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Veronika der Spargel wächst

Heute war der 2. Februar 2021 und „Frühlingserwachen“, nur ohne das ganze Drama aus Frank Wedekinds gleichnamigem Stück.
Also ganz einfach der Zeitpunkt an dem der Frühling offiziell beginnt.
Moment mal, werden jetzt einige bestimmt sagen. Das ist aber ein wenig zu früh!
Der offizielle Frühlingsanfang in Deutschland ist erst am 20. März 2021.
Nun das hat, wie schon so oft in diesem Blog, natürlich wieder mit dem chinesischen Kalender zu tun.
Der teilt das Jahr nämlich in 24 Jahresabschnitte (节气 jié qì) ein und der erste beginnt genau heute.
Frühlingsanfang beschreibt genau genommen in China die Zeit in der die Tiere langsam aus ihrem Winterschlaf erwachen und das Eis anfängt zu tauen.
Bei uns zu Hause (hier in Deutschland) gab es heute ein klassisches Gericht, das man zu dieser Zeit in den nördlichen Regionen Chinas isst:
春饼 (chūn bǐng) was übersetzt so viel wie Frühlingskuchen heisst. Wobei Kuchen hier keine Süßspeise meint, sondern eine Art Pfannkuchen.
Auf Neudeutsch würde man Wrap sagen, was geschmacklich gesehen das ganze tatsächlich noch etwas besser beschreibt.
Und passend zum Frühlingsanfang häufen sich auch schon die Anfragen ob wir nicht ein zweites Kind haben wollen.
Ich habe tatsächlich mitbekommen, dass einige Eltern im Kindergarten die Zeit des Lockdowns offensichtlich genutzt haben und jetzt schwanger sind.
Ganz im Sinne der Comedian Harmonists nach dem Text von Walter Jurmann aus dem auch der Titel dieses Eintrags entlehnt ist : „Mädchen lacht, Jüngling spricht: „Fräulein, wollen Sie oder nicht. Draussen ist Frühling““
Und so scheint man schon ein Außenseiter zu sein, wenn man seinen Trieben nicht komplett die Kontrolle überlässt. ;-)
Der Mensch ist ja glücklicherweise nicht auf die Jahreszeit angewiesen um Nachwuchs zu zeugen.
Aber interessant finde ich es schon, dass die Nachfragen genau jetzt häufiger kommen.

Spargel enthält übrigens das Mangelvitamin Folsäure, Vitamin C, E und ß-Carotin sowie dem Mineralstoff Kalium.

Das Wassermelonen Prinzip

Diesen Sommer muss ich daran denken und es überkommt mich, ehrlich gesagt, ein wenig Wehmut.
Eigentlich hatte ich dieses Thema bereits in Artikeln wie [[Von süssen Früchten, etwas stinkendem und einer Prinzessin]] oder ähnlichen besprochen, aber jetzt, da ich wieder in Deutschland bin, muss ich es doch noch einmal anschneiden, da es mir aktuell wieder ganz besonders auffällt.
Wenn ich in den deutschen Supermarkt gehe, dann ist die Auswahl an frischem Obst, verglichen zu den Auslagen in Beijings grossen und kleinen Läden sehr übersichtlich.
Viele Dinge die es dort gibt, habe ich in Deutschland noch nie gesehen.
Und die Dinge die es in beiden Ländern gibt, unterscheiden sich geschmacklich teilweise sehr.
Es gibt durchaus gute Früchte in Deutschland zu kaufen, so ist das nicht.
Himbeeren, Kirschen oder Erdbeeren haben, je nachdem wo man sie kauft eine gute Qualität und einen guten Geschmack.
Aber es gibt einige, die geschmacklich nicht einmal annähernd an die Qualität heranreichen, die ich aus China gewohnt bin.
Darunter sind ganz klar so Exoten wie Lychee oder Mango (obwohl man in ganz seltenen Fällen sogar Glück haben kann und eine ganz gute Mango in einem deutschen Supermarkt erwischen kann).
Aber ganz besonders eine Frucht ist es, die mir in Chinas Sommermonaten immer wieder belebende Erfrischung verschafft hat, deren deutscher Bruder allenfalls mit dem Prädikat „ganz nett“ bezeichnet werden kann.
Gekühlt, frisch aus dem Kühlschrank und in Scheiben oder Würfel geschnitten.
Die Rede ist von der Wassermelone.
Es gibt einfach keinerlei Vergleichsattribute zwischen der wohlschmeckenden chinesischen Frucht und dem langweilig wässrigem Gewächs aus Deutschland bzw. Europa.
Wassermelone ist für unsere Breitengrade tatsächlich der passende Ausdruck, denn der ganze Geschmack, den das fernöstliche Pendant besitzt, scheint hier einfach zu fehlen.
Man sagt, dass in dem Gebiet um Beijing die besten Wassermelonen angebaut werden.
Und ich denke dieser Meinung kann ich mich anschliessen.
Es gibt sogar ein Wasermelonen Museum im Stadtteil Daxing (大兴区 dà xīng qū). (Mit der Buslinie 937 zu erreichen)
Der grosse Unterschied zwischen den Melonen aus Deutschland bzw. Europa und aus dem Reich der Mitte ist mir gerade dieser Tage wieder aufgefallen. Wir haben eine Melone gekauft (in der stillen Hoffnung dass alles gar nicht so schlimm sein kann) und sind wieder total enttäuscht worden.
Man erwartet etwas Gutes und bekommt leider nur etwas Minderwertiges.
Das ist übrigens ziemlich interessant, denn das Wassermelonen Prinzip ist auch eine Metapher aus dem Projektmanagement:
Der Dienstleister übergibt ein Projekt mit dem Status "grün" (alles in Ordnung) an den Kunden, so wie die Aussenhülle einer Wassermelone.
Bei genauerer Betrachtung stellt sich aber heraus dass es, ganz im Gegenteil, nicht "grün", sondern "rot" ist (höchste Alarmstufe), wie das innere besagter Melone.
In meinem Fall Ist die Metapher des Wassermelonen Prinzips wiederum eine Metapher für die Wassermelone selbst. Ist das nicht lustig?
Ich hoffe auf jeden Fall, dass wir bald wieder nach China reisen können. Auch wegen der Wassermelonen.

Wenn in China ein Sack Reis umkippt

Zugegeben etwas nachgeholfen, aber sie wissen schon...
Reis ist ohne Frage das Nahrungsmittel das man gemeinhin mit Asien in Verbindung bringt, also auch mit China.
Und es stimmt zu einem gewissen Grad ja auch: Reis ist eines der am häufigsten verwendeten Lebensmittel im Land der Mitte.
In der Regel als sogenannte Sättigungsbeilage, so wie in Deutschland die Kartoffel.
Allerdings gibt es hier natürlich auch wieder Unterschiede, so sind in einigen Landstrichen brotähnliche Backwaren und in anderen Nudeln beliebter als Reis.
Aber Reis bleibt, grob gesehen, trotzdem eines der am meisten konsumierten Lebensmittel in China.
Und Reis soll angeblich dick machen.
Zumindest wenn man vielen Reiseberichten von Leuten die in China waren Glauben schenkt, die dort festgestellt haben, dass junge Chinesinnen, um ihre zierliche Figur zu behalten, auf Reis verzichten.
Ein Phänomen das man tatsächlich ziemlich oft in China beobachten kann. Was hat es also damit auf sich?
Macht Reis tatsächlich dick? Das genaue Gegenteil kann man von vielen selbsternannten Ernährungsberatern aus Deutschland und anderswo hören.
So Sätze wie „Chinesen sind alle dünn, also kann Reis gar nicht dick machen.“ machen die Runde und alle nicken zustimmend.
Mal abgesehen davon dass nicht alle Chinesen dünn sind ist dieses Argument auch so ziemlich absurd.
Von der durchschnittlichen Körpererscheinung eines Volkes auf die Eigenschaften eines einzelnen Lebensmittels zu schliessen ist halt in höchsten Maße unprofessionell.
Solche Aussagen taugen höchstens für ein Stammtischgespäch, wenn überhaupt.
Aber die Frage bleibt natürlich bestehen: Macht Reis dick?
Denn schließlich gibt es diesen Trend schon lange in China und die Mehrheit der jungen Chinesinnen ist überzeugt davon dass er funktioniert, wenn auch ein wenig anders als wir uns das gerade ausmalen.
Nun, die Erklärung hinter dem ganzen ist eigentlich recht einfach.
Ähnlich einem Hütchenspieler lassen sich die Beobachter nämlich in eine Falle locken, das Augenmerk wird vom eigentlichen Geschehen abgelenkt und man glaubt was man vermeintlich sieht.
Eigentlich geht es jungen Frauen gar nicht darum keinen Reis zu essen, sondern generell weniger.
Sie reduzieren also bewusst die Menge jeder einzelnen Mahlzeit.
Da man auf die ganzen leckeren Dinge aber nicht verzichten will (und auf die ganzen Nährstoffe), muss eben der Reis dran glauben. Völlig egal ob er selber dick machen würde oder nicht.
Das ist eigentlich schon der ganze Trick hinter dem Geheimnis.
Trotzdem finden im Internet und auch sonst wo regelrechte Meinungskriege darüber statt ob Reis nun dick macht oder eben nicht.
Und das obwohl der Reiskonsum besagter Leute hier in Deutschland und sonstwo sich wohl eher in Grenzen halten dürfte, es sie also kaum betrifft.
Aber es ist wohl doch interessant ob in China ein Sack Reis umkippt, oder eben nicht.

Es gibt nicht nur Tausende von Krankheiten, sondern auch Tausende von Gesundheiten

Ein Thema über das ich schon immer einmal schreiben wollte ist die „Chinesische Diätetik“ (中医食疗 zhōng yī shíl iáo, bzw. 中医药膳 zhōng yī yào shàn).
Dahinter verbirgt sich die Lehre von Lebensmitteln und welche medizinischen Eigenschaften sie haben.
Das reicht von komplizierten medizinischen Wechselwirkungen unterschiedlicher Substanzen bis hin zu dem täglich gelebten Wissen um Speisen und ihre Wirkung, das vor allen Dingen in China allgegenwärtig ist.
Sie werden wahrscheinlich wissen, dass ein Kamillentee den Magen beruhigt, um mal ein ganz banales Beispiel zu wählen.
Eben jenes Wissen ist in China sehr weit verbreitet. Teilweise muten die Ratschläge auch schon mal etwas seltsam an, aber so etwas gibt es ja bei uns auch.
Es gibt zum Beispiel unzählige Ratschläge, was schwangere Frauen essen sollten und was nicht.
Eine Vielzahl von diesen Erkenntnissen scheinen dabei teilweise schon bis weit ins Okkulte zu reichen. So wohl bei uns als auch in China.
Aber in China treibt man das ganze noch ein wenig weiter als bei uns.
Es scheint wirklich jeder Chinese Hintergrundwissen zu fast jedem Lebensmittel zu haben und zu jedem Gericht gibt es Ratschläge für was es gut bzw. wofür es schlecht ist.
Scharfe Speisen bei Erkältung? Auf gar keinen Fall.
Dagegen hat der Kräutertee aus Artikel [[Kräutertee, Betrug und Bestechung]] eine gute Wirkung bei einer aufkommenden Erkältung (ist aber in grösseren Mengen schlecht für die Männlichkeit. Siehe Artikel [[Das beste Stück]]).
Sie sehen schon wohin das führt... in jeder Lebenslage gibt es gewisse Gerichte die man meiden oder bevorzugen sollte.
Und das verwundert auch nicht weiter. Chinesen scheinen ein sehr inniges Verhältnis zu ihren Speisen zu haben.
Essen ist in China nicht einfach nur Nahrungsaufnahme, sondern geht über den Gourmet-Anspruch und die Identifikation mit Tradition und Zugehörigkeit über lokale Spezialitäten bzw. typische Speisen bestimmter Volksgruppen hinaus und fasst eigentlich das komplette Leben mit ein in seine Philosophie.
Durch traditionelle und volkseigene Rezepte hebt man sich von der Masse ab, durch die Philosophie hinter den Speisen ist man dann wieder vereint (ich glaube schöner hätte das auch die chinesische Regierung nicht bewerben können). ;-)
Das chinesische Essen und seine Wirkung auf den menschlichen Körper sind eng mit dem Daoismus (道家 dào jiā) und seinen Lehren verbunden.
Yin und Yang (阴阳 yīn yáng), die beiden Gegenteile die alles Leben bestimmen ganz besonders.
Nach dieser Auffassung ist alles was existiert auch unumstösslich mit seiner Gegenseite verbunden.
Dabei muss man sich als Aussenstehender immer wieder vor Augen führen, dass diese Gegensätze nicht absolut sind.
Ein schönes Beispiel sind Tag und Nacht. Ganz klar zwei Gegensätze die immer wieder aufeinander folgen.
Aber die Übergänge sind fliessend da die Zeit nie still steht und so trägt jeder Tag bereits die Nacht in sich und umgekehrt.
Es ist alles in Bewegung (dieses Thema hatten wir ja bereits im Artikel [[Alles in Bewegung]] angesprochen).
Yin und Yang (阴阳 yīn yáng) werden dabei als Unterkategorien unter anderem heisse bzw. kalte Eigenschaften nachgesagt. Das hat nichts mit der tatsächlichen Temperatur der Lebensmittel zu tun, sondern beschreibt die grundsätzliche Wirkung auf den Organismus.
阴 yīn ist dabei kalt und 阳 yáng warm und diesen beiden Eigenschaften werden jeweils unterschiedliche Lebensmittel zugeordnet:
Warme Lebensmittel sind unter anderem Kirschen, Knoblauch, Pfirsiche, Schafskäse etc., kalte so Dinge wie Äpfel, Bananen, Champignons, Grüner Tee usw.
Wenn der Körper jetzt auf Grund einer Krankheit aus dem Gleichgewicht geraten, also eher warm oder kalt ist, kann man mit den entsprechenden Lebensmitteln gegensteuern und das System wieder in die Waage bringen.
Das ist jetzt allerdings nur ganz platt und vereinfacht dargestellt um die grundsätzlichen Theorien zu verstehen.
Tatsächlich werden Yin und Yang (阴阳 yīn yáng) auch noch andere Bedeutungen in diesem Zusammenhang nachgesagt. Man unterscheidet noch andere Unterkategorien: Unter anderem die Gegensätze Innerlich und Äußerlich oder Mangel und Übermaß.
Aber ich denke sie sehen grundsätzlich wohin das alles geht.
Darüber hinaus gibt es weitere Einteilungen für Lebensmittel, so wie die 5-Elemente-Lehre (五行学 wǔ xíng xué), die sich aus dem ständigen Wandel aller Dinge ableiten lässt (auch hier sind die Zustände wieder nicht absolut, sondern Wandlungsphasen).
Das ist entscheidend. Nicht die Zustände selber sind interessant sondern die Wandlungsphasen, also welcher Zustand auf welchen anderen Zustand folgt (vereinfacht gesagt).
Die Zustände sind Feuer, Wasser, Erde, Holz und Metall und sie folgen einem bestimmten Muster was die Abhängigkeiten angeht. Daraus lassen sich wieder unzählige Gesetzmässigkeiten ableiten.
Die naheliegendste ist die vom Wechsel der Jahreszeiten (Holz für den Frühling, Feuer für den Sommer, Metall für den Herbst und Wasser für den Winter. Die Erde steht für die Mitte des Ganzen)
Oder ganz platt für den gemeinen Deutschen übersetzt: Bei der Ernährung sollte man auf saisonale Produkte zurückzugreifen.
Aber da steckt natürlich noch wesentlich mehr dahinter und wir kratzen, wie immer, nicht einmal an der Oberfläche.
Die 5-Elemente-Lehre wie wir sie gerade besprochen haben kommt in dieser Form in der traditionellen chinesischen Medizin vor und wurde für die Ernährungslehre noch erweitert.
So gibt es hier die 5-Geschmacksrichtungen, die bei einer Bestellung im Restaurant alle ausgewogen vertreten sein sollten (nicht selten kommen auch noch Kriterien wie Farbe oder Konsistenz dazu).
Es ist also gar nicht so einfach ein „gutes Mahl“ für die Familienfeier auszuwählen.
Aber kommen wir zurück zu den fünf Geschmacksrichtungen: Diese sind sauer, bitter, salzig, süss und scharf und sie haben natürlich auch wieder alle unterschiedliche Auswirkungen auf die Gesundheit.
Diese Geschmacksrichtungen werden den fünf Elementen Feuer, Wasser, Erde, Holz und Metall zugeordnet, die auf Grund ihrer Wandlungsphasen beim kochen auch in einer festgelegten Reihenfolge verarbeitet bzw. konsumiert werden sollten.
Je tiefer man sich mit der Materie auseinandersetzt umso komplizierter werden die Zusammenhänge.
Viel tiefer möchte ich auch gar nicht eintauchen in dieses Thema, dafür gibt es zahlreiche andere Seiten im Internet.
Den kleinen Einblick den ich schaffen wollte habe ich hiermit, glaube ich, ausreichend bewerkstelligt.
Somit haben wir nun endlich alle Säulen der chinesischen Medizin besprochen:
- Chinesische Diätetik (中医食疗 zhōng yī shíl iáo, bzw. 中医药膳 zhōng yī yào shàn) - (dieser Artikel) [[Es gibt nicht nur Tausende von Krankheiten, sondern auch Tausende von Gesundheiten]]
- Arzneimitteltherapie (中药治疗 zhōng yào zhì liáo) - [[Die Menge macht das Gift]]
- chinesische Massage (推拿 tuī ná) - [[Bis es weh tut]]
- Bewegungstherapien (Qigong (气功 qì gōng) und Taijiquan ( 太极拳 tài jí quán) - [[Immer wieder ein Kampf]]
- Akupunktur (针灸 zhēn jiǔ) - [[Stichhaltige Beweise]]
- als Unterpunkt zur Akkupunktur das Schröpfen (拔罐法 bá guàn fǎ) - [[Professionelle Knutschflecke]]

Der Titel ist übrigens ein Zitat des schweizerischen Publizisten und Gesundheitsökonomen Gerhard Kocher (Nicht dass ich seine Publikationen kennen würde, aber der Spruch ist mir quasi über den Weg gelaufen und er ist wirklich passend).

Hasenfutter

Es gibt in einigen deutschen Supermärkten in der Gemüseabteilung eine Kiste um sich ungewolltem Blattwerk, Strünken oder Stielen zu entledigen.
Wenn man der Meinung ist, dass zum Beispiel der Blumenkohl ohne die schützenden Blätter leichter zu transportieren ist, bricht man sie ab und entsorgt sie in dieser Kiste.
Die gesammelten Pflanzenteile können dann kostenlos von Besitzern pflanzenfressender Kleintiere mitgenommen werden.
So wird das eine oder andere Blatt aus dieser Kiste dann an einen Hasen, ein Meerschweinchen oder einen Hamster verfüttert.
Eine nette, kleine Aktion, die besonders bei Kindern sehr beliebt ist.
Und die Deutschen sind tatsächlich bekannt dafür alle möglichen Dinge als nicht essbar anzusehen. Ein Beispiel wäre das Grün von Mairüben.
Niemand nimmt es wirklich mit. Meistens werden die Wurzeln bereits ohne Blattwerk verkauft.
Ein anderes Beispiel wären Karotten. Ich denke, dass viele Deutsche nicht einmal wissen wie der obere Teil dieses Gemüses überhaupt aussieht.
Hin und wieder kann man in schicken Restaurants an Minikarotten noch ein paar Millimeter grün sehen.
Das ist dann sehr kreativ und stylisch und kostet direkt noch mal ein paar Euro mehr.
Aber auch hier ist der oberirdisch wachsende Teil der Pflanze nicht zum Verzehr gedacht, sondern soll bloss die farbliche Gesamtkomposition abrunden.
Ganz anders sieht man solche Dinge in China. Wenn etwas essbar ist, dann ist die Wahrscheinlichkeit auch sehr hoch, dass es gegessen wird.
Die Blätter, oder das Laub, wie es wohl offiziell heisst, der Mairübe oder der Möhre sind nämlich auch zum Verzehr geeignet. Ganz im Gegensatz zu denen der Kartoffel.
Ich denke, dass dies den meisten Leuten in unseren Breitengraden gar nicht bewusst ist.
Interessant ist es dann sich mit Chinesen, die in Deutschland leben, zu unterhalten und zu erfahren wie befremdlich für sie das wegwerfen von solchen Dingen ist.
Es gibt eine ganze Reihe von Gerichten, die man damit zubereiten kann. Auf dem Foto ist eine ganz einfache, aber sehr schmackhafte mit dem Mairübenlaub und grob gehacktem Fleisch.
Aber nicht nur im Supermarkt verhalten sich die Deutschen aus chinesischer Sicht seltsam.
Auch wenn Gemüse gekocht wird, dürfte so manchem Asiaten das Herz bluten, wenn er zusehen muss wie das Wasser, in dem sich die ganzen ausgekochen Inhaltsstoffe befinden einfach weggekippt wird, anstatt zu einer Suppe verarbeitet zu werden.
Wir Deutschen scheinen tatsächlich kein Herz für Gemüse zu haben. ;-)