habe leider keine Ahnung was ein Porsche, wenn man ihn in Deutschland kauft, kostet und Mietpreise lassen sich nur schwer miteinander vergleichen, da die Systeme komplett unterschiedlich sind.&lt;br /&gt;
In Deutschland macht man beispielsweise einen unbefristeten Mietvertrag und man kann als Vermieter nicht jedes Jahr die Miete um 100% erhöhen.&lt;br /&gt;
Jedes Thema, das man auf so einer Fahrt anspricht, bedarf eigentlich etlicher Erklärungen und Hintergrundinformationen, aber die kann man in einem derartigen Gespräch natürlich nicht vermitteln.&lt;br /&gt;
Somit sind viele Halbwahrheiten in Umlauf. Das ist durchaus vergleichbar mit dem Halbwissen, das der gemeine Deutsche über China hat. Ich nenne es immer gerne „Urlaubswissen“.&lt;br /&gt;
Es reicht, um sich touristisch in einem Land fortzubewegen, hat aber nur bedingt etwas mit der Realität zu tun.&lt;br /&gt;
So unterscheiden sich viele Dinge international, obwohl man meinen könnte, dass derartige Begebenheiten eigentlich naturgegeben sind, während man an anderer Stelle Parallelen zwischen den Kulturen entdecken kann, wo man sie gar nicht vermutet hätte (was ich ja in diesem Blog immer wieder versuche herauszustellen).&lt;br /&gt;
Aber im grossen und ganzen sind sich die Kulturen doch schon sehr nahe gekommen und ich staune immer wieder, was manche Fahrer alles über Europa und Deutschland wissen, obwohl sie noch nie dort waren. 
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    <pubDate>Tue, 07 May 2019 02:27:00 +0000</pubDate>
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    <title>Ost-ern</title>
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            <category>Aktuelles</category>
            <category>Interkulturelles</category>
            <category>Persönliche Erfahrungen</category>
            <category>Seltsames Verhalten von Deutschen und Anderen</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Ingo)</author>
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Sämtliche Feiertage, die man aus Deutschland kennt, gibt es hier logischerweise nicht und kirchliche Feiertage natürlich erst recht nicht.&lt;br /&gt;
Obwohl man Weihnachten jetzt auch im Reich der Mitte feiern kann. Hatte ich alles bereits in vorangegangenen Artikeln behandelt (z.B. in [[Früher war mehr Lametta]]).&lt;br /&gt;
Heute wollen wir einmal beleuchten, wie Ausländer solche Feierlichkeiten im Ausland verleben und die unterschiedlichen Herangehensweisen vorstellen, denn ich habe gehört, dass es wohl ein Interesse seitens der Leserschaft an derartigen Dingen gibt.&lt;br /&gt;
Nun, Ostern ist ein schönes Beispiel, da man es in China überhaupt nicht feiert und so kann man es, wenn man nicht auf den Kalender schaut auch einfach mal verpassen.&lt;br /&gt;
Was macht der gemeine Ausländer in China also zu Ostern?&lt;br /&gt;
Nun, das kommt darauf an. Die einen, die eine Familie haben, verleben dieses Fest meist anders als diejenigen ohne, ganz klar.&lt;br /&gt;
Für all die Expats, die noch Singles sind, ergibt sich, da die meisten von ihnen nicht ernsthaft in einem Kreis von Einheimischen integriert sind, eigentlich nur eine Möglichkeit diese Festtage zu verbringen.&lt;br /&gt;
So wie immer, wenn man etwas Freizeit hat: Nämlich in der Stammkneipe (meist ein Irish Pub oder eine kleine Hutong-Bar (Hutongs (胡同 hú tòng) sind die alten Stadtviertel in Beijing).&lt;br /&gt;
Überhaupt spielt sich das Leben vieler Ausländer in China in der Kneipe ab. Es gibt Ausnahmen, aber der Anteil dieser Leute ist tatsächlich verschwindend gering.&lt;br /&gt;
In der Kneipe kennen sie die Leute, können in den meisten Fällen ihre Muttersprache sprechen und treffen in der Regel auch all die Kollegen von der Arbeit wieder.&lt;br /&gt;
Aber natürlich sind nicht alle Ausländer so. Wie bereits gesagt: Diejenigen die Kinder haben oder auch mit einer Chinesin / einem Chinesen verheiratet sind oder sich einfach zu alt fühlen jeden zweiten Tag saufen zu gehen, feiern entweder gar nicht oder eben etwas traditioneller.&lt;br /&gt;
Man trifft sich eventuell zum Eierfärben im Hutong einer Bekannten, trifft Gleichgesinnte und quatscht ein wenig, bis die Eltern unter den Gästen feststellen, dass es schon wieder viel zu spät ist und der Nachwuchs schon lange ins Bett gehört. Der Rest bleibt noch zum Grillen (Hatten wir vor ein paar Jahren, solch ein schönes Erlebnis (nochmal vielen Dank Kathie)).&lt;br /&gt;
Man muss oft viele Dinge improvisieren, weil es sie hier natürlich so nicht gibt. Neben fertig gefärbten Eiern noch eine ganze Menge anderer Sachen.&lt;br /&gt;
Das grüne Füllmaterial für das Osternest muss man dann schon mal durch fein in Streifen geschnittene Papiertaschentücher ersetzen.&lt;br /&gt;
Es gibt für alles eine mehr oder weniger kreative Alternative.&lt;br /&gt;
Wir hatten dieses Jahr die (chinesische) Familie zum Eiersuchen und Mittagsbüffet zu uns eingeladen.&lt;br /&gt;
Man fachsimpelt über den neu gekauften Computer, wundert sich schon seit Ewigkeiten nicht mehr, dass alle im Pyjama herumlaufen (Sie erinnern sich bestimmt noch an den Artikel [[Pyjamaparty]]) und bestaunt die neuesten Kinderfotots von der Verwandtschaft.&lt;br /&gt;
&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_left&quot; style=&quot;width: 400px&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:40 --&gt;&lt;a href=&quot;http://blog.smart-r.at/uploads/ofen.jpg&quot;&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_left&quot; width=&quot;400&quot; height=&quot;329&quot;  src=&quot;http://blog.smart-r.at/uploads/ofen.serendipityThumb.jpg&quot; title=&quot;Ein kleiner Ofen, den man sich in fast jedem grösseren Supermarkt kaufen kann.&quot; alt=&quot;&quot;&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Ein kleiner Ofen, den man sich in fast jedem grösseren Supermarkt kaufen kann.&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;Wer Kuchen essen möchte, sollte sich vorher überlegen, in wie weit er Vorbereitungen treffen will.&lt;br /&gt;
Denn die Kuchen, die man gemeinhin in chinesischen Konditoreien kaufen kann, schmecken eher mäßig gut, meist nur nach Sahne und Zucker.&lt;br /&gt;
Einen Kuchen selber zu zaubern, erfordert aber bereits einiges an Vorbereitung:&lt;br /&gt;
Als erstes müssen Sie sich einen Ofen besorgen, denn standardmässig gibt es den nicht in einer chinesischen Küche.&lt;br /&gt;
Ich empfehle die Steckdosenvariante, die man überall hinstellen kann und es in jedem grossen Kaufhaus und manchamal sogar im Supermarkt gibt.&lt;br /&gt;
Die Zutaten sind nicht einfach zu besorgen: Dinge wie Backpulver, Vanillezucker, Tortenguss und ähnliches, müssen Sie sich aus unterschiedlichen Feinkostläden zusammensuchen, die sich auf ausländische Produkte spezialisiert haben (siehe Artikel [[Ein wenig Heimat]]). Manchmal können Sie aber auch Glück haben und einer der grösseren Märkte der französischen Supermarktkette Carrefour (im Chinesischen 家乐福 (jiā lè fú) genannt) hat, was Sie benötigen.&lt;br /&gt;
Achten Sie unbedingt auf das Haltbarkeitsdatum.&lt;br /&gt;
Sollten Sie noch eine Springform benötigen, wird es bereits noch schwieriger. Kleiner Tipp: Es gibt im Viertel um die Deutsche Botschaft herum ein paar kleine Supermärkte. Hier können Sie so etwas, neben Schaschlik aus der Dose und anderen Kuriositäten in der Regel bekommen.&lt;br /&gt;
Was bleibt also zusammenfassend zu sagen? Nun, eigentlich nur, dass man sich als Ausländer in einer fremden Umgebung entsprechend seine Feiertage zurechtbasten muss, oder man ignoriert sie einfach komplett (aber warum sollte man das tun?). &lt;img src=&quot;http://blog.smart-r.at/plugins/serendipity_event_emoticate/img/emoticons/smile.png&quot; alt=&quot;:-)&quot; class=&quot;emoticon&quot; /&gt; 
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    <pubDate>Fri, 26 Apr 2019 13:42:00 +0000</pubDate>
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    <title> Lass es ein Mobiltelefon gewesen sein</title>
    <link>http://blog.smart-r.at/index.php?/archives/375-Lass-es-ein-Mobiltelefon-gewesen-sein.html</link>
            <category>Interkulturelles</category>
            <category>Kultur</category>
            <category>Man sagt...</category>
            <category>Persönliche Erfahrungen</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Ingo)</author>
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    &lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_right&quot; style=&quot;width: 400px&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:40 --&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_right&quot; width=&quot;400&quot; height=&quot;329&quot;  src=&quot;http://blog.smart-r.at/uploads/video/kalt2.gif&quot;  alt=&quot;&quot;&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;Es ist wieder kalt geworden. -8 Grad und teilweise Sturmböen, die enen aus den Schuhen ziehen wollen.&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;Es ist wieder ein Katalog mit Benimm-Regeln herausgekommen, den die chinesische Regierung reiselustigen Landsleuten vorlegt, um das Ansehen des grossen Reiches in der übrigen Welt nicht unnötig zu verschlechtern.&lt;br /&gt;
Ganze 64 Seiten fasst er, heisst übersetzt „Leitfaden für den wohlerzogenen Touristen“ und beschreibt, was man in fremden Ländern auf gar keinen Fall tun sollte.&lt;br /&gt;
Anlass für derartige Aktionen gibt es viele, der eigentliche Auslöser war wohl ein chinesischer Tourist, der sich mit einem eingeritzten Graffiti in den alten Steinblöcken der &lt;a href=&quot;https://de.wikipedia.org/wiki/Cheops-Pyramide&quot; title=&quot;https://de.wikipedia.org/wiki/Cheops-Pyramide&quot;&gt;Cheops-Pyramide&lt;/a&gt; bei den Ägyptischen Behörden äusserst unbeliebt gemacht hat.&lt;br /&gt;
Und somit wurde bereits zum zweiten Mal ein Leitfaden herausgegeben, der dann auch tatsächlich (mehr oder weniger) bindend ist. Denn es ist durchaus erwünscht, dass touristisches Fehlverhalten von Chinesen im Ausland gemeldet wird und geahndet werden kann. Ganz im Sinne des durchaus fragwürdigen Ausspruchs „Melden macht frei“, der bereits zu Wehrpflichtzeiten bei der deutschen Bundeswehr kursierte. Es gibt auch eine passende Preisliste dazu.&lt;br /&gt;
Nicht in der Nase bohren oder mit den Fingern zwischen den Zähnen pulen, keine Fussabdrücke auf Klobrillen hinterlassen, nicht mit dem Finger nach dem Kellner schnipsen, nicht ins Schwimmbecken pinkeln und nicht die Schwimmweste aus dem Flieger mitnehmen. Die Liste ist lang.&lt;br /&gt;
Aber sind wir einmal ehrlich: Leute, die diese Art von Anweisungen brauchen gibt es doch überall. Als ganz extremes Beispiel erinnere ich bloss an deutsche Reisegruppen auf dem Weg nach Mallorca. Bereits im Flughafen, wenn man sie am gegenüberliegenden Gate sieht und vor allen Dingen hört, wünscht man sich, die Sicherheitskontrollen am Flughafen würden das Mitbringen von Handfeuerwaffen gestatten. &lt;img src=&quot;http://blog.smart-r.at/plugins/serendipity_event_emoticate/img/emoticons/wink.png&quot; alt=&quot;;-)&quot; class=&quot;emoticon&quot; /&gt;&lt;br /&gt;
Und wie verhalten sich einige westliche Touristen in Thailand oder den Philippinen ? Nur weil man auf Grund des Wechselkurses vergleichsweise viel Geld zur Verfügung hat, muss man sich nicht gleich aufführen wie ein notgeiler Aristokrat auf dem Sklavenmarkt.&lt;br /&gt;
Dass ausgerechnet Chinesen kein gutes Benehmen haben, halte ich für ein immer wieder heraufbeschworenes Vorurteil.&lt;br /&gt;
Es gibt natürlich immer wieder diese Situationen, wenn die Frau im Nachbarsitz des Fliegers sich auf dem ausklappbaren Tischchen die Zehennägel schneidet oder ähnliches.&lt;br /&gt;
Und gefühlt mag es auch so erscheinen, dass es immer wieder Chinesen sind, die sich daneben benehmen, aber betrachten wir auch einmal die Umstände:&lt;br /&gt;
Erstens gibt es viele Verhaltensweisen, die lokal unterschiedlich sind. Und mal ganz ehrlich: Ob jemand beim essen der Suppe schlürft oder nicht ist jetzt, wie ich finde, kein wirkliches Problem.&lt;br /&gt;
Zweitens gibt es natürlich seit kurzer Zeit unglaublich viele Chinesen die ins Ausland reisen. Da kommen dann direkt zwei Dinge zusammen:&lt;br /&gt;
Der Umstand dass es viele Menschen sind bedeutet natürlich auch, dass entsprechend mehr Leute mit schlechten Manieren oder Angewohnheiten darunter sind, was dann den Eindruck erweckt der prozentuale Anteil wäre wesentlich höher, als er tatsächlich ist.&lt;br /&gt;
Und der Umstand, dass Chinesen meist gezwungen sind in Reisegruppen zu reisen. Sie wissen selbst, wie das in einer Reisegruppe ist: Man nimmt die Heimat quasi mit auf Reisen (womit wir noch einmal auf die Mallorca Reisegruppe verweisen, die noch immer auf den Flieger wartet und lautstark Ballermann-Lieder grölt).&lt;br /&gt;
Deutsche reservieren sich zum Beispiel durch ein Handtuch auf der Liege am Pool bereits vor dem Frühstück die besten Plätze, was dem Ansehen der Deutschen in anderen Ländern ebenfalls einen negativen Trend verpasst.&lt;br /&gt;
Es gibt natürlich auch einen chinesischen Trend, den wir im Artikel [[Wenn der Bauer mal muss]] angesprochen hatten: Die fehlenden Manieren auf Grund der Auswirkungen der Ein-Kind-Politik, allerdings ist es auffällig, dass es gar nicht diese Generation ist, die sich im Ausland daneben benimmt, da sie bereits in Schule und Studium mit anderen Sprachen und Kulturen in Berührung gekommen sind (wenn sie wollen, können sie und wissen auch wie sie sich zu benehmen haben).&lt;br /&gt;
Man erzählt sich immer wieder, dass der Grossteil der Chinesen ungeniert in der Öffentlichkeit rülpst und furzt, aber wenn man genau hinschaut, sind es bloss ein paar wenige. Meist sind sie vom Land in die Stadt gefahren um jemanden zu besuchen, ins Krankenhaus zu gehen, Dinge zu kaufen, verkaufen oder einfach eine Sightseeingtour zu machen.&lt;br /&gt;
Auch wenn es so erscheint, als wären es unglaublich viele Leute die sich so benehmen, ist es auf die Menge gesehen eben doch bloss die Ausnahme.&lt;br /&gt;
Und sind wir ehrlich: diese Leute, die zum Beispiel in der Öffentlichkeit einen fahren lassen, gibt es überall, auch bei uns.&lt;br /&gt;
Vielleicht kennen Sie diese Situation, wenn man im Gedränge in der U-Bahn steht, wenn man den Rucksack des Vordermanns in den Rippen und den schwitzenden Körper des Hintermanns eng am eigenen Körper spürt.&lt;br /&gt;
Dann plötzlich vibriert es irgendwo kurz und man denkt sich: „Lieber Gott, lass es ein Mobiltelefon gewesen sein“.&lt;br /&gt;
Das und ähnliches gibt es definitiv auch bei uns. 
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    <pubDate>Fri, 28 Dec 2018 03:05:00 +0000</pubDate>
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    <title>Streitkultur</title>
    <link>http://blog.smart-r.at/index.php?/archives/385-Streitkultur.html</link>
            <category>Interkulturelles</category>
            <category>Persönliche Erfahrungen</category>
            <category>Seltsames Verhalten von Chinesen</category>
            <category>Seltsames Verhalten von Deutschen und Anderen</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Ingo)</author>
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    &lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_right&quot; style=&quot;width: 400px&quot;&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_img&quot;&gt;&lt;!-- s9ymdb:40 --&gt;&lt;a href=&quot;http://blog.smart-r.at/uploads/im-park.jpg&quot;&gt;&lt;img class=&quot;serendipity_image_right&quot; width=&quot;400&quot; height=&quot;329&quot;  src=&quot;http://blog.smart-r.at/uploads/im-park.serendipityThumb.jpg&quot; title=&quot;In einem Park in Beijing, als es noch warm war.&quot; alt=&quot;&quot;&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class=&quot;serendipity_imageComment_txt&quot;&gt;In einem Park in Beijing, als es noch warm war.&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;Weihnachten steht vor der Türe und gerade muss ich über eine Lebensweisheit lachen, die ich im Internet gefunden habe und die geht so:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
„Im Leben eines Mannes gibt es vier Abschnitte:&lt;br /&gt;
- Erster Abschnitt - Man glaubt an den Weihnachtsmann&lt;br /&gt;
- Zweiter Abschnitt - Man glaubt nicht mehr an den Weihnachtsmann&lt;br /&gt;
- Dritter Abschnitt - Man ist der Weihnachtsmann&lt;br /&gt;
- Vierter Abschnitt - Man sieht aus wie der Weihnachtsmann“&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So gesehen befinde ich mich also im dritten Abschnitt. &lt;img src=&quot;http://blog.smart-r.at/plugins/serendipity_event_emoticate/img/emoticons/wink.png&quot; alt=&quot;;-)&quot; class=&quot;emoticon&quot; /&gt; Gut zu wissen.&lt;br /&gt;
Nun, ich werde mich nicht als Weihnachtsmann verkleiden um den Kindern auf den Nerv zu gehen, aber als Geschenke-Lieferant bin ich quasi trotzdem der Weihnachtsmann.&lt;br /&gt;
Also: Weihnachten steht vor der Türe und einige chinesische Firmen, hauptsächlich international tätige, haben eben auch eine Weihnachtsfeier.&lt;br /&gt;
Ich war auf einer eingeladen und habe einen neuen Kollegen aus der IT kennengelernt, der für eine Firma arbeitet, mit der wir einst die Büroräume geteilt haben.&lt;br /&gt;
Lager Rede kurzer Sinn: Er ist auch Deutscher und ebenfalls mit einer Chinesin verheiratet (gerade frisch).&lt;br /&gt;
Somit hat er mich dann gefragt: „Was ist das Geheimnis“, Bezug nehmend auf unser Gespräch.&lt;br /&gt;
Die Frage war, wie man es am besten verhindert sich in einer interkulturellen Beziehung zu streiten.&lt;br /&gt;
Ich habe ihm, eigentlich mehr im Spass gesagt, dass ein Wortgefecht zweier, aus unterschiedlichen Kulturen stammenden Partner, sehr schnell unschön werden kann, da man erstens viele Dinge komplett missversteht und damit die Diskussion nur weiter anheizt und zweitens in der Hitze des Gefechts schnell pauschalisiert wird und man sich dumme Vorurteile an den Kopf wirft, selbst wenn man es gar nicht so meint und diese eigentlich selber auch gar nicht glaubt. Es ist mehr eine Trotzreaktion, eine der unschönen Seiten der Seele, von denen man immer glaubt sie selber gar nicht zu besitzen, die zu Tage kommen wenn man streitet.&lt;br /&gt;
Und wenn man einmal vom Boden der Tatsachen abgehoben hat, ist es eigentlich nur noch ein weiteres hochschaukeln der Gefühle, die eigentliche Thematik gerät dann immer weiter in den Hintergrund.&lt;br /&gt;
Ich habe mir daher angewöhnt, ähnlich den Vorbereitungen wenn man etwas nicht alltägliches einkaufen geht wie in Artikel [[Back in black]] beschrieben, das Streitgespräch erst einmal in ein paar Varianten in meinem Kopf durchzuspielen.&lt;br /&gt;
Dann komme ich jedes mal zu dem Schluss, dass es sich in keiner der durchgespielten Varianten tatsächlich lohnt und versuche dann lieber zu deeskalieren.&lt;br /&gt;
Kennen Sie den Film „&lt;a href=&quot;https://de.wikipedia.org/wiki/WarGames_%E2%80%93_Kriegsspiele&quot; title=&quot;https://de.wikipedia.org/wiki/WarGames_%E2%80%93_Kriegsspiele&quot;&gt;War Games&lt;/a&gt;“ von 1983 ? In ihm wird dem automatisierten System, das die Nuklearwaffen steuert durch das Durchspielen aller möglichen Szenarien bewusst, dass der einzig gewinnbringende Zug der ist, gar nicht erst zu spielen.&lt;br /&gt;
In unserem Beispiel muss man dazu allerdings auch einen Partner haben, der den Ansatz versteht, akzeptiert und nicht weiter verbal auf einen eindrischt.&lt;br /&gt;
Die Kulturen sind unterschiedlich und so sind es auch die Streitkulturen. Es gibt Dinge, die man in der einen Kultur niemals sagen würde, die in der anderen ganz normal sind und umgekehrt.&lt;br /&gt;
Man könnte natürlich die fremde Streitkultur lernen um sich besser „fetzen“ zu können, man kann diese Energie allerdings auch in die Vermeidung von Streitereien stecken, was in meinen Augen die bessere Alternative darstellt.&lt;br /&gt;
Was eigentlich mehr spassenshalber gemeint war, ist bei genauerer Betrachtung aber genau das, was bei uns passiert.&lt;br /&gt;
Wir wissen, dass ein dummer Spruch zum falschen Zeitpunkt vieles kaputt machen kann, was man vorher mühsam aufgebaut hat, um so ärgerlicher, wenn man dazu noch ein abgedroschenes Vorurteil benutzt.&lt;br /&gt;
So etwas wird bestenfalls verziehen, bleibt aber immer im Kopf des Partners zurück. Also Vorsicht!&lt;br /&gt;
Ähnlich allem anderen im interkulturellen Rahmen, ist es auch bei Beziehungen etwas komplizierter als gewöhnlich.&lt;br /&gt;
Die Diskussion um das Thema wird aber keinesfalls vergessen, sie wird nur eben später in einem neutralen Rahmen geführt, wenn die Parteien beide wieder auf dem Boden stehen.&lt;br /&gt;
Und meist erkennt man dann, dass es eigentlich ein Thema wie jedes andere und gar nicht der Aufregung wert ist.&lt;br /&gt;
Ich weiss aber auch, dass sich solche Dinge natürlich bei jedem Paar unterschiedlich gestalten. Es gibt durchaus Beziehungen, die ohne einen guten Streit und einer feurigen Versöhnung von Zeit zu Zeit gar nicht bestehen könnten.&lt;br /&gt;
Das muss dann doch jeder wieder für sich selbst entscheiden. 
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    <pubDate>Thu, 20 Dec 2018 19:18:00 +0000</pubDate>
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    <title>Einerseits, aber andererseits...</title>
    <link>http://blog.smart-r.at/index.php?/archives/364-Einerseits,-aber-andererseits....html</link>
            <category>Interkulturelles</category>
            <category>Literatur</category>
            <category>Persönliche Erfahrungen</category>
            <category>Sonstiges</category>
            <category>Sprache</category>
    
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    <author>nospam@example.com (Ingo)</author>
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Ein paar Worte konnte er schon vorher, wir waren uns aber nicht sicher, ob er auch versteht, dass sie eine Bedeutung haben oder sie nur eine Stimmübung für ihn waren.&lt;br /&gt;
Ich habe schon früh angefangen ihm das deutsche „R“ beizubringen, da es viele Chinesen tatsächlich nicht aussprechen können.&lt;br /&gt;
Er hat es spielerisch sofort aufgenommen und liebt es hin und wieder einfach dazuliegen und „Rrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr“ von sich zu geben. Es wirkt fast, als würde er angeben wollen, indem er allen Umstehenden zeigt, dass er etwas formulieren kann, was sie nicht können.&lt;br /&gt;
Das erste gesprochene Wort war natürlich eine ganz grosse Sache. Da ich mit ihm ausschliesslich auf Deutsch rede und der Rest der Familie auf Chinesisch, war natürlich die Frage: Wird sein erstes Wort ein deutsches oder ein chinesisches sein ?&lt;br /&gt;
Es hat sich fast wie ein kleiner Wettlauf angefühlt und obwohl es eigentlich egal ist, hat jeder insgeheim gehofft, dass er ein Wort aus seiner Sprache wählt.&lt;br /&gt;
Die Wahrscheinlichkeit dass es ein chinesisches sein würde, war natürlich wesentlich höher, da er den halben Tag, wenn meine Frau und ich arbeiten sind, bei den Schwiegereltern verbringt und auch so jeder ausser mir Chinesisch mit ihm spricht.&lt;br /&gt;
Hinzu kommt, dass einige chinesische Wörter sehr einfach zu lernen sind (zumindest die Aussprache). Sie haben oft nur eine Silbe und viele bilden tatsächlich Grundlaute ab, die Kleinkinder schnell lernen zu sprechen so wie da, ba, du, la, li, lu usw. Das ist im Deutschen schon etwas aufwendiger.&lt;br /&gt;
Während er von chinesischer Seite immer „dēng“ zu hören bekommt, wenn er auf die Lampe an der Decke zeigt, kontere ich immer mit „Lampe“.&lt;br /&gt;
Es ist zwar nur eine Silbe unterschied, aber dieses Schema zieht sich durch die beiden Sprachen wie ein roter Faden. Das deutsche Wort ist immer länger als das chinesische und hat viele unterschiedliche Laute.&lt;br /&gt;
Aber unser Sohn hat sich tatsächlich anders entschieden und das Wort „Mama“ zu seinem ersten Wort gemacht.&lt;br /&gt;
„Mama“ im deutschen oder „mā ma“ im chinesischen kann man tatsächlich gesprochen nicht unterscheiden.&lt;br /&gt;
Unser Sohn hat unseren kleinen Wettlauf einfach umgangen und ganz diplomatisch den Mittelweg gewählt. Schlaues Kerlchen!&lt;br /&gt;
Unbewusst hat er damit eine sehr chinesische Verhaltensweise an den Tag gelegt, die schon in Klassikern wie „Maß und Mitte“ (Originaltitel 中庸 zhōng yōng), einem Abschnitt im &lt;a href=&quot;https://de.wikipedia.org/wiki/Buch_der_Riten&quot; title=&quot;https://de.wikipedia.org/wiki/Buch_der_Riten&quot;&gt;„Buch der Riten“ (礼记 lǐ jì )&lt;/a&gt; ausführlich behandelt wird.&lt;br /&gt;
Die Rede ist hier von „goldenen Weg“, den es in der Deutschen Sprache auch und zwar als „goldene Mitte“ gibt.&lt;br /&gt;
Ein konfuzianischer Verhaltenskodex, der Extreme als den falschen und den Mittelweg als den richtigen Weg ansieht.&lt;br /&gt;
So entscheidet man sich nie für eine Seite, sondern versucht, in guter alter Tradition des &lt;a href=&quot;https://de.wikipedia.org/wiki/Yin_und_Yang&quot; title=&quot;https://de.wikipedia.org/wiki/Yin_und_Yang&quot;&gt;Ying und Yang (阴阳 yīn yáng)&lt;/a&gt; in der Mitte zu bleiben und das Gleichgewicht aufrechtzuerhalten.&lt;br /&gt;
Man könnte auch sagen: „Bleibt man nur schön in der Mitte, sieht jeder Abgrund kleiner aus“ (wie es im Liedtext zu „Kleine Schriite“ der Band &lt;a href=&quot;http://www.grau-musik.de&quot; title=&quot;http://www.grau-musik.de&quot;&gt;„grau“&lt;/a&gt; heisst).&lt;br /&gt;
Auch ich habe von meiner damaligen Chinesischlehrerin immer wieder gesagt bekommen, dass dieses Prinzip so weit in der chinesischen Kultur verankert ist, dass es im grossen Stil sogar die Sprache prägt, selbst wenn sich heute kaum noch jemand danach verhält.&lt;br /&gt;
Ein Umstand, den ich mir zunutze machen sollte beim HSK-Test (dem offiziellen Sprachtest für Chinesisch).&lt;br /&gt;
„Wenn Du Dir bei einer Multiple Choice Frage nicht sicher bist“, sagte sie immer „dann schau Dir die Antworten an. Eine direkte und eindeutige Antwort ist in jedem Fall falsch“. Und sie hatte natürlich Recht.&lt;br /&gt;
Eine Antwort im chinesischen ist in den seltensten Fällen eindeutig. Es heisst immer: „Auf der einen Seite“... bla, bla, bla „aber auf der anderen Seite“... bla, bla, bla.&lt;br /&gt;
Interessanterweise fängt auch eine Rüge immer mit dem Aufzählen der guten Dinge an, bevor man auf das eigentliche Thema kommt.&lt;br /&gt;
Bei einer Antwort weiss man oft gar nicht so genau ob der Gegenüber eine Sache jetzt befürwortet oder ablehnt.&lt;br /&gt;
Ich hatte es irgendwo anfangs dieses Blogs bereits erwähnt, dass es genau diese Ungenauigkeit ist, die viele ausländische Unternehmen dazu verleiten falsche Entscheidungen zu treffen.&lt;br /&gt;
Ein „Ja, wir können das“ bedeutet nicht in jedem Falle, dass die Gegenpartei es wirklich kann, oft ist es einfach Höflichkeit und eine Floskel um nicht das Gesicht zu verlieren.&lt;br /&gt;
Und es wird natürlich auch immer wieder gerne missbraucht um in der Geschäftswelt falsche Tatsachen glaubhaft zu machen (besonders wirkungsvoll bei ausländischen Geschäftspartnern, die nicht selten darauf hineinfallen).&lt;br /&gt;
Das ist definitiv etwas, an das man sich gewöhnen muss, wenn man im Reich der Mitte lebt, es umgibt einen tagtäglich. 
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    <pubDate>Thu, 25 Oct 2018 16:07:00 +0000</pubDate>
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