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Holland-Rad

Die dritte Woche Home-Office auf Grund des Corona Virus und Zeit endlich mal wieder einen Artikel im Blog zu schreiben.
Nun hat man von Seiten der deutschen Obrigkeit doch endlich ein Einsehen gehabt und die notwendigen Schritte eingeleitet und den Leuten empfohlen zu Hause zu bleiben und Abstand voneinander zu halten.
Was mich zugegebenermassen überrascht, ist die Bereitwilligkeit der Bevölkerung die Selbst-Quarantäne tatsächlich einzuhalten.
Die großen Firmen haben nicht einmal zwei Wochen durchgehalten, bevor sie lautstark nach Kurzarbeit geschrien haben.
Da frage ich mich allen Ernstes: Wo sind die ganzen Rücklagen geblieben? Bei den Arbeitnehmern ist seit ewiger Zeit nichts mehr auf dem Lohnkonto passiert und die Wirtschaft hat geboomt wie verrückt. Also wo ist das ganze Geld?
Zur Zeit machen wilde Verschwörungstheorien die Runde. Während die einen sagen das Virus sei eine Biowaffe die in einem chinesischen Labor gezüchtet wurde, behaupten andere, es sei eine amerikanische Erfindung und die ersten Fälle sind gar nicht in China sondern in Amerika aufgetreten, man hat sie angeblich lediglich verschleiert.
Es gibt wilde Theorien über Virenlabors in der Nähe der iranischen Grenze und etliche andere.
Es geht doch nichts über eine gute Verschwörungstheorie (Vielleicht ist Corona ja in Wahrheit bloss ein Fake, damit die Reptiloiden von der Weltregierung während des Lockdowns die Chemtrail-Tanks in Flugzeugen nachfüllen können, um den Menschen in der BRD GmgH weiterhin zu verschleiern, dass die Erde eine Scheibe ist.). ;-)
Nun denn, Kurzarbeit also. Wer Kinder hat, bekommt vom Staat die finanziellen Einbußen bis zu 65% erstattet.
Das ist eine nette Geste, wird nur leider für viele Leute nach hinten losgehen: Dadurch dass die Leute mit Kindern etwas mehr erstattet bekommen, sind sie in vielen Firmen diejenigen die mehr oder weniger gezwungen werden sich „freiwillig“ für die Kurzarbeit zu melden, während die Kinderlosen normal weiterarbeiten.
Ich freue mich jedenfalls schon auf ein verlängertes Wochenende, auch wenn wir finanziell mal schauen müssen, ob das alles so klappt.
Auch sonst gibt mir die Home-Office-Zeit die Gelegenheit näher bei der Familie zu sein.
Wir haben jetzt einen verlassenen Fussballplatz im Wald gefunden. Dort gehen wir abends immer hin und bringen unserem Sohn das Fahrradfahren bei oder spielen etwas mit dem Ball.
Es ist nämlich gar nicht so einfach einen Platz für Kinder zu finden wo sie ein wenig Zeit draussen verbringen können, ohne etwas anfassen zu müssen.
Wir befinden uns also noch in einer recht guten Lage, aber für viele wird diese Zeit sicher nicht einfach sein, vor allen Dingen für diejenigen die weiterhin mit Menschen arbeiten müssen.
Ich befinde mich glücklicherweise in der Situation, dass ich 80% meiner Arbeit auch online erledigen kann und unsere Firma bereits bevor Corona die Runde machte die IT Infrastruktur so umgestellt hat, dass es fast jedem Mitarbeiter möglich ist unabhängig von einem festen Arbeitsplatz mit Hilfe von Notebook und Firmen-VPN von überall aus zu arbeiten.
Hin und wieder muss ich dann aber doch mal vorbeischauen, so wie gestern.
Und für diese Stippvisiten habe ich mir eigens ein neues Fahrrad gekauft, um nicht auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen sein zu müssen (zugegeben es ist auch ein erneuter Versuch den inneren Schweinehund zu überlisten und wieder etwas mehr Sport zu machen).
Und da ist mir auch direkt wieder etwas aufgefallen:
Ich habe mir ein Holland-Rad gekauft, mit einem schicken Gepäckträger vorn am Lenker und ohne Gangschaltung.
Die fehlende Gangschaltung ist das, was dieses Rad tatsächlich auszeichnet.
War ich früher immer auf der Suche nach dem passenden Gang um bergauf, bergab oder beim beschleunigen die optimale Übersetzung von Zahnrad zu Kette zu haben, radle ich heute einfach vergnügt vor mich hin.
Nichts an meinem Fahrrad verleitet mich dazu ständig „mal eben“ noch Gas zu geben um hier oder da noch schnell die gelbe Ampel mitzunehmen, vor den Fußgängern abzubiegen oder mich schnell noch vor den verträumten Radler einzuordnen.
Heute bin ich selber einer dieser verträumten Radler und ich merke, dass ich wesentlich entspannter ankomme als früher.
Und trotz gemächlicher Spazierfahrt brauche ich genau so lange zur Arbeit, als würde ich die Bahn nehmen (vorausgesetzt sie kommt pünktlich).
Und hier können wir wieder den Bogen schlagen zu China:
In vielen Köpfen ist China immer noch ein Fahrradland. Nun, dass hat sich seit den 80er Jahren drastisch geändert, aber auch wenn dem nicht mehr so sein sollte, gibt es immer noch genug Menschen die das Fahrrad täglich nutzen.
Und da kommen wir dann auch zum springenden Punkt: Ein Fahrrad wird genutzt.
Ganz im Gegenteil dazu ist es in Deutschland eher ein Sportgerät, was dann natürlich auch den weit verbreiten Drang erklärt schnell und effektiv zu fahren.
So wie ich es auch jahrelang getan habe. Es ist aber viel mehr als bloss eine Anekdote über ein alternatives Verkehrsmittel, sondern bezeichnend für mein bisheriges Leben.
Die Angst zu spät zu kommen bzw. eine Gelegenheit zu verpassen Zeit gut zu machen habe ich mir tatsächlich erst abgewöhnt durch das Leben in einem anderen Kulturkreis.
Es ist immer noch vieles davon in mir, aber darüber hinaus habe ich gelernt auch mal fünfe gerade sein zu lassen, vor allen Dingen dann, wenn es keinen Unterschied macht.
Denn ein Prinzip sollte niemals die Oberhand gewinnen und nur um seiner selbst Willen gelebt werden.
Lieber gemütlich radeln und dafür etwas früher losgehen.

Auch damit kann man Geld machen (wenn man keine Seele hat)

So, nun haben wir also auch in Deutschland Vorgaben, dass sich nie mehr als zwei Personen auf der Strasse treffen dürfen.
Es sollen vermehrt Menschen auf das Corona Virus getestet werden um zu sehen wie, und wo es sich ausbreitet und die Bevölkerung überlegt langsam ob es nicht vielleicht doch ganz praktisch wäre, wenn man unter Menschen gehen muss in solch einer Situation, eine Schutzmaske zu tragen.
Das Offensichtliche, das man sich von China bereits vor Wochen hätte abgucken können ist nun auch in den Starrköpfen der Deutschen angekommen. Bravo!
Im Atikel [[Wer heute noch nicht verrückt ist, ist einfach nicht informiert]] habe ich mich noch darüber gewundert warum man das Problem in Deutschland offensichtlich gar nicht ernst nimmt, während es in China bereits dramatische Ausmaße angenommen hatte.
Jetzt sind wir nur noch einen Schritt davon entfernt das ohnehin völlig überlastete medizinische System in Deutschland zum Kollaps zu bringen.
An dieser Stelle möchte ich dann auch gerne einen anonymen Krankenpfleger zitieren mit den Worten: „Euer Geklatsche könnt Ihr Ihr Euch sonst wohin stecken. Wenn Ihr unsere Arbeit respektiert, dann bezahlt uns endlich anständig“ (Eine Anspielung auf die Aufforderung abends zu einer bestimmten Uhrzeit ans Fenster zu gehen und der moralischen Unterstützung gegenüber dem medizinischen Personal durch Applaus Ausdruck zu verleihen).
Aber genug Klugscheißerei und „ich hab's Euch ja gesagt“ Gequatsche, denn ich hatte es ja bereits gesagt.
Hier zeigt sich wieder einmal ein typisches Verhalten der westlichen Industriestaaten, das nicht nur bei Chinesen immer wieder auf Ungläubigkeit trifft.
In China spricht man ganz offen von der „Arroganz des Westens“.
Auch wenn überall sonst die Welt untergeht haben wir es trotzdem nicht nötig irgendwelche Vorkehrungen zu treffen, es ist ja bisher auch immer alles gut gegangen.
Und mein persönlicher Höhepunkt: Während man in allen asiatischen Ländern Schutzmasken zur Pflicht macht, streitet man sich in Deutschland noch darüber ob ein derartiger Schutz überhapt etwas bringt.
Da sind wir bei einem anderen grossen Punkt angekommen: Für den einzelnen mag eine Schutzmaske vielleicht nur minimal Schutz gewährleisten, da sie nach 10 Minuten Gebrauch feucht ist und Viren durchlassen kann, aber das ist auch gar nicht die Intention dahinter, sondern lediglich die westliche Fehlinterpretation.
Primär soll man die Maske nicht tragen um sich selber zu schützen, sondern die anderen.
Eine Weisheit die in Asien schon seit Generationen in jedermanns Kopf ist: Ich bin krank (zum Beispiel erkältet), ich trage eine Maske um die anderen nicht anzustecken.
Durch diese, in der Masse ausgelebte, Vorsorge ist man selber als Individuum dann eben auch geschützt.
Eine einfache Erkenntnis die sich in unseren Breitengraden niemals durchsetzen wird.
Beflügelt wurde das ganze natürlich noch von offzieller Seite mit teils Halbwahrheiten und auch komplett unsinnigen Argumentationen.
Aber was soll's? Es gibt ja eh keine Masken in Deutschland zu kaufen.
Und somit haben auch wir unsere Beziehungen ausgenutzt um welche aus China zu bekommen.
Es gibt inzwischen einige Leute die daraus ein Geschäftsmodell gemacht haben und ehrlich gesagt: Man kann damit wahrscheinlich schon ein wenig Geld anhäufen. Wir wollen das bewusst nicht tun.
Man könnte sagen dass Geld, das durch das ausnutzen der Not anderer gewonnen wurde, ein schlechtes Kharma bedeutet.
Man könnte aber auch ganz platt sagen, dass anständige Menschen so etwas einfach nicht tun.
Und schon wieder ist in diesem Zusammenhang etwas passiert das wunderbar in diesen Blog passt und ich ihnen natürlich nicht vorenthalten möchte:
Unser Paket aus China wurde logischerweise von privat an privat versendet, schliesslich haben wir nichts gekauft, sondern die Verwandten haben uns die Sachen geschickt. Für so etwas fallen keine Zollgebühren an.
Die chinesische Post übergibt ihre internationalen Aufträge allerdings an andere Unternehmen, die diese dann in dem entsprechenden Land für sie abwickeln.
Manchmal hat man als Sender bzw. Empfänger aber das Pech dass es sich bei diesen wieder einmal um Scharlatane handelt.
So haben wir ein Schreiben bekommen in dem wir aufgefordert wurden knapp 30 Euro zu bezahlen um die Zollabwicklungen von diesem Unternehmen durchführen zu lassen.
Wie bereits erwähnt sind private Sendungen zollfrei. Es wird also Geld für eine Dienstleistung verlangt, die niemand braucht, noch haben will.
Das Problem ist, dass man dieses Prozedere nicht mehr ungeschehen machen kann.
Man bekommt in dem Brief die Wahl die Formalitäten gegen Bezahlung erledigen zu lassen, oder selber eine Zollerklärung (die sogenannte Selbstverzollung) zu machen.
Wenn man im Internet recherchiert, kann es bei dieser besagten Firma allerdings auch noch nach Bezahlung des unnötigen Betrags zu Komplikationen kommen.
Es werden wohl immer wieder inrgendwelche Formulare bzw. Bestätigungen angefordert und das Paket nicht freigegeben.
Also auf jeden Fall eine Selbstverzollung. Die hat es allerdings in sich und ohne Hilfe wird man sich kaum durch die ganzen Zahlenkürzel, Zollinterna und verklausulierten Inhalte kämpfen können.
Aber das Internet bietet Hilfe. Diese Seite hier hat mir dabei geholfen nicht unnötig Geld für eine absurde Dienstlestung zu bezahlen.
Für alle, die es auch betreffen sollte: Schicken Sie das Schreiben auf keinen Fall zu der Firma zurück, sondern mit dem augefüllten Selbstverzollungsantrag direkt an das zuständige Zollamt.
Lesen Sie einfach sorgfältig die Inforamtionen auf der angegebenen Webseite durch.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen allen Gesundheit und sage bis bald.

Von Kronen, Krankenwagen und Killerviren

Das deutsche Krankensystem, angefangen bei der Pflichtversicherung bis hin zur Qualität von Dienstleistungen wie Notarzt, Krankenwagen oder auch Unterbringung im Krankenhaus, unterscheidet sich teilweise drastisch von dem in anderen Ländern.
Wenn man einmal ein gesundheitliches Problem (völlig egal was für eins) in China gehabt hat mit dem man auf ärztliche Hilfe angewiesen ist, so muss man sich erst einmal frei machen von all den gewohnten Annehmlichkeiten, die es so bei uns gibt.
Anders herum betrachtet kann man also sagen, dass es uns doch richtig gut geht in Deutschland.
Erst kürzlich durften (bzw. mussten) wir eben jene Dienstleistungen in Anspruch nehmen. Sprich: Mit dem Krankenwagen ins Krankenhaus und drei tage stationärer Aufenthalt.
Abgesehen von der Notwendigkeit auf dieses Angebot zurückgreifen zu müssen selber, ist es dann trotzdem gut zu wissen dass alles so problemlos läuft.
Der Notarzt und der Krankentransport sind selbstverständlich kostenlos und nach dem Ruf über 112 dauerte es auch keine 5 Minuten bis die Hilfe vor Ort war.
Einlieferung in ein Krankenhaus läuft selbstverständlich automatisch und unkompliziert. Das letzte was man in so einer Situation braucht ist bürokratischer Aufwand.
Ganz anders läuft so etwas in China. Ich habe nie einen Krankenwagen benötigt, habe aber schon Feuerwehr und Ambulanz mit Blaulicht im Stau feststecken sehen. Ein Umstand den man niemanden wünscht, wenn er auf Hilfe angewiesen ist.
Und einen Platz in einem der überfüllten Krankenhäuser zu bekommen ist ebenfalls alles andere als einfach.
Als kleine Anekdote habe ich hier auch wieder etwas aus Deutschland zu berichten:
Wenn man mit seinem Kind ein paar Tage zur Überwachung ins Krankenhaus muss, gibt es in der Regel ein Zimmer für zwei Patienten plus jeweils einem Bett für einen Erziehungsberechtigten, also insgesamt vier Betten pro Raum.
Wobei man natürlich bemerken muss, dass man als Vater mit seinem Kind meistens den kompletten Raum für sich hat, da die meisten Kinder von ihrer Mutter begleitet werden und man von Seiten des Krankenhauses eventuelle unangenehme Situationen vermeiden möchte.
Man bekommt trotzdem einiges mit, schliesslich ist ein Krankenhaus kein Hotel, sondern eher mit einem Bahnhof vergleichbar wo ständig Leute ein und aus gehen.
Einer Mutter ging dies offensichtlich sehr gegen den Strich. Sie hat es sich nicht nehmen lassen jede kleine Gelegenheit zu nutzen um ihrem Missmut Ausdruck zu verleihen.
Die ganzen, eben beschriebenen Annehmlichkeiten reichten offenbar noch nicht aus, so dass sie sich noch über die anderen Patienten und die Schwestern aufregen musste, die sie in ihrem Raum zu stören wagten.
Vielleicht liegen die Nerven bei dem einen oder andern etwas blank in solch einer Situation, aber seinen Frust an anderen Leuten abzulassen halte ich für die schlechteste aller möglichen Lösungen.
Und im Hinblick auf meine Erfahrungen in andern Ländern, speziell China, stellt dieses Verhalten für mich noch einmal mehr eine Dreistigkeit dar, die man sich unter allen Umständen verkneifen sollte.
Sagen wir es einfach wie es ist: Diese Frau würde in einem chinesischen Krankenhaus nicht überleben.
Zum einen würden die wesentlich komplizierteren Umstände sie in die Knie zwingen, zum anderen würde sie mit einem derartigen Verhalten einfach ignoriert werden.
Man muss sich immer wieder vor Augen halten wie gut es uns in Deutschland eigentlich geht.
Und derzeit ist die medizinische Lage in China noch intensiver als normal. Der Ausbruch des Corona-Virus lässt die chinesische Regierung zu teilweise drastischen Mitteln greifen.
So wurde die Stadt Wuhan komplett abgeriegelt und sogar in Beijing gibt es eine Ausgangssperre.
Niemand arbeitet und ich habe von Bekannten gehört, dass es teilweise Probleme gibt von den Sicherheitskräften wieder in den Wohnblock gelassen zu werden, wenn man kurz Einkaufen war.
Eine Frau, die zu Besuch aus Wuhan kam, ist von den Bewohnern gemeldet und direkt abgeholt worden.
Da wundere selbst ich mich wie obrigkeitsergeben das gesamte System doch immer noch ist.
So etwas würde in Deutschland niemals funktionieren. So bald man den Leuten verbieten würde das Haus zu verlassen, wären plötzlich alle, selbst die eingefleischten Stubenhocker draussen auf der Strasse.
Corona ist eigentlich ein seltsamer Name für einen Virus.
Im Spanischen bedeutet Corona „Krone“ und es gibt auch eine mexikanische Biermarke, die so heisst.
Im Lateinischen beschreibt das Wort ursprünglich ein kronenartiges Gebilde, einen Kranz aus Blumen oder Blättern, der in der griechischen und römischen Antike als Auszeichnung verliehen wurde.
Von einer Auszeichnung kann man in diesem Fall nun nicht gerade sprechen, aber wo wir gerade bei dem Thema sind:
Es gibt Gerüchte, dass die Gefährlichkeit des Virus in den ersten Wochen des Ausbruchs in China heruntergespielt wurde um es hiesigen Wissenschaftlern zu ermöglichen als erste eine wissenschaftliche Abhandlung darüber in einem weltweit renommierten Wissenschaftsmagazin zu veröffentlichen und sich damit einen Namen zu machen.
Das wäre natürlich ein starkes Stück und ein sehr makaberes dazu. So sollte man nicht mit Menschenleben spielen. Aber wie gesagt: Es ist ein Gerücht, deshalb weiss ich nicht ob man es unbedingt für bare Münze nehmen sollte.
Der Virus hat natürlich auch noch andere unschöne Nebenerscheinungen:
So meiden viele Menschen derzeit Asiaten. In einzelnen Fällen geht es sogar so weit, dass der ein oder andere handgreiflich wird, wie ein aktuelles Vorkommnis in Berlin zeigt.
Mehrere junge Männer, die eine junge Chinesin angegriffen haben. Da hört bei mir das Verständnis auf. Hier handelt es sich doch bloss wieder um einen Vorwand um seine Fremdenfeindlichkeit auszuleben.
Wenn die Angreifer tatsächlich Angst vor dem Virus hätten, würden sie nicht angreifen, sondern sich so schnell wie möglich entfernen.
Aber abgesehen von diesen extremen Reaktionen raten auch Chinesen hier in Deutschland davon ab in den asiatischen Supermarkt zu gehen um die Möglichkeit zu minimieren, einem Reisenden aus China, der eventuell das Virus in sich trägt, zu begegnen.
Bis jetzt gibt es in Deutschland nur eine Hand voll Fälle in denen sich tatsächlich jemand mit dem Virus angesteckt hat und diese sind auch alle nicht lebensbedrohlich. Aber dieses Virus verbreitet sich, im Vergleich zu anderen Viruserkrankungen dieser Grössenordnung, rasant.
Das liegt nicht zuletzt daran, dass man bereits ansteckend ist bevor es ausbricht. Und selbst dann müssen Symptome wie Fieber oder ähnliches gar nicht auftreten.
Aber die Angst ist auf jeden Fall geweckt. Die Atemschutzmasken sind in Deutschland bereits vergriffen.
Erinnert mich irgendwie an die Wintermonate in Beijing in denen der Smog so stark war, dass man die Häuser auf der anderen Strassenseite nicht mehr sehen konnte und die Geschäfte nicht schnell genug mit dem Nachschub an Schutzmasken aufwarten konnten.
Hoffen wir, dass es bald wieder wärmer wird, denn das Virus scheint bei höheren Temperaturen nicht sonderlich überlebensfähig zu sein.
Dann können wir auch wieder gefahrlos draussen sitzen und ein Bier trinken (muss ja nicht Corona sein).


Nachtrag vom 14.07.2023

Dass das Virus bei höheren Temperaturen nicht überlebensfähig sei, hat sich ja dann auch als eine der unzähligen Fehlinformationen herausgestellt.

Ölnudeln

Ich bin schon oft gefragt worden, wie denn ein typisches chinesisches Frühstück aussieht. Nun, da fängt das Problem bereits an: typisch ist schwer zu beschreiben, immerhin ist China ein Land mit über einer Milliarde Einwohnern, die sich teilweise in ihren Traditionen extrem unterscheiden.
Und so sind natürlich auch die Essgewohnheiten alles andere als einheitlich.
Im Artikel [[Frühstück]] hatte ich einmal einen kurzen Einblick gegeben, was man in China zum Frühstück bekommen kann, aber das sind natürlich keine traditionellen chinesischen Lebensmittel, sondern eher etwas für den cosmopolitischen Gaumen.
Ich will hier aber trotzdem ein Beispiel für einige chinesische Spezialitäten geben, die ich in China des öfteren bekommen habe und die meine Frau auch jetzt in Deutschland manchmal macht:
Aus dem Artikel [[Zauberbohnen]] kennen wir ja alle noch den Saft aus der Sojabohne (豆浆 dòu jiāng). (Ich sage ungerne Sojamilch, da es sich ja definitiv nicht um Milch handelt.)
Er ist ein zentraler Bestandteil unseres heute vorgestellten Frühstücks.
Dazu 油条 (yóu tiáo), wörtlich übersetzt eigentlich Öl-Nudeln oder Öl-Teig.
Kleine, luftige Teigstücke, ähnlich einem Brötchen, die in viel Öl angebraten, fast schon frittiert werden. Diese tunkt man nun in den Sojasaft, bevor man abbeißt.
Was soll ich sagen? Ich liebe es einfach.
Dazu ein Gewürz-Ei oder auch Tee-Ei genannt.
Das ist tatsächlich eine ganz chinesische Sache. Überall in China, egal wohin man auch fährt, kann man diese Spezialität in teils grossen und mit einer dunklen, undefinierbaren Suppe gefüllten Behältern sehen, wie sie nicht selten den ganzen Tag vor sich hin kochen.
Die Schale der Eier wird angeschlagen und das Ei gerollt, damit sich viele kleine Risse bilden, durch die der Sut einziehen kann.
Wenn man das Ei später pellt, erinnert es an eine gesplitterte Keramik, da sich durch die Bruchstellen der Schale der Sut auch farblich auf dem Eiweiß abgezeichnet hat.
Der Sut ist das eigentliche Geheimnis dieser Leckerei. Es kommt Tee hinein und viele Gewürze, aber was genau, da hat jeder wieder eine andere Meinung zu.
Man kann auch eine Fertigmischung im Asia-Supermarkt in Deutschland kaufen, aber selber machen und experimentieren ist natürlich viel interessanter.
Ich darf am Ende dann natürlich nicht vergessen zu erwähnen, dass dies nur ein Ausschnitt eines chinesischen Frühstücks ist, so wie bei uns ein Brot mit Marmelade und eine Tasse Kaffee.
Daneben gibt es natürlich wieder viele Dinge, die man bei einem chinesischen Frühstück noch essen kann.

Von Lebenden und Toten

Einer der grössten europäischen Re-Importe ist ja bekanntermaßen Halloween.
In Deutschland von weiten Teilen der Bevölkerung noch als Allerheiligen gefeiert, setzt sich Halloween grösstenteils bei den jüngeren (und junggebliebenen) Generationen durch.
Nun, streng genommen stimmt das auch nicht ganz, da Halloween die Nacht vor Allerheiligen beschreibt und Allerheiligen eben den Tag auf Halloween.
Aber beide Feste sind im Katholizismus verwurzelt, auch wenn ihre Geschichte durchaus älter sein dürfte.
Halloween, so wie wir es heute kennen, hat seine Wurzeln hauptsächlich in Irland, ist dann mit den Auswanderern nach Amerika gekommen und dort als dekorationswütiges Fest bekannt geworden, das wiederum heutzutage in Europa kopiert wird.
Ich will gar nicht zu weit hineingehen in diese Thematik, da man alleine damit einen oder sogar mehrere Artikel bestreiten könnte.
Halten wir einfach fest, dass aus frühen Totenfesten, die das Christentum in ihrem Sinne umgedeutet hat, die heutigen Feiertage entstanden sind.
Egal ob man jetzt an die Toten, die einen Tag im Jahr ins Reich der Lebenden kommen können, glaubt, oder einfach nur an einen Gedenktag für die Verstorbenen.
Es ist ein Feiertag, der hauptsächlich den Toten gewidmet ist. Es ist also keine gute Idee an diesem Tag den Familienmitgliedern Blumen schicken zu wollen. ;-)
Sie ahnen es sicher schon, es handelt sich wieder um eine kleine, lustige Anekdote die im chinesch-deutschen Kulturenumfeld passiert ist. Ich konnte zum Glück noch schnell genug eingreifen. ;-)
Aber bevor Sie zu laut lachen: Das gleiche (oder ein ähnliches) Phänomen gibt es selbstverständlich auch anders herum.
Wann immer wir abends in das Fenster unseres Nachbarhauses schauen und den runden, weissen Lampenschirm aus Papier sehen, muss meine Frau leicht schmunzeln.
So eine Lampe hängt man in China nur in das Zimmer eines Verstorbenen. Vor allen Dingen in weiss.
Das ist nichts was man gerne freiwillig in seinem Haus haben möchte und nicht bloss ein böses Omen, sondern schon fast eine Heraufbeschwörung des Todes.
So sind die unterschiedlichen Kulturen und ihr Umgang mit bestimmten Gegenständen doch immer wieder (makabererweise) Grund für den einen oder anderen Lacher.